{"id":15078,"date":"2012-12-27T17:28:19","date_gmt":"2012-12-27T16:28:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/?p=15078"},"modified":"2012-12-27T17:28:19","modified_gmt":"2012-12-27T16:28:19","slug":"krieg-dem-kriege-manifest-des-basler-friedenskongresses-im-jahr-1912","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/?p=15078","title":{"rendered":"&#8222;Krieg dem Kriege&#8220; \u2013\u00a0Manifest des Basler Friedenskongresses im Jahr 1912"},"content":{"rendered":"<p><strong>Hohenlohe-ungefiltert ver\u00f6ffentlicht das Manifest des Basler Friedenskongresses aus dem Jahr 1912. Aus: Au\u00dferordentlicher Internationaler Sozialisten-Kongress zu Basel am 24.und 25. November 1912. Berlin 1912, Seiten 23 bis 27. Die Zwischen\u00fcberschriften stammen von Hohenlohe-ungefiltert.<\/strong><\/p>\n<p><em>Vom Au\u00dferordentlichen Internationalen Sozialisten-Kongress in Basel 1912<\/em><\/p>\n<p><strong>Manifest der Internationale zur gegenw\u00e4rtigen Lage 1912<\/strong><\/p>\n<p>Die Internationale hat auf ihren Kongressen von Stuttgart und Kopenhagen f\u00fcr das Proletariat aller L\u00e4nder als leitende Grunds\u00e4tze f\u00fcr den Kampf gegen den Krieg festgestellt \u2013 Manifest der Internationale zur gegenw\u00e4rtigen Lage:<\/p>\n<p><strong>Den Krieg verhindern<\/strong><\/p>\n<p>\u00abDroht der Ausbruch eines Krieges, so sind die arbeitenden Klassen und deren parlamentarische Vertretungen in den beteiligten L\u00e4ndern verpflichtet, unterst\u00fctzt durch die zusammenfassende T\u00e4tigkeit des Internationalen Bureaus, alles aufzubieten, um durch die Anwendung der ihnen am wirksamsten erscheinenden Mittel den Ausbruch des Krieges zu verhindern, die sich je nach der Versch\u00e4rfung des Klassenkampfes und der Versch\u00e4rfung der allgemeinen politischen Situation naturgem\u00e4ss \u00e4ndern. Falls der Krieg dennoch ausbrechen sollte, ist es die Pflicht, f\u00fcr dessen rasche Beendigung einzutreten und mit allen Kr\u00e4ften dahin zu streben, die durch den Krieg herbeigef\u00fchrte wirtschaftliche und politische Krise zur Aufr\u00fcttelung des Volkes auszunutzen und dadurch die Beseitigung der kapitalistischen Klassenherrschaft zu beschleunigen.\u00bb<\/p>\n<p><strong> R\u00fcstungswahnsinn hat die Lebensmittelteuerung versch\u00e4rft<\/strong><\/p>\n<p>Die Ereignisse der letzten Zeit haben mehr als jemals dem Proletariat die Pflicht auferlegt, seinen planm\u00e4ssigen und gemeinsamen Aktionen die gr\u00f6sste Kraft und Energie zu geben. Auf der einen Seite hat der allgemeine R\u00fcstungswahnsinn die Lebensmittelteuerung versch\u00e4rft und dadurch die Klassengegens\u00e4tze zugespitzt und in die Arbeiterklasse eine unbezwingbare Emp\u00f6rung getragen. Die Arbeiter wollen diesem System von Beunruhigung und Verschwendung eine Grenze setzen. Andererseits wirken die unaufh\u00f6rlich wiederkehrenden Kriegsdrohungen immer aufreizender. Die grossen V\u00f6lker Europas sind best\u00e4ndig auf dem Punkte, gegeneinander getrieben zu werden, ohne dass diese Attentate gegen Menschlichkeit und Vernunft auch nur durch den geringsten Vorwand eines Volksinteresses gerechtfertigt werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p><strong>Schreckliche Greuel in der Balkankrise<\/strong><\/p>\n<p>Die Balkankrise, die bereits bis heute so schreckliche Greuel herbeigef\u00fchrt hat, w\u00fcrde, wenn sie weiter greift, die furchtbarste Gefahr f\u00fcr die Zivilisation und das Proletariat sein. Sie w\u00e4re zugleich die gr\u00f6sste Schandtat der Weltgeschichte durch den schreienden Gegensatz zwischen der Gr\u00f6sse der Katastrophe und der Geringf\u00fcgigkeit der ins Spiel kommenden Interessen. Darum stellt der Kongress mit Genugtuung fest die vollst\u00e4ndige Einm\u00fctigkeit der sozialistischen Parteien und der Gewerkschaften aller L\u00e4nder im Kriege gegen den Krieg. Indem die Proletarier aller L\u00e4nder sich gleichzeitig zum Kampfe gegen den Imperialismus erhoben, jede Sektion der Internationale aber der Regierung ihres Landes den Widerstand des Proletariats entgegenstellte und die \u00f6ffentliche Meinung ihrer Nation gegen alle kriegerischen Gel\u00fcste mobilisierte, ergab sich eine grandiose Kooperation der Arbeiter aller L\u00e4nder, die schon bisher sehr viel dazu beigetragen hat, den bedrohten Weltfrieden zu retten. Die Furcht der herrschenden Klassen vor einer proletarischen Revolution im Gefolge eines Weltkrieges hat sich als eine wesentliche B\u00fcrgschaft des Friedens erwiesen.<\/p>\n<p><strong>Aktion fortsetzen<\/strong><\/p>\n<p>Der Kongress fordert daher die sozialdemokratischen Parteien auf, ihre Aktion mit allen ihnen zweckm\u00e4ssig erscheinenden Mitteln fortzusetzen. Er weist in dieser gemeinsamen Aktion jeder sozialistischen Partei ihre besondere Aufgabe zu.<\/p>\n<p><strong>Forderung nach einer demokratischen F\u00f6deration erhoben<\/strong><\/p>\n<p>Die sozialdemokratischen Parteien der Balkanhalbinsel haben eine schwierige Aufgabe. Die Grossm\u00e4chte Europas haben durch die systematische Hintertreibung aller Reformen dazu beigetragen, in der T\u00fcrkei unertr\u00e4gliche \u00f6konomische, nationale und politische Zust\u00e4nde herbeizuf\u00fchren, die notwendig zur Emp\u00f6rung und zum Kriege f\u00fchren mussten. Gegen\u00fcber der Ausbeutung dieser Zust\u00e4nde im Interesse der Dynastien und Bourgeoisien haben die sozialdemokratischen Parteien des Balkans mit heroischem Mute die Forderung nach einer demokratischen F\u00f6deration erhoben. Der Kongress fordert sie auf, in ihrer bewunderungsw\u00fcrdigen Haltung zu verharren; er erwartet, dass die Sozialdemokratie des Balkans nach dem Kriege alles daransetzen wird, zu verhindern, dass die mit so furchtbaren Opfern erkauften Ergebnisse des Balkankrieges von den Dynastien, vom Militarismus, von der expansionsl\u00fcsternen Bourgeoisie der Balkanstaaten f\u00fcr ihre Zwecke missbraucht werden.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Jede Entrechtung dieser V\u00f6lker bek\u00e4mpfen&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Insbesondere aber fordert der Kongress die Sozialisten am Balkan auf, sich nicht nur der Erneuerung der alten Feindschaften zwischen Serben, Bulgaren, Rum\u00e4nen und Griechen, sondern auch jeder Vergewaltigung der gegenw\u00e4rtig im anderen Kriegslager stehenden Balkanv\u00f6lker, der T\u00fcrken und der Albaner, zu widersetzen. Die Sozialisten des Balkans haben daher die Pflicht, jede Entrechtung dieser V\u00f6lker zu bek\u00e4mpfen und gegen den entfesselten nationalen Chauvinismus die Verbr\u00fcderung aller Balkanv\u00f6lker, einschliesslich der Albaner, der T\u00fcrken und der Rum\u00e4nen, zu proklamieren.<\/p>\n<p><strong>Serbien nicht in eine Kolonie \u00d6sterreichs verwandeln<\/strong><\/p>\n<p>Die sozialdemokratischen Parteien \u00d6sterreichs, Ungarns, Kroatiens und Slavoniens, Bosniens und der Herzegowina haben die Pflicht, ihre wirkungsvolle Aktion gegen einen Angriff der Donaumonarchie auf Serbien mit aller Kraft fortzusetzen. Es ist ihre Aufgabe, sich wie bisher auch f\u00fcrderhin dem Plane zu widersetzen, Serbien mit Waffengewalt der Ergebnisse des Krieges zu berauben, es in eine Kolonie \u00d6sterreichs zu verwandeln, und um dynastischer Interessen willen die V\u00f6lker \u00d6sterreich-Ungarns selbst und mit ihnen alle Nationen Europas in die gr\u00f6ssten Gefahren zu verstricken. Ebenso werden die sozialdemokratischen Parteien \u00d6sterreich-Ungarns auch in Zukunft darum k\u00e4mpfen, dass den vom Hause Habsburg beherrschten Teilen des s\u00fcdslawischen Volkes innerhalb der Grenzen der \u00f6sterreichisch-ungarischen Monarchie selbst das Recht auf demokratische Selbstregierung errungen werde.<\/p>\n<p><strong>Recht des albanischen Volkes auf Autonomie<\/strong><\/p>\n<p>Besondere Aufmerksamkeit haben die sozialdemokratischen Parteien \u00d6sterreich-Ungarns, ebenso wie die Sozialisten Italiens der albanischen Frage zuzuwenden. Der Kongress erkennt das\u00a0Recht des albanischen Volkes auf Autonomie an. Er verwahrt sich aber dagegen, dass unter dem Deckmantel der Autonomie Albanien zum Opfer \u00f6sterreichisch-ungarischer und italienischer Herrschaftsgel\u00fcste werde. Darin erblickt der Kongress nicht nur eine Gefahr f\u00fcr Albanien selbst, sondern in nicht ferner Zeit auch eine Bedrohung des Friedens zwischen \u00d6sterreich-Ungarn und Italien. Nur als autonomes Glied einer demokratischen Balkanf\u00f6deration kann Albanien ein wirklich selbst\u00e4ndiges Leben f\u00fchren. Der Kongress fordert daher die Sozialdemokraten \u00d6sterreich-Ungarns und Italiens auf, jeden Versuch ihrer Regierungen, Albanien in ihre Einflusssph\u00e4re einzubeziehen, zu bek\u00e4mpfen, und ihre Bem\u00fchungen um die Festigung der friedlichen Beziehungen zwischen \u00d6sterreich-Ungarn und Italien fortzusetzen.<\/p>\n<p><strong>Kongress begr\u00fcsst die Proteststreiks der russischen Arbeiter<\/strong><\/p>\n<p>Mit grosser Freude begr\u00fcsst der Kongress die Proteststreiks der russischen Arbeiter als eine B\u00fcrgschaft daf\u00fcr, dass das Proletariat Russlands und Polens sich zu erholen beginnt von den Schl\u00e4gen, die die zarische Konterrevolution ihm versetzt hat. Darin erblickt der Kongress die st\u00e4rkste B\u00fcrgschaft gegen die verbrecherischen Intrigen des Zarismus, der, nachdem er die V\u00f6lker seines eigenen Landes blutig niedergeworfen, nachdem er die Balkanv\u00f6lker selbst unz\u00e4hlige Male verraten und ihren Feinden preisgegeben hat, nunmehr schwankt zwischen der Furcht vor den Folgen eines Krieges f\u00fcr ihn selbst und der Furcht vor dem Dr\u00e4ngen einer nationalistischen Bewegung, die er selbst geschaffen hat. Wenn sich aber der Zarismus nunmehr wieder anschickt, sich als Befreier der Nationen des Balkans zu geb\u00e4rden, so geschieht es nur, um unter diesem heuchlerischen Vorwande im blutigen Kriege die Vorherrschaft am Balkan wieder zu erobern.<\/p>\n<p><strong>Erstarkendes Proletariat Russlands, Finnlands und Polens muss L\u00fcgengewebe zerreissen<\/strong><\/p>\n<p>Der Kongress erwartet, dass das erstarkende st\u00e4dtische und l\u00e4ndliche Proletariat Russlands, Finnlands und Polens dieses L\u00fcgengewebe zerreissen, sich jedem kriegerischen Abenteuer des Zarismus widersetzen, jeden Anschlag des Zarismus, sei es auf Armenien, sei es auf Konstantinopel, bek\u00e4mpfen, und seine ganze Kraft auf die Erneuerung des revolution\u00e4ren Befreiungskampfes gegen den Zarismus konzentrieren wird. Ist doch der Zarismus auch die Hoffnung aller reaktion\u00e4ren M\u00e4chte Europas, der grimmigste Feind der Demokratie der von ihm beherrschten V\u00f6lker selbst, dessen Untergang herbeizuf\u00fchren die gesamte Internationale als eine ihrer vornehmsten Aufgaben ansehen muss.<\/p>\n<p><strong>Keine Unterst\u00fctzung f\u00fcr \u00d6sterreich-Ungarn und Russland<\/strong><\/p>\n<p>Die wichtigste Aufgabe innerhalb der Aktion der Internationale f\u00e4llt aber der Arbeiterklasse Deutschlands, Frankreichs und Englands zu. Im Augenblicke ist es die Aufgabe der Arbeiter dieser L\u00e4nder, von ihren Regierungen zu verlangen, dass sie sowohl \u00d6sterreich-Ungarn, als auch Russland jede Unterst\u00fctzung verweigern, sich jeder Einmengung in die Balkanwirren enthalten und unbedingte Neutralit\u00e4t bewahren. Ein Krieg zwischen den drei grossen f\u00fchrenden Kulturv\u00f6lkern wegen des serbisch-\u00f6sterreichischen Hafenstreites w\u00e4re verbrecherischer Wahnsinn. Die Arbeiter Deutschlands und Frankreichs k\u00f6nnen nicht anerkennen, dass irgendeine durch geheime Vertr\u00e4ge herbeigef\u00fchrte Verpflichtung besteht, in den Balkankonflikt einzugreifen.<\/p>\n<p><strong>Mit aller Kraft der Eroberungspolitik in Vorderasien widersetzen<\/strong><\/p>\n<p>Sollte aber in weiterer Folge der milit\u00e4rische Zusammenbruch der T\u00fcrkei zur Ersch\u00fctterung der osmanischen Herrschaft in Vorderasien f\u00fchren, dann ist es die Aufgabe der Sozialisten Englands, Frankreichs und Deutschlands, sich mit aller Kraft der Eroberungspolitik in Vorderasien zu widersetzen, die geraden Weges zum Weltkriege f\u00fchren m\u00fcsste.<\/p>\n<p><strong>K\u00fcnstlich gen\u00e4hrte Gegnerschaft zwischen Grossbritannien und dem Deutschen Reich<\/strong><\/p>\n<p>Als die gr\u00f6sste Gefahr f\u00fcr den Frieden Europas betrachtet der Kongress die k\u00fcnstlich gen\u00e4hrte Gegnerschaft zwischen Grossbritannien und dem Deutschen Reich. Der Kongress begr\u00fcsst daher die Bem\u00fchungen der Arbeiterklasse der beiden L\u00e4nder, diesen Gegensatz zu \u00fcberbr\u00fccken. Er betrachtet als das beste Mittel zu diesem Zwecke die Abschliessung eines \u00dcbereinkommens zwischen Deutschland und England \u00fcber die Einstellung der Flottenr\u00fcstungen und \u00fcber die Abschaffung des Seebeuterechtes. Der Kongress fordert die Sozialisten Englands und Deutschlands auf, ihre Agitation f\u00fcr ein solches \u00dcbereinkommen fortzusetzen.<\/p>\n<p><strong>Der Welt den Frieden sichern<\/strong><\/p>\n<p>Die \u00dcberwindung des Gegensatzes zwischen Deutschland auf der einen, Frankreich und England auf der anderen Seite, w\u00fcrde die gr\u00f6sste Gefahr f\u00fcr den Weltfrieden beseitigen, die Machtstellung des Zarismus, der diesen Gegensatz ausbeutet, ersch\u00fcttern, einen \u00dcberfall \u00d6sterreich-Ungarns auf Serbien unm\u00f6glich machen und der Welt den Frieden sichern. Auf dieses Ziel vor allem sind daher die Bem\u00fchungen der Internationale zu richten.<\/p>\n<p><strong>Internationale Solidarit\u00e4t gegen kapitalistischen Imperialismus<\/strong><\/p>\n<p>Der Kongress stellt fest, dass die ganze sozialistische Internationale \u00fcber diese Grunds\u00e4tze der ausw\u00e4rtigen Politik einig ist. Er fordert die Arbeiter aller L\u00e4nder auf, dem kapitalistischen Imperialismus die Kraft der internationalen Solidarit\u00e4t des Proletariats entgegenzustellen. Er warnt die herrschenden Klassen aller Staaten, das Massenelend, das die kapitalistische Produktionsweise herbeif\u00fchrt, durch kriegerische Aktionen noch zu versch\u00e4rfen. Er fordert nachdr\u00fccklich den Frieden. Die Regierungen m\u00f6gen nicht vergessen, dass sie bei dem gegenw\u00e4rtigen Zustand Europas und der Stimmung der Arbeiterklasse nicht ohne Gefahr f\u00fcr sie selbst den Krieg entfesseln k\u00f6nnen, sie m\u00f6gen sich daran erinnern, dass der deutsch-franz\u00f6sische Krieg den revolution\u00e4ren Ausbruch der Kommune im Gefolge hatte, dass der russisch-japanische Krieg die revolution\u00e4ren Kr\u00e4fte der V\u00f6lker des russischen Reiches in Bewegung gesetzt hat, dass die milit\u00e4rischen und maritimen Wettr\u00fcstungen den Klassenkonflikten in England und auf dem Kontinent eine unerh\u00f6rte Zuspitzung gegeben und riesige Arbeitseinstellungen entfesselt haben.<\/p>\n<p><strong>Entr\u00fcstung und Emp\u00f6rung der Arbeiterklasse<\/strong><\/p>\n<p>Es w\u00e4re Wahnwitz, wenn die Regierungen nicht begreifen w\u00fcrden, dass schon der blosse Gedanke der Ungeheuerlichkeit eines Weltkrieges die Entr\u00fcstung und Emp\u00f6rung der Arbeiterklasse hervorrufen muss. Die Proletarier empfinden es als ein Verbrechen, aufeinander zu schiessen, zum Vorteile des Profits der Kapitalisten, des Ehrgeizes der Dynastien oder zu h\u00f6herer Ehre diplomatischer Geheimvertr\u00e4ge. Wenn die Regierungsgewalten jede M\u00f6glichkeit der normalen Fortentwickelung abschneiden und dadurch das Proletariat zu verzweifelten Schritten treiben sollten, w\u00fcrden sie selbst die ganze Verantwortung f\u00fcr die Folgen der durch sie herbeigef\u00fchrten Krise zu tragen haben.<\/p>\n<p><strong>Anstrengungen verdoppeln, um diese Krise zu verhindern<\/strong><\/p>\n<p>Die Internationale wird ihre Anstrengungen verdoppeln, um diese Krise zu verhindern, sie wird ihren Protest mit immer st\u00e4rkerem Nachdruck erheben, ihre Propaganda immer energischer und umfassender gestalten. Der Kongress beauftragt darum das Internationale sozialistische Bureau, mit um so gr\u00f6sserer Aufmerksamkeit die Ereignisse zu verfolgen und, was immer eintreten m\u00f6ge, die Verbindung zwischen den proletarischen Parteien aufrechtzuerhalten und zu verst\u00e4rken.<\/p>\n<p><strong>Massenmord, der Hungersnot und Pestilenz<\/strong><\/p>\n<p>Das Proletariat ist sich bewusst, in diesem Augenblick der Tr\u00e4ger der ganzen Zukunft der Menschheit zu sein. Um die Vernichtung der Bl\u00fcte aller V\u00f6lker zu verhindern, die von allen Greueln des Massenmordes, der Hungersnot und Pestilenz bedroht ist, wird das Proletariat all seine Energie aufwenden.<\/p>\n<p><strong>Proletarische Welt des Friedens und der Verbr\u00fcderung der V\u00f6lker<\/strong><\/p>\n<p>So wendet sich der Kongress an Euch, Proletarier und Sozialisten aller L\u00e4nder, dass Ihr in dieser entscheidenden Stunde Eure Stimme vernehmen lasset! Verk\u00fcndet Euren Willen in allen Formen und in allen Orten, erhebt Euren Protest mit voller Wucht in den Parlamenten, vereinigt Euch in Massen zu grossen Kundgebungen, n\u00fctzt alle Mittel aus, die Euch die Organisation und die St\u00e4rke des Proletariats in die Hand geben! Sorgt daf\u00fcr, dass die Regierungen best\u00e4ndig den wachsamen und leidenschaftlichen Friedenswillen des Proletariats vor Augen haben! Stellt so der kapitalistischen Welt der Ausbeutung und des Massenmordes die proletarische Welt des Friedens und der Verbr\u00fcderung der V\u00f6lker entgegen!<\/p>\n<p><strong>Bericht \u00fcber die Friedenskundgebung der SPD im Treptower Park in Berlin vom 20. Oktober 1912:<\/strong><\/p>\n<p>Aus: Basler Nachrichten, 23.11.1912.<\/p>\n<p><strong>Krieg dem Kriege<\/strong><\/p>\n<p>Berlin, 19. November.<\/p>\n<p>Die grossen Protestversammlungen, welche die Berliner Sozialdemokratie unter diesem Schlagwort vor vier Wochen und am vergangenen Sonntag abgehalten hat und die bevorstehende internationale Kundgebung im ehrw\u00fcrdigen Basler M\u00fcnster dr\u00e4ngen zur Frage erstens nach dem praktischen Nutzen solcher Veranstaltungen f\u00fcr den Kriegsfall und zweitens nach dem wahrscheinlichen Verhalten der m\u00e4chtigsten Sozialdemokratie, n\u00e4mlich der deutschen, w\u00e4hrend eines europ\u00e4ischen Konflikts.<\/p>\n<p>[ \u2026 ]<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr eine wirksame Friedensarbeit der deutschen Sozialisten<\/strong><\/p>\n<p>So geringe praktische Aussichten eine gemeinsame europ\u00e4ische Aktion der Sozialdemokratie gegen den Weltkrieg haben d\u00fcrfte, so starke Zweifel sind auch f\u00fcr eine wirksame Friedensarbeit der deutschen Sozialisten im Kriegsfall am Platz.<\/p>\n<p><strong>150.000 Personen bei der Versammlung im Treptower Park<\/strong><\/p>\n<p>Wenigstens 150 000 Personen nahmen vor vier Wochen an der Versammlung im Treptower Park teil. Das Volk zog ruhig einher, in unersch\u00f6pflichem, allseitigem Wandeln, selbst ein Element, wie die Sonne \u00fcber ihm und die Erde unter ihm, wie der Wind, welcher die Wolken durch den kalten Himmel jagte und die B\u00e4ume sch\u00fcttelte. Wer oben auf dem Bahndamm stand und die endlos versteinerte Stadtfl\u00e4che erblickte, dem war es jetzt, wo Berlin diese dunkle Masse von Blut und Leben verlor, m\u00fcsse es schlaff werden und verfallen, m\u00fcssten die T\u00fcrme und Fabrikschlote der Ferne einknicken und sich H\u00e4userbl\u00f6cke spalten, so gewaltig war der \u00e4ussere Anblick dieser Gestalt gewordenen Energie der grossen Stadt.<\/p>\n<p><strong>Der geb\u00e4ndigte Riese<\/strong><\/p>\n<p>Was gesch\u00e4he erst, wenn der geb\u00e4ndigte Riese, sich der eingelullten Urkraft einmal bewusst, sie \u00fcben m\u00f6chte, w\u00e4re er nicht imstande, den halben Erdteil umzupfl\u00fcgen? Seit Jahren, und besonders seit den letzten Wahlen, bereiten uns ausl\u00e4ndische, englische und franz\u00f6sische Stimmen, auf den Augenblick vor, wo das deutsche Volk seine Geschicke selbst in die H\u00e4nde nimmt. Nun ist die Berliner Sozialdemokratie ja lange nicht die Gesamtpartei, aber doch als die Wiege der Bewegung und ihrer bedeutendsten F\u00fchrer dazu angetan, R\u00fcckschl\u00fcsse von ihr auf die deutsche Internationale \u00fcberhaupt zu erlauben.<\/p>\n<p><strong>Auch nach dem Aufstieg noch Sozialisten?<\/strong><\/p>\n<p>Wenn man n\u00e4mlich in das Riesenschauspiel niederstieg, so dr\u00e4ngten sich einem wesentlich andere Eindr\u00fccke auf, als sie das m\u00e4chtige \u00e4ussere Gehaben bewirkte. Statt unter m\u00fcden und verwegenen Proletarierk\u00f6pfen, konnte man kreuz und quer zwischen gegl\u00e4tteten, rundlichen Gesichtern zufriedener Kleinb\u00fcrger wandeln, welche in ihrer harmlosen Neugier eher auf den Beginn eines s\u00e4uselnden Promenadenkonzertes, als auf die gleichzeitig abgegebenen Brandreden von zw\u00f6lf wild gestikulierenden Genossen zu warten schienen. Die zahlreich anwesenden Frauen in ihrer ehrbaren, n\u00fcchternen Kleidung, an der keine \u00fcberfl\u00fcssige Feder und kein \u00fcberz\u00e4hliges Band herumflog, verst\u00e4rkte den Eindruck. Im Anblick dieser korrekten Hunderttausende, musste man sich fragen, ob sie im Ernstfalle die ihnen so heftig eingepredigten Ideale wirklich in die Tat umsetzen, ob sie ihre wahre Gesinnung einmal handgreiflicher als durch eine blosse Stimmabgabe ausdr\u00fccken k\u00f6nnten. Oder werden sie ihren Sozialismus vergessen, sobald sie auf seinen Schultern in die von ihnen erstrebte h\u00f6here Klasse von Wohlsein und Ansehen gestiegen sind? Die atemlosen Redner wurden ruhig, wie aus alter selbstverst\u00e4ndlicher Gewohnheit, angeh\u00f6rt.<\/p>\n<p><strong>Nur ein Polizist in der Menge<\/strong><\/p>\n<p>In der ungeheuren Masse stand, ein Gleichnis f\u00fcr ihre Disziplin, ein einziger Polizist. Die Menschenflut verliess den Park so gelassen wie sie gekommen war, auf engen Kieswegen, die trotz des niedern Zaunes, der sie von den Wiesenfl\u00e4chen trennte, im Gedr\u00e4nge kein voreiliger Fuss \u00fcbertreten h\u00e4tte. War dieses ganze Betragen ein \u00dcbermass von innerer Kraft, von Selbstdisziplin, oder blosse Temperamentlosigkeit, blosse Unf\u00e4higkeit zur Begeisterung, zum Entschluss der entscheidenden Tat? Wer m\u00f6chte diese Fragen vor der Probe, welche erst noch abgelegt werden muss, beantworten?<\/p>\n<p>[ \u2026 ]<\/p>\n<p><strong>Die offizielle Begr\u00fcssung durch den Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt<\/strong><\/p>\n<p>Aus: Basler Vorw\u00e4rts, 26.11.1912.<\/p>\n<p>Basel, den 20. November 1912.<\/p>\n<p><strong>Der Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt an den internationalen Sozialistenkongress Basel:<\/strong><\/p>\n<p>Der Kongress, den Sie in unserer Stadt abzuhalten beschlossen haben, verfolgt den Zweck, zur Erhaltung des Weltfriedens beizutragen. Sie haben sich aus allen L\u00e4ndern unseres Weltteils zusammengefunden, um angesichts des im Osten Europas entbrannten m\u00f6rderischen Krieges den einm\u00fctigen Willen der Arbeiterschaft kund zu tun, dass der Kampf eingestellt werde und dass er jedenfalls auf die L\u00e4nder beschr\u00e4nkt bleibe, die darin begriffen sind. Unermessliches Unheil zu verh\u00fcten, die Nationen vor den gewaltigen Opfern zu bewahren, die ein Krieg ihnen auferlegte, ist Ihr hohes Ziel. Sie wollen durch Ihre Kundgebung die Gewissen sch\u00e4rfen, damit nicht Machtgier und Leidenschaft das Schicksal ganzer V\u00f6lker zu bestimmen verm\u00f6gen. Die Beh\u00f6rde der Stadt, die Sie zu dieser Kundgebung erw\u00e4hlt haben, w\u00fcnscht von Herzen, dass Sie Ihr Ziel erreichen m\u00f6chten, und entbietet Ihnen ihren Gruss.<\/p>\n<p>Im Namen des Regierungsrates,<\/p>\n<p>der Pr\u00e4sident: Blocher<\/p>\n<p>Der Sekret\u00e4r: Imhof<\/p>\n<p><strong>Die Revolution ist nicht tot, sie ist lebendiger als je<\/strong><\/p>\n<p>Im schwarzen sackartigen Kleid stand sie da und redete von Russland, dessen Proletarierinnen die Proletarierinnen aller L\u00e4nder gr\u00fcssen. Sie sind diesen gleich, nur westeurop\u00e4ische Phantasie stellt sie sich vor mit Revolver und Bombe. Aber sie arbeiten, die Revolution ist nicht tot, sie ist lebendiger als je, und Petersburg allein besitzt 16 Gewerkschaften. Vier grosse Streiks haben erst k\u00fcrzlich stattgefunden, und trotz allem Aufpassen und Widerstand sind in die neue Duma 16 Sozialdemokraten hineingekommen. Die Regierung z\u00f6gert darum auch, Krieg anzufangen. Auf den Krieg mit Japan folgte die Revolution, und wer weiss, was jetzt folgen w\u00fcrde.<\/p>\n<p><strong>Russische Frauen k\u00e4mpfen mit<\/strong><\/p>\n<p>Und die russischen Frauen k\u00e4mpfen mit, aber sie k\u00e4mpfen auch f\u00fcr ein bisschen pers\u00f6nliche Freiheit in der Familie. Sie sind bereit, Opfer zu bringen, aber nicht f\u00fcr den Bruderkrieg, sondern f\u00fcr den Krieg gegen den Kapitalismus. Wo international ausgebeutet wird, gibt es immer eine Waffe: international zu k\u00e4mpfen. Und mit heller Stimme, von brausendem Beifall begleitet, brach sie in die Worte aus: \u00ab Es lebe die soziale Revolution ! \u00bb, worauf Frau Schmid die Versammlung dankend schloss.<\/p>\n<p><strong>Bericht \u00fcber den Kongress in der \u2039National-Zeitung\u203a<\/strong><\/p>\n<p>Aus : National-Zeitung (Basel), 26.11.1912.<\/p>\n<p>Internationaler Sozialisten-Kongress in Basel.<\/p>\n<p>( A.H.Korrespondenz. )<\/p>\n<p><strong>Die Er\u00f6ffnung in der Burgvogtei.<\/strong><\/p>\n<p>Unsere Stadt ist in diesen Tagen Zeuge einer Tagung, der man weltgeschichtliche Bedeutung beimessen muss. So sehr auch die Idee des ewigen Friedens in allen Kreisen der Bev\u00f6lkerung eifrige Verfechter besitzt, Aussicht auf Verwirklichung haben solche Ideen doch erst dann, wenn sich die politischen Parteien ihrer annehmen und sie zu einem ihrer Programmpunkte erheben. Auf dem Grundsatze der Internationalit\u00e4t fussend, war es wohl f\u00fcr die Sozialdemokratie das Gegebene, dieser Idee zur Verwirklichung zu verhelfen, da die Idee eben auch nur auf internationalem Wege gel\u00f6st werden kann. In unsern bewegten Tagen, da die feurige Lohe des Krieges, der auf dem Balkan entbrannt ist, ganz Europa zu ergreifen droht, versammeln sich nun die Vertrauensm\u00e4nner der verschiedenen Landesorganisationen der sozialdemokratischen Partei, um einmal gegen den Krieg als solchen ihren Einspruch zu erheben, dann aber auch, um das Umsichgreifen des Balkankrieges auf den ganzen Erdteil zu verhindern.<\/p>\n<p><strong>Stimme gegen den V\u00f6lker- und Brudermord erheben<\/strong><\/p>\n<p>Zu Hunderten sind die Delegierten aus allen Landen herbeigeeilt, um ihre Stimme gegen den V\u00f6lker- und Brudermord zu erheben. Dass unsere Stadt zum Ort dieser ausserordentlich wichtigen Tagung erkoren wurde, gereicht uns und unserm lieben Vaterlande zur hohen Ehre. Die Burgvogtei, wo die eigentlichen Kongressverhandlungen sich abwickeln, ist festlich geschm\u00fcckt. Die Wappen unserer Kantone gr\u00fcssen von den Galerien, Friedenspalmen umgeben sie. Im Saale unten wimmelt und wogt es; hier herrscht die richtige babylonische Sprachverwirrung, w\u00e4hrend auf der Galerie unsere verschiedenen Schweizerdialekte vorherrschen. Pl\u00f6tzlich vernehmen wir H\u00e4ndeklatschn [sic]: das internationale sozialistische Bureau betritt, von einer Sitzung kommend, den Saal. Gleich darauf beginnen die Verhandlungen. [ \u2026 ]<\/p>\n<p><strong>10.000 Teilnehmer beim Demonstrationszug<\/strong><\/p>\n<p>Der Demonstrationszug z\u00e4hlte rund 10.000 Teilnehmer. Er wurde er\u00f6ffnet von einem symbolischen Friedenswagen, dem das internationale Bureau, die Delegierten der verschiedenen Sektionen und dann in langem Zuge die Arbeiterorganisationen Basels, des benachbarten Elsass und Badens, sowie aus verschiedenen Ortschaften der Schweiz folgten. Der Vorbeimarsch der dicht geschlossenen Sechserkolonnen dauerte \u00fcber eine halbe Stunde. Etwa 20 Musiken, Tambourenkorps und hunderte von Fahnen befanden sich im Zuge.<\/p>\n<p><strong>Die Tagung im M\u00fcnster<\/strong><\/p>\n<p>Lange vor drei Uhr waren im M\u00fcnster schon die Pressevertreter und G\u00e4ste eingetroffen und freuten sich der sch\u00f6nen Pl\u00e4tze, die ihnen in der N\u00e4he der Kanzel angeboten worden waren. Es war eine merkw\u00fcrdig bunte Gesellschaft, die man da erblickte: Pfarrherren von Basel, freisinnige und positive, Regierungsr\u00e4te, Gross- und Synodalr\u00e4te, Professoren, Pressevertreter aus aller Herren L\u00e4nder, dazu nahe beieinander auserw\u00e4hlte ausw\u00e4rtige Redner: Bebel mit dem feinen Kopf, den gesunden, kraftvollen Jaur\u00e8s, Herv\u00e9, Adler von Wien usw.<\/p>\n<p><strong>Machtvolles Orgelspiel<\/strong><\/p>\n<p>Und als dann unter dem Gel\u00e4ute aller Glocken um 3 Uhr der Festzug seinen Einmarsch begann, da legte sich eine starke Stimmung \u00fcber die Anwesenden, die noch gesteigert wurde durch unseres M\u00fcnsterorganisten Hamm machtvolles Orgelspiel \u2039Donna pacem\u203a aus der Missa solemnis von Beethoven. Eine halbe Stunde fast dauerte der Einzug der Massen mit den zahllosen Fahnen, die im Chor ihre malerische Aufstellung fanden. [ \u2026 ]<\/p>\n<p><strong>Bericht \u00fcber den Kongress im \u2039Vorw\u00e4rts\u203a (Berlin):<\/strong><\/p>\n<p>Aus : Vorw\u00e4rts ( Berlin ), 26.11.1912.<\/p>\n<p><strong>Das Gewissen der Menschheit<\/strong><\/p>\n<p>Basel, den 25. November.<\/p>\n<p>Es war ein Aufschrei aus den Tiefen der Seele des Proletariats, ein Appell an das Gewissen der Menschheit, ein Protest, ersch\u00fctternd, wenn man dachte, dass er von jenen kommt, die die Opfer sein werden ; erhebend, wenn man sich vorstellte, dass die, die ihn einig und gemeinsam erheben, die sind, deren Beherrscher einander zu \u00fcberfallen drohen; trotzdem aber hoffnungsverheissend f\u00fcr uns, die wir die Kraft derer kennen, die heute in der ganzen Welt zusammenstehen und zusammen k\u00e4mpfen f\u00fcr Kultur und Freiheit, gegen die Barbarei des Krieges, seines Jammers und seiner Verw\u00fcstung.<\/p>\n<p><strong>Zerst\u00f6rung droht<\/strong><\/p>\n<p>In einer schweren Schicksalsstunde hat die Versammlung in der Burgvogtei getagt, und die, die in diesem Saale gesprochen und beraten haben, haben ihren Beschluss gefasst in dem Gef\u00fchl der Verantwortung f\u00fcr alle die G\u00fcter, die sie in m\u00fchsamer Arbeit und unter unendlichen Opfern errungen und aufgebaut haben, und denen nun Zerst\u00f6rung droht; in der doppelten Verantwortung, nichts zu tun, was wir nicht k\u00f6nnen, was nur leeres Wort w\u00e4re, aber auch nichts zu unterlassen, was wir an Macht und Kraft besitzen, um die furchtbaren Katastrophen zu verhindern, mit denen uns die Unf\u00e4higkeit der Herrschenden bedroht, der Herrschenden, die l\u00e4ngst nicht mehr herrschen k\u00f6nnen, die die gigantischen Kr\u00e4fte, die die Entwicklung geschaffen hat, weder meistern k\u00f6nnen auf dem habe.<\/p>\n<p><strong>Bebel: &#8222;Jesus w\u00fcrde heute in den Reihen des Proletariats stehen&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Adler, der Israelit, kn\u00fcpfte an das \u00abFriede auf Erden und an den Menschen ein Wohlgefallen\u00bb an ; Greulich hob den christlichen Gedanken hervor, dass der Leib des Menschen, den der Krieg so brutal zerst\u00f6re, eine Sch\u00f6pfung Gottes sei und streifte, wohl ohne Absicht, das Prophetenwort von den Schwertern, die Karste [sic] und den Spiessen, die Winzermesser werden sollen; Bebel gestand, wenn Jesus heute wieder k\u00e4me, w\u00fcrde er in den Reihen des Proletariats stehen und Greulich wieder schloss den Kongress mit den Worten des apostolischen Glaubensbekenntnisses : \u00abIch glaube an eine Auferstehung der Toten und ein ewiges Leben\u00bb \u2013 sie freilich ins Soziale und Diesseitige umdeutend, wie sich \u00fcbrigens in diesem Zusammenhang von selbst verstand.<\/p>\n<p>[ \u2026 ]<\/p>\n<p><strong>Weitere aktuelle Informationen im Internet \u00fcber den Basler Friedenskongress 1912:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.woz.ch\/1247\/hundert-jahre-basler-friedenskongress\/da-wurden-sie-wieder-zu-patrioten\" target=\"_blank\">http:\/\/www.woz.ch\/1247\/hundert-jahre-basler-friedenskongress\/da-wurden-sie-wieder-zu-patrioten<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.basel1912-2012.ch\/assets\/files\/4315574_2.pdf\" target=\"_blank\">http:\/\/www.basel1912-2012.ch\/assets\/files\/4315574_2.pdf<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.basel1912-2012.ch\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.basel1912-2012.ch\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.basel1912-2012.ch\/publikationen.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.basel1912-2012.ch\/publikationen.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/archiv2007.sozialisten.de\/politik\/publikationen\/disput\/view_html?zid=3440&amp;bs=1&amp;n=0\" target=\"_blank\">http:\/\/archiv2007.sozialisten.de\/politik\/publikationen\/disput\/view_html?zid=3440&amp;bs=1&amp;n=0<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/hsozkult.geschichte.hu-berlin.de\/termine\/id=13746\" target=\"_blank\">http:\/\/hsozkult.geschichte.hu-berlin.de\/termine\/id=13746<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.basel1912-2012.ch\/assets\/files\/P.S.%20Buchbeilage%2011.10.12.pdf\" target=\"_blank\">http:\/\/www.basel1912-2012.ch\/assets\/files\/P.S.%20Buchbeilage%2011.10.12.pdf<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Internationaler_Sozialistenkongress_(1912)\" target=\"_blank\">http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Internationaler_Sozialistenkongress_(1912)<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.badische-zeitung.de\/basel\/krieg-dem-kriege--65869294.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.badische-zeitung.de\/basel\/krieg-dem-kriege&#8211;65869294.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/labourhistory.net\/news\/i1004_10.php\" target=\"_blank\">http:\/\/labourhistory.net\/news\/i1004_10.php<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"pdf24Plugin-cp\"> \t<form name=\"pdf24Form0\" method=\"post\" action=\"https:\/\/doc2pdf.pdf24.org\/wordpress.php\" target=\"pdf24PopWin\" onsubmit=\"var pdf24Win = window.open('about:blank', 'pdf24PopWin', 'resizable=yes,scrollbars=yes,width=600,height=250,left='+(screen.width\/2-300)+',top='+(screen.height\/3-125)+''); pdf24Win.focus(); if(typeof pdf24OnCreatePDF === 'function'){void(pdf24OnCreatePDF(this,pdf24Win));}\"> \t\t<input type=\"hidden\" name=\"blogCharset\" value=\"Cw1x07UAAA==\" \/><input type=\"hidden\" 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Aus: Au\u00dferordentlicher Internationaler Sozialisten-Kongress zu Basel am 24.und 25. November 1912. Berlin 1912, Seiten 23 bis 27. Die Zwischen\u00fcberschriften stammen von Hohenlohe-ungefiltert. 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