{"id":16358,"date":"2013-08-22T11:47:37","date_gmt":"2013-08-22T10:47:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/?p=16358"},"modified":"2013-08-22T16:36:36","modified_gmt":"2013-08-22T15:36:36","slug":"friede-den-hutten-krieg-den-palasten-georg-buchners-der-hessische-landbote","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/?p=16358","title":{"rendered":"&#8222;Friede den H\u00fctten, Krieg den Pal\u00e4sten&#8220; \u2013\u00a0Georg B\u00fcchners &#8222;Der Hessische Landbote&#8220; ruft zum Widerstand gegen die Obrigkeit auf"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ungerechtigkeit und Schinderei des Volkes durch die Obrigkeit prangerte Georg B\u00fcchner in seiner Flugschrift &#8222;Der Hessische Landbote&#8220; im Jahr 1834 an. Hohenlohe-ungefiltert ver\u00f6ffentlicht den Text in voller L\u00e4nge. Zur besseren Gliederung und Lesbarkeit hat die Hohenlohe-ungefiltert-Redaktion Zwischen\u00fcberschriften eingef\u00fcgt.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><strong>Erste Botschaft<\/strong><\/p>\n<p>Darmstadt, im Juli 1834<\/p>\n<p><strong>Vorbericht<\/strong><\/p>\n<p>Dieses Blatt soll dem hessischen Lande die Wahrheit melden, aber wer die Wahrheit sagt, wird gehenkt, ja sogar der, welcher die Wahrheit liest, wird durch meineidige Richter vielleicht gestraft. Darum haben die, welchen dies Blatt zukommt, folgendes zu beobachten:<\/p>\n<p><strong>Nur an treue Freunde weitergeben<\/strong><\/p>\n<p>Sie m\u00fcssen das Blatt sorgf\u00e4ltig au\u00dferhalb ihres Hauses vor der Polizei verwahren; sie d\u00fcrfen es nur an treue Freunde mitteilen; denen, welchen sie nicht trauen, wie sich selbst, d\u00fcrfen sie es nur heimlich hinterlegen; w\u00fcrde das Blatt dennoch bei Einem gefunden, der es gelesen hat, so mu\u00df er gestehen, da\u00df er es eben dem Kreisrat habe bringen wollen; wer das Blatt nicht gelesen hat, wenn man es bei ihm findet, der ist nat\u00fcrlich ohne Schuld.<\/p>\n<p><strong>Friede den H\u00fctten! Krieg den Pal\u00e4sten!<\/strong><\/p>\n<p>Im Jahr 1834 sieht es aus, als w\u00fcrde die Bibel L\u00fcgen gestraft. Es sieht aus, als h\u00e4tte Gott die Bauern und Handwerker am f\u00fcnften Tage, und die F\u00fcrsten und Vornehmen am sechsten gemacht, und als h\u00e4tte der Herr zu diesen gesagt: Herrschet \u00fcber alles Getier, das auf Erden kriecht, und h\u00e4tte die Bauern und B\u00fcrger zum Gew\u00fcrm gez\u00e4hlt. Das Leben der Vornehmen ist ein langer Sonntag, sie wohnen in sch\u00f6nen H\u00e4usern, sie tragen zierliche Kleider, sie haben feiste Gesichter und reden eine eigne Sprache; das Volk aber liegt vor ihnen wie D\u00fcnger auf dem Acker. Der Bauer geht hinter dem Pflug und treibt ihn mit den Ochsen am Pflug, er nimmt das Korn und l\u00e4\u00dft ihm die Stoppeln. Das Leben des Bauern ist ein langer Werktag; Fremde verzehren seine \u00c4cker vor seinen Augen, sein Leib ist eine Schwiele, sein Schwei\u00df ist das Salz auf dem Tische des Vornehmen.<\/p>\n<p>Im Gro\u00dfherzogtum Hessen sind 718,373 Einwohner, die geben an den Staat j\u00e4hrlich an 6,363,364 Gulden, als<\/p>\n<p>1) Direkte Steuern: 2,128,131 fl.<br \/>\n2) Indirekte Steuern: 2,478,264 fl.<br \/>\n3) Dom\u00e4nen: 1,547,394 fl.<br \/>\n4) Regalien: 46,938 fl.<br \/>\n5) Geldstrafen: 98,511 fl.<br \/>\n6) Verschiedene Quellen: 64,198 fl.<br \/>\n__________<br \/>\nGesamt: 6,363,363 fl.<\/p>\n<p><strong>Die Presser berufen sich auf die Regierung<\/strong><\/p>\n<p>Dies Geld ist der Blutzehnte, der von dem Leib des Volkes genommen wird. An 700.000 Menschen schwitzen, st\u00f6hnen und hungern daf\u00fcr. Im Namen des Staates wird es erpre\u00dft, die Presser berufen sich auf die Regierung und die Regierung sagt, das sei n\u00f6tig die Ordnung im Staat zu erhalten. was ist denn nun das f\u00fcr gewaltiges Ding: der Staat? Wohnt eine Anzahl Menschen in einem Land und es sind Verordnungen oder Gesetze vorhanden, nach denen jeder sich richten mu\u00df, so sagt man, sie bilden einen Staat. Der Staat also sind Alle; die Ordner im Staat sind die Gesetze, durch welche das Wohl Aller gesichert wird, und die aus dem Wohl Aller hervor gehen sollen. \u2013 Seht nun, was man in dem Gro\u00dfherzogtum aus dem Staat gemacht hat; seht was es hei\u00dft: die Ordnung im Staate erhalten! 700,000 Menschen bezahlen daf\u00fcr 6 Millionen, d.h. sie werden zu Ackerg\u00e4ulen und Pflugstieren gemacht, damit sie in Ordnung leben. In Ordnung leben hei\u00dft hungern und geschunden werden.<\/p>\n<p><strong>\u00a0Das Volk ist ihre Herde<\/strong><\/p>\n<p>Wer sind denn die, welche diese Ordnung gemacht haben, und die wachen, diese Ordnung zu erhalten? Das ist die Gro\u00dfherzogliche Regierung. Die Regierung wird gebildet von dem Gro\u00dfherzog und seinen obersten Beamten. Die anderen Beamten sind M\u00e4nner, die von der Regierung berufen werden, um jene Ordnung in kraft zu erhalten. Ihre Anzahl ist Legion: Staatsr\u00e4te und Regierungsr\u00e4te, Landr\u00e4te und Kreisr\u00e4te, Geistliche R\u00e4te und Schulr\u00e4te, Finanzr\u00e4te und Forstr\u00e4te u.s.w. mit allem ihrem Heer von Sekret\u00e4ren u.s.w. Das Volk ist ihre Herde, sie sind seine Hirten, Melker und Schinder; sie haben die H\u00e4ute der Bauern an, der Raub der Armen ist in ihrem Hause; die Tr\u00e4nen der Witwen und Waisen sind das Schmalz auf ihren Gesichtern; sie herrschen frei und ermahnen das Volk zur Knechtschaft. Ihnen gebt ihr 6,000,000 fl. Abgaben; sie haben daf\u00fcr die M\u00fche, euch zu regieren; d.h. sich von euch f\u00fcttern zu lassen und euch eure Menschen- und B\u00fcrgerrechte zu rauben. Sehet was die Ernte eures Schwei\u00dfes ist.<\/p>\n<p><strong>Sie sprechen sich durch ihr eigenes Machwerk die Herrschaft zu<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr das Ministerium des Innern und der Gerechtigkeitspflege werden bezahlt 1,110,607 Gulden. Daf\u00fcr habt ihr einen Wust von Gesetzen, zusammengeh\u00e4uft aus willk\u00fcrlichen Verordnungen aller Jahrhunderte, meist geschrieben in einer fremden Sprache. Der Unsinn aller vorigen Geschlechter hat sich darin auf euch vererbt, der Druck, unter dem sie erlagen, sich auf euch fortgew\u00e4lzt. Das Gesetz ist das Eigentum einer unbedeutenden Klasse von Vornehmen und Gelehrten, die sich durch ihr eignes Machwerk die Herrschaft zuspricht. Diese Gerechtigkeit ist nur ein Mittel, euch in Ordnung zu halten, damit man euch bequemer schinde; sie spricht nach Gesetzen, die ihr nicht versteht, nach Grunds\u00e4tzen, von denen ihr nichts wi\u00dft, Urteile, von denen ihr nichts begreift. Unbestechlich ist sie, weil sie sich gerade teuer genug bezahlen l\u00e4\u00dft, um keine Bestechung zu brauchen.<\/p>\n<p><strong>Die Justiz ist in Deutschland die Hure der deutschen F\u00fcrsten<\/strong><\/p>\n<p>Aber die meisten ihrer Diener sind der Regierung mit Haut und Haar verkauft. Ihre Ruhest\u00fchle stehen auf einem Geldhaufen von 461,373 Gulden (so viel betragen die Ausgaben f\u00fcr die Gerichtsh\u00f6fe und die Kriminalkosten). Die Fr\u00e4cke, St\u00f6cke und S\u00e4bel ihrer unverletzlichen Diener sind mit dem Silber von 197,502 Gulden beschlagen (so viel kostet die Polizei \u00fcberhaupt, die Gendarmerie u.s.w.). Die Justiz ist in Deutschland seit Jahrhunderten die Hure der deutschen F\u00fcrsten. Jeden Schritt zu ihr m\u00fc\u00dft ihr mit Silber pflastern, und mit Armut und Erniedrigung erkauft ihr ihre Spr\u00fcche. Denkt an das Stempelpapier, denkt an euer B\u00fccken in den Amtsstuben, und euer Wachestehen vor denselben. Denkt an eure Sporteln f\u00fcr Schreiber und Gerichtsdiener. Ihr d\u00fcrft euren Nachbarn verklagen, der euch eine Kartoffel stiehlt; aber klagt einmal \u00fcber den Diebstahl, der von Staatswegen unter dem Namen von Abgabe und Steuern jeden Tag an eurem Eigentum begangen wird, damit eine Legion unn\u00fctzer Beamten sich von eurem Schwei\u00dfe m\u00e4sten: klagt einmal, da\u00df ihr der Willk\u00fcr einiger Fettw\u00e4nste \u00fcberlassen seid und da\u00df diese Willk\u00fcr Gesetz hei\u00dft, klagt, da\u00df ihr die Ackerg\u00e4ule des Staates seid, klagt \u00fcber eure verlorne Menschenrechte: Wo sind Gerichtsh\u00f6fe, die eure Klage annehmen, wo die Richter, die rechtspr\u00e4chen? \u2013 Die Ketten eurer Vogelsberger Mitb\u00fcrger, die man nach Rokkenburg schleppte, werden euch Antwort geben.<\/p>\n<p><strong>Gerechte werden selbst geschunden<\/strong><\/p>\n<p>Und will endlich ein Richter oder ein andrer Beamte von den Wenigen, welchen das recht und das gemeine Wohl lieber ist, als ihr Bauch und der Mammon, ein Volksrat und kein Volksschinder sein, so wird er von den obersten R\u00e4ten des F\u00fcrsten selber geschunden.<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr das Ministerium der Finanzen 1,551,502 fl.<\/strong><\/p>\n<p>Damit werden die Finanzr\u00e4te, Obereinnehmer, Steuerboten, die Untererheber besoldet. Daf\u00fcr wird der Ertrag eurer \u00c4cker berechnet und eure K\u00f6pfe gez\u00e4hlt. Der Boden unter euren F\u00fc\u00dfen, der Bissen zwischen euren Z\u00e4hnen ist besteuert. Daf\u00fcr sitzen die Herren in Fr\u00e4cken beisammen und das Volk steht nackt und geb\u00fcckt vor ihnen, sie legen die H\u00e4nde an seine Lenden und Schultern und rechnen aus, wie viel es noch tragen kann, und wenn sie barmherzig sind, so geschieht es nur, wie man ein Vieh schont, das man nicht so sehr angreifen will.<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr das Milit\u00e4r wird bezahlt 914,820 Gulden.<\/strong><\/p>\n<p>Daf\u00fcr kriegen eure S\u00f6hne einen bunten Rock auf den Leib, ein Gewehr oder eine Trommel auf die Schulter und d\u00fcrfen jeden Herbst einmal blind schie\u00dfen, und erz\u00e4hlen, wie die Herren vom Hof, und die ungeratenen Buben vom Adel allen Kindern ehrlicher Leute vorgehen, und mit ihnen in den breiten Stra\u00dfen der St\u00e4dte herumziehen mit Trommeln und Trompeten. F\u00fcr jene 900,000 Gulden m\u00fcssen eure S\u00f6hne den Tyrannen schw\u00f6ren und Wache halten an ihren Pal\u00e4sten. Mit ihren Trommeln \u00fcbert\u00e4uben sie eure Seufzer, mit ihren Kolben zerschmettern sie euch den Sch\u00e4del, wenn ihr zu denken wagt, da\u00df ihr freie Menschen seid. Sie sind die gesetzlichen M\u00f6rder, welche die gesetzlichen R\u00e4uber sch\u00fctzen, denkt an S\u00f6del! Eure Br\u00fcder, eure Kinder waren dort Br\u00fcder- und Vaterm\u00f6rder.<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr die Pensionen 480,000 Gulden.<\/strong><\/p>\n<p>Daf\u00fcr werden die Beamten aufs Polster gelegt, wenn sie eine gewisse Zeit dem Staate treu gedient haben, d.h. wenn sie eifrige Handlanger bei der regelm\u00e4\u00dfig eingerichteten Schinderei gewesen, die man Ordnung und Gesetz hei\u00dft.<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr das Staatsministerium und den Staatsrat 174,600 Gulden.<\/strong><\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dften Schurken stehen wohl jetzt allerw\u00e4rts in Deutschland den F\u00fcrsten am n\u00e4chsten, wenigstens im Gro\u00dfherzogtum: Kommt ja ein ehrlicher Mann in den Staatsrat, so wird er ausgesto\u00dfen. K\u00f6nnte aber auch ein ehrlicher Mann jetzo Minister sein oder bleiben, so w\u00e4re er, wie die Sachen stehen in Deutschland, nur eine Drahtpuppe, an der die f\u00fcrstliche Puppe zieht und an dem f\u00fcrstlichen Popanz zieht wieder ein Kammerdiener oder ein Kutscher oder seine Frau und ihr G\u00fcnstling, oder sein Halbbruder \u2013 oder alle zusammen. In Deutschland steht es jetzt, wie der Prophet Micha schreibt, Kap. 7, V. 3 und 4: \u00bbDie Gewaltigen raten nach ihrem Mutwillen, Schaden zu tun, und drehen es, wie sie es wollen. Der Beste unter ihnen ist wie ein Dorn, und der Redlichste wie eine Hecke.\u00ab Ihr m\u00fc\u00dft die D\u00f6rner und Hecken teuer bezahlen; denn ihr m\u00fc\u00dft ferner f\u00fcr das gro\u00dfherzogliche Haus und den Hofstaat 827,772 Gulden bezahlen.<\/p>\n<p><strong>Ihr Feldgeschrei, wenn sie euer Ger\u00e4t versteigern, euer Vieh wegtreiben, euch in den Kerker werfen<\/strong><\/p>\n<p>Die Anstalten, die Leute, von denen ich bis jetzt gesprochen, sind nur Werkzeuge, sind nur Diener. Sie tun nichts in ihrem Namen, unter der Ernennung zu ihrem Amt, steht ein L. das bedeutet Ludwig von Gottes Gnaden und sie sprechen mit Ehrfurcht: \u00bbim Namen des Gro\u00dfherzogs.\u00ab Dies ist ihr Feldgeschrei, wenn sie euer Ger\u00e4t versteigern, euer Vieh wegtreiben, euch in den Kerker werfen. Im Namen des Gro\u00dfherzogs sagen sie, und der Mensch, den sie so nennen, hei\u00dft: unverletzlich, heilig, souver\u00e4n, k\u00f6nigliche Hoheit. Aber tretet zu dem Menschenkinde und blickt durch seinen F\u00fcrstenmantel. Es i\u00dft, wenn es hungert, und schl\u00e4ft wenn sein Auge dunkel wird. Sehet, es kroch so nackt und weich in die Welt, wie ihr und wird so hart und steif hinausgetragen, wie ihr, und doch hat es seinen Fu\u00df auf eurem Nacken, hat 700,000 Menschen an seinem Pflug, hat Minister die verantwortlich sind, f\u00fcr das, was es tut, Gewalt \u00fcber Eigentum durch die Steuern, die es ausschreibt, \u00fcber euer Leben, durch die Gesetze, die es macht, es hat adliche Herrn und Damen um sich, die man Hofstaat hei\u00dft, und seine g\u00f6ttliche Gewalt vererbt sich auf seine Kinder mit Weibern, welche aus ebenso \u00fcbermenschlichen Geschlechtern sind.<\/p>\n<p><strong>Ihr dr\u00fcckt euch selbst die Dornenkrone auf den Kopf<\/strong><\/p>\n<p>Wehe \u00fcber euch G\u00f6tzendiener! \u2013 Ihr seid wie die Heiden, die das Krokodil anbeten, von dem sie zerrissen werden. Ihr setzt ihm eine Krone auf, aber es ist eine Dornenkrone, die ihr euch selbst in den Kopf dr\u00fcckt; ihr gebt ihm ein Zepter in die Hand, aber es ist eine Rute, womit ihr gez\u00fcchtigt werdet; ihr setzt ihn auf euren Thron, aber es ist ein Marterstuhl f\u00fcr euch und eure Kinder. Der F\u00fcrst ist der Kopf des Blutigels, der \u00fcber euch hinwegkriecht, die Minister sind seine Z\u00e4hne und die Beamten sein Schwanz. Die hungrigen M\u00e4gen aller vornehmen Herren, denen er die hohen Stellen verteilt, sind Schr\u00f6pfk\u00f6pfe, die er dem Lande setzt. Das L. was unter seinen Verordnungen steht, ist das Malzeichen des Tieres, das die G\u00f6tzendiener unserer Zeit anbeten. Der F\u00fcrstenmantel ist der Teppich, auf dem sich die Herren und Damen vom Adel und Hofe in ihrer Geilheit \u00fcbereinander w\u00e4lzen \u2013 mit Orden und B\u00e4ndern decken sie ihre Geschw\u00fcre und mit kostbaren Gew\u00e4ndern bekleiden sie ihre auss\u00e4tzigen Leiber.<\/p>\n<p><strong>Die T\u00f6chter des Volkes sind ihre M\u00e4gde und Huren<\/strong><\/p>\n<p>Die T\u00f6chter des Volkes sind ihre M\u00e4gde und Huren, die S\u00f6hne des Volkes ihre Lakaien und Soldaten. Geht einmal nach Darmstadt und seht, wie die Herren sich f\u00fcr euer Geld dort lustig machen, und erz\u00e4hlt dann euren hungernden Weibern und Kinder, da\u00df ihr Brot an fremden B\u00e4uchen herrlich angeschlagen sei, erz\u00e4hlt ihnen von den sch\u00f6nen Kleidern, die in ihrem Schwei\u00df gef\u00e4rbt, und von den zierlichen B\u00e4ndern, die aus den Schwielen ihrer H\u00e4nde geschnitten sind, erz\u00e4hlt von den stattlichen H\u00e4usern, die aus den Knochen des Volks gebaut sind; und dann kriecht in eure rauchigen H\u00fctten und b\u00fcckt euch auf euren steinichten \u00c4ckern, damit eure Kinder auch einmal hingehen k\u00f6nnen, wenn ein Erbprinz mit einer Erbprinzessin f\u00fcr einen anderen Erbprinzen Rat schaffen will, und durch die ge\u00f6ffneten Glast\u00fcren das Tischtuch sehen, wovon die Herren speisen und die Lampen riechen, aus denen man mit dem Fett der Bauern illuminiert.<\/p>\n<p><strong>Diese deutschen F\u00fcrsten sind keine rechtm\u00e4\u00dfige Obrigkeit<\/strong><\/p>\n<p>Das alles duldet ihr, weil euch Schurken sagen: \u00bbdiese Regierung sei von Gott.\u00ab Diese Regierung ist nicht von Gott, sondern vom Vater der L\u00fcgen. Diese deutschen F\u00fcrsten sind keine rechtm\u00e4\u00dfige Obrigkeit, den deutschen Kaiser, der vormals vom Volke frei gew\u00e4hlt wurde, haben sie seit Jahrhunderten verachtet und endlich gar verraten. Aus Verrat und Meineid, und nicht aus der Wahl des Volkes ist die Gewalt der deutschen F\u00fcrsten hervorgegangen, und darum ist ihr Wesen und Tun von Gott verflucht; ihre Weisheit ist Trug, ihre Gerechtigkeit ist Schinderei. Sie zertreten das Land und zerschlagen die Person des Elenden. Ihr l\u00e4stert Gott, wenn ihr einen dieser F\u00fcrsten einen Gesalbten des Herrn nennt, das hei\u00dft: Gott habe die Teufel gesalbt und zu F\u00fcrsten \u00fcber die deutsche Erde gesetzt. Deutschland, unser liebes Vaterland, haben diese F\u00fcrsten zerrissen, den Kaiser, den unsere freien Voreltern w\u00e4hlten, haben diese F\u00fcrsten verraten und nun fordern diese Verr\u00e4ter und Menschenqu\u00e4ler Treue von euch! \u2013 Doch das Reich der Finsternis neigt sich zum Ende. \u00dcber ein Kleines und Deutschland, das jetzt die F\u00fcrsten schinden, wird als ein Freistaat mit einer vom Volk gew\u00e4hlten Obrigkeit wieder auferstehn. Die heilige Schrift sagt: Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist. Was ist aber dieser F\u00fcrsten, der Verr\u00e4ter? \u2013 Das ist Teil von Judas!<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr die Landst\u00e4nde 16,000 Gulden.<\/strong><\/p>\n<p>Im Jahr 1789 war das Volk in Frankreich m\u00fcde, l\u00e4nger die Schindm\u00e4hre seines K\u00f6nigs zu sein. Es erhob sich und berief M\u00e4nner, denen es vertraute, und die M\u00e4nner traten zusammen und sagten, ein K\u00f6nig sei ein Mensch wie ein anderer auch, er sei nur der erste Diener im Staat, er m\u00fcsse sich vor dem Volk verantworten und wenn er sein Amt schlecht verwalte, k\u00f6nne er zur Strafe gezogen werden. Dann erkl\u00e4rten sie die Rechte des Menschen: \u00bbKeiner erbt vor dem anderen mit der Geburt ein Recht oder einen Titel, keiner erwirbt mit dem Eigentum ein Recht vor dem anderen. Die h\u00f6chste Gewalt ist in dem Willen Aller oder der Mehrzahl. Dieser Wille ist das Gesetz, er tut sich kund durch die Landst\u00e4nde oder die Vertreter des Volks, sie werden von Allen gew\u00e4hlt und Jeder kann gew\u00e4hlt werden; diese Gew\u00e4hlten sprechen den Willen ihrer W\u00e4hler aus, und so entspricht der Wille der Mehrzahl unter ihnen dem Willen der Mehrzahl unter dem Volke; der K\u00f6nig hat nur f\u00fcr die Aus\u00fcbung der von ihnen erlassenen Gesetze zu sorgen.\u00ab Der K\u00f6nig Schwur dieser Verfassung treu zu sein, er wurde aber meineidig an dem Volke und das Volk richtete ihn, wie es einem Verr\u00e4ter geziemt. Dann schafften die Franzosen die erbliche K\u00f6nigsw\u00fcrde ab und w\u00e4hlten frei eine neue Obrigkeit, wozu jedes Volk nach der Vernunft und der heiligen Schrift das Recht hat. Die M\u00e4nner, die \u00fcber die Vollziehung der Gesetze wachen sollten, wurden von der Versammlung der Volksvertreter ernannt, sie bildeten die neue Obrigkeit. So waren Regierung und Gesetzgeber vom Volk gew\u00e4hlt und Frankreich war ein Freistaat.<\/p>\n<p><strong>Die junge Freiheit wuchs im Blut der Tyrannen<\/strong><\/p>\n<p>Die \u00fcbrigen K\u00f6nige aber entsetzten sich vor der Gewalt des franz\u00f6sischen Volkes, sie dachten, sie k\u00f6nnten alle \u00fcber der ersten K\u00f6nigsleiche den Hals brechen und ihr mi\u00dfhandelten Untertanen m\u00f6chten bei dem Freiheitsruf der Franken erwachen. Mit gewaltigem Kriegsger\u00e4t und riesigem Zeug st\u00fcrzten sie von allen Seiten auf Frankreich und ein gro\u00dfer Teil der Adligen und Vornehmen im Lande stand auf und schlug sich zu dem Feind. Da ergrimmte das Volk und erhob sich in seiner Kraft. Es erdr\u00fcckte die Verr\u00e4ter und zerschmetterte die S\u00f6ldner der K\u00f6nige. Die junge Freiheit wuchs im Blut der Tyrannen und vor ihrer Stimme bebten die Throne und jauchzten die V\u00f6lker. Aber die Franzosen verkauften selbst ihre junge Freiheit f\u00fcr den Ruhm, der ihnen Napoleon darbot, und erhoben ihn auf den Kaiserthron. \u2013 Da lie\u00df der Allm\u00e4chtige das Heer des Kaisers in Ru\u00dfland erfrieren und z\u00fcchtigte Frankreich durch die Knute der Kosacken und gab den Franzosen die dickwanstigen Bourbonen wieder zu K\u00f6nigen, damit Frankreich sich bekehre vom G\u00f6tzendienst der erblichen K\u00f6nigsherrschaft und dem Gotte diene, der die Menschen frei und gleich geschaffen. Aber als die Zeit seiner Strafe verflossen war, und tapfere M\u00e4nner im Julius 1830 den meineidigen K\u00f6nig Karl den Zehnten aus dem Lande jagten, da wendete dennoch das befreite Frankreich sich abermals zur halberblichen K\u00f6nigsherrschaft und band sich in dem Heuchler Louis Philipp eine neue Zuchtrute auf.<\/p>\n<p><strong>Deutschland wurde betrogen wie Frankreich<\/strong><\/p>\n<p>In Deutschland und ganz Europa aber war gro\u00dfe Freude als der zehnte Karl vom Thron gest\u00fcrzt ward, und die unterdr\u00fcckten deutschen L\u00e4nder richteten sich zum Kampf f\u00fcr die Freiheit. Da ratschlagten die F\u00fcrsten, wie sie den Grimm des Volkes entgehen sollten und die listigen unter ihnen sagten: La\u00dft uns einen Teil unserer Gewalt abgeben, da\u00df wir das \u00dcbrige behalten. Und sie traten vor das Volk und sprachen: Wir wollen euch die Freiheit schenken um die ihr k\u00e4mpfen wollt. \u2013 Und zitternd vor Furcht warfen sie einige Brocken hin und sprachen von ihrer Gnade. das Volk traute ihnen leider und legte sich zur Ruhe. \u2013 Und so ward Deutschland betrogen wie Frankreich.<\/p>\n<p><strong>Die Verfassungen in Deutschland sind nichts als leeres Stroh<\/strong><\/p>\n<p>Denn was sind die Verfassungen in Deutschland? Nichts als leeres Stroh, woraus die F\u00fcrsten die K\u00f6rner f\u00fcr sich herausgeklopft haben. Was sind unsere Landtage? Nichts als langsame Fuhrwerke, die man einmal oder zweimal wohl der Raubgier der F\u00fcrsten und ihrer Minister in den Weg schieben, woraus man aber nimmermehr eine feste Burg f\u00fcr die deutsche Freiheit bauen kann. Was sind unsere Wahlgesetze? Nichts als Verletzungen der B\u00fcrger- und Menschenrechte der meisten Deutschen. Denkt an das Wahlgesetz im Gro\u00dfherzogtum, wonach keiner gew\u00e4hlt werden kann, der nicht hoch beg\u00fctert ist, wie rechtschaffen und gutgesinnt er auch sei, wohl aber der Grolmann, der euch um die zwei Millionen bestehlen wollte. Denkt an die Verfassung des Gro\u00dfherzogtums. \u2013 Nach den Artikeln derselben ist der Gro\u00dfherzog unverletzlich, heilig und unverantwortlich. Seine W\u00fcrde ist erblich in seiner Familie, er hat das recht Krieg zu f\u00fchren und ausschlie\u00dfliche Verf\u00fcgung \u00fcber das Milit\u00e4r. Er beruft die Landst\u00e4nde, vertagt sie oder l\u00f6st sie auf. Die St\u00e4nde d\u00fcrfen keinen Gesetz-Vorschlag machen, sondern sie m\u00fcssen um das Gesetz bitten, und dem Gutd\u00fcnken des F\u00fcrsten bleibt es unbedingt \u00fcberlassen, es zu geben oder zu verweigern. Er bleibt im Besitz einer fast unumschr\u00e4nkten Gewalt, nur darf er keine neuen Gesetze machen und keine neuen Steuern ausschreiben ohne Zustimmung der St\u00e4nde.<\/p>\n<p><strong>Das ganze deutsche Volk mu\u00df sich die Freiheit erringen<\/strong><\/p>\n<p>Aber teils kehrt er sich nicht an diese Zustimmung, teils gen\u00fcgen ihm die alten Gesetze, die das Werk der F\u00fcrstengewalt sind, und er bedarf darum keiner neuen Gesetze. Eine solche Verfassung ist ein elend j\u00e4mmerlich Ding. Was ist von St\u00e4nden zu erwarten, die an eine solche Verfassung gebunden sind? Wenn unter den Gew\u00e4hlten auch keine Volksverr\u00e4ter und feige Memmen w\u00e4ren, wenn sie aus lauter entschlossenen Volksfreunden best\u00fcnden?! Was ist von St\u00e4nden zu erwarten, die kaum die elenden Fetz en einer armseligen Verfassung zu verteidigen verm\u00f6gen! \u2013 Der einzige Widerstand, den sie zu leisten vermochten, war die Verweigerung der zwei Millionen Gulden, die sich der Gro\u00dfherzog von dem \u00fcberschuldetem Volke wollte schenken lassen zur Bezahlung seiner Schulden. H\u00e4tten aber auch die Landst\u00e4nde des Gro\u00dfherzogtums gen\u00fcgende Rechte, und h\u00e4tte das Gro\u00dfherzogtum, aber nur das Gro\u00dfherzogtum allein, eine wehrhafte Verfassung, so w\u00fcrde die Herrlichkeit doch bald zu Ende sein. Die Raubgeier in Wien und Berlin w\u00fcrden ihre Henkerskrallen ausstrecken und die kleine Freiheit mit Rumpf und Stumpf ausrotten. Das ganze deutsche Volk mu\u00df sich die Freiheit erringen. Und diese Zeit, geliebte Mitb\u00fcrger, ist nicht ferne. \u2013 Der Herr hat das sch\u00f6ne deutsche Land, das viele Jahrhunderte das herrlichste Reich der Erde war, in die H\u00e4nde der fremden und einheimischen Schinder gegeben, weil das Herz des deutschen Volkes von der Freiheit und Gleichheit seiner Voreltern und von der Furcht des Herrn abgefallen war, weil ihr dem G\u00f6tzendienste der vielen Herrlein, Kleinherzoge und D\u00e4umlings-K\u00f6nige euch ergeben hattet.<\/p>\n<p><strong>In ihrem Innern stirbt der Wurm nicht und ihre F\u00fc\u00dfe sind von Lehm<\/strong><\/p>\n<p>Der Herr, der den Stecken des fremden Treibers Napoleon zerbrochen hat, wird auch die G\u00f6tzenbilder unserer einheimischen Tyrannen zerbrechen durch die H\u00e4nde des Volkes. Wohl gl\u00e4nzen diese G\u00f6tzenbilder von Gold und Edelsteinen, von Orden und Ehrenzeichen, aber in ihrem Innern stirbt der Wurm nicht und ihre F\u00fc\u00dfe sind von Lehm. \u2013 Gott wird euch Kraft geben ihre F\u00fc\u00dfe zu zerschmei\u00dfen, sobald ihr euch bekehret von dem Irrtum eures Wandels und die Wahrheit erkennet: \u00bbda\u00df nur Ein Gott ist und keine G\u00f6tter neben ihm, die sich Hoheiten und Allerh\u00f6chste, heilig und unverantwortlich nennen lassen, da\u00df Gott alle Menschen frei und gleich in ihren Rechten schuf und da\u00df keine Obrigkeit von Gott zum Segen verordnet ist, als die, welche auf das Vertrauen des Volkes sich gr\u00fcndet und vom Volke ausdr\u00fccklich oder stillschweigend erw\u00e4hlt ist; da\u00df gegen die Obrigkeit, die Gewalt, aber kein Recht \u00fcber ein Volk hat, nur also von Gott ist, wie der Teufel auch von Gott ist, und da\u00df der Gehorsam gegen eine solche Teufels-Obrigkeit nur so lange gilt, bis ihre Teufelsgewalt gebrochen werden kann; \u2013 da\u00df der Gott, der ein Volk durch seine Sprache zu Einem Leibe vereinigte, die Gewaltigen, die es zerfleischen und vierteilen, oder gar in drei\u00dfig St\u00fccke zerrei\u00dfen, als Volksm\u00f6rder und Tyrannen hier zeitlich und dort ewiglich strafen wird, denn die Schrift sagt: was Gott vereinigt hat, soll der Mensch nicht trennen; und da\u00df der Allm\u00e4chtige, der aus der Ein\u00f6de ein Paradies schaffen kann, auch ein Land des Jammers und des Elends wieder in ein Paradies umschaffen kann, wie unser teuerwertes Deutschland war, bis seine F\u00fcrsten es zerfleischten und schunden.\u00ab<\/p>\n<p><strong>B\u00fcrger und Bauern ausgesaugt<\/strong><\/p>\n<p>Weil das deutsche Reich morsch und faul war, und die Deutschen von Gott und von der Freiheit abgefallen waren, hat Gott das Reich zu Tr\u00fcmmern gehen lassen, um es zu einem Freistaat zu verj\u00fcngen. Er hat eine Zeitlang \u00bbden Satans-Engeln\u00ab Gewalt gegeben, da\u00df sie Deutschland mit F\u00e4usten schl\u00fcgen, er hat den \u00bbGewaltigen und F\u00fcrsten, die in der Finsternis herrschen, den b\u00f6sen Geistern unter dem Himmel\u00ab (Ephes. 6), Gewalt gegeben, da\u00df sie die B\u00fcrger und Bauern peinigten und ihr Blut aussaugten und ihren Mutwillen trieben mit Allen, die Recht und Freiheit mehr lieben als Unrecht und Knechtschaft. \u2013 Aber ihr Ma\u00df ist voll!<\/p>\n<p><strong>Meineidige Landst\u00e4nde<\/strong><\/p>\n<p>Sehet an das von Gott gezeichnete Scheusal, den K\u00f6nig Ludwig von Baiern, den Gottesl\u00e4sterer, der redliche M\u00e4nner vor seinem Bilde niederzuknien zwingt, und die, welche die Wahrheit bezeugen, durch meineidige Richter zum Kerker verurteilen l\u00e4\u00dft; das Schwein, das sich in allen Lasterpf\u00fctzen von Italien w\u00e4lzte, den Wolf, der sich f\u00fcr seinen Baals-Hofstaat f\u00fcr immer j\u00e4hrlich f\u00fcnf Millionen durch meineidige Landst\u00e4nde verwilligen l\u00e4\u00dft, und fragt dann: \u00bbIst das eine Obrigkeit von Gott zum Segen verordnet?\u00ab<\/p>\n<p>Ha! du w\u00e4rst Obrigkeit von Gott?<br \/>\nGott spendet Segen aus;<br \/>\nDu raubst du schindest, kerkerst ein,<br \/>\nDu nicht von Gott, Tyrann!<\/p>\n<p><strong>Hecken und die D\u00f6rner niederrei\u00dfen und auf einem Haufen verbrennen<\/strong><\/p>\n<p>Ich sage euch: sein und seiner Mitf\u00fcrsten Ma\u00df ist voll. Gott, der Deutschland um seiner S\u00fcnden willen geschlagen hat durch diese F\u00fcrsten, wird es wieder heilen. \u00bbEr wird die Hecken und die D\u00f6rner niederrei\u00dfen und auf einem Haufen verbrennen.\u00ab (Jesaias 27,4)<\/p>\n<p><strong>Ihr Ma\u00df ist voll<\/strong><\/p>\n<p>So wenig der H\u00f6cker noch w\u00e4chset, womit Gott diesen K\u00f6nig Ludwig gezeichnet hat, so wenig werden die Schandtaten dieser F\u00fcrsten noch wachsen k\u00f6nnen. Ihr Ma\u00df ist voll. Der Herr wird ihre Zwingburgen zerschmei\u00dfen und in Deutschland wird dann leben und Kraft, der Segen der Freiheit wieder erbl\u00fchen. Zu einem gro\u00dfen Leichenfelde haben die F\u00fcrsten die deutsche Erde gemacht, wie Ezechiel im 37. Kapitel beschreibt: \u00bbDer Herr f\u00fchrte mich auf ein weites Feld, das voller Gebeine lag, und siehe, sie waren sehr verdorrt.\u00ab Aber wie lautet des Herrn Wort zu den verdorrten Gebeinen: \u00bbSiehe ich will euch Adern geben und Fleisch lassen \u00fcber euch wachsen, und euch mit Haut \u00fcberziehen, und will euch Odem geben, da\u00df ihr wieder lebendig werdet, und sollt erfahren, da\u00df Ich der Herr bin.\u00ab Und des Herrn Wort wird auch an Deutschland sich wahrhaftig beweisen, wie der Prophet spricht: \u00bbSiehe es rauschte und regte sich und die Gebeine kamen wieder zusammen, ein jegliches zu seinem Gebein. \u2013 Da kam Odem in sie und sie wurden wieder lebendig und richteten sich wieder auf ihre F\u00fc\u00dfe, und ihrer war ein sehr gro\u00df Heer.\u00ab<\/p>\n<p><strong>So weit ein Tyrann blicket, verdorret Land und Volk<\/strong><\/p>\n<p>Wie der Prophet schreibet, so stand es bisher in Deutschland: eure Gebeine sind verdorrt, denn die Ordnung, in der ihr lebt, ist eitel Schinderei. 6 Millionen bezahlt im Gro\u00dfherzogtum einer Handvoll Leute, deren Willk\u00fcr euer Leben und Eigentum \u00fcberlassen ist, und die anderen in dem zerrissenen Deutschland gleich also. Ihr seid nichts, ihr habt nichts! Ihr seid rechtlos. Ihr m\u00fcsset geben, was eure uners\u00e4ttlichen Presser fordern, und tragen, was sie euch aufb\u00fcrden. So weit ein Tyrann blicket \u2013 und Deutschland hat deren wohl drei\u00dfig \u2013 verdorret Land und Volk. Aber wie der Prophet schreibet, so wird es bald stehen in Deutschland: der Tag der Auferstehung wird nicht s\u00e4umen. In dem Leichenfelde wird sichs regen und wird rauschen und der Neubelebten wird ein gro\u00dfes Heer sein.<\/p>\n<p><strong>Wer das Schwert erhebt gegen das Volk, der wird durch das Schwert des Volkes umkommen<\/strong><\/p>\n<p>Hebt die Augen auf und z\u00e4hlt das H\u00e4uflein eurer Presser, die nur stark sind durch das Blut, das sie euch aussaugen und durch eure Arme, die ihr ihnen willenlos leihet. Ihrer sind vielleicht 10,000 im Gro\u00dfherzogtum und Eurer sind es 700,000 und also verh\u00e4lt sich die Zahl des Volkes zu seinen Pressern auch im \u00fcbrigen Deutschland. Wohl drohen sie mit dem R\u00fcstzeug und den Reisigen der K\u00f6nige, aber ich sage euch: Wer das Schwert erhebt gegen das Volk, der wird durch das Schwert des Volkes umkommen. Deutschland ist jetzt ein Leichenfeld, bald wird es ein Paradies sein. Das deutsche Volk ist ein Leib ihr seid ein Glied dieses Leibes. Es ist einerlei, wo die Scheinleiche zu zucken anf\u00e4ngt. Wann der Herr auch seine Zeichen gibt durch die M\u00e4nner, durch welche er die V\u00f6lker aus der Dienstbarkeit zur Freiheit f\u00fchrt, dann erhebet euch und der ganze Leib wird mit euch aufstehen.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Herr, zerbrich den Stecken unserer Treiber&#8230;&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Ihr b\u00fccktet euch lange Jahre in den Dorn\u00e4ckern der Knechtschaft, dann schwitzt ihr einen Sommer im Weinberge der Freiheit, und werdet frei sein bis ins tausendste Glied. Ihr w\u00fchltet ein langes Leben die Erde auf, dann w\u00fchlt ihr euren Tyrannen ein Grab. Ihr bautet die Zwingburgen, dann st\u00fcrzt ihr sie, und bauet der Freiheit Haus. Dann k\u00f6nnt ihr eure Kinder frei taufen mit dem Wasser des Lebens. und bis der Herr euch ruft durch seine Boten und Zeichen, wachet und r\u00fcstet euch im Geiste und betet ihr selbst und lehrt eure Kinder beten: \u00bbHerr, zerbrich den Stecken unserer Treiber und la\u00df dein Reich zu uns kommen, das Reich der Gerechtigkeit. Amen.\u00ab<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen im Internet:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Der_Hessische_Landbote\" target=\"_blank\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Der_Hessische_Landbote<\/a><\/p>\n<div class=\"pdf24Plugin-cp\"> \t<form name=\"pdf24Form0\" method=\"post\" action=\"https:\/\/doc2pdf.pdf24.org\/wordpress.php\" target=\"pdf24PopWin\" onsubmit=\"var pdf24Win = window.open('about:blank', 'pdf24PopWin', 'resizable=yes,scrollbars=yes,width=600,height=250,left='+(screen.width\/2-300)+',top='+(screen.height\/3-125)+''); pdf24Win.focus(); if(typeof pdf24OnCreatePDF === 'function'){void(pdf24OnCreatePDF(this,pdf24Win));}\"> \t\t<input type=\"hidden\" name=\"blogCharset\" value=\"Cw1x07UAAA==\" \/><input type=\"hidden\" name=\"blogPosts\" value=\"MwQA\" \/><input type=\"hidden\" name=\"blogUrl\" value=\"yygpKSi20tcvLy\/Xy8jPSM3LARK6pXnpqWmZOSWpRSV6KakA\" \/><input type=\"hidden\" name=\"blogName\" value=\"88jPSM3LARK6pXnpqWmZOSWpRSUA\" 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Hohenlohe-ungefiltert ver\u00f6ffentlicht den Text in voller L\u00e4nge. Zur besseren Gliederung und Lesbarkeit hat die Hohenlohe-ungefiltert-Redaktion Zwischen\u00fcberschriften eingef\u00fcgt. Erste Botschaft Darmstadt, im Juli 1834 Vorbericht Dieses Blatt soll dem hessischen Lande die Wahrheit melden, aber [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1,10,6,2,8,3,7],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16358"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=16358"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16358\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16430,"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16358\/revisions\/16430"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=16358"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=16358"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=16358"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}