{"id":16061,"date":"2013-06-06T08:59:41","date_gmt":"2013-06-06T07:59:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/?p=16061"},"modified":"2013-06-07T08:02:28","modified_gmt":"2013-06-07T07:02:28","slug":"blockupy-aktionstage-knuppeldemokratie-in-frankfurt-275-verletzte-demonstrantinnen-kommentar-von-paul-michel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/?p=16061","title":{"rendered":"&#8222;Blockupy Aktionstage: Kn\u00fcppeldemokratie in Frankfurt \u2013 275 verletzte DemonstrantInnen&#8220; \u2013 Kommentar von Paul Michel"},"content":{"rendered":"<p><strong>Frankfurt, Blockupy, 1. Juni 2013: Das hessische Innenministerium hat am 1. Juni 2013 in Frankfurt unter fadenscheinigen Vorw\u00e4nden die Demonstrationsfreiheit ausgehebelt.<\/strong><\/p>\n<p><em>Kommentar von Paul Michel, Schw\u00e4bisch Hall<\/em><\/p>\n<p><strong>Angriff nach Drehbuch<\/strong><\/p>\n<p>Um kurz nach 12 Uhr startete am Samstag, 1. Juni 2013 die Demo des Blockupy-B\u00fcndnisses am Baseler Platz mit vielen tausend Kapitalismuskritikern und Antikapitalisten aus ganz Europa \u2013 die Polizei spricht von 7000, Blockupy von \u201emindestens 20.000&#8243; Teilnehmern \u2013 friedlich, bunt und laut. Sie kamen aber nur einen Kilometer weit. Dann wurde die Demo von massiven Polizeikr\u00e4ften gestoppt, just vor der Stelle, wo sich der Weg gabeln sollte in die einige Tage davor von den Verwaltungsgerichten Kassel und Frankfurt genehmigten Route und die Route, die die Polizei von Anfang an als einzige hatte erlauben wollen.<\/p>\n<p><strong>Transparente durften nur drei Meter lang sein<\/strong><\/p>\n<p>Die Polizei begr\u00fcndete den Stopp der Demo mit der Vermummung einiger AktivistInnen sowie Verst\u00f6\u00dfen gegen gerichtliche Auflagen, etwa dass Transparente nur eine maximale L\u00e4nge von drei Metern (!!) haben durften. Der Eindruck vor Ort war ein durchaus unaufgeregter: Die Demonstranten hatten Seitentransparente und Regenschirme dabei. Eine Leuchtrakete flog in die Luft, eine andere in ein Geb\u00fcsch, die Demo war insgesamt \u00fcberaus friedlich \u2013 und Blockupy hatte einen klaren Aktionskonsens: \u201eVon uns wird dabei keine Eskalation ausgehen.&#8220; Daran hielten sich praktisch alle Protestierer vor Ort, weshalb die Organisatoren einen ganz anderen Grund hinter dem harschen Vorgehen der Polizei vermuten: \u201eIn der Demo war es friedlich, alles deutet darauf hin, dass diese Eskalation von der Polizeif\u00fchrung in Wiesbaden von langer Hand vorbereitet wurde und der Kessel an dieser Stelle von vornherein geplant worden ist&#8220;, sagte Blockupy-Sprecherin Ani Die\u00dfelmann.<\/p>\n<p><strong>Acht Stunden lang festgehalten<\/strong><\/p>\n<p>Hier wurde die Demonstration acht Stunden lang\u00a0 festgehalten. Im vorderen Teil des Zuges kesselte die Polizei etwa 1000 Demonstrierende ein. Kompromissangebote, dass die Demonstranten ihre Regenschirme und Seitentransparente ablegen, wurden zun\u00e4chst von der Polizei angenommen, dann wurde jedoch die Forderung nachgeschoben: Leibesvisitation und Aufnahme der Personalien f\u00fcr alle im Kessel. Es folgten Provokationen: Einzelne wurden mit Greiftrupps, teils auf brutale Weise, aus dem Kessel herausgezogen. Die Demonstranten beklagen laut Angaben der Organisatoren an die 275 Verletzte, einige davon schwer. Vor allem Pfefferspray setzte die Polizei in gro\u00dfen Mengen ein \u2013 das ist ein Giftgasangriff im Nahkampf.<\/p>\n<p><strong>Hessisches Innenministerium: Politische Vergeltung<\/strong><\/p>\n<p>Am Vortag war es rund\u00a0 3000 DemonstrantInnen gelungen, trotz miesen Wetters bis 10.30 Uhr mit entschlossenen, aber durchwegs friedlichen Aktionen die EZB erfolgreich zu blockieren. Die wenigen Angestellten der EZB, die trotz langen Wochenendes zu ihrem Arbeitsplatz im Glashochhaus am Willy-Brandt-Platz wollten, mussten wieder umkehren.<\/p>\n<p><strong>Abschiebungsdrehscheibe Frankfurt<\/strong><\/p>\n<p>Am Nachmittag gab es diverse Aktionen in Frankfurt, am Flughafen eine Demonstration gegen die Abschiebungsdrehscheibe Frankfurt, an verschiedenen Objekten der Immobilienspekulation in der Innenstadt die Aktion \u201eKrisenakteure markieren\u201c und in Frankfurts Einkaufsmeile \u201eBlockupy Zeil\u201c. Dort wurde vor verschiedenen Modegesch\u00e4ften wie H&amp; M, C&amp; A, Kaufhof, Karstadt, Primark oder KIK gegen die skandal\u00f6sen und zum Teil m\u00f6rderischen Arbeitsbedingungen protestiert, denen die ProduzentInnen der Kleidung etwa in Pakistan, Indien oder Bangla Desh ausgesetzt sind. Die Aktionen waren nachdr\u00fccklich so, dass einige der Gesch\u00e4fte den Betrieb teilweise einstellten, aber auch kreativ, so dass sie bei der Bev\u00f6lkerung recht gut ankamen. Hinzu kam, dass im Lichte der \u00d6ffentlichkeit die massiv vertretenen Polizeikr\u00e4fte auf Pr\u00fcgelaktionen verzichteten. Entsprechend war die Berichterstattung in den elektronischen Medien am Freitagabend und in den Zeitungen am Samstagmorgen fast durchwegs positiv. Mit der geplanten breiten Demonstration am Samstag sprach vieles daf\u00fcr, dass sich die Blockupy-Aktionstage zu einem Modell entwickeln, das Schule machen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><strong>\u00d6rtlicher Polizei wurde die Zust\u00e4ndigkeit entzogen<\/strong><\/p>\n<p>Das sollte offenbar nach dem Willen der politisch Verantwortlichen im hessischen Innenministerium verhindert werden. Die Demonstrationsleitung und das Komitee f\u00fcr Grundrechte und Demokratie, aber auch zahlreiche in- und ausl\u00e4ndischen Beobachter, sind der Meinung, dass das, was an der Hofstra\u00dfe passierte, nichts mit dem realen Ablauf der Demonstration zu tun hatte, sondern von der Polizeif\u00fchrung beziehungsweie dem hessischen Innenministerium, von vornherein geplant war. Daf\u00fcr spricht auch, dass ab einem bestimmten Zeitpunkt am Samstagnachmittag der \u00f6rtlichen Polizeif\u00fchrung die Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr die Verhandlungen entzogen und einer Einsatzleitung in Wiesbaden \u00fcbertragen wurde. Ab diesem Moment reagierte die Polizei nicht mehr auf Verhandlungsangebote der Demonstrationsleitung. Werner R\u00e4tz, der Anmelder der Demonstration, sagte der Frankfurter Rundschau (FR), er habe sich in Verhandlungen mit dem Einsatzleiter vor Ort, darauf geeinigt, dass die zum Teil vermummten DemonstrantInnen ihre Vermummung abnehmen. Mit dem Verweis auf Vorgesetzte im hessischen Innenministerium sei dieser Kompromiss von Seiten der Polizei pl\u00f6tzlich wieder aufgek\u00fcndigt worden.<\/p>\n<p><strong>Ausufernder Einsatz von Pfefferspray und Schlagst\u00f6cken<\/strong><\/p>\n<p>In den n\u00e4chsten Stunden der Einkesselung griffen Polizeieinheiten auf Befehl \u201cvon oben\u201d immer wieder ohne jeden Anlass die Eingekesselten an, aber auch jene DemonstrantInnen au\u00dferhalb des Kessels, die sich mit den Eingekesselten solidarisierten. Dabei kam es zu ausuferndem Einsatz von Pfefferspray und Schlagst\u00f6cken. ATTAC erkl\u00e4rte, es habe \u201eersch\u00fctternde Szenen\u201c gegeben.\u00a0 Es gab Hunderte von verletzten Menschen auf Seiten der DemonstrantInnen.<\/p>\n<p><strong>Kritik an Polizeiexzessen wird lauter<\/strong><\/p>\n<p>Den DemonstrantInnen wurden ihre nach Verfassung und Gerichtsbeschluss zustehende Demonstration und ihre sogar durch Gerichtsbeschluss best\u00e4tigte Demonstrationsroute gewaltsam verweigert.\u00a0 Innenministerium und Polizeif\u00fchrung verletzten ohne Skrupel und \u00f6ffentlich politische\u00a0 Grundrechte. Ihr Vorgehen stellt eine neue Stufe politischer Willk\u00fcr dar. Inzwischen gibt es deutliche Kritik am Polizeieinsatz\u00a0 \u2013 auch aus Ecken, aus denen man es nicht erwartet. Die S\u00fcddeutsche Zeitung titelt: \u201eEine Schande f\u00fcr Frankfurt.\u201c Selbst die gro\u00dfb\u00fcrgerliche Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) schildert einige Polizei\u00fcbergriffe und titelt: \u201ePolizei ger\u00e4t nach Einsatz in Erkl\u00e4rungsnot.\u201c Die BILD-Zeitung schreibt: \u201eMehrere Polizisten best\u00e4tigen BILD gegen\u00fcber: Der Kessel war geplant.\u201c<\/p>\n<p><strong>Jusos fordern R\u00fccktritt des hessischen Innenministers<\/strong><\/p>\n<p>Die Jusos Hessen fordern den R\u00fccktritt des hessischen Innenministers, Boris Rhein. Der Vorsitzende der Links-Fraktion im hessischen Landtag, Ulrich Wilken von der hessischen Linkspartei beurteilt die Vorg\u00e4nge an diesem Samstag als \u201eeine unversch\u00e4mte Verletzung der Versammlungsfreiheit\u201c.<\/p>\n<p><strong>Brutale Exzesse und Gewaltorgie<\/strong><\/p>\n<p>Inzwischen wird der Druck auf die verantwortliche Polizeif\u00fchrung und den hessischen Innenminister Boris Rhein st\u00e4rker. Auf der Pressekonferenz von Minister Rhein und Polizei-Einsatzleiter Harald Schneider sprachen Medienvertreter, die selbst Pfefferspray abbekommen hatten, von \u201ebrutalen Exzessen\u201c und einer \u201eGewaltorgie\u201c. Es ist h\u00f6chste Zeit, dass zumindest der Innenminister und der Einsatzleiter von ihren Posten entfernt werden. Alles andere w\u00e4re ein schlimmes Zeichen.<\/p>\n<p><strong>Stellungnahme von TeilnehmerInnen der Demonstration in Frankfurt:<\/strong><\/p>\n<p><strong>So war es nicht!<\/strong><\/p>\n<p><strong>Gegen die Ausgrenzung gesellschaftlicher Opposition durch Polizei und Teile der Medien<\/strong><\/p>\n<p>Wir, politisch und sozial aktive Menschen aus dem Rhein-Main-Gebiet und TeilnehmerInnen der Demonstration des Blockupy-B\u00fcndnisses am 1. Juni 2013 in Frankfurt am Main, sehen uns angesichts der Darstellung der Polizei und ihrer teilweise immer noch unkritischen Verbreitung zu einer Stellungnahme veranlasst.<\/p>\n<p>Wir widersprechen den Klischees, wonach die Polizei durch einige &#8222;Chaoten&#8220; und &#8222;Randalierer&#8220; gezwungen gewesen sei, Ma\u00dfnahmen zur Herstellung von \u00f6ffentlicher Ordnung, Gesetz und Sicherheit zu ergreifen. Auch wenn sich erfreulicherweise einige Tageszeitungen diesem Tenor nicht anschlie\u00dfen, entsteht vor allem durch Verlautbarungen der Polizei und deren unkritische Verbreitung in Teilen der \u00d6ffentlichkeit doch wieder dieses Bild. Aber es entspricht nicht den Tatsachen.<\/p>\n<p>Wir, die VerfasserInnen und UnterzeichnerInnen dieses Briefes, haben an unterschiedlichen Orten an der Demonstration teilgenommen und \u00fcber Stunden das Geschehen direkt verfolgt und teilweise dokumentiert.<\/p>\n<p><strong>Wir halten fest:<\/strong><\/p>\n<p>\u2013 Der &#8222;Schwarze&#8220; Block war bunt.<\/p>\n<p>\u2013 Die &#8222;Vermummung&#8220; bestand vor allem aus Sonnenbrillen und Regenschirmen.<\/p>\n<p>\u2013 Der unmittelbare Vorwand der Einkesselung von \u00fcber 1000 Personen \u00fcber insgesamt 9 Stunden war das Abbrennen von drei bengalischen Feuern.<\/p>\n<p>\u2013 Der Vorwurf der &#8222;passiven Bewaffnung&#8220; ist aberwitzig und \u2013 wie Urteile aus Berlin bereits zeigen \u2013 unendlich dehnbar. Schon der Ausdruck &#8222;passive Bewaffnung&#8220; verdreht die Tatsachen:<\/p>\n<p>\u2013 ein Styropor-Schild beispielsweise ist ein Schutz, keine Waffe.<\/p>\n<p>\u2013 Im Blockupy-B\u00fcndnis bestand erkl\u00e4rterma\u00dfen Konsens, dass von den DemonstrantInnen keine Eskalation ausgehen sollte \u2013 entsprechend verhielten sich die DemonstrantInnen, und zwar sowohl au\u00dferhalb wie innerhalb des Polizeikessels.<\/p>\n<p>\u2013 Dagegen war das Verhalten vieler PolizistInnen in hohem Ma\u00dfe \u00fcbergriffig und unmittelbar k\u00f6rperverletzend.<\/p>\n<p>\u2013 Polizeitrupps sind mehrfach (wie auch schon am Vortag) in die stehende Menschenmenge hineingest\u00fcrmt und haben DemonstrantInnen \u00fcberrannt und niedergeworfen.<\/p>\n<p>\u2013 Vor unseren Augen ist Menschen ohne Vorwarnung, ohne Beteiligung an einer Rangelei und ohne, dass eine Gefahrensituation vorgelegen h\u00e4tte, Pfefferspray aus unmittelbarer N\u00e4he direkt ins Gesicht gespr\u00fcht worden (\u00fcber die Erblindungsrate der Pfefferspray-Wirkung wird derzeit diskutiert).<\/p>\n<p>\u2013 Vor unseren Augen sind wehrlose DemonstrantInnen misshandelt worden, indem ihnen bspw. der Kopf nach hinten gezogen und Mund und Nase zugehalten worden ist. Einige brachen daraufhin zusammen. Sie sind nur Dank der Initiative von TeilnehmerInnen der Demonstration versorgt worden.<\/p>\n<p>\u2013 Vor unseren Augen ist Menschen, die an Armen und Beinen zur Personalienfeststellung davon getragen wurden, von den sie tragenden Polizisten in die Seite und in den Unterleib getreten worden.<\/p>\n<p>\u2013 Vor unseren Augen wurde Menschen der Hals verdreht und die Arme verrenkt.<\/p>\n<p>\u2013 Vor unseren Augen erhielten Menschen, die sitzenblieben, als sie von der Polizei aufgefordert wurden, aufzustehen, ohne Vorwarnung Faustschl\u00e4ge mit Protektorenhandschuhen ins Gesicht.<\/p>\n<p>\u2013 Die so vorgehenden PolizistInnen waren vermummt und insgesamt gibt es weder Namens- noch Nummerkennzeichnungen, so dass weder die Betroffenen noch wir als ZeugInnen die M\u00f6glichkeit hatten, diejenigen PolizistInnen zu identifizieren, die brutale k\u00f6rperliche Gewalt gegen Personen offenbar f\u00fcr ihre Dienstaufgabe halten.<\/p>\n<p>Es geht hier nicht nur um das Recht auf freie Meinungs\u00e4u\u00dferung und Demonstration. Dar\u00fcber hinaus geht es um das Recht auf k\u00f6rperliche Unversehrtheit derjenigen, die sich f\u00fcr gesellschaftliche Ver\u00e4nderungen engagieren und demonstrieren. Auf der Demonstration insgesamt, und insbesondere unter den betroffenen Eingekesselten und Verletzten, finden sich viele junge Menschen, jene also, die bekannterma\ufb02en von den aktuellen sozialen Entwicklungen in Europa (Stichwort Jugendarbeitslosigkeit) besonders hart getroffen sind. Diese jungen Menschen \u2013 und mit ihnen viele andere Demonstrierende \u2013 auf das Klischee der irrationalen St\u00f6rer zu reduzieren, ist nicht nur konkret unangemessen, es ist insgesamt politisch fahrl\u00e4ssig. Es verunglimpft Menschen, die sich um die krisenhaften Entwicklungen in unseren Gesellschaften in Europa sorgen und die sich deshalb engagieren. Und es behindert und diffamiert die dringend notwendige gesellschaftliche Debatte \u00fcber eine Neuausrichtung der europ\u00e4ischen Politik in der Perspektive sozialer Partizipation und demokratischer Inklusion.<\/p>\n<p>Dr. Stefanie H\u00fcrtgen, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut f\u00fcr Sozialforschung Frankfurt am Main.<\/p>\n<p>Dr. Isolde Ludwig, Mitarbeiterin des DGB-Bildungswerks Hessen<\/p>\n<p>Dr. Thomas Sablowski, Mitarbeiter des Instituts f\u00fcr Gesellschaftsanalyse der Rosa Luxemburg Stiftung<\/p>\n<p>Dr. Nadja Rakowitz, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Vereins demokratischer \u00c4rztinnen und \u00c4rzte.<\/p>\n<p>Kirsten Huckenbeck, Redakteurin und Lektorin, Lehrbeauftragte an der Fachhochschule Frankfurt am Main, Bildungsreferentin.<\/p>\n<p>Dr. Margit Rodrian Pfennig, Goethe Universit\u00e4t Frankfurt am Main.<\/p>\n<p>Michael Hintz, Buchh\u00e4ndler und Lehrbeauftragter an der Europ\u00e4ischen Akademie der Arbeit und der Fachhochschule Frankfurt am Main.<\/p>\n<p>Michael Burbach, Frankfurt.<\/p>\n<p>Kristina Weggenmann, Diplomp\u00e4dagogin<\/p>\n<p>Dr. Bernhard Winter, Mitglied des Vorstands des Vereins demokratischer \u00c4rztinnen und \u00c4rzte.<\/p>\n<p>Ralf Kliche, Lehrer an der Schule f\u00fcr Erwachsene Dreieich.<\/p>\n<p>Dr. J\u00fcrgen Behre, Maintal.<\/p>\n<p>Martin D\u00f6rrlamm, Sozialarbeiter Frankfurt am Main.<\/p>\n<p>Edgar Weick, Frankfurt<\/p>\n<p>Hagen Kopp, Aktivist der Gruppe &#8222;kein mensch ist illegal&#8220;, Hanau.<\/p>\n<p>Katharina Vester, Frankfurt am Main<\/p>\n<p><strong>Kommentar des Stuttgarter B\u00fcndnisses f\u00fcr Versammlungsfreiheit:<\/strong><\/p>\n<p>Zu den Polizeiangriffen auf die Blockupy Proteste erkl\u00e4rt das Stuttgarter B\u00fcndnis f\u00fcr Versammlungsfreiheit am 5. Juni 2013:<\/p>\n<p><strong>Polizeigewalt und Schikanen<\/strong><\/p>\n<p>Tausende Menschen gingen am Samstag gegen das Krisenregime der Troika aus EU-Kommission, Europ\u00e4ischer Zentralbank (EZB) und Internationalem W\u00e4hrungsfonds in Frankfurt vom 1. Juni 2013 bis zum 3. Juni 2013 auf die Stra\u00dfe. Erneut wurden nach 2012 die antikapitalistischen Blockupy-Proteste von Exzessen der Polizeigewalt und Schikanen gegen friedliche Demonstrationsteilnehmer \u00fcberschattet.<\/p>\n<p><strong>Blockupy-Proteste: \u201eVon uns gehen keine Eskalationen aus\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Angeblich und laut eigener Darstellung sei die Polizei durch einige \u201eChaoten\u201c und \u201eRandalierer\u201c gezwungen gewesen, diese Ma\u00dfnahmen zur Herstellung von \u00f6ffentlicher Ordnung, Gesetz und Sicherheit zu ergreifen. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Der Konsens der Blockupy-Proteste \u201eVon uns gehen keine Eskalationen aus\u201c wurde eingehalten.<\/p>\n<p><strong>Es gab keinen &#8222;Schwarzen Block&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Die Darstellung der Ereignisse durch die Polizei wurde von einer Reihe Medienberichte kolportiert, wodurch offenbar \u00f6ffentlich der Eindruck entstehen sollte, die Eskalationen seien von den Demonstrantinnen ausgegangen und dass man sich an den Protesten gegen die EU-Krisenpolitik besser nicht beteiligen soll. Als Legitimation f\u00fcr diese Aktion diente ein angeblich vermummter und bewaffneter Schwarzer Block, den es jedoch nicht gab. Sonnenbrillen, Regenschirme, Schals und Transparente mussten der Polizei als Vermummungsgegenst\u00e4nde und Bewaffnungen herhalten. Damit setzten sich die Verantwortlichen \u00fcber eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Frankfurt hinweg, das die Route des Blockupy-B\u00fcndnisses erlaubt hatte, und setzten somit das Grundrecht auf<br \/>\nVersammlungsfreiheit au\u00dfer Kraft.<\/p>\n<p><strong>Zynismus der Bundesregierung<\/strong><\/p>\n<p>Es wirkt zynisch, wenn die Bundesregierung in Anbetracht der erst zwei Tage zuvor stattgefundenen Rechtsbr\u00fcche in Frankfurt am 3. Juni 2013 die T\u00fcrkei wegen der Polizei\u00fcbergriffe auf Demonstranten im Gezi Park zur Besonnenheit mahnt und darauf hinweist, dass Meinungs- und Versammlungsfreiheit Grundrechte sind und der Staat verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig reagieren m\u00fcsse.<\/p>\n<p><strong>Europ\u00e4ische Krisenpolitik ist wirkungslos<\/strong><\/p>\n<p>Angesichts der un\u00fcbersehbaren Wirkungslosigkeit der europ\u00e4ischen Krisenpolitik ist das Au\u00dferkraftsetzen demokratischer Grundrechte offensichtlich zum Hauptinstrument gegen\u00fcber kapitalismuskritischen Protesten geworden. Krisenzeiten sind Zeiten des legitimen Protestes. Dieser muss gerade auch dann m\u00f6glich sein und durchgesetzt werden, wenn es denen, gegen die protestiert wird, nicht passt. Berichte, nach denen bereits im Vorfeld seitens der Polizei derartige \u00dcbergriffe auf die Proteste geplant sein sollen, unterstreichen das nochmals.<\/p>\n<p><strong>Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen<\/strong><\/p>\n<p>Wir fordern von der hessischen Landesregierung, den Polizeieinsatz vom 1. Juni 2013 f\u00fcr unrechtm\u00e4\u00dfig und nicht verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig zu erkl\u00e4ren, auf dieser Basis die Opfer zu entsch\u00e4digen und die politisch Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p>Thomas Tr\u00fcten, Stuttgarter B\u00fcndnis f\u00fcr Versammlungsfreiheit<\/p>\n<div class=\"pdf24Plugin-cp\"> \t<form name=\"pdf24Form0\" method=\"post\" action=\"https:\/\/doc2pdf.pdf24.org\/wordpress.php\" target=\"pdf24PopWin\" onsubmit=\"var pdf24Win = window.open('about:blank', 'pdf24PopWin', 'resizable=yes,scrollbars=yes,width=600,height=250,left='+(screen.width\/2-300)+',top='+(screen.height\/3-125)+''); pdf24Win.focus(); if(typeof pdf24OnCreatePDF === 'function'){void(pdf24OnCreatePDF(this,pdf24Win));}\"> \t\t<input type=\"hidden\" name=\"blogCharset\" value=\"Cw1x07UAAA==\" \/><input type=\"hidden\" name=\"blogPosts\" value=\"MwQA\" \/><input type=\"hidden\" name=\"blogUrl\" 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