{"id":20976,"date":"2016-07-29T10:06:56","date_gmt":"2016-07-29T09:06:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/?p=20976"},"modified":"2016-07-29T15:07:07","modified_gmt":"2016-07-29T14:07:07","slug":"irgendwo-in-hohenlohe-eine-fortsetzungsgeschichte-von-birgit-haebich-der-episoden-zweiundvierzigster-teil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/?p=20976","title":{"rendered":"&#8222;Irgendwo in Hohenlohe&#8220; \u2013 Eine Fortsetzungsgeschichte von Birgit H\u00e4bich: Der Episoden zweiundvierzigster Teil"},"content":{"rendered":"<p><strong>&#8222;Irgendwo in Hohenlohe&#8220; \u2013 Eine\u00a0Fortsetzungsgeschichte von Birgit H\u00e4bich: Der\u00a0Episoden zweiundvierzigster Teil.\u00a0Die geschilderten Handlungen, Personen und Namen sind frei erfunden.\u00a0Es werden keine realen Namen von Personen angegeben. Etwaige \u00c4hnlichkeiten mit\u00a0tats\u00e4chlichen Begebenheiten, lebenden oder toten Personen w\u00e4ren rein zuf\u00e4llig, und\u00a0sind weder gewollt noch beabsichtigt.<\/strong><\/p>\n<p><em>Von Birgit H\u00e4bich<\/em><\/p>\n<p><strong>XLII Liegenschaften<\/strong><\/p>\n<p>\u2026 \u201edoch diese Sparkassenbr\u00fcder zerlegen wir heute Nacht nicht mehr. Also bis bald\u00a0meine Liebe.\u201c Sie waren vor Carls Haus angekommen, Paula stellte den Wagen ab\u00a0und blickte stumm vor sich hin. Carl war nun wirklich ersch\u00f6pft und wollte sich zwar\u00a0kurz, jedoch mit einer liebevollen Geste von Paula verabschieden. Paula aber blieb\u00a0regungslos am Steuer sitzen bis er ausgestiegen war. Erst als er von au\u00dfen durch die\u00a0T\u00fcr\u00f6ffnung einen fragenden Blick auf sie warf, wurde ihr bewusst, dass es f\u00fcr heute\u00a0Abschied nehmen hie\u00df. \u201eIch rufe dir an so wie ich wieder l\u00e4nger Zeit habe,\u201c war alles\u00a0was Paula herausbrachte. Dann drehte sie den Schl\u00fcssel im Z\u00fcndschloss und startete\u00a0den Motor. Carl meinte kurz: \u201eIch warte \u2013\u00a0gute Nacht, Paula,\u201c schloss die Wagent\u00fcre\u00a0und ging seines Weges zur Eingangst\u00fcr.<\/p>\n<p><strong>War das nur Theater?<\/strong><\/p>\n<p>Paula wendete ihr Auto und fuhr dann z\u00fcgig los. Sie war \u00fcberhaupt nicht m\u00fcde, sie\u00a0sp\u00fcrte deutlich ihre innere Unruhe und war aufgekratzt. In ihrem Kopf drehten sich\u00a0immer noch die gleichen unbeantworteten Fragen. Warum hatte er sie damals\u00a0verraten? Wie konnte er ausgerechnet sie so furchtbar hintergehen? Und weshalb\u00a0sollte sie ihm gerade jetzt trauen? Vielleicht redete er nur so viel und so nett auf sie\u00a0ein, um seinen Kopf zu retten, t\u00e4uschte sie abermals, um nicht zur Rechenschaft\u00a0gezogen zu werden? Er hatte sie so bodenlos gemein verraten, sie kam einfach nicht\u00a0dar\u00fcber weg. Und dabei f\u00fchlte sie sich in seiner N\u00e4he wieder genauso wohl wie vor\u00a0Jahren, ja sie genoss, die netten Worte, seine r\u00fccksichtsvolle Art und die\u00a0Liebensw\u00fcrdigkeit mit der er sie umgab. War das nur Theater? Sie f\u00fchlte sich hilflos,\u00a0wie konnte sie diesem Mann denn jetzt vertrauen? Und wie sollte sie ihm verzeihen?\u00a0Kein anderer Mensch hatte sie jemals so tief verletzt wie Carl Eugen Friedner es\u00a0damals vermochte. Sie hatte ihm grenzenlos vertraut und er stand ihr nicht bei,\u00a0gerade als sie ihn am meisten brauchte.<\/p>\n<p><strong>Gunst der Stunde<\/strong><\/p>\n<p>Ihre Gedanken wanderten zur\u00fcck zur Gerichtsverhandlung in der Carl so unglaublich\u00a0versagt hatte. Paula Engel musste durch diesen verlorenen Prozess, ausgerechnet\u00a0Vorderschein das Vorkaufsrecht auf gro\u00dfe Teile ihres Erbes einr\u00e4umen.\u00a0Dieser hatte ihr, wenn sie in Zahlungsnot war, immer wieder gro\u00dfz\u00fcgig angeboten,\u00a0f\u00fcr unbezahlte Rechnungen mit einem kleinen Gefallen entgegenkommen zu wollen\u00a0und ihr so auf das geerbte Geb\u00e4ude ein Vorkaufsrecht abgeschwatzt. Sie hatte\u00a0nichtsahnend was dies eines Tages bedeuten k\u00f6nnte und v\u00f6llig \u00fcberfordert von der\u00a0desolaten finanziellen Situation einfach zugestimmt. Sie unterschrieb ein\u00a0Vertragswerk auf dessen Einhaltung Vorderschein dann bald danach pochte. Zur\u00a0gleichen Zeit verweigerte ihr die Bank unerwartet die Einr\u00e4umung eines kurzfristigen\u00a0Kredites und Vorderschein nutzte die Gunst der Stunde f\u00fcr sich aus. Paula war jedoch\u00a0nicht gewillt, sich auch nur irgendetwas von ihrem geerbten Haus abnehmen zu\u00a0lassen. Und es schien als ob auch Carl, tatkr\u00e4ftig wie immer, ihr gegen Vorderschein\u00a0beistehen w\u00fcrde und er widersprach in ihrem Auftrag einer Vertragserf\u00fcllung.<\/p>\n<p><strong>Armer Kater<\/strong><\/p>\n<p>Vorderschein hingegen, dachte gar nicht daran von dem lukrativen Vertrag\u00a0zur\u00fcckzutreten und so kam es zum Rechtsstreit vor dem Landgericht der Neckarstadt\u00a0im Unterland. Mit dem verlorenen Prozess kamen dann, zus\u00e4tzlich zu allen anderen\u00a0Belastungen, auch noch die kompletten Kosten der gerichtlichen Auseinandersetzung\u00a0auf sie zu. Paula Engel sa\u00df in der Falle. Es war eine schier ausweglose Situation in die\u00a0sie sich getrieben sah. Zwar griff damals noch kurzfristig ihr Onkel Ewald in das\u00a0Geschehen ein, aber letztlich kam sie trotzdem um einen erheblichen Teil ihres Erbes.\u00a0Diese Niederlage konnte sie Carl einfach nicht verzeihen! Nein, und nochmals nein!\u00a0Sie w\u00fcrde nicht ruhen bis diese Schmach aus der Welt geschafft war. Carl w\u00fcrde\u00a0daf\u00fcr bezahlen m\u00fcssen. Tr\u00e4nen der Wut und Entt\u00e4uschung liefen ihr \u00fcbers Gesicht.\u00a0Zum Gl\u00fcck waren die Stra\u00dfen leer, denn die Heulerei nahm ihr die Sicht. Vorsichtig\u00a0lenkte sie den Wagen durch die einsame Nacht. Vor ihren Ladenr\u00e4umen\u00a0angekommen, stieg sie aus, schloss den Wagen ab und begr\u00fc\u00dfte zuerst den s\u00fc\u00dfen\u00a0Kater Muller, der erwartungsvoll auf der Treppe zum Eingang sa\u00df. Muller miaute sie\u00a0vorwurfsvoll an, als wolle er sagen: \u201eDu wirst mir untreu, erst bringst du einen\u00a0fremden Mann mit hierher, dann lasst ihr mir nichts von euren guten Dingen zum Fressen \u00fcbrig und nun bist du auch noch so lange weg und ich armer Kater muss\u00a0alleine sein, hungern und frieren.\u201c<\/p>\n<p><strong>Trost<\/strong><\/p>\n<p>Sie nahm den miauenden Muller auf den Arm und ging mit ihm ins Haus. Muller war\u00a0ihr zugelaufen. Nachdem ihr roter betagter Kater Heinrich gestorben war, hatte sie\u00a0sich eigentlich keine neue Katze anschaffen wollen, aber Muller war einfach\u00a0irgendwann frech durch die vorhandenen Katzent\u00fcrchen spaziert, setzte sich\u00a0unbek\u00fcmmert auf ihren Schreibtisch und lie\u00df sich ausgiebig streicheln. Muller hatte\u00a0etwas weiter oben in der Stadt ein sehr gutes Zuhause. Der Filou war aber so rank\u00a0und schlank, dass man ihn stets f\u00fcr halb verhungert halten w\u00fcrde, wenn man nicht\u00a0ganz genau w\u00fcsste, wie er sich ansonsten munter durch alle Gassen bis hinunter an\u00a0den Kocher fra\u00df. Er tat recht lieb, schmeichelte einem um die Beine, schmuste und\u00a0schnurrte recht laut, wie man es von einem Katzenmann erwartete. Zum Schlafen\u00a0legte er sich manchmal zu Paula aufs Sofa oder rollte sich auf ihrem Scho\u00df\u00a0zusammen. Oft fand sie ihn aber auf seinem Stammplatz, wo er sich friedlich\u00a0schlafend, von den Anstrengungen des st\u00e4dtischen Katzenlebens erholte. Paula fand\u00a0bei ihm in den Jahren des langen Schweigens Trost und hatte gleichzeitig die Freiheit,\u00a0sich nicht ganz und gar f\u00fcr ihn verantwortlich f\u00fchlen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>Gr\u00fcbeln<\/strong><\/p>\n<p>Nachdem sie f\u00fcr den Kater eine Dose ge\u00f6ffnet und die feine Pastete in sein Tellerchen\u00a0gef\u00fcllt hatte, lie\u00df sie die T\u00fcre zum Katzenfressplatz offen, um ihm beim Vertilgen\u00a0seiner Portion zuzuschauen. Er w\u00fcrde nachher sicherlich noch zu ihr kommen, um sich\u00a0seine Streicheleinheiten abzuholen. Paula setzte sich in ihren gem\u00fctlichen\u00a0Ohrensessel und begann erneut zu gr\u00fcbeln. Sie kam mit ihren, sich immer um\u00a0dasselbe Thema kreisenden Fragen, ohne Carl aber zu keinem gescheiten Ergebnis.\u00a0Das lange Gespr\u00e4ch hatte sie doch mehr angestrengt als sie es vor sich selber\u00a0zugeben wollte. Sie \u00f6ffnete das Fenster zur Kocherseite hin, legte sich auf ihr\u00a0Lieblingssofa, breitete eine Decke \u00fcber sich und bevor Paula die Lindenbl\u00e4tter im\u00a0Wind rauschen h\u00f6ren konnte, sank sie in einen unruhigen Schlaf&#8230;.\u00a0Fortsetzung folgt.<\/p>\n<p><strong>Wer hat auch schon einmal eine Immobilie verloren?<\/strong><\/p>\n<p>Sollte sich jemand aus der Leserschaft, durch die Beschreibung der\u00a0Machenschaften daran erinnert f\u00fchlen, wie eine Immobilie verloren gegangen ist,\u00a0k\u00f6nnen sich diejenigen gern an die Autorin wenden.<\/p>\n<p><strong> Kontaktaufnahme zur Autorin:<\/strong><\/p>\n<p>E-Mail: b.haebich@web.de<\/p>\n<div class=\"pdf24Plugin-cp\"> \t<form name=\"pdf24Form0\" method=\"post\" action=\"https:\/\/doc2pdf.pdf24.org\/wordpress.php\" target=\"pdf24PopWin\" onsubmit=\"var pdf24Win = window.open('about:blank', 'pdf24PopWin', 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Namen von Personen angegeben. 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Von Birgit H\u00e4bich XLII Liegenschaften \u2026 \u201edoch diese Sparkassenbr\u00fcder zerlegen wir heute Nacht [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1,6,2,8,3],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20976"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=20976"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20976\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20993,"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20976\/revisions\/20993"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=20976"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=20976"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=20976"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}