{"id":16934,"date":"2013-12-31T12:33:05","date_gmt":"2013-12-31T11:33:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/?p=16934"},"modified":"2013-12-31T14:33:21","modified_gmt":"2013-12-31T13:33:21","slug":"revolution-der-zartlichen-liebe-eine-zusammenfassung-des-lehrschreibens-evangelii-gaudium-von-papst-franziskus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/?p=16934","title":{"rendered":"\u201eRevolution der z\u00e4rtlichen Liebe\u201c \u2013 Eine Zusammenfassung des Lehrschreibens Evangelii Gaudium von Papst Franziskus"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Vatikan hat das Lehrschreiben &#8222;Evangelii Gaudium&#8220; von Papst Franziskus zum Ende &#8222;Jahres des Glaubens&#8220; ver\u00f6ffentlicht. Bernd Hagenkord, Redaktionsleiter der deutschsprachige Redaktion von Radio Vatican fasst das Lehrschreiben zusammen.<\/strong><\/p>\n<p><em>Von der Internetseite Laudeatur Jesus Christus\/Radio Vatican Blog<\/em><\/p>\n<p><strong>Keine \u201eendg\u00fcltige oder vollst\u00e4ndige Aussage zu allen Fragen\u201c<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDie Freude des Evangeliumserf\u00fcllt das Herz und das gesamte Leben derer, die Jesus begegnen: &#8222;So beginnt die Apostolische Exhortation \u201eEvangelii Gaudium\u201c, mit der Papst Franziskus das Thema der Verk\u00fcndigung der Frohen Botschaft in der Welt von Heute entwickelt. Dazu zieht er unter anderem die Arbeiten der Bischofssynode heran, die vom 7. bis zum 28. Oktober 2012 im Vatikan zum Thema der Neuevangelisierung getagt hatte. Die Exhortation ist aber keine \u201epostsynodale\u201c, sich also ausschlie\u00dflich auf diese Synode beziehender Text. Er habe sich auch Rat geholt und seine eigenen \u201eBesorgnisse zum Ausdruck zu bringen, die mich in diesem konkreten Moment des Evangelisierungswerkes der Kirche bewegen\u201c (16). Der Papst benennt auch klar die Grenzen, die er sich und seinem Schreiben setzt, auch vom p\u00e4pstlichen Lehramt k\u00f6nne man keine \u201eendg\u00fcltige oder vollst\u00e4ndige Aussage zu allen Fragen\u201c erwarten. Es sei nicht angebracht, die Ortsbisch\u00f6fe in der Bewertung aller Probleme zu ersetzen. \u201eIn diesem Sinn sp\u00fcre ich die Notwendigkeit, in einer heilsamen \u201eDezentralisierung\u201c voranzuschreiten.\u201c (16).<\/p>\n<p><strong>Von Freude gepr\u00e4gt<\/strong><\/p>\n<p>\u201eIn diesem Schreiben m\u00f6chte ich mich an die Christgl\u00e4ubigen wenden, um sie zu einer neuen Etappe der Evangelisierung einzuladen, die von dieser Freude gepr\u00e4gt ist, und um Wege f\u00fcr dem Lauf der Kirche in den kommenden Jahren aufzeigen.\u201c (1) Der Papst spricht alle Getauften an, er spricht von einem \u201eZustand permanenter Mission\u201c (25), den wir aufsuchen m\u00fcssen, um allen Menschen die Liebe Gottes zu bringen und die gro\u00dfe Gefahr zu vermeiden, in der die Welt heute lebt: Die individualistische Traurigkeit, wie Papst Franziskus es nennt; eine Verbindung von Begehren, Oberfl\u00e4chlichkeit und innerer Abgeschottetheit (2).<\/p>\n<p><strong>Verk\u00fcndende Dynamik<\/strong><\/p>\n<p>\u201eNeue Wege\u201c und \u201ekreative Methoden\u201c sollen dazu dienen, die \u201eurspr\u00fcngliche Frische der Frohen Botschaft\u201c neu zu erschlie\u00dfen. Jesus soll aus den \u201elangweiligen Schablonen\u201c befreit werden, in die wir ihn gepackt haben (11). Der \u201eWeg einer pastoralen und missionarischen Neuausrichtung (..), der die Dinge nicht so belassen darf wie sie sind\u201c (25) ist das eine, eine Reform der Strukturen der Kirche das andere, was es dazu braucht.<\/p>\n<p><strong>\u201eReform des Papsttums\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Papst Franziskus denkt dabei auch an eine \u201eReform des Papsttums\u201c, weil er dazu berufen sei, das zu leben, was er von anderen verlange (32). Auch sein Amt m\u00fcsse immer mehr der Bedeutung treu werden, die Christus ihm geben wollte und \u201emehr den gegenw\u00e4rtigen Notwendigkeiten der Evangelisierung entspricht\u201c (32). Mit Bezug darauf spricht der Papst etwa von der Bedeutung der Bischofskonferenzen, die \u201eSubjekte mit konkreten Kompetenzbereichen (..) auch einschlie\u00dflich einer gewissen authentischen Lehrautorit\u00e4t\u201c werden sollten, wie es das Zweite Vatikanische Konzil gew\u00fcnscht habe. \u201eEine \u00fcbertriebene Zentralisierung kompliziert das Leben der Kirche und ihre missionarische Dynamik, anstatt ihr zu helfen.\u201d (32) Man d\u00fcrfe keine Angst haben, die Dinge anzugehen, die zwar historisch gewachsen seien, aber nicht direkt mit dem Evangelium zusammen hingen (43).<\/p>\n<p><strong>Offene Kirchen schaffen<\/strong><\/p>\n<p>Ein Zeichen f\u00fcr die Annahme Gottes sei es, \u00fcberall offene Kirchen zu haben. Menschen auf der Suche ertr\u00fcgen nicht die \u201eK\u00e4lte einer verschlossenen T\u00fcr\u201c. \u201eAuch die T\u00fcren der Sakramente d\u00fcrften nicht aus irgendeinem beliebigen Grund geschlossen werden\u201c, so Franziskus (47), was besonders f\u00fcr die Taufe gelte. Die Eucharistie sei \u201enicht eine Belohnung f\u00fcr die Vollkommenen, sondern ein gro\u00dfz\u00fcgiges Heilmittel und eine Nahrung f\u00fcr die Schwachen.\u201c (47) Das habe auch pastorale Konsequenzen, so der Papst weiter, und man m\u00fcsse diese \u201emit Besonnenheit und Wagemut\u201c angehen. Noch einmal betont Franziskus: \u201eMir ist eine \u201averbeulte\u2019 Kirche, die verletzt und beschmutzt ist, weil sie auf die Stra\u00dfen hinausgegangen ist, lieber, als eine Kirche, die aufgrund ihrer Verschlossenheit und ihrer Bequemlichkeit, sich an die eigenen Sicherheiten zu klammern, krank ist.\u201c (49)<\/p>\n<p><strong>Grauer Pragmatismus des kirchlichen Alltags<\/strong><\/p>\n<p>Papst Franziskus weist in seinem Schreiben auf die Versuchungen f\u00fcr die Seelsorger und Hirten hin: Individualismus, Krise der Identit\u00e4t, R\u00fcckgang des Eifers etc (78). Die gr\u00f6\u00dfte Gefahr aber sei der \u201egraue Pragmatismus des kirchlichen Alltags, bei dem scheinbar alles mit rechten Dingen zugeht, in Wirklichkeit aber der Glaube verbraucht wird und ins Sch\u00e4bige absinkt\u201c, zitiert Franziskus Kardinal Josef Ratzinger (83). Man solle Zeichen der Hoffnung sein und nicht in einen sterilen Pessimismus absinken (84, 86), um eine \u201eRevolution der z\u00e4rtlichen Liebe\u201c zu erreichen (88). Zu oft fliehe man in eine \u201e\u2019Spiritualit\u00e4t des Wohlbefindens\u201c ohne Gemeinschaft\u201c oder eine \u201e\u2019Theologie des Wohlstands\u2019 ohne br\u00fcderlichen Einsatz\u201c (90), in denen die geistliche Weltlichkeit die Oberhand gewinne. Diese Weltlichkeit suche immer nur das eigene Wohl und nicht Gott (93).<\/p>\n<p><strong>Schreckliche Korruption mit dem Anschein des Guten<\/strong><\/p>\n<p>Papst Franziskus spricht von denen, die sich f\u00fcr etwas Besseres halten, die einem Stil von Katholizismus anhingen, welcher der Vergangenheit angeh\u00f6ren, die sich um eine \u00fcbertriebene Pflege der Liturgie zuwenden, die gesellschaftliche Anerkennung suchen, die zu Funktion\u00e4ren werden. Papst Franziskus z\u00e4hlt die Versuchungen auf, die alle den einen Kern h\u00e4tten: Hier fehle Christus (95). \u201eEs ist eine schreckliche Korruption mit dem Anschein des Guten. Man muss sie vermeiden, indem man die Kirche in Bewegung setzt, dass sie aus sich herausgeht, in eine auf Jesus Christus ausgerichtete Mission, in den Einsatz f\u00fcr die Armen.\u201c (97)<\/p>\n<p><strong>Nicht in gegenseitigen Neid und Gegnerschaft verfallen<\/strong><\/p>\n<p>Papst Franziskus appelliert an die Gemeinschaft der Kirche, nicht in gegenseitigen Neid und Gegnerschaft zu verfallen, \u201eWie viele Kriege innerhalb des Gottesvolkes und in den verschiedenen Gemeinschaften!\u201c (98) Der Schmerz derer, die unter Verwundungen leiden, soll nicht \u00fcbergangen werden, aber trotzdem stelle ich beim Betrachten der Auseinandersetzungen die Frage: \u201eWen wollen wir mit diesem Verhalten evangelisieren?\u201c (100)<\/p>\n<p><strong>Wirksamere weibliche Gegenwart in der Kirche erweitern<\/strong><\/p>\n<p>Franziskus unterstreicht die Notwendigkeit, die Verantwortung der Laien f\u00fcr die Kirche zu verst\u00e4rken, teilweise durch mangelnde Ausbildung, teilweise durch einen \u201eausufernden Klerikalismus\u201c spielten sie nicht die Rolle, die sie spielen sollten, auch m\u00fcssten die \u201eR\u00e4ume f\u00fcr eine wirksamere weibliche Gegenwart in der Kirche noch erweitert werden,\u201c vor allem dort, wo die wichtigen Entscheidungen getroffen w\u00fcrden. (92,93) \u201eDie Beanspruchung der legitimen Rechte der Frauen (\u2026) stellt die Kirche vor tiefe Fragen, die sie herausfordern und die nicht oberfl\u00e4chlich umgangen werden k\u00f6nnen\u201c. (104) Im gleichen Zusammenhang stellt Papst Franziskus aber noch einmal fest, dass das den M\u00e4nnern vorbehaltene Priestertum nicht zur Diskussion stehe, aber \u201eAnlass zu besonderen Konflikten geben (kann), wenn die sakramentale Vollmacht zu sehr mit der Macht verwechselt wird\u201c (104). Auch die Jugendlichen m\u00fcssten eine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen, so der Papst weiter (106).<\/p>\n<p><strong>Authentische Katholizit\u00e4t dr\u00fcckt sich in der Verschiedenheit aus<\/strong><\/p>\n<p>Der Papst geht auch auf die Fragen des Zusammenhanges von Glaube und Kultur ein, die unter dem Begriff der \u201aInkulturation\u2019 zusammen gefasst werden. Die Kirche verf\u00fcge nicht \u00fcber ein einziges kulturelles Modell, die \u201eauthentische Katholizit\u00e4t dr\u00fccke sich in der Verschiedenheit aus\u201c (116). Die Kirche k\u00f6nne nicht erwarten, dass die gesamte Welt das Modell \u00fcbern\u00e4hme, das sich in der Geschichte Europas herausgebildet h\u00e4tte (118): \u201eDie Kultur ist etwas Dynamisches, das von einem Volk st\u00e4ndig neu erschaffen wird\u201c (122). Hier sei besonders die Volksfr\u00f6mmigkeit von Bedeutung, so Franziskus, \u201ein der der empfangene Glaube in einer Kultur Gestalt angenommen hat und st\u00e4ndig weitergegeben wird\u201c (123). Um diese Weitergabe fruchtbar zu machen, ruft der Papst die Theologen auf, den Dialog und die Begegnung zu f\u00f6rdern und zu reflektieren. \u201eDoch ist es f\u00fcr diese Aufgabe n\u00f6tig, dass ihnen die missionarische Bestimmung der Kirche und der Theologie selbst am Herzen liegt und sie sich nicht mit einer Schreibtisch-Theologie zufrieden geben.\u201c (133)<\/p>\n<p><strong>Gerechtigkeit und Menschlichkeit<\/strong><\/p>\n<p>\u201eIn der Wurzel ungerecht\u201d nennt Papst Franziskus das aktuelle \u00f6konomische System (59). Diese Form der Wirtschaft t\u00f6te, denn in ihr herrsche das Gesetz des St\u00e4rkeren. Der Mensch sei nur noch als Konsument gefragt, und wer das nicht leisten k\u00f6nne, der werde nicht mehr nur ausgebeutet, sondern ganz ausgeschlossen, weggeworfen. Diese Kultur des Wegwerfens habe etwas Neues geschaffen. \u201eDie Ausgeschlossenen sind nicht \u201eAusgebeutete\u201c, sondern M\u00fcll, \u201eAbfall\u201c.\u201c (53) Die Welt lebe in einer neuen Tyrannei des \u201everg\u00f6tterten Marktes\u201c, die manchmal sichtbar, manchmal virtuell sei. Hier regiere die Finanzspekulation, die Korruption und Egoismen, die sich etwa in Steuerhinterziehung ausdr\u00fcckten (56).<\/p>\n<p><strong>Neuen Situationen der Christenverfolgung<\/strong><\/p>\n<p>Franziskus weist auch auf Angriffe auf die Religionsfreiheit hin, auf die \u201eneuen Situationen der Christenverfolgung, die in einigen L\u00e4ndern allarmierende Stufen des Hasses und der Gewalt erreicht haben.\u201c (61)<\/p>\n<p><strong>Tiefe kulturelle Krise der Familie<\/strong><\/p>\n<p>Auch die Familie durchlaufe eine tiefe kulturelle Krise, so Franziskus. Sie sei der Ort des Lernens, mit Verschiedenheiten umzugehen und zu reifen, werde aber \u201etendenziell als eine blo\u00dfe Form affektiver Befriedigung gesehen\u201c (66). Dagegen zerst\u00f6re \u201eder postmoderne und globalisierte Individualismus\u201c die Bindungen zwischen Menschen und die Familienbande. (67)<\/p>\n<p><strong>Verbindung zwischen der Verk\u00fcndigung und der F\u00f6rderung der Menschlichkeit<\/strong><\/p>\n<p>Der Papst betont die Verbindung zwischen der Verk\u00fcndigung und der F\u00f6rderung der Menschlichkeit, \u201edie sich notwendig in allem missionarischen Handeln ausdr\u00fccken und entfalten muss\u201c (178). Man k\u00f6nne von der Kirche nicht erwarten, dass sie den Glauben ins Privatleben verlege und so keinen Einfluss mehr habe auf das soziale Zusammenleben. \u201eWer w\u00fcrde es wagen, die Botschaft des heiligen Franz von Assisi und der seligen Teresa von Kalkutta in ein Gotteshaus einzuschlie\u00dfen und zum Schweigen zu bringen?\u201c (183) Franziskus zitiert an dieser Stelle Papst Johannes Paul II.: Die Kirche k\u00f6nne nicht abseits stehen, wenn es um das \u201eRingen um Gerechtigkeit\u201c geht.<\/p>\n<p><strong>Ich w\u00fcnsche mir eine arme Kirche f\u00fcr die Armen<\/strong><\/p>\n<p>Die Armen seien f\u00fcr die Kirche zuerst eine theologische Kategorie, dann erst eine soziologische oder politische. \u201eAus diesem Grund w\u00fcnsche ich mir eine arme Kirche f\u00fcr die Armen.\u201c (198) Jede Gemeinschaft in der Kirche, welche die Armen vergesse, stehe in der \u201eGefahr der Aufl\u00f6sung\u201c (207), weil das religi\u00f6se Tun fruchtlos werde und in einer \u201espirituellen Weltlichkeit\u201c aufgehe.<\/p>\n<p><strong>Sorge um die Schw\u00e4chsten<\/strong><\/p>\n<p>Papst Franziskus l\u00e4dt zu einer Sorge um die Schw\u00e4chsten ein: Die Kirche m\u00fcsse den \u201eneuen Formen von Armut und Hinf\u00e4lligkeit \u2013\u00a0 Obdachlosen, den Drogenabh\u00e4ngigen, den Fl\u00fcchtlingen, den eingeborenen Bev\u00f6lkerungen, den immer mehr vereinsamten und verlassenen alten Menschen usw.\u201c Aufmerksamkeit schenken, au\u00dferdem besonders auch den Fl\u00fcchtlingen, hier ruft er zu einer \u201egro\u00dfherzigen \u00d6ffnung auf, die, anstatt die Zerst\u00f6rung der eigenen Identit\u00e4t zu bef\u00fcrchten, f\u00e4hig ist, neue kulturelle Synthesen zu schaffen.\u201c (210)<\/p>\n<p><strong>Neue Formen der Sklaverei<\/strong><\/p>\n<p>Ein brennendes Thema seien auch die neuen Formen der Sklaverei, die unsere Gesellschaft hervorbringe, so der Papst. Es seien diejenigen, die wir jeden Tag umbringen w\u00fcrden durch Arbeit in einer illegalen Fabrik, im Netz der Prostitution, in den zum Betteln missbrauchten Kindern. \u201eEs gibt viele Arten von Mitt\u00e4terschaft. Die Frage geht alle an! Dieses mafi\u00f6se und perverse Verbrechen hat sich in unseren St\u00e4dten eingenistet, und die H\u00e4nde vieler triefen von Blut aufgrund einer bequemen, schweigenden Komplizenschaft.\u201c (211)<\/p>\n<p><strong>Ungeborene Kinder geh\u00f6ren zu den Schw\u00e4chsten<\/strong><\/p>\n<p>Zu den Schw\u00e4chsten, derer sich die Kirche annehme, geh\u00f6rten auch die ungeborenen Kinder, denen die W\u00fcrde des menschlichen Lebens verweigert w\u00fcrde (213). Die Kirche werde ihre Einstellung in dieser Frage nicht \u00e4ndern, es sei keine Frage der \u201eModernit\u00e4t\u201c, der sich die Kirche anpassen m\u00fcsste. Allerdings m\u00fcsse die Kirche sich auch fragen, ob sie genug getan habe und Verst\u00e4ndnis aufgebracht habe f\u00fcr die Frauen, die durch eine Schwangerschaft in Notlagen geraten (214).<\/p>\n<p><strong>Dialog\u00a0mit politischen, sozialen, religi\u00f6sen und kulturellen Institutionen und Gruppen<\/strong><\/p>\n<p>Die Verk\u00fcndigung impliziere den Weg des Dialogs, so der Papst. Dieser Weg \u00f6ffne die Kirche f\u00fcr die Zusammenarbeit mit politischen, sozialen, religi\u00f6sen und kulturellen Institutionen und Gruppen (238). Hier hinein geh\u00f6rt auch die \u00d6kumene, die ein unaufgebbarer Teil der Verk\u00fcndigung sei, die Spaltung der Christen verhindere das glaubw\u00fcrdige Zeugnis. Au\u00dferdem k\u00f6nnten die Christen viel voneinander lernen, Franziskus weist hier auf die orthodoxen Kirche und ihre Tradition der Synodalit\u00e4t hin\u201c (246).<\/p>\n<p><strong>Freundschaft mit den Kindern Israels<\/strong><\/p>\n<p>Der Dialog und die Freundschaft mit den Kindern Israels sei ebenfalls ein Teil des Lebens der J\u00fcnger Jesu (248). Auch der interreligi\u00f6se Dialog, gef\u00fchrt mit einer \u201eklaren und freudigen Identit\u00e4t\u201c, sei eine notwendige Bedingung f\u00fcr den Frieden in der Welt und verdunkle die christliche Verk\u00fcndigung keineswegs (250,251). Dem\u00fctig bitte er die L\u00e4nder mit islamischer Tradition darum, \u201ein Anbetracht der Freiheit, welche die Angeh\u00f6rigen des Islam in den westlichen L\u00e4ndern genie\u00dfen, den Christen Freiheit zu gew\u00e4hrleisten, damit sie ihren Gottesdienst feiern und ihren Glauben leben k\u00f6nnen.\u201c (253)<\/p>\n<p><strong>Verk\u00fcndiger im Heiligen Geist<\/strong><\/p>\n<p>Im Abschlusskapitel spricht Papst Franziskus von den Evangelisatoren, die sich dem Handeln des Heiligen Geistes \u00f6ffnen. \u201eDer Heilige Geist verleiht au\u00dferdem die Kraft, die Neuheit des Evangeliums mit Freimut (parrhes\u00eda) zu verk\u00fcnden, mit lauter Stimme, zu allen Zeiten und an allen Orten, auch gegen den Strom.\u201c (259). Dies seien Verk\u00fcnder, die beteten und arbeiteten, sie seien \u00fcberzeugt, dass \u201edie Mission (..) eine Leidenschaft f\u00fcr Jesus (ist), zugleich aber eine Leidenschaft f\u00fcr sein Volk.\u201c (268) Eingeladen, Zeugnis abzulegen f\u00fcr den Grund unserer Hoffnung w\u00fcrden sie das nicht als Feinde, die verurteilten (271). Der Papst ermutigt: \u201eDa wir nicht immer diese aufkeimenden Sprossen sehen, brauchen wir eine innere Gewissheit und die \u00dcberzeugung, dass Gott in jeder Situation handeln kann, auch inmitten scheinbarer Misserfolge, denn \u201adiesen Schatz tragen wir in zerbrechlichen Gef\u00e4\u00dfen\u2019 (2 Kor 4,7).\u201c (279)<\/p>\n<p><strong>Das Revolution\u00e4re der Z\u00e4rtlichkeit und der Liebe<\/strong><\/p>\n<p>Die Exhortation schlie\u00dft mit einem Mariengebet, \u201edenn jedes Mal, wenn wir auf Maria schauen, glauben wir wieder an das Revolution\u00e4re der Z\u00e4rtlichkeit und der Liebe.\u201c (288)<\/p>\n<p><strong>Von der Internetseite Laudeatur Jesus Christus\/Radio Vatican Blog:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.radiovatikan.de\/revolution-der-zaertlichen-liebe\/\" target=\"_blank\">http:\/\/blog.radiovatikan.de\/revolution-der-zaertlichen-liebe\/<\/a><\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen:<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u201eRevolution der z\u00e4rtlichen Liebe\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Ver\u00f6ffentlicht am 26. November 2013<\/p>\n<p>Der Blogger: Pater Bernd Hagenkord SJ, geboren 1968, seit 1992 Mitglied im Jesuitenorden.<\/p>\n<p>Seit 2009 Leiter der deutschsprachigen Abteilung von Radio Vatikan.<\/p>\n<p>Studium der Geschichtswissenschaften und der Journalistik in Gie\u00dfen und Hamburg, Magister Artium in Geschichtswissenschaft an der LMU M\u00fcnchen. Studium der Philosophie und Theologie in M\u00fcnchen und London.<\/p>\n<p>1997 bis 1999 Jugendseelsorger in Berlin und 2002 bis 2008 f\u00fcr die KSJ in Hamburg, f\u00fcr kurze Zeit auch Mitarbeit beim Domradio in K\u00f6ln. Nach einem siebenmonatigen Aufenthalt in Chile Umzug nach Rom.<\/p>\n<p>Begonnen habe ich den Blog anl\u00e4sslich der Reise Papst Benedikt XVI. nach Deutschland im September 2011. Es soll aber kein Reiseblog sein, es soll danach auch weiter gehen. Also f\u00fcge ich \u2013 vorsichtig \u2013 zu meiner Lebenswegbeschreibung die Kategorie \u201eInternetjournalist\u201c hinzu.<\/p>\n<p><strong>Worum geht es bei diesem Weblog?<\/strong><\/p>\n<p>Es geht um den Papst, um den Vatikan, um die Weltkirche.\u00a0 Aus vatikanischer Perspektive, aber auch mit den Augen der deutschsprachigen Kultur und Kirche will ich auf Papst und Vatikan, Weltkirche und Glauben schauen. Denn dieser Blick lohnt sich.<\/p>\n<p>Pater Bernd Hagenkord<\/p>\n<p><strong>Kontakt:<\/strong><\/p>\n<p>Bernd Hagenkord<br \/>\nRedaktionsleiter Deutschsprachige Redaktion<br \/>\nPiazza Pia<br \/>\n00120 Citt\u00e0 del Vaticano<br \/>\nKontakt:<br \/>\nTelefon: \u00a0\u00a0 \u00a00039 06 698 83551<br \/>\nTelefax: \u00a0\u00a0 \u00a0003906 698 77670<br \/>\nE-Mail: \u00a0\u00a0 \u00a0hagenkord.sj@gmail.com<br \/>\nVerantwortlich f\u00fcr den Inhalt nach \u00a7 55 Abs. 2 RStV:<\/p>\n<p>Bernd Hagenkord, Radio Vaticana, 00120 Citt\u00e0 del Vaticano<\/p>\n<div class=\"pdf24Plugin-cp\"> \t<form name=\"pdf24Form0\" method=\"post\" action=\"https:\/\/doc2pdf.pdf24.org\/wordpress.php\" target=\"pdf24PopWin\" onsubmit=\"var pdf24Win = window.open('about:blank', 'pdf24PopWin', 'resizable=yes,scrollbars=yes,width=600,height=250,left='+(screen.width\/2-300)+',top='+(screen.height\/3-125)+''); pdf24Win.focus(); if(typeof pdf24OnCreatePDF === 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Bernd Hagenkord, Redaktionsleiter der deutschsprachige Redaktion von Radio Vatican fasst das Lehrschreiben zusammen. Von der Internetseite Laudeatur Jesus Christus\/Radio Vatican Blog Keine \u201eendg\u00fcltige oder vollst\u00e4ndige Aussage zu allen Fragen\u201c \u201eDie Freude des Evangeliumserf\u00fcllt das Herz und das gesamte Leben [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1,10,6,2,8,4,3,7],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16934"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=16934"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16934\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":17094,"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16934\/revisions\/17094"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=16934"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=16934"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=16934"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}