{"id":12879,"date":"2012-01-29T14:08:15","date_gmt":"2012-01-29T13:08:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/?p=12879"},"modified":"2012-01-29T15:08:12","modified_gmt":"2012-01-29T14:08:12","slug":"crailsheimer-%e2%80%9ezigeunerinnen%e2%80%9c-und-%e2%80%9ezigeuner%e2%80%9c-in-den-haftlingsbuchern-von-auschwitz-und-anderen-ns-lagern-%e2%80%93-dokumentation-des-historikers-udo-grausam","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/?p=12879","title":{"rendered":"&#8222;Crailsheimer \u201eZigeunerinnen\u201c und \u201eZigeuner\u201c in den H\u00e4ftlingsb\u00fcchern von Auschwitz und anderen NS-Lagern&#8220; \u2013 Dokumentation des Historikers Udo Grausam"},"content":{"rendered":"<p><strong>Eine umfangreiche Dokumentation hat der Kulturhistoriker Udo Grausam bei seinem Vortrag \u00fcber Crailsheimer \u201eZigeunerinnen\u201c und \u201eZigeuner\u201c in den H\u00e4ftlingsb\u00fcchern von Auschwitz und in anderen NS-Lagern vogelegt. Bei einem Vortrag berichtete Udo Grausam \u00fcber deren Namen und Geburtsorte im Kreisgebiet Schw\u00e4bisch Hall, zwei Lebensskizzen, die Stadt und die Verfolgung. Au\u00dferdem legte er eine Liste der in die nationalsozialistischen  Kon\u00adzentrations- und Vernichtungslager deportierten Sinti, Roma und  Jenischen aus der Region Hohenlohe vor.<\/strong><\/p>\n<p><em>Von Udo Grausam, T\u00fcbingen und Bretzfeld<\/em><\/p>\n<p><strong>57 von 74 Verschleppten wurden ermordet<\/strong><\/p>\n<p>Aus dieser Gruppe der Bev\u00f6lkerung wurden in Hohenlohe min\u00addestens 74 hier (d.h. auf dem Gebiet der heute bestehenden drei Landkreise Hohenlohe, Schw\u00e4bisch Hall und Main-Tauber-Kreis) geborene Per\u00adso\u00adnen verschleppt. Von ihnen sind 57 in den Lagern um\u00adge\u00adkom\u00admen oder sie wurden er\u00admordet, 16 Personen haben \u00fcberlebt und eine Person ist in den Lagern verschollen. Eine wei\u00adte\u00adre Person starb w\u00e4hrend der nachge\u00adwie\u00adse\u00adnen Verfolgung au\u00dferhalb der Lager, diese Per\u00adson ist hier nicht mit\u00adgez\u00e4hlt.<\/p>\n<p><strong>Aus dem heutigen Landkreis Schw\u00e4bisch Hall wurden 25 Personen verschleppt \u2013 22 wurden ermordet<\/strong><\/p>\n<p>Auf dem Gebiet des heutigen Kreises Schw\u00e4bisch Hall wurden 25 Personen gebo\u00adren, die von den Na\u00adtionalsozialisten als \u201eZi\u00adgeu\u00adner\u201c oder \u201eZigeunermischlinge\u201c klassifiziert, verfolgt und in die Kon\u00adzen\u00adtrationslager verschleppt wurden. 22 fie\u00adlen dem V\u00f6l\u00adker\u00admord zum Opfer: sie kamen um oder wur\u00adden ermordet. Drei Personen ha\u00adben \u00fcberlebt. Von den 22 Umgekommenen oder Ermordeten star\u00adben 19 in Auschwitz, eine Person starb in Bergen-Belsen, eine in Mauthausen und eine starb kurz nach ihrer R\u00fcckkehr aus den Lagern. In der folgenden Auf\u00adz\u00e4h\u00adlung stehen die im Konzen\u00adtra\u00adtions\u00adlager Ausch\u00adwitz gestorbenen Personen mit Namen und Ge\u00adburts\u00addatum. Hatten die Genannten ein anderes Schick\u00adsal, ist dies zus\u00e4tzlich in Stich\u00adwor\u00adten be\u00adzeich\u00adnet.<\/p>\n<p><strong>Rassistische Sondersteuer einbehalten<\/strong><\/p>\n<p>Weitere Personen wurden ebenfalls Opfer der rassistischen Will\u00adk\u00fcr der National\u00adsozialis\u00adten, auch wenn sie nicht deportiert wurden. Auch sie wurden auf\u00adgrund ihrer Ab\u00adstammung benachteiligt: ei\u00adnem Mann und einer Frau wurde die sogenannte \u201eSo\u00adzialaus\u00adgleichs\u00adabgabe\u201c vom Lohn einbehal\u00adten, die als eine rassistische Sondersteuer bezeichnet werden muss. Sie sind oben nicht mitge\u00adz\u00e4hlt, wer\u00adden aber im Folgen\u00adden mit Namen erw\u00e4hnt; diese Namen sind in eckige Klammern gesetzt.<\/p>\n<p><strong>Die Namen nicht vergessen<\/strong><\/p>\n<p>Weite\u00adre Fa\u00admi\u00adlien\u00admitglieder der hier genannten Per\u00adsonen wur\u00adden von den na\u00adtional\u00adsozialisti\u00adschen \u201eRas\u00adsen\u00adfor\u00adschern\u201c ebenfalls erfasst und als \u201eZigeuner\u201c klassifiziert und abgewertet. Von ihnen konn\u00adte ich we\u00adder Haft\u00adunterlagen aus den ehemaligen deut\u00adschen Kon\u00adzen\u00adtra\u00adtions\u00adlagern noch Ster\u00adbe\u00adur\u00adkun\u00adden von dort er\u00admit\u00adteln. Ihre Namen habe ich aufbewahrt. Sie sind nicht vergessen.<\/p>\n<p>Die unterstrichenen Namen sind die von Personen, die h\u00f6chstwahrscheinlich durch Hohenlohe und \u00fcber den Bahnhof Crailsheim in das Konzentrationslager Auschwitz verschleppt wurden.<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p><strong>Amlishagen:<\/strong> Katharina Georges verheiratete Pfaus *1906<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p><strong>Billingsbach:<\/strong> Franz Reinhardt *1903<\/p>\n<p><strong>B\u00fchlerzell:<\/strong> Pauline Reinhardt *1921<\/p>\n<p>C<\/p>\n<p><strong>Crailsheim:<\/strong> Hannelore Braun *1932 (im KZ Auschwitz, hat \u00fcberlebt, ist \t\t\t\t\tinzwischen verstorben)<\/p>\n<p>Norbert Schneck *1933<\/p>\n<p>D<\/p>\n<p><strong>D\u00f6rrmenz:<\/strong> Sophie Georges *1903<\/p>\n<p>E, F<\/p>\n<p><strong>Eltershofen:<\/strong> Josefine Schneck verheiratete Spengler *1906<\/p>\n<p><strong>Engelhofen:<\/strong> Adolf (auch: Rudolf) Nock *1869<\/p>\n<p>G<\/p>\n<p><strong>Gaildorf:<\/strong> Rosa Reinhardt *1914<\/p>\n<p><strong>Gailsbach:<\/strong> Arnold Reinhardt *1879<\/p>\n<p>[<strong>Geifertshofen:<\/strong> Johann Reinhardt *1922]<\/p>\n<p><strong>Gei\u00dfelhardt:<\/strong> Frieda Georges *1924<\/p>\n<p><strong>Gerabronn:<\/strong> Anna Wagner *1926 (im KZ Auschwitz, Transport, Ravensbr\u00fcck, \t\t\t\t\tSchlieben, Altenburg, Taucha, hat \u00fcberlebt, ist inzwischen verstorben)<\/p>\n<p><strong>Gro\u00dfaltdorf bei Vellberg:<\/strong> Anna Winter verheiratete Reinhardt *1916<\/p>\n<p>H, I, J, K<\/p>\n<p><strong>Hausen bei Untersontheim:<\/strong> Amalie Gabrieli verheiratete Reinhardt *1907 (in den KZs \t\t\t\t\tRavensbr\u00fcck, Mauthausen und Bergen-Belsen, f\u00fcr tot erkl\u00e4rt \t\t\t\t\tzum 31.12.1945, Todesort unbekannt, hier ist Bergen-Belsen\t\t\t\t\tals Todesort angenommen)<\/p>\n<p><strong>Hengstfeld:<\/strong> Robert Reinhardt *1888<\/p>\n<p><strong>Honkling bei Unterrot:<\/strong> Josef Reinhardt *1923<\/p>\n<p>L, M, N<\/p>\n<p><strong>Laufen am Kocher:<\/strong> Paul Reinhardt *1922<\/p>\n<p>Josef Reinhardt *1924<\/p>\n<p>O, P, Q<\/p>\n<p>Onolzheim:\t\t\tFranz Nock *1917 (in den KZs Dachau, Mauthausen, Buchenwald und Ravensbr\u00fcck, hat \u00fcberlebt, ist inzwischen verstorben)<\/p>\n<p>R<\/p>\n<p><strong>Ruppertshofen:<\/strong> Amalia Schneck verheiratete Reinhardt *1898 (im KZ Auschwitz, Transport, Ravensbr\u00fcck, Schlieben, Altenburg, Taucha, zur\u00fcckgekehrt, \t\t\t\tgestorben 1948)<\/p>\n<p>S, T, U, V<\/p>\n<p><strong>Schmalfelden:<\/strong> Friedrich Eckstein *1931<\/p>\n<p>[<strong>Sch\u00f6nbronn:<\/strong> Friederike Barbara Reinhardt verheiratete Schneck *1878]<\/p>\n<p><strong>Schrozberg:<\/strong> Friedrich Dreschner *1933<\/p>\n<p><strong>Spielbach:<\/strong> Karl Dreschner *1930<\/p>\n<p><strong>Sulzbach am Kocher:<\/strong> Anton Reinhardt *1921<\/p>\n<p>W, X, Y, Z<\/p>\n<p><strong>Wildenstein:<\/strong> Wilhelm Hofmann *1906 (1938 ins KZ Dachau verschleppt, 1940 im \t\t\t\tKZ Mauthausen gestorben)<\/p>\n<p><strong>Zwei Lebensskizzen: Norbert Schneck und Hannelore Braun.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Norbert Schneck, geboren am 29.04. 1933 in Crailsheim<\/strong><\/p>\n<p>Auschwitz-Nr. Z-2479, gestorben am 26.10. 1943. Nicht \u201eRobert Schnek\u201c wie im Gedenkbuch ein\u00adge\u00adtragen, und sein Geburtsort lag zwar in \u201eW\u00fcrt\u00ad[t]em\u00adberg\u201c wie im Gedenkbuch angegeben, ist aus an\u00adderen Unterlagen aber genauer als Crailsheim nachgewiesen. Die Eltern von Norbert Schneck waren Monika Schneck geborene Reinhard, geb. am 16. April 1909 in Gauk\u00f6nigshofen im ba\u00adyerischen Kreis Ochsenfurt (Unterfranken), gestorben am 6. Januar 1944 in Ausch\u00adwitz-Birkenau, und Heinrich Albrecht Schneck, geb. am 27. November 1899 in Stolzeneck bei Gro\u00df\u00adhirschbach, heute zu Neuenstein im Hohenlohekreis, gestorben in Koblenz in den achtziger Jahren. Diese An\u00adga\u00adben stammen vom Sonderstandesamt Bad Arolsen und aus eigener Recherche.<\/p>\n<p><strong>Kinder in vielen verschiedenen Ortschaften geboren<\/strong><\/p>\n<p>Norberts Vater Heinrich Albrecht war der Sohn von Christian Schneck aus dem hohenlohischen Heu\u00adberg bei Pfedelbach und seiner Frau Christine Marie genannt Maria geborener Reinhardt aus Baum\u00aderlenbach. Norbert Schnecks Eltern hatten 1930 in Rindelbach bei Ellwangen an der Jagst ge\u00adheiratet, dies teilt das Sonderstandesamt in Bad Arolsen mit. Das erste der vier Kinder und Norberts \u00e4ltester Bruder war Gerold Basilius, geboren am 14. Juni 1930 in Rattstadt in der Gemein\u00adde Rindelbach, jetzt Ellwangen\/Jagst. Im Gedenkbuch ist er als \u201eGe\u00adrard\u201c Schneck aus \u201eRadstadt\u201c be\u00adzeichnet. Das zweite Kind war Norbert, er wurde am 29. April 1933 in Crails\u00adheim ge\u00adbo\u00adren. Der dritte Sohn und Bruder Virgilius wurde am 17. April 1936 in Le\u00adver\u00adkusen ge\u00adbo\u00adren und das vierte Kind und die Schwester Ag\u00adnes am 25. April 1940 in Koblenz.<\/p>\n<p><strong>Dokumente aus dem Sonderstandesamt Bad Arolsen<\/strong><\/p>\n<p>Norbert und seine beiden Br\u00fcder gingen in Koblenz-Rauental in die Steinschule, so erinnert sich der Vater Heinrich sp\u00e4\u00adter; das war die katholische Volksschule in der Steinstra\u00dfe. Norbert hat vor der De\u00adpor\u00adtation zuletzt auch in Koblenz-Rauental ge\u00adwohnt. Nach der Auskunft des Son\u00adder\u00adstandesamtes Bad Arolsen wohnten auch seine Geschwister dort; f\u00fcr Ag\u00adnes ist die Adresse Wei\u00ad\u00dfer\u00adstra\u00dfe 18 bekannt. Die\u00adse Adresse ent\u00adspricht den Deportationsun\u00adterlagen der historischen Polizeidi\u00adrek\u00adtion Kob\u00adlenz vom En\u00adde der drei\u00dfiger Jahre und auch der Erinnerung eines Zeitzeugen aus der Nachkriegszeit. In der Weisser\u00adstra\u00dfe 18 befanden sich in den drei\u00dfiger Jahren die \u201eGemein\u00adschafts\u00adunter\u00adk\u00fcnfte\u201c der Stadt Kob\u00adlenz, also st\u00e4dtische Wohnungen.<\/p>\n<p><strong>Eintrag im Geburtenbuch des ho\u00adhen\u00adlo\u00adhi\u00adschen Weilers Stolzen\u00adeck<\/strong><\/p>\n<p>Norberts Vater Heinrich Albrecht Schneck wurde im Oktober 1942 in das Konzentrationslager Bu\u00adchen\u00adwald eingeliefert. Dar\u00fcber geben Akten der Polizei\u00addirektion Koblenz und des Amtes f\u00fcr Wie\u00adder\u00adgutmachung f\u00fcr Rheinland-Pfalz Auskunft, die im Landeshauptarchiv in Koblenz er\u00adhal\u00adten sind. Ein Hinweis da\u00adrauf findet sich auch im Geburtenbuch des ho\u00adhen\u00adlo\u00adhi\u00adschen Weilers Stolzen\u00adeck: Das Stan\u00addes\u00adamt der damals zust\u00e4ndigen Gemeinde Gro\u00df\u00adhirsch\u00adbach sand\u00adte am 29.10. 1942 eine Ge\u00adburts\u00adurkunde von Herrn Schneck nach Weimar und trug diesen Vor\u00adgang in das Ge\u00adbur\u00adten\u00adregister f\u00fcr Stolzeneck bzw. Gro\u00dfhirschbach ein: \u201eGe\u00adburts\u00adurkunde am 29. 10. 42 nach Konzen\u00adtra\u00adtionslager Wei\u00admar-Buchenwald \u00fcber\u00adsandt.\u201c Hein\u00adrich Albrecht Schneck hat die Haft in Buchenwald \u00fcberlebt: das Standesamt Kob\u00adlenz beurkun\u00addete im Jahr 1982 seinen Tod und teilte dies auch dem Stan\u00addesamt von Stol\u00adzeneck\/Gro\u00df\u00adhirsch\u00adbach bzw. Neuen\u00adstein mit, wo der Hinweis eingetragen ist.<\/p>\n<p><strong>Nach der Aufnahme ins Lager zwangst\u00e4towiert<\/strong><\/p>\n<p>Norbert selbst wurde wenige Wochen vor seinem zehnten Geburtstag mit seiner Mutter und seinen Ge\u00adschwis\u00adtern im M\u00e4rz 1943 von Koblenz in das Kon\u00adzen\u00adtrationslager Auschwitz verschleppt. Das Da\u00adtum des Transports war h\u00f6chstwahrscheinlich der 10. M\u00e4rz. In Auschwitz wurde Norbert wie alle an\u00adderen Deportierten nach der Aufnahme ins Lager zwangst\u00e4towiert und erhielt die Nummer Z-2479. Die polnische Historikerin und Auschwitz-Expertin Da\u00adnu\u00adta Czech datiert die Vergabe dieser Num\u00admer an einen Mann oder Jungen auf den 13. M\u00e4rz 1943 (s. Czech S. 874f.). Norbert starb in Auschwitz-Birkenau nach einem halben Jahr am 26. Oktober 1943. So hat es das Son\u00adderstandesamt Bad Arolsen be\u00adurkundet (Ur\u00adkun\u00adde Nr. 603\/1972).<\/p>\n<p><strong>Antr\u00e4ge zur Entsch\u00e4digung der Haft gestellt<\/strong><\/p>\n<p>Der Vater Heinrich Albrecht Schneck hat das KZ Buchenwald \u00fcberlebt und stellte in den 1950er Jahren Antr\u00e4ge zur Entsch\u00e4digung seiner Haft und der seiner Familie nach dem Bundesentsch\u00e4di\u00adgungs\u00adgesetz. Er erhielt f\u00fcr die Haft seines Sohnes Norbert, der anderen Kinder und seiner Frau Mo\u00adnika eine Entsch\u00e4digung zugesprochen. Au\u00dferdem er\u00adhielt er ab der Mitte der 1960er Jahre die Mindestrente nach dem BEG.<\/p>\n<p><strong>Tafel auf dem Schul\u00adhof erz\u00e4hlt nur teilweise die Geschichte des Gel\u00e4ndes<\/strong><\/p>\n<p>Die Adresse Weisserstra\u00dfe 18 in Koblenz-Rauental, wo die Wohnung der Familie Schneck war, ist heute das Ge\u00adl\u00e4nde der Clemens-Brentano-Realschule mit der Anschrift Wei\u00dfer Gasse 6. Auf einer Tafel auf dem Schul\u00adhof wird die Geschichte des Gel\u00e4ndes erz\u00e4hlt, von der Gr\u00fcndung des Domini\u00adkaner\u00adklosters im 13. Jahr\u00adhundert bis zur Errichtung der Realschule Ende der 50er Jahre. Es fehlt auf der Tafel jedoch je\u00adder Hin\u00adweis auf die Verschlep\u00adpung der Bewoh\u00adner im Jahr 1943 nach Auschwitz.<\/p>\n<p><strong>Landeshauptarchiv hat aussagekr\u00e4ftige Dokumente<\/strong><\/p>\n<p>Das l\u00e4sst sich aber besser wis\u00adsen! Denn in derselben Stadt hat das Lan\u00addes\u00adhaupt\u00adarchiv von Rhein\u00adland Pfalz aussage\u00adkr\u00e4ftige Doku\u00admen\u00adte aus jener Zeit. Zwar ist in Koblenz am Peter-Altmeier-Ufer ein Ge\u00addenk\u00adstein f\u00fcr die Koblen\u00adzer Sinti und Roma auf\u00adge\u00adstellt, die dem NS zum Opfer fielen, aber auf dem Schulgel\u00e4nde der Cle\u00admens-Brentano-Real\u00adschule selbst sind gibt es keinen Hinweis auf die von dort deportierte Familie Schneck. Dabei bietet sich hier doch dem Ge\u00adschichtsunterricht an der Schule ein Thema \u201evor der Haust\u00fcr\u201c an!<\/p>\n<p><strong>Quellen:<\/strong><\/p>\n<p>Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde, Bestand R 165, Hilfskartei (gepr\u00fcft). Nicht verzeichnet.<\/p>\n<p>Landeshauptarchiv Rheinland-Pfalz, Koblenz, Bestand 517,001; Nr. 211, Blatt 28.<\/p>\n<p>Landeshauptarchiv Rheinland-Pfalz, Koblenz, Bestand des Amtes f\u00fcr Wiedergutmachung, Signatur Re\u00adgional 399 590. Zu Norbert Schneck.<\/p>\n<p>Landeshauptarchiv Rheinland-Pfalz, Koblenz, Bestand des Amtes f\u00fcr Wiedergutmachung, Signatur Re\u00adgional 399 539. Zu Norberts Vater Heinrich Albrecht Schneck.<\/p>\n<p>Stadtarchiv Crailsheim, Auskunft vom 18.10. 2010.<\/p>\n<p>Sonderstandesamt Bad Arolsen, Auskunft vom 01.04. 2010.<\/p>\n<p>Standesamt Crailsheim, Auskunft vom 23.02. 2010.<\/p>\n<p>Stadtpflege Neuenstein, Auskunft vom 08.11. 2010. Kopie des Geburtenregistereintrags von Herrn<\/p>\n<p>Heinrich Albrecht Schneck.<\/p>\n<p><strong>Gedenkbuch Band 2<\/strong> S. 874f., Hauptbuch M\u00e4nner S. 73.<\/p>\n<p><strong>Internet-Datenbank<\/strong> \u201eauschwitz.org.pl\u201c, abgefragt am 11.02. 2010.<\/p>\n<p><strong>Danuta Czech:<\/strong> Kalendarium der Ereignisse im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau 1939-1945. Deutsch von Jochen August u.a. Reinbek bei Hamburg 1989.<\/p>\n<p><strong>Hannelore Braun, geboren am 30.10. 1932 in Crailsheim<\/strong><\/p>\n<p><strong>Laut Gedenkbuch in Auschwitz Z-4356. Ohne weiteren Eintrag.<\/strong><\/p>\n<p>Der Geburtsort war nicht \u201eGreilsheim\u201c wie im Gedenkbuch angegeben. Vielmehr besteht beim Stan\u00addesamt von Crailsheim im Kreis Schw\u00e4bisch Hall ein Geburtenregister\u00adeintrag. Meine Recherche hat sich auf die Personen konzentriert, die zusammen mit Hannelore Braun im historischen H\u00e4ftlingsbuch des Lagers B II e von Auschwitz-Birkenau, dem \u201eHauptbuch Frauen\u201c bzw. im \u201eHauptbuch M\u00e4nner\u201c verzeichnet wurden.<\/p>\n<p><strong>Transport aus der Tschechoslowakei, dem Deutschen Reich und Polen<\/strong><\/p>\n<p>Hannelore Brauns Z-Nummer, Z-4356, wurde in Auschwitz laut der polnischen Historikerin Danuta Czech am 17. M\u00e4rz 1943 ver\u00adgeben. Frau Czech notiert zu diesem Datum: \u201eMit einem Transport sind Zigeuner aus der Tschechoslowakei, dem Deutschen Reich und Polen eingetroffen. 332 M\u00e4n\u00adner und Jungen erhalten die Nummern Z-3681 bis Z-4012 und 366 Frauen und M\u00e4dchen die Num\u00admern Z-4142 bis Z-4505\u201c (s. Czech S. 443).<\/p>\n<p><strong>Ins Lager Auschwitz-Birkenau ein\u00adge\u00adwiesen<\/strong><\/p>\n<p>Mit ihrer Nummer Z-4356 wurde Hannelore Braun offenbar am 17. M\u00e4rz (sp\u00e4testens an diesem Tag) ins Lager in Birkenau ein\u00adge\u00adwiesen. In den beiden \u201eHauptb\u00fcchern\u201c stehen die Num\u00admern in un\u00admittelbarer N\u00e4he zueinander. Als Personen mit dem Nachnamen Braun sind auch genannt Hulda Braun, Fritz Braun, Anna, Hel\u00adga, Il\u00adka, Karl, Anton und Adolf Braun (s. das Gedenkbuch). Es ist an\u00adzu\u00adneh\u00admen, dass sie Familienange\u00adh\u00f6\u00adri\u00adge und Verwandte waren. M\u00f6glicherweise ist auch Herr Stefan Reichmann, geb. am 4. Mai 1907 in Rotterdam, ein Verwandter, eventuell ein Bruder von Hulda Braun und also der Schwager von Fritz Braun?<\/p>\n<p><strong>\u201eZ. D.\u201c: &#8222;deutsche Zigeuner&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Laut dem Eintrag im Gedenkbuch sind die Genannten als \u201eZ. D.\u201c, also als deutsche Zigeuner, in die Hauptb\u00fccher eingetragen. Hulda Braun wurde angeblich in \u201eOttasberg\u201c geboren, was wohl richtig Ot\u00adtersberg hei\u00dft, was im preu\u00dfischen Kreis Achim lag; Fritz Braun ist in Tillitz geboren. \u201eEngol\u00adstadt\u201c ist als Geburtsort f\u00fcr Karl Braun, geb. am 20. M\u00e4rz 1935 genannt und f\u00fcr Adolf Braun, geb. am 13. August 1938.<\/p>\n<p><strong>Auf der Karte ist als Beruf \u201eSchau\u00adsteller\u201c ein\u00adge\u00adtragen<\/strong><\/p>\n<p>Meine Anfrage beim Meldeamt der Stadt Ingolstadt bzw. dem Stadtarchiv dort hat folgendes Ergeb\u00adnis gebracht: Herr Fritz Braun zog im M\u00e4rz 1938 aus Stettin kommen in Ingolstadt zu und wurde am 17. November 1941 ohne weitere Ortsangabe ab\u00adge\u00admel\u00addet. Auf der Karte ist als Beruf \u201eSchau\u00adsteller\u201c ein\u00adge\u00adtragen. Der Familienstand ist als \u201eledig\u201c eingetragen. Es sind keine Kinder genannt. Aus der Adress\u00adkartei hat sich ergeben, dass er in der angegebenen Wohnung mit Frau Anna Braun, geboren am 25. M\u00e4rz 1910, von Beruf Artis\u00adtin, gelebt hat. Auch Anna Braun ist am 17. November 1941 abge\u00admeldet wor\u00adden. Der Mitarbeiter des Stadtarchivs von Ingolstadt vermutet, dass Anna Braun die Schwester von Fritz Braun gewesen ist. Fritz Braun ist in den \u00e4ltesten Ingolst\u00e4dter Ge\u00adwer\u00adbelisten die bis vor den Krieg zu\u00adr\u00fcck reichen und in den Adressb\u00fcchern von 1935 und 1937 nicht genannt.<\/p>\n<p><strong>Anna Braun und Hulda Braun waren ver\u00admutlich Schw\u00e4gerinnen<\/strong><\/p>\n<p>Da das Geburtsdatum von Frau Anna Braun 25. M\u00e4rz 1910 von der Ingolst\u00e4dter Meldekarteikarte mit dem Ge\u00adburts\u00addatum von Anna Braun im \u201eHauptbuch Frauen\u201c von Auschwitz-Birkenau und in der Internet-Datenbank \u201eauschwitz.org.pl\u201c \u00fcbereinstimmt (dort als Geburtsort: Bischofswerder), muss die Identit\u00e4t der Person festgestellt werden. Es ist anzunehmen, dass es sich bei den nach Bir\u00adke\u00adnau Verschleppten um die Ge\u00adschwister Anna und Fritz Braun handelt. Die anderen Verzeichneten sind wahrscheinlich ih\u00adre Ehe\u00adpartner und ihre Kinder. Anna Braun und Hulda Braun waren also ver\u00admutlich Schw\u00e4gerinnen.<\/p>\n<p><strong>Operationsbuch der Chirurgischen Abtei\u00adlung des H\u00e4ftlingskranken\u00adbaues des KZ Ausch\u00adwitz<\/strong><\/p>\n<p>Der Internationale Suchdienst Bad Arolsen teilt zu Hulda Braun mit: \u201eDie letzte Ein\u00adtrag\u00adung aus KZ Unterlagen \u2013 Operationsbuch der Chirurgischen Abtei\u00adlung des H\u00e4ftlingskranken\u00adbaues des KZ Ausch\u00adwitz \u2013 f\u00fcr Hulda BRAUN ist der 23.10. 1943.\u201c Der Internationale Suchdienst teilt zu Anna Braun, Hannelores vermuteter Tante, mit: \u201eAnna BRAUN ist auf der Ver\u00e4nderungsmeldung des KZ Ravensbr\u00fcck (\u00dcberstellung am 19.04. [1944, UG] vom KZ Ausch\u00adwitz) mit der H\u00e4ftlingsnummer 35665 re\u00adgistriert. Hannelore Braun ist auf der vor\u00adgenannten Liste nicht registriert\u201c.<\/p>\n<p><strong>Hannelore Braun hat das Lager Auschwitz \u00fcberlebt<\/strong><\/p>\n<p>Hannelore Brauns Schicksal nach ihrer Einweisung ins Lager B II e in Birkenau ist mir bis\u00adher nicht be\u00adkannt geworden. Denn im Gedenkbuch fehlen alle weiteren Eintr\u00e4ge. Und doch hat sie das Lager \u00fcberlebt. M\u00f6g\u00adlicher\u00adweise wurde also Hannelore Braun 1944 aus Auschwitz in ein ande\u00adres Kon\u00adzentrationslager weiter ver\u00adschleppt? So geschah es mit ihrer vermutlichen Tante Anna Braun. Sie wurde am 15.04. 1944 vom Konzentrationslager Auschwitz nach Ra\u00advens\u00adbr\u00fcck geschickt. Wenn es von Hannelore Braun im \u201eHauptbuch Frauen\u201c nach dem Aufnahmeeintrag keine weitere Nachricht gab, muss davon ausgegangen werden, dass sie ohne Transport-Vermerk mit Anna Braun in das KZ Ravensbr\u00fcck \u00fcberstellt wurde.<\/p>\n<p><strong>Hannelore Braun ist 1985 in Bochum gestorben<\/strong><\/p>\n<p>Das Standesamt Crailsheim teilt mit, dass Hannelore Braun im Geburten\u00adre\u00adgister unter der Nr. 163 aus 1932 als in Crailsheim geboren beur\u00adkun\u00addet wurde und am 24.12. 1985 in Bochum starb. Da diese Geburtsdaten mit den Dokumenten der Verfolgung im NS \u00fcbereinstimmen, ist die Identit\u00e4t von Hannelore Braun bewiesen.<\/p>\n<p><strong>\u00dcber Fritz Braun hat die Deutsche Dienststelle (WASt) keine Unterlagen<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcber Fritz Braun hat die Deutsche Dienststelle (WASt) keine Auf\u00adzeichnungen und Un\u00adter\u00adla\u00adgen. M\u00f6g\u00adlicher\u00adweise wurde er nicht gemustert und war keiner Wehrmachtsein\u00adheit zugeordnet. Ich habe noch nicht herausgefunden, ob er vom Milit\u00e4r\u00addienst und sp\u00e4ter von Kriegsdienst zur\u00fcck\u00adgestellt war. Wenn Fritz Braun \u201eSchausteller\u201c war und der Vater von Hannelore Braun; was waren dann die Um\u00adst\u00e4nde der Geburt von Hannelore im Oktober 1932 in Crailsheim?<\/p>\n<p><strong>Quellen:<\/strong><\/p>\n<p>Internationaler Suchdienst Bad Arolsen, Auskunft vom 25.05. 2011.<\/p>\n<p>Deutsche Dienststelle f\u00fcr die Benachrichtigung der n\u00e4chsten Angeh\u00f6rigen von Gefallenen der ehe\u00adma\u00adligen deutschen Wehrmacht \u2013 WASt, Auskunft \u00fcber Fritz Braun, geb. am 31.05. 1907 in Tillitz, vom 18.05. 2011.<\/p>\n<p>Stadtmuseum Ingolstadt, Auskunft vom 06.10. 2011.<\/p>\n<p>Standesamt Crailsheim, Auskunft vom 02.12. 2009.<\/p>\n<p><strong>Gedenkbuch Band 1<\/strong> S. 306f., Hauptbuch Frauen S. 281f.<\/p>\n<p>Gedenkbuch Band 2 S. 958f., Hauptbuch M\u00e4nner S. 115.<\/p>\n<p><strong>Internet-Datenbank<\/strong> \u201eauschwitz.org.pl\u201c, abgefragt am 17.10. 2011.<\/p>\n<p><strong>Danuta Czech:<\/strong> Kalendarium der Ereignisse im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau 1939 bis 1945. Deutsch von Jochen August u.a. Reinbek bei Hamburg 1989.<\/p>\n<p><strong>Die Stadt und die Verfolgung<\/strong><\/p>\n<p><strong>Bahnhof von Crailsheim war Deportationsbahnhof<\/strong><\/p>\n<p>1. Der Bahnhof von Crailsheim war Deportationsbahnhof: das hei\u00dft, aus dem Bahnhof und durch ihn wurden Menschen mit der Eisenbahn in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert, und zwar nachweislich im M\u00e4rz 1943 und im Mai 1944. Im Folgenden stehen unter A zwei Deporta\u00adtionen im M\u00e4rz 1943 aufgef\u00fchrt, unter B steht die De\u00adpor\u00adtation vom 9. Mai 1944 der Sinti-Kinder aus der St. Josefspflege in Mulfingen. Die Mitwir\u00adkung der Ortspolizei von Crailsheim (Schutz\u00adpolizei-Dienst\u00adabteilung) bei der Ver\u00adschleppung der Kin\u00adder der St. Josefspflege in Mulfingen ist durch das \u201eT\u00e4tigkeitsbuch\u201c be\u00adlegt.<\/p>\n<p>A Zwei Zugverbindungen bei den Deportationen der Sinti, Roma und Jenischen aus Baden im M\u00e4rz 1943 durch Hohenlohe nach Auschwitz in das KZ Birkenau<\/p>\n<p>23.03. 1943 [Dienstag]<\/p>\n<p><strong>\u201eZugverbindung Mosbach \u2013 Auschwitz (Personenzug)<\/strong><\/p>\n<p>Mosbach\t\t\t\t\t\tab:\t23.3.43\t5.06\tUhr,<\/p>\n<p>Neckarelz\t\t\t\t\t\tan:\t\t\t5.10\tUhr,<\/p>\n<p>Neckarelz\t\t\t\t\t\tab:\t\t\t5.15\tUhr,<\/p>\n<p>Heilbronn\t\t\t\t\t\tan:\t\t\t6.22\tUhr,<\/p>\n<p>Heilbronn\t\t\t\t\t\tab:\t\t\t9.00\tUhr,<\/p>\n<p>Weinsberg\t\t\t\t\t\tan\t\t\t9.12\tUhr<\/p>\n<p>\u00d6hringen\t\t\t\t\t\tan\t\t\t9.37\tUhr<\/p>\n<p>Waldenburg (W\u00fcrtt.)\t\t\t\t\tan\t\t\t10.00\tUhr<\/p>\n<p>Schw\u00e4bisch Hall\t\t\t\t\tan\t\t\t10.16\tUhr<\/p>\n<p>ab\t\t\t10.19\tUhr<\/p>\n<p>Schw\u00e4bisch Hall-Hessental\t\t\t\tan\t\t\t10.31\tUhr<\/p>\n<p>ab\t\t\t10.40\tUhr<\/p>\n<p>Crailsheim\t\t\t\t\t\tan\t\t\t11.10\tUhr<\/p>\n<p>Crailsheim\t\t\t\t\t\tab\t\t\t11.20\tUhr<\/p>\n<p>&#8230;<\/p>\n<p>N\u00fcrnberg\t\t\t\t\t\tan:\t\t\t13.15\tUhr,<\/p>\n<p>N\u00fcrnberg\t\t\t\t\t\tab:\t\t\t14.05\tUhr,<\/p>\n<p>&#8230;<\/p>\n<p>Hof\t\t\t\t\t\t\tan:\t[23.3.43]\t22.43\tUhr,<\/p>\n<p>Hof\t\t\t\t\t\t\tab:\t24.3.43\t5.00\tUhr,<\/p>\n<p>&#8230;<\/p>\n<p>Liegnitz\t\t\t\t\t\tan: \t[24.3.43]\t23.01\tUhr,<\/p>\n<p>Liegnitz\t\t\t\t\t\tab:\t25.3.43\t4.35\tUhr,<\/p>\n<p>&#8230;<\/p>\n<p>Heydebrock [so, richtig: Heydebreck]\t\tan:\t[25.03. 43]\t11.55\tUhr,<\/p>\n<p>Heydebrock [so, richtig: Heydebreck]\t\tab:\t\t\t12.06\tUhr,<\/p>\n<p>&#8230;<\/p>\n<p>Auschwitz\t\t\t\t\t\tan:\t[25.03. 43]\t15.01\tUhr.\u201c<\/p>\n<p><strong>Unter\u00adstrichen ist der Haltebahn\u00adhof Crailsheim<\/strong><\/p>\n<p>In Schwarz steht die von der Kriminalpolizei Karlsruhe erstellte Zugverbindung, in Rot der fahr\u00adplan\u00adm\u00e4\u00dfige Zug der Reichsbahn\u00addirektion Stuttgart Nr. 863 auf der Strecke Heil\u00adbronn am Neckar-N\u00fcrn\u00adberg, als Per\u00adso\u00adnen\u00adzug 2. und 3. Klasse. Dieser Zug ver\u00adkehr\u00adte an Werkta\u00adgen, Montag bis Sams\u00adtag. Unter\u00adstrichen ist der Haltebahn\u00adhof Crailsheim. Die Reichsbahndirektion Karlsruhe stellte ab Mosbach einen \u201edurch\u00adge\u00adhen\u00adden Personen\u00adwa\u00adgen\u201c f\u00fcr \u201e50 Per\u00adso\u00adnen und 15 Personen Begleitper\u00adsonal\u201c zur Verf\u00fcgung (siehe Ar\u00adno Huth 2009, S. 67).<\/p>\n<p><strong>Kurs\u00adbuch\u00adb\u00fc\u00adro der Ge\u00adne\u00adralbetriebsleitung Ost Berlin<\/strong><\/p>\n<p>Quelle f\u00fcr den schwarz geschriebenen Text: Original im General\u00adlan\u00addes\u00adarchiv Karlsruhe, 364\/1975\/3 II Genera\u00adlia 24 (so Arno Huth 2009). Quelle f\u00fcr den rot markierten Text: Deutsches Kursbuch. Ge\u00adsamt\u00adausgabe der Reichs\u00adbahn-Kurs\u00adb\u00fccher. G\u00fcltig vom 2. No\u00advem\u00adber 1942 an bis auf weiteres. He\u00adraus\u00adgegeben von der Deutschen Reichs\u00adbahn, Kurs\u00adbuch\u00adb\u00fc\u00adro der Gene\u00adral\u00adbetriebsleitung Ost Berlin [ohne Datum]. Archivort 2009: Museum Deutsche Bahn, N\u00fcrnberg. Quelle f\u00fcr den rot geschriebe\u00adnen Text: Deutsches Kursbuch. Gesamtausgabe der Reichs\u00adbahn-Kurs\u00adb\u00fccher. G\u00fcltig vom 2. No\u00advem\u00adber 1942 an bis auf weiteres. Herausgegeben von der Deut\u00adschen Reichs\u00adbahn, Kurs\u00adbuch\u00adb\u00fc\u00adro der Ge\u00adne\u00adralbetriebsleitung Ost Berlin [ohne Datum]. Ar\u00adchiv\u00adort 2009: Museum Deutsche Bahn, N\u00fcrnberg.<\/p>\n<p><strong>Weitere Quelle: Arno Huth: <\/strong>Verfolgung der Sinti, Roma und Jenischen im l\u00e4ndlichen Raum des Kraich\u00adgaus, des Neckartales, des Elztales und des Baulandes. Eine Dokumentation. Herausgegeben von der KZ-Gedenkst\u00e4tte Neckarelz. Mosbach-Neckarelz 2009.<\/p>\n<p>24.03. 1943 [Mittwoch]<\/p>\n<p><strong>&#8222;Zugverbindung Herbolzheim \u2013 Auschwitz (Personenzug)<\/strong><\/p>\n<p>Herbolzheim\t\t\t\t\t\tab:\t24.3.43\t16.41\tUhr,<\/p>\n<p>Offenburg\t\t\t\t\t\tan:\t\t\t17.31\tUhr,<\/p>\n<p>Offenburg\t\t\t\t\t\tab:\t\t\t18.39\tUhr,<\/p>\n<p>Karlsruhe\t\t\t\t\t\tan:\t[24.3.43]\t20.34\tUhr,<\/p>\n<p>Karlsruhe\t\t\t\t\t\tab:\t25.3.43\t6.40\tUhr,<\/p>\n<p>Heilbronn\t\t\t\t\t\tan:\t\t\t8.36\tUhr,<\/p>\n<p>Heilbronn\t\t\t\t\t\tab:\t\t\t9.00\tUhr,<\/p>\n<p>Weinsberg\t\t\t\t\t\tan\t\t\t9.12\tUhr<\/p>\n<p>\u00d6hringen\t\t\t\t\t\tan\t\t\t9.37\tUhr<\/p>\n<p>Waldenburg (W\u00fcrtt.)\t\t\t\t\tan\t\t\t10.00\tUhr<\/p>\n<p>Schw\u00e4bisch Hall\t\t\t\t\tan\t\t\t10.16\tUhr<\/p>\n<p>ab\t\t\t10.19\tUhr<\/p>\n<p>Schw\u00e4bisch Hall-Hessental\t\t\t\tan\t\t\t10.31\tUhr<\/p>\n<p>ab\t\t\t10.40\tUhr<\/p>\n<p>Crailsheim\t\t\t\t\t\tan\t\t\t11.10\tUhr<\/p>\n<p>Crailsheim\t\t\t\t\t\tab\t\t\t11.20\tUhr<\/p>\n<p>&#8230;<\/p>\n<p>N\u00fcrnberg\t\t\t\t\t\tan:\t\t\t13.15\tUhr,<\/p>\n<p>N\u00fcrnberg\t\t\t\t\t\tab:\t\t\t14.05\tUhr,<\/p>\n<p>&#8230;<\/p>\n<p>Hof\t\t\t\t\t\t\tan:\t[25.3.43]\t22.43\tUhr,<\/p>\n<p>Hof\t\t\t\t\t\t\tab:\t26.3.43\t5.00\tUhr,<\/p>\n<p>&#8230;<\/p>\n<p>Liegnitz\t\t\t\t\t\tan:\t[26.3.43]\t23.01\tUhr,<\/p>\n<p>Liegnitz\t\t\t\t\t\tab:\t27.3.43\t4.35\tUhr,<\/p>\n<p>&#8230;<\/p>\n<p>Heydebrock [so, richtig: Heydebreck]\t\tan:\t[27.3.43]\t11.55\tUhr,<\/p>\n<p>Heydebrock [so, richtig: Heydebreck]\t\tab:\t\t\t12.06\tUhr,<\/p>\n<p>&#8230;<\/p>\n<p>Auschwitz\t\t\t\t\t\tan:\t[27.3.43]\t15.01\tUhr.<\/p>\n<p><strong>Durchgehender Wagen kommt von Radolfzell und ist von Offenburg ab zu ben\u00fctzen.\u201c<\/strong><\/p>\n<p><strong>Unter\u00adstrichen ist wieder der Haltebahn\u00adhof Crailsheim<\/strong><\/p>\n<p>In Schwarz steht die von der Kriminalpolizei Karlsruhe erstellte Zugverbindung, in Rot der fahr\u00adplan\u00adm\u00e4\u00dfige Zug der Reichsbahn\u00addirektion Stuttgart Nr. 863 auf der Strecke Heil\u00adbronn am Neckar-N\u00fcrn\u00adberg, als Per\u00adso\u00adnen\u00adzug 2. und 3. Klasse. Dieser Zug ver\u00adkehr\u00adte an Werkta\u00adgen, Montag bis Sams\u00adtag. Unter\u00adstrichen ist der Haltebahn\u00adhof Crailsheim.<\/p>\n<p><strong>Quelle f\u00fcr den schwarz geschriebenen Text:<\/strong> Staatsarchiv Freiburg [im Breisgau], Landratsamt Em\u00admendingen, Zug. 1969\/10, P. Nr. 32, Nr. 240. Als Faksimile wiedergegeben in: Ge\u00addenk\u00adbuch. Die Sin\u00adti und Roma im Konzentra\u00adtions\u00adlager Auschwitz-Birkenau. Herausgegeben vom Staatlichen Mu\u00adseum Auschwitz-Birkenau in Zusammenarbeit mit dem Dokumentations- und Kulturzentrum Deut\u00adscher Sinti und Roma, Hei\u00adde\u00adlberg. 2 B\u00e4nde M\u00fcnchen u.a. 1993, hier Band 2, S. 1580. Die Unter\u00adstrei\u00adchung ist von mir. Quelle f\u00fcr den rot geschriebenen Text: Deutsches Kursbuch. Gesamtausgabe der Reichs\u00adbahn-Kurs\u00adb\u00fccher. G\u00fcltig vom 2. No\u00advem\u00adber 1942 an bis auf weiteres. Herausgegeben von der Deut\u00adschen Reichs\u00adbahn, Kurs\u00adbuch\u00adb\u00fc\u00adro der Generalbetriebsleitung Ost Berlin [ohne Datum]. Ar\u00adchiv\u00adort 2009: Museum Deutsche Bahn, N\u00fcrnberg.<\/p>\n<p><strong>Waren in diesen beiden Transporten Deportierte Sinti, Roma und Jenische mit Geburtsort in Hohenlohe?<\/strong><\/p>\n<p>Mosbacher Transport vom 23.03. 1943, in Auschwitz am 25.03. 1943<\/p>\n<p>Mit ihm wurde h\u00f6chstwahrscheinlich kein in Hohenlohe geborener Sinto oder Sinteza verschleppt.<\/p>\n<p>Arno Huth z\u00e4hlt f\u00fcr diesen Transport 53 Personen. Jan Parcer und Anna Laczma\u0144ska erw\u00e4hnen f\u00fcr den 25.03. neben anderen verzeichneten Transporten einen Transport aus \u201eDeutschland\u201c von 29 Frau\u00aden und 25 M\u00e4nnern, also insgesamt 54 Per\u00adso\u00adnen. Das entspricht der Auflistung in den beiden his\u00adtorischen \u201eHaupt\u00adb\u00fc\u00adchern des Zigeunerlagers\u201c. Mit den Mosbacher Sinti und Roma wurde Josef Burek geboren 1931 in Katto\u00adwitz, als Sinto ins Lager eingewiesen.<\/p>\n<p><strong>Herbolzheimer Transport (auch Radolfzell) vom 24.03. 1943, in Auschwitz am 27.03. 1943<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die Deportation der badischen Sinti im Jahr 1943 ist auch der Transport wichtig, der am 27.03. in Ausch\u00adwitz verzeichnet wurde. Die 514 Personen von diesem Transport aus \u201eDeutschland\u201c, 263 Frauen und 251 M\u00e4nner, wurden ins Lager B II e in Auschwitz-Birkenau eingewiesen und erhielten Z-Nummern t\u00e4to\u00adwiert, so Parcer und Laczma\u0144ska. In diesem Transport befanden sich Menschen aus Radolfzell, Singen, Herbolz\u00adheim und Karls\u00adruhe. Auf\u00adf\u00e4llig ist hier wie auch schon beim Transport vom 24.03., dass die j\u00fcngsten Depor\u00adtier\u00adten, die Klein\u00adkinder, in ganz verschiedenen Regionen des \u201eReiches\u201c geboren worden wa\u00adren: Mar\u00adburg, Ful\u00adda, Hanau, Messkirch, Herbolzheim, Karlsruhe. In diesem Transport wurde Emma Wei\u00df deportiert, die 1902 in Assamstadt geboren wor\u00adden war. Allerdings vermute ich, dass sie aus Fulda verschleppt wurde, wie j\u00fcngere Deportierte mit dem\u00adsel\u00adben Na\u00admen, die m\u00f6glicherweise dort in Fulda geborenen Familienangeh\u00f6rige waren.<\/p>\n<p>Am Ende der Liste im \u201eH\u00e4ftlingsbuch (Frauen)\u201c von Auschwitz-Birkenau am 27.03. 1943 steht der Name von <strong>Magdalene Rein\u00adhardt, die 1925 in Forch\u00adtenberg geboren wurde<\/strong>, und ihrer Ange\u00adh\u00f6\u00adri\u00adgen. Forchtenberg liegt heute im Hohenlohekreis. Aus welchem Ort sie ver\u00adschleppt wurde, konnte ich bisher nicht feststellen.<\/p>\n<p><strong>Andere Transporte: Der Mannheimer Transport vom 21.? bis 24.03. 1943<\/strong><\/p>\n<p>Aus Baden wurden 1943 zuerst die Sinte aus Mannheim verschleppt, die im Konzentrationslager Auschwitz am Mittwoch, dem 24.03. 1943 verzeichnet wurden. Es ist mir noch nicht klar, an wel\u00adchem Tag dieser Transport Mannheim ver\u00adlie\u00df: am Sonntag, dem 21.03. 1943 oder am Montag, dem 22.03. 1943? Auch die Fahrstrecke dieses Deportationszuges im Netz der Deutschen Reichs\u00adbahn ist mir noch unbekannt.<\/p>\n<p>Parcer und Laczma\u0144ska nennen f\u00fcr den 27.03. 1943 einen Transport aus \u201eDeutsch\u00adland\u201c, mit 259 De\u00adpor\u00adtierten; 127 Frauen und 132 M\u00e4nnern (die Zahl wurde nach der An\u00adzahl der ausge\u00adge\u00adbe\u00adnen H\u00e4ft\u00adlings\u00adnummern festgestellt).<\/p>\n<p>Aus Mannheim wurde Adolf (auch: Rudolf) Nock deportiert, geb. 1869 in Engelhofen bei Gail\u00addorf. Er wurde in Auschwitz am 24.03. verzeichnet. Da die j\u00fcngsten Deportierten dieses Trans\u00adports die Klein\u00adkinder laut den beiden Hauptb\u00fcchern des Lagers B II e in Wan\u00adne-Eickel und Ber\u00adlin (auch: Ber\u00adlin-Marzahn) geboren worden waren, ist anzu\u00adnehmen, dass dieser Trans\u00adport nicht als &#8218;geschlos\u00adsener&#8216; von einem Ort bis nach Ausch\u00adwitz fuhr, son\u00addern dass auf den Bahn\u00adh\u00f6fen unterwegs mehrere Transporte aus unterschiedlichen Abgangsbahnh\u00f6fen zusam\u00admen\u00adgekoppelt wurden. Welche Bahn\u00adh\u00f6fe dies wa\u00adren, habe ich bisher nicht festgestellt.<\/p>\n<p><strong>Andere Transporte: Der Buchener und Sinsheimer Transport, in Auschwitz am 26.03. 1943<\/strong><\/p>\n<p>Am 26.03. kam der Transport mit den Deportierten aus Buchen und Sinsheim an. Josef Georges, geboren am 31.01. 1904 in Mergentheim, wurde am 26.03. 1943 in Auschwitz mit der Nummer Z-5139 t\u00e4towiert. Mit ihm wurden insgesamt 30 M\u00e4nner und m\u00e4nnliche Kin\u00adder num\u00admeriert, die j\u00fcngs\u00adten davon aus Hardheim, Osterburken und Ballenberg. Seine<strong> Ehefrau Sofie Georges geboren in D\u00f6rrmenz<\/strong> und Tochter Frieda Georges geboren in Gei\u00dfel\u00adhardt, wur\u00adden ebenfalls am 26.03. 1943 in Auschwitz mit den Nummer Z-5690 und Z-5691 t\u00e4\u00adto\u00adwiert, mit ihnen weitere Frauen und weibliche Kinder, die j\u00fcngsten davon aus Osterbur\u00adken und Bal\u00adlen\u00adberg, insgesamt 24.<\/p>\n<p><strong>35 Ver\u00adschleppte aus dem Kreis Buchen und 14 Ver\u00adschlepp\u00adte aus Sinsheim<\/strong><\/p>\n<p>Arno Huth datiert die Ein\u00adlie\u00adfe\u00adrung der 35 Ver\u00adschleppten aus dem Kreis Buchen und der 14 Ver\u00adschlepp\u00adten aus Sinsheim auf den 26.03. 1943. Parcer und Laczma\u0144ska nennen am 26.03. neben an\u00adde\u00adren Transporten nach Auschwitz einen Trans\u00adport aus \u201eDeutschland\u201c von 24 Frauen und 30 M\u00e4n\u00adnern, also insgesamt 54 Personen. Dieser Trans\u00adport war h\u00f6chstwahr\u00adscheinlich der aus Buchen und Sinsheim. Die Gesamtzahl von 54 ins Lager eingewiesenen Sinti und Roma erkl\u00e4rt sich wie folgt: Zu den 49 Personen aus Buchen und Sinsheim kamen, vermutlich un\u00adter\u00adwegs, f\u00fcnf weitere hinzu: zwei polnische Frauen und drei deut\u00adsche M\u00e4nner, alle als Sinti und Roma verschleppt (aus K\u00f6nigs\u00adberg, \u201eMisburg\u201c und Po\u00adsen, s. Ge\u00addenk\u00adbuch Band 2 S. 1030), die alle ebenfalls Z-Nummern er\u00adhiel\u00adten; diese Einwei\u00adsun\u00adgen sind ebenfalls bei Parcer und Laczma\u0144ska erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p><strong>Ge\u00admeinde Seckach ver\u00adpflegte die Ver\u00adhaf\u00adte\u00adten<\/strong><\/p>\n<p>Hier noch ein Detail des Transports aus den Badischen Bezirken Buchen und Sinsheim, der am 26.03. 1943 in Auschwitz verzeichnet wur\u00adde: Am 23.03. 1943 [Dienstag] um 17 Uhr waren aus Hard\u00adheim die Fa\u00admilien Reinhardt und Wagner ab\u00adtranspor\u00adtiert worden, zu\u00adn\u00e4chst offen\u00adsicht\u00adlich nach Seckach, wo weitere H\u00e4ftlinge, insgesamt 35, ver\u00adsammelt wurden (siehe Arno Huth, 2009, S. 73). Die Ge\u00admeinde Seckach ver\u00adpflegte die Ver\u00adhaf\u00adte\u00adten (s. Huth 2009, S. 73). Wann der Transport aus Seckach nach Auschwitz abfuhr, habe ich noch nicht er\u00admit\u00adtelt: Noch am 23.03., sp\u00e4tabends? Erst n\u00e4chsten Tag, dem 24.03., einem Mittwoch? In Heil\u00adbronn ka\u00admen 14 Deportierte aus dem Kreis Sins\u00adheim dazu. Wann verlie\u00df der Trans\u00adport Heil\u00adbronn? Am Dienstag, dem 23.03. 1943, sp\u00e4tabends? Oder am Mittwoch, dem 24.03. 1943, fr\u00fchmor\u00adgens, m\u00f6glicherweise auf den Anschlusszug ab Heil\u00adbronn 9 Uhr nach N\u00fcrn\u00adberg?<\/p>\n<p>B <strong>Die Deportation der Sinti-Kinder aus der St. Josefspflege in Mulfingen<\/strong> am 9. Mai 1944 \u00fcber die Bahnh\u00f6fe K\u00fcnzelsau, Waldenburg\/W\u00fcrttemberg und Crailsheim nach Auschwitz<\/p>\n<p>Als Quelle dient das \u201eT\u00e4tigkeitsbuch\u201c der Ortspolizei von Crailsheim (das ist die Schutzpolizei-Dienst\u00adab\u00adteilung) im Stadtarchiv Crailsheim:<\/p>\n<p>Eintrag Lfd. Nr. 2039, ohne Datum [am 9. Mai 1944, UG]: \u201eBahnhofdienst. \u00dcberwachen eines Transportes Zigeunerkinder, welche nach Auschlitz [so, UG] verschubt wurden.\u201c<\/p>\n<p><strong>Schwangere Frau mit zwei oder drei Kindern in den Transport gezwungen<\/strong><\/p>\n<p>Nach einer Zeugenaussage wurde im Bahnhof Crailsheim eine schwangere Frau mit zwei oder drei Kindern in den Transport gezwungen. Der Nachweis kann erbracht werden, dass es sich um Frau Anna Reinhardt, geborene Winter, handelte, die 1916 in Gro\u00dfaltdorf bei Vellberg geboren worden war. Sie wurde mit ihren Kindern Erhard Jakob und Hildegard in Heilbronn am Neckar verhaftet und nach Crailsheim gebracht und von dort weiter nach Auschwitz. In einer Entsch\u00e4digungsakte im Staatsarchiv Ludwigsburg ist der Augenzeugenbericht ihres \u00fcberlebenden Vaters von ihrer Verhaftung in Heilbronn erhalten.<\/p>\n<p>C <strong>Weitere Deportationstransporte \u00fcber Crailsheim?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Einige Sinte aus Bad Mergentheim fl\u00fcchteten<\/strong><\/p>\n<p>Aus anderen Unterlagen ergibt sich vorl\u00e4ufig, dass eine f\u00fcr den 20. Januar 1944 geplante Depor\u00adtation von Sinte aus Bad Mergentheim, wegen der Flucht einiger der zu Deportierenden nicht wie geplant durchgef\u00fchrt werden konnte; der Zeitzeuge der dies Anfang der f\u00fcnfziger Jahre so in den Entsch\u00e4di\u00adgungsunter\u00adlagen einer \u00dcberlebenden darstellte, war 1944 Mit\u00adglied der Bad Mer\u00adgent\u00adheimer Schutz\u00adpolizei-Dienstabteilung gewesen. Am 9. Februar 1944 aber, also drei Wochen nach dem &#8218;ge\u00adplatzten&#8216; ersten Termin, fand dann doch ein Transport von hohen\u00adlo\u00adher (auch Bad Mer\u00adgent\u00adheimer) Sin\u00adte nach Auschwitz statt, wo die Be\u00adtroffenen am 11. Februar in den \u201eHauptb\u00fcchern\u201c verzeichnet und zwangs\u00adt\u00e4towiert wur\u00adden. Am sel\u00adben Tag dem 11. Februar erschien im \u201eDeut\u00adschen Kriminal\u00adpo\u00adli\u00adzeiblatt\u201c (Nr. 4802, S. 154) der Fahn\u00addungs\u00adaufruf \u00fcber die vorher ge\u00adflohenen Mit\u00adglieder der Bad Mer\u00adgentheimer Sinte-Fa\u00admi\u00adlie.<\/p>\n<p><strong>Unklar auf welcher Bahnstrecke die Verschleppung stattfand<\/strong><\/p>\n<p>Es ist mir zur Zeit noch unbekannt, wie die Deportation vom 9. bis 11. Februar 1944 ablief und auf wel\u00adcher Bahnstrecke die Verschleppung stattfand. Die Flucht vom Januar 1944 f\u00fchrt zu einer wei\u00adte\u00adren Auf\u00adfas\u00adsung \u00fcber die m\u00f6gliche Rolle des Crailsheimer Bahnhofs bei der Verfolgung der Sinti, Roma und Je\u00adnischen aus der Gegend:<\/p>\n<p><strong>Crailsheim war vermutlich f\u00fcr zwei Fl\u00fcchtlinge aus Bad Mer\u00adgentheimer Sta\u00adtion auf dem Weg in die Illegalit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>D Der Bahnhof Crailsheim war vermutlich f\u00fcr zwei Fl\u00fcchtlinge aus Bad Mer\u00adgentheimer Sta\u00adtion auf dem Weg in die Illegalit\u00e4t im Elsa\u00df und Baden (oder es kommt dem Bahnhof Lauda-K\u00f6nigs\u00adho\u00adfen diese Funktion zu). Eine der Fl\u00fcchtenden gibt als \u00dcberlebende sp\u00e4ter, in ihren Entsch\u00e4digungsakten, an, sie und ihre Mutter seien aus Bad Mergentheim mit der Bahn ins Elsa\u00df geflohen. Die Akte ist im Staatsarchiv in Ludwigsburg erhalten.<\/p>\n<p><strong>Die Stadt Crailsheim und die Verfolgung<\/strong><\/p>\n<p>1. In Stadt befand sich der Arbeitsplatz von zwei Frauen, die 1944 von der Ortspolizei im Auftrag der Kriminalpolizei Stuttgart als \u201eZigeunermischlinge\u201c \u201ebegutachtet\u201c wurden; dies ist durch das T\u00e4tigkeitsbuch der Ortspolizei von Crailsheim be\u00adlegt. Arbeitgeberin der Frauen war die Firma Ro\u00adbert Bosch. Diese Frauen waren m\u00f6glicherweise zum Ar\u00adbeits\u00addienst ver\u00adpflichtet worden und auf\u00adgrund dessen von der De\u00adpor\u00adtation der \u201eZigeuner\u201c und \u201eZigeunermischlinge\u201c aus\u00adge\u00adspart worden. Sie hie\u00dfen H. und T. S.. Ihr weiteres Schicksal ist mir bisher unbe\u00adkannt geblieben. Was war das &#8218;Er\u00adgeb\u00adnis&#8216; der \u201eBegutachtung\u201c durch die Schutzpolizei Crailsheim? Welche Rolle spielte die Firma Ro\u00adbert Bosch: wurde sie geh\u00f6rt und beeinflusste ihre Stellungnahme das &#8218;Gutachten&#8216;?<\/p>\n<p><strong>Quelle:<\/strong> Eintrag im \u201eT\u00e4tigkeitsbuch\u201c der Ortspolizei von Crailsheim (Schutzpolizei-Dienst\u00adab\u00adtei\u00adlung), Band im Stadtarchiv Crailsheim:<\/p>\n<p>Eintrag Lfd. Nr. 2047, ohne Datum [am 15. Mai 1944, UG]: \u201eBegutachtung der Zigeunermischlinge H[&#8230;] und T[&#8230;] S[&#8230;] b. Rob. Bosch [so, UG] im Auftrag der Kripo Leitstelle Stuttgart. Kehrberger Mstr. d. Sch. Ergebnis niedergeschrieben 15.4. 1944 Abt[eilungs]f\u00fchrer.\u201c<\/p>\n<p>2. In die Stadt kehrte 1945 eine \u00dcberlebende aus dem KZ zur\u00fcck <strong>Frau Magdalena Reinhardt geb. 1906 in K\u00fcnzelsau<\/strong>, die als \u201eZigeunerin\u201c in ein Konzentrationslager ver\u00adschleppt worden war. Sie hielt sich 1945 auf ihrem R\u00fcckweg von einem Au\u00dfenlager des KZ Buchenwald in Crailsheim bei Verwandten auf.<\/p>\n<p><strong>Amalia Rein\u00adhardt ist in Rup\u00adpertshofen bei Ilshofen geboren<\/strong><\/p>\n<p>Magdalena Reinhardt war am 18.03. 1943 von der Kriminalpolizei Stuttgart in das Konzen\u00adtra\u00adtionslager Auschwitz eingeliefert worden und hatte die H\u00e4ftlingsnummer Z-4671 erhalten. Sie ge\u00adh\u00f6rte in Birkenau zum K\u00fcchenpersonal des \u201eZigeuner\u00adla\u00adgers\u201c, so ist sie in einer historischen Liste auf\u00adgef\u00fchrt, die beim Inter\u00adnatio\u00adnalen Such\u00addienst in Bad Arolsen erhalten ist. Am 18. April 1944 wur\u00adde sie in das KZ Ra\u00advensbr\u00fcck \u00fcber\u00adstellt, ihre H\u00e4ftlingsnummer dort war 36000. Zu einem unbe\u00adkann\u00adten Da\u00adtum wurde sie in das KZ Buchenwald weiter verschleppt, ge\u00adnauer in das Kommando Schlieben, wo sie die H\u00e4ftlings\u00adnum\u00admer 28384 erhielt. Dort musste sie Fabrikarbeit in einem Muni\u00adtions\u00adwerk leisten. Am 17. August 1944 wur\u00adde sie zum Kommando Altenburg \u00fcber\u00adstellt; in dem\u00adsel\u00adben Transport war auch Amalia Rein\u00adhardt, geb. am 18. Februar 1898 in Rup\u00adpertshofen bei Ilshofen. Magdalena Rein\u00adhardt selbst war in Altenburg noch am 23. November 1944 inhaftiert.<\/p>\n<p><strong>Durch \u00dcbergie\u00dfen mit kaltem Wasser miss\u00adhan\u00addelt<\/strong><\/p>\n<p>In den Lagern wurde sie mehrfach durch Schl\u00e4ge und durch \u00dcbergie\u00dfen mit kaltem Wasser miss\u00adhan\u00addelt, etwa von einem \u201eKommandoleiter Fritsch oder Fritsche\u201c wie es in den Entsch\u00e4di\u00adgungs\u00adun\u00adter\u00adlagen des Landesamts f\u00fcr die Wiedergutmachung in Stuttgart hei\u00dft (Staatsarchiv Ludwigsburg, EL 350 I, B\u00fc. 4420, Blatt 112-118). Von Altenburg wurde Magdalena Reinhardt am 18. oder 20. April 1945 auf einen Evakuie\u00adrungs\u00admarsch geschickt und dann Ende April oder am 2. oder 4. Mai 1945 in Meerane in Sach\u00adsen von der US-Armee befreit. Eine andere Quelle nennt den 6. Mai 1945 und das Lager Altenburg als Daten der Befreiung.<\/p>\n<p><strong>Magdalena Reinhardt wohnte nach der Befreiung 14 Tage in Crailsheim<\/strong><\/p>\n<p>Nach einem Aktenvermerk vom 16. Oktober 1961 war Magdalena Reinhardt dann zirka sechs Wo\u00adchen lang nach Hause unter\u00adwegs. Sie kam nach Crailsheim und hat dort etwa 14 Tage bei Verwand\u00adten gewohnt. Sie lebte dann in Stuttgart und starb 1963 dort.<\/p>\n<p><strong>Die Stadt Crailsheim und die Verfolgung<\/strong><\/p>\n<p><strong>SS-Oberscharf\u00fchrer Wilhelm Boger soll sich von 1946 bis 1949 in Unterrot versteckt haben<\/strong><\/p>\n<p>3. Auch ein T\u00e4ter aus dem Konzentrationslager Auschwitz kehrte in die Region zur\u00fcck. In Unter\u00adrot bei Schw\u00e4bisch Hall, so das Buch \u00fcber den Auschwitz-Prozess 4 Ks 2\/63 (S. 248) soll sich von 1946 bis 1949 Friedrich Wilhelm Boger versteckt haben, SS-Oberscharf\u00fchrer und Er\u00admittlungs\u00adbe\u00adam\u00adter in der Politischen Ab\u00adteilung (Lager-Gestapo) des Konzentrationslagers Auschwitz (s. auch Ausch\u00adwitz-Pro\u00adzess, S. 391). Laut dem Buch \u00fcber den Auschwitz-Prozess lag das Versteck \u201ein der N\u00e4\u00adhe von Crails\u00adheim\/W\u00fcrttemberg\u201c. Boger hatte in Auschwitz mehrfach mit eigener Hand ge\u00admor\u00addet, so erschoss er im Stammlager von Auschwitz im Hof des Blocks 11 an der \u201eSchwarzen Wand\u201c H\u00e4ft\u00adlin\u00adge. Er beteiligte sich auch an der Aufl\u00f6sung des \u201eZigeu\u00adner\u00adla\u00adgers\u201c in Birkenau, bei der An\u00adfang August 1944 \u00fcber 2800 Menschen in die Gas\u00adkam\u00admern ge\u00adtrie\u00adben wurden, wo sie er\u00adstickt wur\u00adden (s. Auschwitz-Prozess, S. 409, Pressebericht, Aus\u00adsage des Zeu\u00adgen Maximilian Sternol). Im Buch \u00fcber den Auschwitz-Prozess ist auch eine Auskunft des ehemaligen Auschwitz-H\u00e4ftlings Her\u00admann Langbein zu einer Zeugen\u00adaus\u00adsage vom 13. April 1964 wiederge\u00adgeben, nach der der Zeuge Ma\u00adjor J\u00f3zef Piwko gesehen hat, wie Boger nach der Aufl\u00f6sung des \u201eZigeunerlagers\u201c die Baracken durch\u00adsuchen lie\u00df und dort versteckte Kinder t\u00f6tete, indem er sie an den F\u00fc\u00dfen packte und mit dem Kopf an die Barackenwand schleu\u00adderte (s. Ausch\u00adwitz-Prozess, S. 701, dort Faksimile des Langbein-Briefes vom 14.01. 1965 an Ro\u00adbert Neumann). Verurteilt wurde Boger wegen dieser Aussage nicht.<\/p>\n<p><strong>Crailsheim war Sitz des \u00d6ffentlichen Anwalts f\u00fcr die Wiedergut\u00admachung<\/strong><\/p>\n<p>4. Crailsheim war in den 1950er Jahren Sitz des \u00d6ffentlichen Anwalts f\u00fcr die Wiedergut\u00admachung am Amtsgericht in Crailsheim. Der \u00d6ffentliche Anwalt korrespondierte damals mit dem W\u00fcrt\u00adtembergischen Justiz\u00administerium \u00fcber eine ausbleibende K\u00f6rperrente f\u00fcr ein anerkanntes Ver\u00adfol\u00adgungsopfer aus Nordrhein-West\u00adfa\u00adlen. Ein nach Wildenstein zuge\u00adzo\u00adge\u00adnes Ehepaar erreichte die Rente nicht, weil die Beh\u00f6rde in Nordrhein-Westfalen nach Baden-W\u00fcrttemberg nicht \u00fcberwies. Und dies, ob\u00adwohl die Verfolgung des Ehepaars (Verschleppung ins General\u00adgou\u00adverne\u00adment 1940), in den ersten Nachkriegsjahren von den nordrhein-westf\u00e4lischen Beh\u00f6rden an\u00aderkannt worden war. Der \u00d6ffentliche Anwalt f\u00fcr die Wiedergutmachung in Crailsheim gab dem W\u00fcrttembergischen Justizmi\u00adnis\u00adter zu bedenken, dass diese Praxis den aner\u00adkann\u00adten Entsch\u00e4digungs\u00adbe\u00adrech\u00adtigten den Wohn\u00adsitz vor\u00adschrieb, was gegen das Grundgesetz ver\u00adsto\u00dfe. Die Betroffenen waren Paul Schneck und seine Ehefrau. Herr Schneck war 1904 im hohenlohischen Gro\u00dfhirschbach gebo\u00adren worden und wurde 1940 aus K\u00f6ln ins Generalgouvernement verschleppt. Er \u00fcberlebte und kehr\u00adte nach K\u00f6ln zur\u00fcck. 1967 starb er in Dinkelsb\u00fchl.<\/p>\n<p>Das Lager B II e in Auschwitz-Birkenau (nach Yehuda Bauer: Gypsies. [Auf Englisch] In: Anatomy of the Auschwitz Death Camp. Hrsg. von Yis\u00adrael Gutman und Michael Berenbaum. Bloomington und Indianapolis [USA] 1994, S. 441-455.)<\/p>\n<p>Dort wurden von den nationalsozialistischen Rassisten etwa ab Ende Februar 1943 bis Anfang Au\u00adgust 1944 etwa 20 000 Sinti und Roma aus ganz Euro\u00adpa inhaftiert. Die ersten H\u00e4ftlinge wurden am 26. Februar ins Lager eingewiesen. Schon zuvor waren einzelne Sin\u00adti oder Roma ins Konzen\u00adtra\u00adtions\u00adlager Auschwitz ver\u00adschleppt worden.<\/p>\n<p>Die in den beiden historischen \u201eH\u00e4ftlingsb\u00fcchern des Zigeuner-Familienlagers\u201c f\u00fcr M\u00e4nner und Jun\u00adgen und Frauen und M\u00e4dchen angegebene Zahl der vergebenen H\u00e4ftlingsnummern betrug 10094 f\u00fcr M\u00e4nner und Jungen und 10849 f\u00fcr Frauen und M\u00e4dchen. 10 Nummern von Frauen und M\u00e4d\u00adchen wurden ohne Angabe von Personennamen notiert.<\/p>\n<p><strong>Etwa 13080 Sinti und Lalleri kamen aus dem Deutschen Reich<\/strong><\/p>\n<p>Etwa 13080 Sinti und Lalleri kamen aus dem Deutschen Reich, dem ihm angeschlossenen Protekto\u00adrat B\u00f6hmen und M\u00e4hren und \u00d6sterreich, 4500 waren \u201estaatenlos\u201c nach dem Begriff der National\u00adso\u00adzialisten und 1300 Roma wur\u00adden aus dem be\u00adsetzten Polen nach Auschwitz-Birkenau verschleppt. Zu den kleine\u00adren Grup\u00adpen von Verschleppten aus anderen L\u00e4ndern z\u00e4hl\u00adten 245 aus den Nieder\u00adlan\u00adden deportierte Sinti und Roma, die am 19. Mai 1944 aus dem \u201ePolizeilichen J\u00fcdi\u00adschen Durch\u00adgangs\u00adlager Westerbork\u201c nach Auschwitz transportiert wurden; unter ih\u00adnen waren auch solche, die in den Hauptb\u00fcchern als \u201edeutsche Zigeu\u00adner\u201c einge\u00adtra\u00adgen wurden. Eine Hohenloherin war unter ih\u00adnen: Frau Josephine Georg-Rein\u00adhardt, ge\u00adbo\u00adren 1902 in Frau\u00aden\u00adtal bei Creg\u00adlin\u00adgen. Sie war im Mai 1944 mit ihrer Familie in der nieder\u00adl\u00e4n\u00addi\u00adschen Gemeinde Vled\u00adder in der nordost-niederl\u00e4ndischen Provinz Drenthe ver\u00adhaftet worden und wurde dann \u00fcber das Lager Westerbork nach Auschwitz deportiert. Sie ist dort verschollen.<\/p>\n<p><strong>Im Lager B II e in Auschwitz-Birkenau wurden 371 Kinder geboren. Alle starben oder wurden um\u00adgebracht.<\/strong><\/p>\n<p>Es wurden 6432 Sinti und Roma im Gas ermordet, da\u00adrun\u00adter 2987 Personen am 2. August 1944. Et\u00adwa 10000 ver\u00adhun\u00adger\u00adten oder starben an Krankheiten oder sie fielen einzelnen Verbrechen zum Op\u00adfer: sie wurden von den SS-Wachen er\u00adschos\u00adsen oder er\u00adschlagen oder zu Tode gequ\u00e4lt. Etwa 4000  Menschen wurden, offiziell als \u201earbeits\u00adf\u00e4hig\u201c erkl\u00e4rt, tat\u00ads\u00e4chlich aber zur \u201eVernichtung durch Ar\u00adbeit\u201c in andere Konzentrationslager weiter verschleppt. Zum Beispiel am 15. April 1944 waren dies 1357 M\u00e4nner und Frauen.<\/p>\n<p><strong>Sinti und Roma widersetzten sich der geplanten Aufl\u00f6sung des Lagers und der Ermordung der verbliebenen H\u00e4ftlinge<\/strong><\/p>\n<p>Am 16. Mai 1944 widersetzten sich die Sinti und Roma der geplanten Aufl\u00f6sung des Lagers und der Ermordung der verbliebenen H\u00e4ftlinge. Sie be\u00adwaff\u00adneten sich und weigerten sich, die Ba\u00adracken zu verlassen, wie ihnen von der SS befohlen worden war. Die SS brach daraufhin ihr Vorha\u00adben ab.<\/p>\n<p><strong>In andere Konzentrationslager verschleppt<\/strong><\/p>\n<p>Am 25. Mai 1944 wurden 1500 und am 2. August 1944 1408 m\u00e4nnliche und weibliche H\u00e4ftlinge aus dem dem Lager B II e in Birkenau und dem Stammlager Auschwitz in andere Kon\u00adzen\u00adtra\u00adtions\u00adla\u00adger verschleppt. Die noch verbliebenen 2987 H\u00e4ftlinge, meist kranke und alte Menschen o\u00adder Fa\u00admi\u00adlien mit Kindern, wurden am 2. August 1944 im Gas ermordet. Die Leichen wurden verbrannt, die Asche in Gruben verscharrt oder verstreut.Im ehemaligen Lagers B II e im Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau erinnert heute ein Denk\u00admal an die Opfer der europ\u00e4ischen Sinti und Roma.<\/p>\n<p><strong>Die Quellen dieser Recherche nach Archiven und Ver\u00f6ffentlichungen (Auswahl):<\/strong><\/p>\n<p>Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde, Bestand R 165.<\/p>\n<p>Staatsarchiv Ludwigsburg.<\/p>\n<p>Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Landeshauptarchiv D\u00fcsseldorf.<\/p>\n<p>Landeshauptarchiv Rheinland-Pfalz.<\/p>\n<p>Stadtarchiv Crailsheim.<\/p>\n<p>Di\u00f6zesanarchiv der Di\u00f6zese Rottenburg-Stuttgart.<\/p>\n<p>Internationaler Suchdienst Bad Arolsen.<\/p>\n<p>Sonderstandesamt Bad Arolsen.<\/p>\n<p>Standes\u00e4mter in den Gemeinden des Hohenlohekreises, des Main-Tauber-Kreises und des Kreises Schw\u00e4bisch Hall.<\/p>\n<p>Standes\u00e4mter von Gemeinden au\u00dferhalb, z. B. Augsburg, Edenkoben, K\u00f6ln, Sondheim im Grabfeld, Stuttgart usw.<\/p>\n<p>NS-Dokumentationszentrum K\u00f6ln, Ausk\u00fcnfte und Internet-Datenbank \u201eStolpersteine\u201c.<\/p>\n<p>Gedenkbuch. Die Sinti und Roma im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Herausge\u00adge\u00adben vom Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau und dem Dokumentations- und Kultur\u00adzentrum Deut\u00adscher Sinti und Roma, Heidelberg. Redaktionsleitung Jan Parcer. 2 B\u00e4nde. M\u00fcn\u00adchen u.a. 1993.<\/p>\n<p>Sterbeb\u00fccher von Auschwitz. Fragmente. 3 B\u00e4nde. Band 1: Berichte, Band 2: Namensver\u00adzeich\u00adnis A-L, Band 3: Namensverzeichnis M-Z und Annex. Herausgegeben vom Staatlichen Mu\u00adseum Ausch\u00adwitz-Birkenau. Redaktion: Jerzy D\u0119bski u.a. \u00dcbersetzungen: Michael Jacobs u.a. M\u00fcn\u00adchen u.a. 1995.<\/p>\n<p>Internet-Datenbank \u201eauschwitz.org.pl\u201c, englische Version, Kapitel \u201eAuschwitz prisoners\u201c, Ergeb\u00adnis\u00adse der Suche mit dem Formular. Mehrere Einzelanfragen seit Herbst 2009.<\/p>\n<p>Danuta Czech: Kalendarium der Ereignisse im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau 1939-1945. Deutsch von Jochen August u.a. Reinbek bei Hamburg 1989.<\/p>\n<p>Elisabeth Guttenberger: Das Zigeunerlager. In: Auschwitz. Zeugnisse und Berichte. Hrsg. von H. G. Adler, H[ermann]. Langbein und Ella Lingens-Reiner. 3., \u00fcberarb. Aufl. K\u00f6ln, Frank\u00adfurt a. M. 1984, S. 131-134. Sowie Anmerkungen der Herausgeber auf S. 296.<\/p>\n<p>Arno Huth: Verfolgung der Sinti, Roma und Jenischen im l\u00e4ndlichen Raum des Kraichgaus, des Neckartales, des Elztales und des Baulandes. Eine Dokumentation. Herausgegeben von der KZ-Gedenkst\u00e4tte Neckarelz. Mosbach-Neckarelz 2009.<\/p>\n<p>Michail Krausnick: Auf Wiedersehen im Himmel. Die Geschichte der Angela Reinhardt. 2. Aufl. W\u00fcrzburg 2009.<\/p>\n<p>Martin Luchterhandt: Der Weg nach Birkenau. Entstehung und Verlauf der nationalsozialis\u00adti\u00adschen Ver\u00adfolgung der \u201eZigeuner\u201c. L\u00fcbeck 2000 (=Schriftenreihe der Deutschen Gesell\u00adschaft f\u00fcr Polizei\u00adge\u00adschichte e.V., Band 4)<\/p>\n<p>Johannes Meister: Schicksale der \u201eZigeunerkinder\u201c aus der St. Josefspflege in Mulfingen. In: W\u00fcrt\u00adtem\u00adbergisch-Franken. Jahrbuch des Historischen Vereins f\u00fcr W\u00fcrttembergisch-Franken 68 (1984), S. 197-229.<\/p>\n<p>Johannes Meister. Die \u201eZigeunerkinder\u201c von der St. Josefspflege in Mulfingen. In: 1999. Zeit\u00adschrift f\u00fcr Sozialgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts 4 (1987), Heft 2, S. 14-51.<\/p>\n<p>Jan Parcer, Anna \u0141aczma\u0144ska: Transporte nach Auschwitz \u2013 Auszug. In: Sterbeb\u00fccher von Ausch\u00adwitz. Fragmente. Hier Band 1: Berichte. Herausgegeben vom Staatlichen Museum Auschwitz-Bir\u00adke\u00adnau. Redaktion Jerzy D\u0119bski u.a. \u00dcbersetzungen: Michael Jacobs u.a. M\u00fcnchen u.a. 1995, S. 195-223.<\/p>\n<p>Roswitha Scholz: Homo Sacer und \u201eDie Zigeuner\u201c. Antiziganismus. \u00dcberlegungen zu einer we\u00adsentlichen und deshalb \u201evergessenen\u201c Variante des modernen Rassismus. In: Exit! [Inter\u00adnet-Zeit\u00adschrift] 4, Juni 2007, abgefragt am 11.08. 2010.<\/p>\n<p>Aad Wagenaar: Settela. [Auf Englisch] Aus dem Niederl\u00e4ndischen ins Englische \u00fcber\u00adsetzt von Jan\u00adna Eliot. Mit einem Nachwort von Ian Hancock. Nottingham 2005.<\/p>\n<p>Michael Zimmermann: Eine Deportation nach Auschwitz. Zur Rolle des Banalen bei der Durch\u00adset\u00adzung des Monstr\u00f6sen. In: Normalit\u00e4t oder Normalisierung? Geschichtswerkst\u00e4tten und Fa\u00adschis\u00admus\u00adanalyse. Herausgegeben von Heide Gerstenberger und Dorothea Schmidt. M\u00fcnster 1987, S. 84-96.<\/p>\n<p><strong>Autor der Handreichung:<\/strong><\/p>\n<p>Udo Grausam, M.A., Mathildenstra\u00dfe 19, 72072 T\u00fcbingen<\/p>\n<p>Telefon: 07071 33801<\/p>\n<p>E-Mail: UdoGrausam(at)aol.com<\/p>\n<div class=\"pdf24Plugin-cp\"> \t<form name=\"pdf24Form0\" method=\"post\" action=\"https:\/\/doc2pdf.pdf24.org\/wordpress.php\" target=\"pdf24PopWin\" onsubmit=\"var pdf24Win = window.open('about:blank', 'pdf24PopWin', 'resizable=yes,scrollbars=yes,width=600,height=250,left='+(screen.width\/2-300)+',top='+(screen.height\/3-125)+''); pdf24Win.focus(); if(typeof pdf24OnCreatePDF === 'function'){void(pdf24OnCreatePDF(this,pdf24Win));}\"> \t\t<input type=\"hidden\" name=\"blogCharset\" value=\"Cw1x07UAAA==\" \/><input type=\"hidden\" name=\"blogPosts\" value=\"MwQA\" \/><input type=\"hidden\" name=\"blogUrl\" value=\"yygpKSi20tcvLy\/Xy8jPSM3LARK6pXnpqWmZOSWpRSV6KakA\" \/><input type=\"hidden\" name=\"blogName\" value=\"88jPSM3LARK6pXnpqWmZOSWpRSUA\" \/><input 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