{"id":18524,"date":"2014-10-27T14:55:37","date_gmt":"2014-10-27T13:55:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/?p=18524"},"modified":"2014-10-27T14:58:39","modified_gmt":"2014-10-27T13:58:39","slug":"ausbau-der-regenerativen-stromerzeugung-ist-mitverantwortlich-fur-fortdauernde-stromverschwendung-offener-brief-zum-thema-windenergie-entlang-der-kohlenstrase-bei-michelbachbilz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/?p=18524","title":{"rendered":"&#8222;Ausbau der regenerativen Stromerzeugung ist mitverantwortlich f\u00fcr fortdauernde Stromverschwendung&#8220; \u2013\u00a0Offener Brief zum Thema Windenergie entlang der Kohlenstra\u00dfe bei Michelbach\/Bilz"},"content":{"rendered":"<p><strong>Einen Offenen Brief zum Thema &#8222;Windenergie entlang der Kohlenstra\u00dfe&#8220; hat Roland H\u00f6lzel-Werner aus Michelbach\/Bilz geschrieben. Darin beschreibt der Autor auch Thesen zu Auswirkungen von Windstrom auf die Umwelt. Anlass f\u00fcr den Brief gab die Er\u00f6rterung der Einwendungen gegen die Windkraftplanungen der Stadtwerke Schw\u00e4bisch Hall, die vor kurzem in Michelbach\/Bilz stattgefunden hatte.<\/strong><\/p>\n<p><em>Offener Brief von Roland H\u00f6lzel-Werner, Michelbach\/Bilz<\/em><\/p>\n<p><strong>Offener Brief zum Thema Windenergieanlagen entlang der Kohlenstra\u00dfe<\/strong><\/p>\n<p>Sehr geehrter Herr Gentner, sehr geehrter Herr Wiedemann,<br \/>\nals Michelbacher Neub\u00fcrger hatte ich in der vergangenen Woche Gelegenheit, die Diskussi-<br \/>\non \u00fcber die Einwendungen gegen den von den Stadtwerken Schw\u00e4bisch Hall geplanten Bau<br \/>\nvon sieben Windenergieanlagen (WEA) im Wald entlang der Kohlenstra\u00dfe in Teilen zu ver-<br \/>\nfolgen. Zu zwei von Ihnen dort gemachten Aussagen m\u00f6chte ich Ihnen nachfolgend meine<br \/>\nGedanken darlegen.<\/p>\n<p>Die erste Aussage kam von Herrn Wiedemann und lautete sinngem\u00e4\u00df so, dass bei der Ent-<br \/>\nscheidung \u00fcber die Genehmigung der WEA eine Abw\u00e4gung zwischen Natur-\u00a0 und Land-<br \/>\nschaftsschutz auf der einen und Klimaschutz auf der anderen Seite zu treffen sei. Die zweite<br \/>\nAussage kam von Herrn Gentner und lautete \u2013 ebenfalls nicht im Wortlaut, sondern sinnge-<br \/>\nm\u00e4\u00df \u2013 in meiner Erinnerung so, dass die Gegner der WEA Verantwortung tr\u00fcgen f\u00fcr die<br \/>\n\u00dcberschwemmungen in Indonesien.<br \/>\nIch interpretiere diese Aussage so, dass durch den Widerstand gegen WEA dem Klimawan-<br \/>\ndel Vorschub geleistet werde. Die Aussage von Herrn Wiedemann interpretiere ich so, dass<br \/>\nbei der Entscheidung \u00fcber die Genehmigung der WEA den Beeintr\u00e4chtigungen beim Natur-<br \/>\nschutz durch den Bau dieser Anlagen auf der Sollseite der Nutzen f\u00fcr die Umwelt in Form<br \/>\nder Einsparung klimasch\u00e4dlicher Emissionen auf der Habenseite gegen\u00fcbergestellt und<br \/>\ndann in einer G\u00fcterabw\u00e4gung bilanziert werden soll.<br \/>\nDie negativen Folgen f\u00fcr die Natur und die Beeintr\u00e4chtigung des Naherholungsraums f\u00fcr die<br \/>\nAnwohner wurden bei der Er\u00f6rterung ausf\u00fchrlich diskutiert und ich gehe davon aus, dass<br \/>\ndiese bei der Bewertung entsprechend gew\u00fcrdigt werden. Mein gedanklicher Ansatz betrifft<br \/>\nden zu erwartenden Nutzen der Anlagen f\u00fcr die Umwelt, weil dieser in der Debatte nur wenig zur Sprache kam. Meines Wissens beschr\u00e4nkte sich die Diskussion darauf, ob die von den Stadtwerken prognostizierte j\u00e4hrliche Stromerzeugung von 46.000 MWh plausibel sei und die Feststellung von Herrn Gentner, dass durch den erzeugten Windstrom j\u00e4hrlich mehr als 25.000 Tonnen Kohlendioxid (CO2) eingespart w\u00fcrden.<br \/>\nDie Plausibilit\u00e4t der angegebenen Strommenge m\u00f6chte ich nicht diskutieren, da ich zugege-<br \/>\nbenerma\u00dfen Laie in Punkto Windenergieanlagen bin. Allerdings befasse ich mich seit nun-<br \/>\nmehr 3 Jahrzehnten beruflich mit Energiefragen, speziell mit den Themen Energieeinspa-<br \/>\nrung, rationelle Energieerzeugung und den Auswirkungen der Energieerzeugung auf die<br \/>\nUmwelt.<br \/>\nMit der Aussage, die WEA w\u00fcrden j\u00e4hrlich mehr als 25.000 Tonnen CO2 einsparen sind an-<br \/>\ngesichts der komplexen Zusammenh\u00e4nge im Energiesektor die Umweltauswirkungen mit-<br \/>\nnichten ausreichend beschrieben! Schon deshalb, weil diese Zahl nicht stimmt. Aber auch,<br \/>\nweil der durch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) initiierte massive Ausbau der rege-<br \/>\nnerativen Stromerzeugung weitere erhebliche Auswirkungen auf den Energiemarkt in<br \/>\nDeutschland und dar\u00fcber hinaus hat. Ich habe mir daher erlaubt, nachfolgend einige Thesen<br \/>\nbetreffend die Auswirkungen von Windstrom zu formulieren.<\/p>\n<p><strong>Thesen zur Auswirkung von Windstrom auf die Umwelt im Kontext der gesetzlichen Rahmenbedingungen in Deutschland<\/strong><\/p>\n<p>Die nachfolgend formulierten Thesen gelten, abgesehen von den spezifischen Eigenheiten<br \/>\nder Windstromerzeugung in weiten Teilen auch f\u00fcr Strom aus anderen regenerativen Quel-<br \/>\nlen.<br \/>\n1. Die tats\u00e4chlich erreichte CO2-Einsparung betr\u00e4gt weniger als 40 Prozent des von den<br \/>\nStadtwerken angegebenen Werts. Im Jahr 2002 wurden in Deutschland 519 TWh Strom verbraucht. Die CO2-Emission der Stromerzeugung betrug 329 Mio. t. Im Jahr 2012 wurden in Deutschland 550 TWh Strom erzeugt und 527 TWh Strom verbraucht. Die CO2-Emission der Stromerzeugung betrug 317 Mio. t. Bezogen auf den Stromverbrauch betrug die Emission 2002 somit 634 g\/kWh, 2012 waren es dagegen 601 g\/kWh. W\u00e4re der Strom in 2012 genauso produziert worden, wie in 2002, h\u00e4tte die CO2-Emission 334 Mio. t betragen. Bilanziert betrug also die effektive CO2-Einsparung durch die verst\u00e4rkte Produktion von regenerativem Strom 334 Mio.t &#8211; 317 Mio. t = 17 Mio. t. Im betrachteten Zeitraum stieg die Stromerzeugung (netto) aus regenerativen Quellen von 41 auf 123 TWh. Die Erh\u00f6hung um 82 TWh erbrachte somit effektiv 17 Mio. t. CO2-Einsparung. Spezifisch entspricht das einer CO2-Einsparung von 207 g\/kWh regenerativ erzeugtem Strom!<\/p>\n<p>Die tats\u00e4chliche CO2-Einsparung liegt also nur bei 38 Prozent der von den Stadtwerken auf ihrer Webseite angegebenen 543 g\/kWh Windstrom. Wird nicht die Netto- sondern die (ca. 16 Prozent h\u00f6here) Bruttostromerzeugung zugrunde gelegt, ist die Bilanz sogar noch deutlich schlechter.<\/p>\n<p><strong>Wie ist das m\u00f6glich?<\/strong><\/p>\n<p>\u2022 Es wird nicht (nur) der Strom ersetzt, den man ersetzen m\u00f6chte. Tats\u00e4chlich wurde durch den massiven Ausbau der regenerativen Stromerzeugung keine einzige Kilowattstunde Koh-<br \/>\nlestrom eingespart. Es wird im Gegenteil mehr Kohlestrom produziert denn je. \u2022 Reduziert wurde allerdings die Produktion von Strom aus Gaskraftwerken, welche die umweltfreundlichsten konventionellen Kraftwerke darstellen.<\/p>\n<p><strong>Ursachen f\u00fcr diese Entwicklung sind:<\/strong><\/p>\n<p>1. der Verfall der Strompreise an der B\u00f6rse durch das \u00dcberangebot an regenerativem Strom,<\/p>\n<p>2. das Vorhandensein eines \u00dcberangebots an billigen CO2 \u2013 Verschmutzungszertifikaten, das die gewaltigen Emissionen aus Kohleverstromung billig werden l\u00e4sst (und f\u00fcr deren Vorhandensein zumindest zum Teil der viele regenerative Strom verantwortlich ist)<\/p>\n<p>3. billige Importkohle durch den Verfall der Kohlepreise wegen Frackings in den USA.<\/p>\n<p>\u2022 Ein Teil des EEG-Stroms wird exportiert und f\u00e4llt damit in der Emissionsbilanz weg.<br \/>\nW\u00e4hrend in den neunziger Jahren die deutsche Stromhandelsbilanz relativ ausgeglichen war, weist deutsche Stromhandelsbilanz seit 2003 einen betr\u00e4chtlichen Export\u00fcberschuss auf. Im Jahr 2013 erreichte der Stromimport den tiefsten Stand seit 1998, w\u00e4hrend der Stromexport einen Rekordwert von 33,8 TWh aufweist.\u00a0 Das entspricht mehr als 22 % des in diesem Jahr erzeugten EEG-Stroms.<\/p>\n<p><strong>2. Von der Bev\u00f6lkerung hoch subventionierter Strom wird billig ins Ausland verramscht.<\/strong><\/p>\n<p>Wie bereits oben dargestellt, exportiert Deutschland erst seit dem gro\u00dfen Erfolg des EEG kontinuierlich und in nennenswertem Umfang Strom ins Ausland. 2013 waren das 33,8 TWh entsprechend mehr als 22 Prozent des erzeugten EEG-Stroms. Die EEG-Umlage betrug im Jahr 2013 insgesamt 20,4 Milliarden Euro. Das entspricht einer \u201eStromexportf\u00f6rderung\u201c durch die deutschen Verbraucher \u00fcber das EEG in H\u00f6he von 4,55 Milliarden Euro.<\/p>\n<p><strong>3. Der Ausbau der regenerativen Stromerzeugung ist mitverantwortlich f\u00fcr fortdauernde Stromverschwendung.<\/strong><\/p>\n<p>Der massive Ausbau der regenerativen Stromerzeugung erzeugt ein Strom-\u00dcberangebot, das zu einem Verfall der Strompreise f\u00fchrt.\u00a0 Tats\u00e4chlich ist es so, dass der Stromverbrauch seit 2009 praktisch (abgesehen von konjunkturellen, oder witterungsbedingten Gr\u00fcnden) nicht gesunken ist. Ursache ist m\u00f6glicherweise eine EEG-Gesetzgebung, die faktisch eine doppelte Quersubventionierung von Gro\u00dfverbrauchern durch Privathaushalte und Kleinverbraucher ist (und somit \u201ekostenneutral\u201c f\u00fcr die Politik, die sie beschlossen hat). Doppelt deshalb, weil neben der direkten Subventionierung durch die Befreiung von der EEG-Umlage die Strompreise durch das \u00dcberangebot aufgrund der zus\u00e4tzlichen regenerativen Energie stetig sinken (nur f\u00fcr Gro\u00dfverbraucher nat\u00fcrlich).<br \/>\nW\u00e4hrend die EEG-Umlage auf mittlerweile 62,40 \u20ac\/MWh gestiegen ist, sinkt der Baseload-Preis f\u00fcr Strom an der Leipziger Stromb\u00f6rse seit Jahren kontinuierlich. Der KWK-Index lag 2011 im Jahresmittel noch bei 51,14 \u20ac\/MWh, 2013 waren es noch 37,79 \u20ac\/MWh, der aktuelle Wert f\u00fcr April 2014 ist 31,58 \u20ac\/MWh.<\/p>\n<p><strong>Strom ist zu billig<\/strong><\/p>\n<p>Wenn Strom so billig ist, lohnt sich keine Investition in Energiesparen. Das kann ich im \u00dcbrigen aus der eigener Erfahrung bei Industrieprojekten best\u00e4tigen. Die Stromverbrauchsstatistik ist allerdings nicht einheitlich. W\u00e4hrend der Stromverbrauch der<br \/>\nSondervertragskunden von 2000 bis 2012 konjunkturbedingt schwankt, tendenziell aber leicht ansteigt, sinkt der Verbrauch der Tarifkunden stetig von 175 TWh auf 149 TWh, also um 15 Prozent. Die Tarifkunden haben auch mindestens doppelt so hohe Strompreise zu zahlen wie Sondervertragskunden, selbst wenn diese nicht EEG-befreit sind.<\/p>\n<p><strong>Strom wird nur gespart, wenn es sich wirtschaftlich lohnt<\/strong><\/p>\n<p>Im Ergebnis zeigt die Statistik das, was unmmittelbar einleuchtet: Energie wir ausschlie\u00dflich dann gespart, wenn es sich wirtschaftlich lohnt und es lohnt sich nur, wenn Energie teuer ist (f\u00fcr alle, nicht nur f\u00fcr die \u201ekleinen\u201c). Teuer wird Energie nicht dann, wenn es sie wie jetzt im \u00dcberangebot gibt.<\/p>\n<p><strong>4. Es wird teilweise Strom erzeugt, den niemand will und niemand braucht.<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt Firmen, die ihr Geld damit verdienen, diesen Strom zu vernichten. So unglaublich es f\u00fcr den einfachen B\u00fcrger klingen mag: Die Vernichtung von \u00fcbersch\u00fcssigem EEG-Strom ist mittlerweile ein Gesch\u00e4ftsmodell. Mir selbst wurde im vergangenen Jahr das Angebot angetragen, in einem gro\u00dfen Schwimmbad regenerativen \u00dcberschussstrom zu entsorgen. Den Strom gibt es kostenlos, die technischen Anlagen zum Verheizen des Stroms samt kompletter Peripherie ebenfalls. Und als Bonus noch eine Pr\u00e4mie von bis zu 5.200 \u20ac\/MW \u201eEntsorgungskapazit\u00e4t\u201c im Jahr.<br \/>\nDas Ganze nennt sich \u201ePower to heat\u201c und wird als Ma\u00dfnahme zur Stabilisierung der Energiewende angepriesen. Beispiele k\u00f6nnen im Internet reichlich angesehen werden. Beispielhaft ein Zitat eines Anbieters: \u201eIn der Vergangenheit war das Erhitzen von Wasser oder anderer Medien mit Hilfe von elektrischer Energie nicht besonders kosteng\u00fcnstig. Durch den vermehrten Einsatz und der Einspeisung von erneuerbaren Energien ins Stromnetz ist dieses Vorgehen nun deutlich lukrativer. Grund hierf\u00fcr sind die schwankende Einspeisung sowie die schwankende Abnahme der Verbraucher. Hierdurch kommt es zwischenzeitlich immer wieder zu einem deutlichen \u00dcberschuss an zur Verf\u00fcgung stehender Energien. Neben der hieraus entstehenden Netzinstabilit\u00e4t (Schwankung der Netzfrequenz) sind stark sinkende Strompreise (in Momenten des \u00dcberschusses) auf dem Energiemarkt die Folge. Diese beiden Gr\u00fcnde machen den Einsatz von elektrisch betrieben Durchlauferhitzern zum einen nicht nur notwendig und wichtig, sondern zum anderen, wie bereits erw\u00e4hnt auch sehr lukrativ.<\/p>\n<p><strong>Beispiele von Anbietern:<\/strong><\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"RBdfyDjXlX\"><p><a href=\"https:\/\/glood.de\/\">startseite<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe title=\"&#8222;startseite&#8220; &#8212; Glood GmbH\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" src=\"https:\/\/glood.de\/embed\/#?secret=RBdfyDjXlX\" data-secret=\"RBdfyDjXlX\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p>http:\/\/www.heatpool.de\/, http:\/\/www.schniewindt.de\/power-to-heat-pth\/,<\/p>\n<p>http:\/\/enerstorage.de\/?gclid=COyYq-m1wMECFSoKwwodyZ0A2A, \u2026<\/p>\n<p>Jede dieser entsorgten Kilowattstunden wird derzeit vom Verbraucher mit 6,24 Ct (zuz\u00fcglich<br \/>\nMehrwertsteuer) subventioniert.<\/p>\n<p><strong>5. Das EEG verpflichtet die Verbraucher dazu, auch Strom zu bezahlen, der gar nicht erzeugt wird!<\/strong><\/p>\n<p>Schon jetzt kann der regenerativ erzeugte Strom nicht immer im Netz aufgenommen und verbraucht werden. Deshalb m\u00fcssen alle Erzeugungsanlagen mit Mehr als 100 kW Leistung mit Einrichtungen zur Reduzierung, bzw. Abschaltung durch den Netzbetreiber ausgestattet werden. Wird der Strom nicht ben\u00f6tigt, kann der Netzbetreiber die Anlage abschalten. Der Skandal ist, dass der Strom, der gar nicht erzeugt wurde, aber h\u00e4tte erzeugt werden k\u00f6nnen trotzdem von uns Verbrauchern bezahlt werden muss. Die Betreiber der Erzeugungsanlage haben n\u00e4mlich Anspruch auf 95 Prozent der durch die Abschaltung entgangenen Einnahmen. Bei mehr als einem Prozent Abschaltung sogar auf 100 Prozent.<br \/>\nInteressanterweise erfolgt die Bezahlung nicht \u00fcber die EEG-Umlage, die ansonsten noch weiter ansteigen w\u00fcrde, sondern wird in den Netzentgelten versteckt (EEG \u00a715 H\u00e4rtefallregelung)!<\/p>\n<p>Weiterhin interessant ist in diesem Zusammenhang, dass speziell bei Windkraftanlagen die Wirtschaftlichkeit oft von wenigen Volllasttagen im Jahr abh\u00e4ngig ist. Dass an diesen wenigen Tagen auch die Anlagen anderer Betreiber Volllast erzeugen und dass dadurch die S\u00e4ttigung der Netze erreicht werden k\u00f6nnte und Anlagen abgeschaltet werden m\u00fcssen, wird mit zunehmendem Ausbau wahrscheinlicher. Den Betreibern kann es egal sein, ob eine Anlage l\u00e4uft oder nicht, da sie entsch\u00e4digt werden.<\/p>\n<p><strong>6. Der massive Ausbau der regenerativen Stromerzeugung ist mitverantwortlich daf\u00fcr, dass der Ausbau von Kraft-W\u00e4rme-Kopplung stagniert.<\/strong><\/p>\n<p>Kraft-W\u00e4rme-Kopplung mit Erdgas ist die umweltfreundlichste Art der Stromerzeugung mit konventioneller Energie und eines der Markenzeichen der Stadtwerke Schw\u00e4bisch Hall. Kraft-W\u00e4rme-Kopplung mit Anlagen, wie sie die Stadtwerke betreiben, bietet auch eine sehr effektive und kosteng\u00fcnstige M\u00f6glichkeit, Schwankungen in der Stromerzeugung bei regenerativen Anlagen auszugleichen und ist daher f\u00fcr ein Gelingen einer Energiewende unentbehrlich. Allerdings ist die Kraft-W\u00e4rme-Kopplung durch die derzeitige Entwicklung aufgrund des \u201eErneuerbare Energien Gesetz\u201c (EEG) ernsthaft in Gefahr, was auch den Stadtwerken Anlass zur Sorge bereiten d\u00fcrfte.<br \/>\nSeit 2003 stagniert die Stromerzeugung aus Kraft-W\u00e4rme-Kopplung in der allgemeinen Versorgung bei zirka 50 TWh\/a. Dieser Wert bleibt nur konstant, will kleine BHKW in privater Tr\u00e4gerschaft zur Eigenstromerzeugung weiter steigen. Anlagen mit Kraft-W\u00e4rme-Kopplung zur Fernw\u00e4rmeversorgung werden praktisch nicht mehr gebaut, weil sie durch den Verfall des B\u00f6rsenstrompreises nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden k\u00f6nnen. Die Realisierung der urspr\u00fcnglich in den Meseberger Eckpunkten (Integriertes Energie- und Klimaschutzprogramm der Bundesregierung) festgeschriebenen Zielsetzung einer Verdopplung der Anteils an KWK-Stroms auf 25 Prozent bis 2020 ist ferner denn je. Das (so schon minimale) F\u00f6rderlimit von 750 Millionen Euro wurde 2012 gerade zu einem Drittel ausgesch\u00f6pft! Eine am 2. Oktober 2014 ver\u00f6ffentlichte Studie im Auftrag des Bundeswirtschafts- und Energieministeriums kommt zu dem Ergebnis, dass die KWK-Stromerzeugung unter Ber\u00fccksichtigung der aktuellen Marktbedingungen bis zum Jahr 2020 stagnieren wird.<br \/>\nDas Fazit der Studie, n\u00e4mlich die Notwendigkeit einer massiven Erh\u00f6hung der KWK-F\u00f6rderung zielt allerdings in die ebenso falsche Richtung wie das \u201eErneuerbare Energien Gesetz\u201c (EEG).<\/p>\n<p><strong>Sehr geehrter Herr Gentner, sehr geehrter Herr Wiedemann,<\/strong><br \/>\nmeine Absicht ist, mit dem voranstehend Gesagten den Blick auf die Problematik im Zusam-<br \/>\nmenhang mit dem \u201eErneuerbare Energien Gesetz\u201c (EEG) um einige Aspekte zu erweitern,<br \/>\ndie in der bisherigen Diskussion und m\u00f6glicherweise auch in Ihrer pers\u00f6nlichen Abw\u00e4gung<br \/>\nim Zusammenhang mit dem geplanten Bau der WKA entlang der Kohlenstra\u00dfe nicht ausrei-<br \/>\nchend gew\u00fcrdigt wurden.<br \/>\nZielsetzung aller Bem\u00fchungen im Klimaschutz muss meines Erachtens sein, mit den verf\u00fcg-<br \/>\nbaren Mitteln die maximal m\u00f6gliche Verringerung klimarelevanter Emissionen zu erreichen.<br \/>\nDie Erzeugung regenerativer Energie ist kein Wert an sich, sondern muss immer in diesem<br \/>\nGesamtkontext bewertet werden. Energieverbrauch wird nicht \u201egut\u201c dadurch, dass die verbrauchte Energie regenerativ erzeugt wurde. Deshalb kann es nicht richtig sein, durch Abnahmegarantien im \u00dcberfluss regenerative Energie zu erzeugen und dann verzweifelt einen Absatzmarkt zu suchen. Damit wird die gute Absicht ins Gegenteil verkehrt. Ebenso verkehrt ist es und es kann nicht im Sinn der Stadtwerke sein, wenn regenerative Energie die Kraft-W\u00e4rme-Kopplung verdr\u00e4ngt.<\/p>\n<p><strong>Verbrauch von konventioneller Energie muss teurer werden<\/strong><\/p>\n<p>Mein Fazit ist, dass ein weiterer Ausbau der regenerativen Energien ohne eine grundlegende<br \/>\nReform der politischen Rahmenbedingungen nicht hinreichend zielf\u00fchrend ist. Momentan sehe ich keinen Zusammenhang zwischen einer erzeugten Kilowattstunde Windstrom und einer vermiedenen Kilowattstunde Kohlestrom. Im schlimmsten Fall sehe ich durch den Verfall der Strompreise aufgrund des \u00dcberangebots an Strom und fehlender Sparanreize das Gegenteil. Es sieht f\u00fcr mich nicht so aus, als ob das derzeitige Energiekonzept \u2013 mit dem Geld der Allgemeinheit regenerative Energien zu finanzieren, die \u201eGro\u00dfen\u201c von der Finanzierung auszusparen und ansonsten alles dem freien Spiel der M\u00e4rkte zu \u00fcber-<br \/>\nlassen \u2013 funktioniert.<br \/>\n\u2022\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Energie wir ausschlie\u00dflich dann gespart, wenn es sich wirtschaftlich lohnt und nicht<br \/>\ndann, wenn es sie wie jetzt im \u00dcberangebot gibt.<br \/>\n\u2022\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Regenerative Energie ersetzt nur dann konventionelle Energie, wenn sich die konventionelle Energie nicht mehr wirtschaftlich vermarkten l\u00e4sst. Deshalb muss der Verbrauch von konventioneller Energie teurer werden, nicht wie derzeit immer billiger. Hierbei handelt es sich nat\u00fcrlich um einen politischen Ansatz, aber angesichts der derzeitigen (Fehl-)Entwicklung im Energiemarkt halte ich ein \u201eweiter so\u201c f\u00fcr unverantwortlich. Es hat sich gezeigt, dass die Menschen zum Schutz der Umwelt bereit sind, erhebliche Mehrkosten zu akzeptieren. Allerdings d\u00fcrfen sie dann auch erwarten, dass diese derzeit 23,6 Milliarden Euro Zusatzkosten pro Jahr auch so effektiv wie m\u00f6glich eingesetzt werden. Das gilt in besonderem Ma\u00df f\u00fcr die Anwohner solcher Anlagen, von denen verlangt wird, neben den Kosten auch noch die massiven Eingriffe in die Natur und in den Naherholungsraum der Menschen hinzunehmen.<\/p>\n<p>In diesem Sinne bitte ich Sie, die Entscheidung hinsichtlich des Baus der WKA entlang der<br \/>\nKohlenstra\u00dfe nochmals zu \u00fcberdenken. F\u00fcr Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verf\u00fcgung und w\u00e4re dankbar \u00fcber eine R\u00fcckmeldung zu diesem Schreiben.<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p>Roland H\u00f6lzel-Werner<\/p>\n<p>Vielen Dank!<\/p>\n<p>Justinus-Kernerstra\u00dfe 7<br \/>\n74544 Michelbach\/Bilz<br \/>\nhw@novatech-energieplan.de<\/p>\n<p><strong>Der Offene Brief mit allen Schaubildern und Grafiken:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Energiewende_Brief.pdf\">Energiewende_Brief<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"pdf24Plugin-cp\"> \t<form name=\"pdf24Form0\" method=\"post\" action=\"https:\/\/doc2pdf.pdf24.org\/wordpress.php\" target=\"pdf24PopWin\" onsubmit=\"var pdf24Win = window.open('about:blank', 'pdf24PopWin', 'resizable=yes,scrollbars=yes,width=600,height=250,left='+(screen.width\/2-300)+',top='+(screen.height\/3-125)+''); pdf24Win.focus(); if(typeof pdf24OnCreatePDF === 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Darin beschreibt der Autor auch Thesen zu Auswirkungen von Windstrom auf die Umwelt. Anlass f\u00fcr den Brief gab die Er\u00f6rterung der Einwendungen gegen die Windkraftplanungen der Stadtwerke Schw\u00e4bisch Hall, die vor kurzem in Michelbach\/Bilz stattgefunden hatte. 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