{"id":26280,"date":"2020-04-01T10:28:48","date_gmt":"2020-04-01T09:28:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/?p=26280"},"modified":"2020-04-01T10:28:48","modified_gmt":"2020-04-01T09:28:48","slug":"lang-beschattete-taeler-eine-fortsetzungsgeschichte-von-birgit-haebich-der-episoden-zweiter-teil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/?p=26280","title":{"rendered":"&#8222;Lang beschattete T\u00e4ler&#8220; \u2013  Eine Fortsetzungsgeschichte von Birgit H\u00e4bich  \u2013 Der Episoden zweiter Teil"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>&#8222;Lang beschattete T\u00e4ler&#8220; \u2013  Eine Fortsetzungsgeschichte von Birgit H\u00e4bich. Der Episoden zweiter Teil. Die geschilderten Handlungen, Personen und Namen sind frei erfunden. Es werden keine realen Namen von Personen angegeben. Etwaige \u00c4hnlichkeiten mit tats\u00e4chlichen Begebenheiten, lebenden oder toten Personen w\u00e4ren rein zuf\u00e4llig, und sind weder gewollt noch beabsichtigt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Von Birgit H\u00e4bich<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong> II Scham<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u2026 Carl Eugen blickte sich in Pauls Wohnzimmer um. \u00dcber dem K\u00e4stchen, auf dem das Telefon stand, hing eine Fotografie der Familie seines Freundes. Kein erfreuliches Bild aus guten Tagen \u2013 nein, es war eines, auf dem die gestorbene Ehefrau und Mutter der drei gemeinsamen Kinder von ihrer Krankheit deutlich gezeichnet war. Th\u00e9o, der erstgeborene Sohn von Paul, sa\u00df rechts neben der Mutter. Gisl\u00e9ne, tief ins Sofa nach hinten eingesunken zwischen ihren Eltern \u2013 Yann, der zweitgeborene Sohn sa\u00df links au\u00dfen neben Paul.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Erste Liebe<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Foto sprach B\u00e4nde \u00fcber den Zwang unter dem sein Freund zu leiden hatte. Dem Arrangement nach zu urteilen, hatte die betagte Oma der Kinder dieses ungl\u00fcckliche Foto geschossen. Die beiden Elternteile hielten sich krampfhaft an einer Bibel fest. Diese Geste wirkte wie ein falscher Schwur, der Ausdruck von Pauls Augen lie\u00df eher an einen Offenbarungseid, als an famili\u00e4res Gl\u00fcck denken. Paul hatte ihm auch von seiner erstgeborenen vorehelichen Tochter Sabine erz\u00e4hlt. Sie war das Zeugnis der ersten Liebe aus seiner T\u00fcbinger Studienzeit. Damals lie\u00df Paul die schwangere Margret jedoch zugunsten von Lisa, der Mutter seiner drei nachgeborenen Kinder, sitzen. Carl fragte sich stirnrunzelnd, wie der Freund sich wohl damals aus dieser komplizierten Angelegenheit herausgewunden hatte. Und wie die Mutter seiner erstgeborenen Tochter mit dieser dem\u00fctigenden Zur\u00fcckweisung zurechtkam. Damals, in den Achtzigern, war es zwar keine Schande mehr, allein erziehende Mutter zu sein, aber hart wird es vermutlich trotzdem gewesen sein. Nachher w\u00fcrde er Paul danach fragen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong> Tiefes Schamgef\u00fchl <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Carl Eugen Friedner lie\u00df seine Gedanken schweifen und blickte auf sein eigenes eheloses Leben zur\u00fcck. Er hatte keine Kinder gezeugt, auch keine au\u00dferehelichen. Die weiblichen Wesen, die ihn l\u00e4ngerfristig zu umgarnen versuchten, lie\u00df er abblitzen und bis auf wenige nette folgenlose Amouren konnte er sich zu keiner tieferen Bindung an eine Frau durchringen. Die einzige Frau, die er je ganz f\u00fcr sich begehrte, war seine geliebte Paula. Dabei fiel ihm zum ersten Mal auf, dass die Namen seiner Geliebten und der des guten Freundes nahezu dieselben waren. Er musste l\u00e4cheln, empfand er doch den charakterlichen Unterschied zwischen Paul und Paula als eine wohltuende Abwechslung. Carl Eugen Friedner freute sich \u00fcber die M\u00e4nner und Frauen mit denen er sich mittlerweile angefreundet hatte. Die alten Verbindungen waren verblasst \u2013 \u00fcbrig geblieben war ein tiefes Schamgef\u00fchl dar\u00fcber, sich so lange mit solchen gleichf\u00f6rmig \u00fcblen Charakteren umgeben zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Alleinherrscherin<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Paul fing an hinter seinen H\u00e4nden deutlich und tief zu atmen und streckte seinen R\u00fccken wieder kr\u00e4ftig durch \u2013 er hatte sich nun leidlich gefangen und schien bereit zu sein, mit dem Freund zu sprechen. Carl schenkte sich erneut ein und wartete geduldig ab, ob der Freund bald etwas sagen w\u00fcrde. Paul nahm die H\u00e4nde vom Gesicht und dann begann er leise zu erz\u00e4hlen. Davon, wie ihn seine Tochter nun schon jahrelang piesackte, ihn t\u00e4glich bis aufs Blut reizte und etwa seit einem Jahr gar keine Grenze mehr akzeptierte, sich auff\u00fchrte, als w\u00e4re sie die Alleinherrscherin \u00fcber einen Hofstaat, in dem der Vater zum geringsten Vasall degradiert war. Er erz\u00e4hlte von ihren Forderungen nach geldwerten Zuwendungen und teuren Vergn\u00fcgungen. Und davon, was sie veranstaltete, wenn Paul versuchte, ihr ein deutliches \u201eNein\u201c entgegenzusetzen, oder er gar anfing, vern\u00fcnftig zu argumentieren. Das M\u00e4dchen machte ihm dann das Leben erst recht zur H\u00f6lle und schreckte mittlerweile auch nicht mehr davor zur\u00fcck, ihn gezielt vor ihren Br\u00fcdern zu dem\u00fctigen. Seine S\u00f6hne w\u00fcrden immer seltener zu Besuch kommen, seit Gisl\u00e9ne ihre \u00fcblen Spielchen auf diese unertr\u00e4gliche Art und Weise ausweitete.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schlechter Charakterzug<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es brach aus Paul hervor, dass seine letzte Freundin und Geliebte, Agnes, die er schmerzlich vermisste, genau diesen schlechten Charakterzug von Gisl\u00e9ne erkannte und seine mangelnde Grenzziehung dem M\u00e4dchen gegen\u00fcber deutlich beim Namen genannt hatte. Aber damals wollte er nichts davon wissen, Paul wollte seine Erziehung nicht kritisieren lassen und schon gleich gar nicht seine scheinbare Macht und seinen v\u00e4terlichen Einfluss \u00fcber seine heranwachsende Tochter in Frage stellen lassen. Die Beziehung zur geliebten Frau, die er ein Jahr nach dem Tod der Mutter seiner drei Kinder kennenlernte, sei mit daran gescheitert, dass er uneinsichtig darauf bestanden habe, seine Tochter auch weiterhin nachts mit zu sich ins Ehebett zu nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sexuelles Selbstbestimmungsrecht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Agnes, die ihn damals sehr liebte, hatte lange Geduld mit ihm, konnte zeitweise sogar ein gutes Vertrauensverh\u00e4ltnis zu Gisl\u00e9ne herstellen, hoffte auf eine \u00c4nderung dieser absurden Familienverh\u00e4ltnisse. Als Paul nichts \u00e4nderte und nur auf seinen hartherzigen unab\u00e4nderlichen Vorstellungen beharrte, wandte Agnes sich irgendwann ab.<br>Er war ja auch nicht der einzige, der seine geschlechtsreife Tochter mit zu sich ins Bett nahm \u2013 viele der Eltern von Gisl\u00e9nes Klassenkameradinnen taten das auch. Diese Merkw\u00fcrdigkeiten wurden weder in den finanziell privilegierten Elternkreisen, noch von der \u00f6rtlichen christlichen Privatschule in Frage gestellt, sondern mit N\u00e4chstenliebe und F\u00fcrsorge bem\u00e4ntelt. Und so f\u00fchlte Paul sich als Mann und Vater vollkommen im Recht und in der Pflicht, auch nachts \u00fcber seine Tochter zu wachen. Obwohl er hier in Baden-W\u00fcrttemberg studiert hatte und Jahre sp\u00e4ter in Berlin seinen Doktortitel erworben hatte, fiel es ihm dabei gar nicht auf, dass er damit nicht nur gegen die lang erk\u00e4mpfte Wertvorstellung des sexuellen Selbstbestimmungsrechts handelte, sondern er unter Umst\u00e4nden auch direkt auf einen Straftatbestand zusteuerte.<br> Nicht auszudenken, was w\u00e4re, wenn es aufgrund eines kleinen Funkens im n\u00e4chtlichen gemeinsamen Lager zu einem Feuer zwischen Vater und Tochter kommen sollte \u2026 Fortsetzung folgt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontaktaufnahme zur Autorin ist m\u00f6glich unter der E-Mailadresse: <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>b.haebich@web.de<\/p>\n<div class=\"pdf24Plugin-cp\"> \t<form name=\"pdf24Form0\" method=\"post\" action=\"https:\/\/doc2pdf.pdf24.org\/wordpress.php\" target=\"pdf24PopWin\" onsubmit=\"var pdf24Win = window.open('about:blank', 'pdf24PopWin', 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