{"id":10750,"date":"2011-04-03T13:44:39","date_gmt":"2011-04-03T12:44:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/?p=10750"},"modified":"2011-04-03T13:44:56","modified_gmt":"2011-04-03T12:44:56","slug":"68-sinti-und-roma-aus-hohenlohe-deportiert-%e2%80%93-gedenktafel-am-gleis-1-in-waldenburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/?p=10750","title":{"rendered":"&#8222;68 Sinti und Roma aus Hohenlohe deportiert&#8220; \u2013 Gedenktafel am Gleis 1 in Waldenburg angebracht"},"content":{"rendered":"<p><strong>Mit einer kleinen Zeremonie gedachte der Kunstverein Bahnhof Waldenburg am 23. M\u00e4rz 2011 der 68 deportierten Sinti-und Roma aus Hohenlohe. Symbolisch wurde ein Stra\u00dfenschild f\u00fcr das ermordete M\u00e4dchen Klara Winter aus Schwabbach neben dem Gleis 1 angebracht. Genau um 10 Uhr am 23. M\u00e4rz 1943 fuhr der aus Mosbach kommende Zug nach Auschwitz ab, der nordbadische Opfer des NS-Rassismus in die Vernichtung transportierte.<\/strong><\/p>\n<p><em>Vom Kunstverein Bahnhof Waldenburg Gleis 1<\/em><\/p>\n<p><strong>Klara Winter wurde keine drei Jahre alt, ihre Mutter 21<\/strong><\/p>\n<p>Diese Ereignisse zu dokumentieren hat sich der T\u00fcbinger Kulturhistoriker Udo Grausam zum Ziel gesetzt, der in seinem Redebeitrag genaue Informationen \u00fcber die Schicksale dieser ehemaligen Hohenloher gab, die hier beheimatet waren. Klara Winter wurde keine drei Jahre alt, ihre Mutter 21.<\/p>\n<p><strong>Gesellschaftliche Verantwortung der Kunst und Kultur<\/strong><\/p>\n<p>Zur Begr\u00fc\u00dfung wies Gleis-1-Vorstand auf den aktuellen Kontext der Sinti-Verfolgung in Europa hin und erl\u00e4uterte seine Auffassung zur gesellschaftlichen Verantwortung der Kunst und Kultur. Unter dem Stra\u00dfenschild, das f\u00fcr die Kommunen der Region ein Ansto\u00df sein soll, das Gedenken an diese gro\u00dfe deutsche Menschengruppe in ihre Volkstrauertage und ihr Geschichtsbewusstsein aufzunehmen, h\u00e4ngt eine Informationstafel (Der Text steht unten in diesem Artikel). Der Schw\u00e4bisch Haller Klarinettenk\u00fcnstler Hans Kumpf umrahmte die Veranstaltung mit der Ballade &#8222;Nuages&#8220; des Gypsy-Gitarristen Django Reinhardt, einem &#8222;Zigeuner-Flamenco&#8220; und interpretierte die philosophische Welthymne &#8222;Blowing in the wind&#8220; \u2013 die klagenden Klarinettent\u00f6ne erinnerten die Zuh\u00f6rer an das unermessliche Leid, das hier seinen Ausgang nahm. Im November wird das Thema im Gleis-1-Programm fortgesetzt.<\/p>\n<p><strong>Gedenktafel f\u00fcr KLARA WINTER und deportierte SINTI-ROMA aus Hohenlohe:<\/strong><\/p>\n<p>Das M\u00e4dchen wurde am 13.09.1941 in Schwabbach geboren. Der Eintrag im Geburtenbuch ist erhalten. Sie starb am 17.01.1944 im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, im Lager B II e. Ihr Tod wurde im \u201eHaupt\u00adbuch des Zigeunerlagers (Frauen)\u201c verzeichnet. Ihre Mutter Helene Emma Winter kam mit 20 am 27.11.1943 ins KZ Birkenau und starb am 28.6.1944.<\/p>\n<p>Im Jahr 1977 hat das daf\u00fcr zust\u00e4ndige Sonderstandesamt in Bad Arolsen die Sterbeurkunde f\u00fcr Klara Winter aus\u00adge\u00adstellt. Erst im Jahr 2010 hat das Amt die Urkunde an die jetzt zust\u00e4ndige Gemeinde Bretz\u00adfeld mitgeteilt. Ein \u00f6ffentliches Gedenken am 04.11. 2010 in Waldenburg hat an Klara Winter erinnert.<\/p>\n<p>Am 23.3. 1943 um 10.00 Uhr hielt am Bahnhof Waldenburg der Transport der Deutschen Reichsbahn von Mosbach nach Auschwitz: Abfahrt am 23.3. um 5.06 Uhr, Ankunft am 25.3. um 15.01 Uhr. 29 Frauen und 24 M\u00e4nner, Sinti, Roma und Jenische aus Baden, wurden in das Vernichtungslager deportiert. Unter ihnen waren auch in Hohenlohe geborene Angeh\u00f6rige der Familie Georges. Von den zehn Familienmitgliedern Georges kehrte niemand zur\u00fcck. F\u00fcr sie und f\u00fcr mindestens 68 in Hohenlohe geborene, verschleppte und ermordete Sinti, Roma und Jenische wird vom Kulturverein Gleis1 am Bahnhof Waldenburg eine kleine Gedenktafel angebracht.<\/p>\n<p><strong>Zur Rede von Zoni Weisz am 27. Januar 2011 im Deutschen Bundestag: <\/strong><\/p>\n<p>Ansprache von Zoni Weisz vor dem Deutschen Bundestag zum \u201eTag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus&#8220; am 27. Januar 2011<\/p>\n<p>(Anrede)<\/p>\n<p>Dass ich am heutigen Tage, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, hier im Deutschen Bundestag zu Ihnen sprechen darf, stellt f\u00fcr mich ein besonderes Privileg und eine gro\u00dfe Ehre dar. Gemeinsam mit Ihnen an dieser Stelle an die Schrecknisse der Nazizeit zu erinnern, ist eine besondere Erfahrung f\u00fcr mich pers\u00f6nlich, aber auch f\u00fcr die Gemeinschaft der Sinti und Roma insgesamt. Hier heute stehen zu d\u00fcrfen, empfinde ich als Zeichen der Anerkennung des uns w\u00e4hrend der Zeit des Nationalsozialismus zugef\u00fcgten Leids.<\/p>\n<p>Meine Damen und Herren, dies ist nicht das erste Mal, dass ich hier vor diesem Plenum stehen darf. Auch am 7. November 1999 war ich hier. Anl\u00e4sslich des 50-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4ums des Deutschen Bundestages durfte ich an dieser Stelle das Geschenk des niederl\u00e4ndischen Parlaments, ein Blumenkunstwerk, realisieren. Als ich seinerzeit darum gebeten wurde, habe ich als \u00dcberlebender des Holocaust gezweifelt, ob ich diese ehrenvolle Aufgabe \u00fcbernehmen soll. Sie werden verstehen, dass eine solche Entscheidung nicht einfach war, doch ich bin stolz, dass ich diesen Auftrag angenommen und ausgef\u00fchrt habe. Die Arbeit an dieser Blumendekoration hat mir ein gutes Gef\u00fchl beschert. Gerade hier, im Deutschen Bundestag, konnte ich zeigen, dass die Nazis uns nicht alle haben ermorden k\u00f6nnen. Dass wir das Leben wieder in die Hand genommen und etwas daraus gemacht haben. F\u00fcr mich war es auch eine symbolische Geste an das Deutschland von heute.<\/p>\n<p>Heute gedenken wir der Opfer des nationalsozialistischen Genozids an 500.000 Sinti und Roma, wir erinnern an die Opfer der Shoa, des Mordes an sechs Millionen Juden, und wir gedenken all der anderen Opfer des Nazi-Regimes. Es war ein sinnloser, industriell betriebener Mord an wehrlosen, unschuldigen Menschen, ersonnen von fanatischen Nazis, Verbrechern, die dazu in ihren Rassegesetzen eine Legitimation fanden. Jetzt, nahezu 66 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges, stelle ich mir immer noch die Frage, wie es m\u00f6glich war, dass so viele unschuldige Menschen ermordet werden konnten.<\/p>\n<p>Unmittelbar nach der Macht\u00fcbernahme Hitlers im Jahre 1933 wurde der demokratische Rechtsstaat in schnellem Tempo zerschlagen. Politische Gegner wurden eingesperrt und auch Sinti und Roma wurden seinerzeit schon in die ersten Konzentrationslager abtransportiert.<\/p>\n<p>Der Antisemitismus und der Antiziganismus k\u00f6nnen in Nazi-Deutschland doch niemandem entgangen sein, ebenso wenig die Politik, dies in Form konkreter antij\u00fcdischer und gegen sogenannte \u201eZigeuner\u201c gerichteter Ma\u00dfnahmen und Verfolgungen ins Werk zu setzen. Die Nazis lie\u00dfen keinen Zweifel aufkommen: weg mit den \u201eZigeunern\u201c, weg mit den Juden, die sie beide als Gefahr betrachteten. Dass es den Sinti und Roma sowie den Juden schlecht ergehen w\u00fcrde, war klar.<\/p>\n<p>Sinti und Roma sind nach Einf\u00fchrung der N\u00fcrnberger Rassengesetze im Jahre 1935, ebenso wie die Juden, aus rassischen Gr\u00fcnden verfolgt worden. Juden und \u201eZigeuner\u201c wurden als \u201efremdrassig\u201c definiert und all ihrer Rechte beraubt. Sie wurden vom \u00f6ffentlichen Leben ausgeschlossen. Dem lag eine besondere Strategie zugrunde. Eine Strategie, die ich als \u201eSalami-Taktik\u201c definieren m\u00f6chte. Immer einen Schritt weiter, was letztlich in einer ganzen Reihe von Ma\u00dfnahmen gipfelte: Identifizieren, erfassen, isolieren, berauben, ausbeuten, deportieren und schlie\u00dflich ermorden.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Olympischen Spiele des Jahres 1936 sollte Berlin \u201ezigeunerfrei\u201c gemacht werden. Sinti und Roma wurden aufgegriffen und in ein Internierungslager im Berliner Vorort Marzahn abtransportiert, wo sie unter menschenunw\u00fcrdigen Bedingungen leben mussten. In den darauf folgenden Jahren wurden immer mehr Sinti- und Roma-Familien interniert, bis dann im Laufe des Jahres 1943 auf Befehl Himmlers nahezu alle Gefangenen nach Auschwitz-Birkenau deportiert wurden.<\/p>\n<p>Im Jahre 1936 wurde hier in Berlin unter der Leitung von Dr. Robert Ritter die \u201eRassenhygienische Forschungsstelle\u201c gegr\u00fcndet. Hier wurden Menschen fotografiert, es wurden ihre Gesichter und K\u00f6rper vermessen und allerlei rassische Besonderheiten festgelegt. Der Reichsf\u00fchrer-SS Heinrich Himmler befahl der Forschungsstelle im Jahre 1938 die Erfassung aller Sinti und Roma im Deutschen Reich. 24.000 so genannte \u201eRassegutachten\u201c wurden von Dr. Ritter und seinen Mitarbeitern verfasst \u2013 dies alles diente der Vorbereitung des V\u00f6lkermords an den Sinti und Roma.<\/p>\n<p>In der Zeitschrift des Nationalsozialistischen \u00c4rztebundes schrieb Dr. Kurt Hannemann im Jahre 1938, ich zitiere: \u201eRatten, Wanzen und Fl\u00f6he sind auch Naturerscheinungen, ebenso wie die Juden und Zigeuner. [\u2026] Alles Leben ist Kampf. Wir m\u00fcssen deshalb alle diese Sch\u00e4dlinge allm\u00e4hlich ausmerzen\u201c. Dies, meine Damen und Herren, bedarf meiner Ansicht nach keiner n\u00e4heren Erl\u00e4uterung. Das ist Irrsinn in h\u00f6chster Form.<\/p>\n<p>Diese Art von Einlassungen trugen das ihre zur herrschenden Atmosph\u00e4re bei und verschafften den Nazis die Legitimation, diese von ihnen so bezeichneten \u201eUntermenschen\u201c schlie\u00dflich im gro\u00dfen Ma\u00dfstab zu ermorden. Es gab im nationalsozialistisch besetzten Europa keine Familie unter den Sinti und Roma, die nicht vom Holocaust betroffen war.<\/p>\n<p>Xenophobie, die Angst vor dem Fremden und den Fremden, gab es zu allen Zeiten. F\u00fcr Sinti und Roma waren Verfolgung und Ausgrenzung nichts Neues. Seit Jahrhunderten wurden wir verfolgt und ausgeschlossen. Pogrome kamen regelm\u00e4\u00dfig vor. Deshalb hatten wir h\u00e4ufig keine Chance, ein normales Leben aufzubauen, zur Schule zu gehen und einen normalen Beruf auszu\u00fcben. Viele von uns wurden an den Rand der Gesellschaft gedr\u00e4ngt. Leider sind Xenophobie und Rassismus in gro\u00dfen Teilen Europas und des Rests der Welt immer noch hochaktuell.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu den Juden, die vielfach nach ihrem Eintreffen in den Vernichtungslagern und nach der Selektion sofort vergast wurden, hat man Sinti und Roma in Auschwitz-Birkenau im Familienverband im sogenannten \u201eZigeunerlager\u201c interniert. Nach dem Aufstand im \u201eZigeunerlager\u201c im Mai 1944 wurden fast alle M\u00e4nner aus dem \u201eZigeunerlager\u201c ausgesondert und in andere Konzentrationslager verlegt. Mein Vater, mein Onkel und andere Familienmitglieder wurden nach Mittelbau-Dora abtransportiert, wo sie in der unterirdischen Waffenindustrie unter erb\u00e4rmlichsten Umst\u00e4nden arbeiten mussten. Sie sind dort ums Leben gekommen: \u201eVernichtung durch Arbeit\u201c.<\/p>\n<p>Die Bedingungen im \u201eZigeunerlager\u201c waren unvorstellbar. Hunger, K\u00e4lte und ansteckende Krankheiten forderten Tag f\u00fcr Tag ihren Tribut. Ich muss h\u00e4ufig an all die M\u00fctter, auch meine Mutter, denken, die sich um ihre Kinder sorgten und sich das Essen vom Mund absparten, um ihre Kinder am Leben zu erhalten. Sie mussten in manchen F\u00e4llen erleben, dass an ihren Kindern die f\u00fcrchterlichsten medizinischen Experimente durchgef\u00fchrt wurden. Heute wissen wir, zu was das letztendlich f\u00fchrte. Wir k\u00f6nnen uns heute nur schwer eine Vorstellung von den unvorstellbaren Leiden machen, die diese Menschen erlitten haben. In der Nacht vom 2. auf den 3. August wurden die verbliebenen 2.900 Frauen, Kinder und alten Menschen aus dem \u201eZigeunerlager\u201c vergast, darunter auch meine Mutter und meine zwei Schwestern und mein Bruder.<\/p>\n<p>Meine Damen und Herren, der V\u00f6lkermord an den Sinti und Roma ist immer noch ein, wie ich es nenne, \u201evergessener Holocaust\u201c. Ein vergessener Holocaust, weil ihm in den Medien nach wie vor wenig Aufmerksamkeit entgegengebracht wird. Ich frage mich, warum das so ist. Sind die Opferzahlen ausschlaggebend f\u00fcr die Aufmerksamkeit, die einem zuteil wird, oder ist das Leid eines einzelnen Menschen wichtig?<\/p>\n<p>Ich habe in den zur\u00fcckliegenden Jahren Dutzende von Gedenkreden geh\u00f6rt, in denen die Redner in keiner Weise an das Schicksal der Sinti und Roma erinnert haben. Eine halbe Million Sinti und Roma \u2013 M\u00e4nner, Frauen und Kinder \u2013 wurden im Holocaust ausgerottet. Nichts oder fast nichts hat die Gesellschaft daraus gelernt, sonst w\u00fcrde sie heute verantwortungsvoller mit uns umgehen.<\/p>\n<p>Deshalb m\u00fcssen wir weitermachen, wir m\u00fcssen \u00fcber den Holocaust immer wieder berichten. Ich engagiere mich im holl\u00e4ndischen Verband der Sinti und Roma und bin Mitglied im Nationalen und im Internationalen Auschwitz-Komitee. Ich spreche oft in Schulen, und es ist meine Pflicht gegen\u00fcber meiner gesamten ermordeten Familie, dazu beizutragen, dass dies niemals vergessen wird.<\/p>\n<p>Sinti und Roma waren nach dem Krieg nicht organisiert und hatten folglich auch keine Stimme. Aus diesem Grund wurden wir auch nicht geh\u00f6rt. Es dauerte bis in die Siebzigerjahre, bis Selbsthilfeorganisationen entstanden und wir unsere Stimme erhoben haben und diese Geh\u00f6r fand. Vielleicht tragen Sinti und Roma auch selbst Verantwortung f\u00fcr die geringe Aufmerksamkeit, die unsere Trag\u00f6die erf\u00e4hrt. Innerhalb unserer Kultur ist es n\u00e4mlich nicht \u00fcblich, mit Au\u00dfenstehenden \u00fcber die Schrecken jener Zeit zu sprechen. Nur wenige sind bereit, ihre Erfahrungen zu Papier zu bringen oder mit anderen zu teilen.<\/p>\n<p>Eine gro\u00dfe Ausnahme dazu bildete der Protest w\u00e4hrend der Ostertage des Jahres 1980. Seinerzeit hatte eine Gruppe von Sinti im fr\u00fcheren Konzentrationslager Dachau als Protest gegen die rassistischen Erfassungsmethoden von Sinti und Roma durch Justiz und Polizei einen Hungerstreik begonnen. Es ist unglaublich, aber diese Erfassung st\u00fctzte sich auf Akten aus der Nazi-Zeit und wurde teilweise sogar von fr\u00fcherem SS-Personal durchgef\u00fchrt. Dieser Hungerstreik hat in den Medien seinerzeit, dies gilt gewiss f\u00fcr Deutschland, aber auch dar\u00fcber hinaus, viel Aufmerksamkeit erregt und f\u00fcr mehr Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Schrecken gef\u00fchrt, die unserem Volk w\u00e4hrend der Nazi-Herrschaft angetan wurden.<\/p>\n<p>Meine Damen und Herren, der 17. M\u00e4rz 1982 ist f\u00fcr die Gemeinschaft der Sinti und Roma ein historisches Datum. An diesem Tag empfing der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt eine Delegation des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma unter Leitung des Vorsitzenden Romani Rose. Dabei vollzog der Bundeskanzler einen v\u00f6lkerrechtlich ausgesprochen wichtigen Schritt, in dem er das gegen\u00fcber den Sinti und Roma begangene nationalsozialistische Verbrechen als einen V\u00f6lkermord anerkannte, der auf der Grundlage des Begriffs der \u201eRasse\u201c begangen wurde. Diese Aussage wurde durch seinen Nachfolger Helmut Kohl im November 1985 nochmals best\u00e4tigt. Bei der Er\u00f6ffnung der Dauerausstellung \u00fcber den Holocaust an den Sinti und Roma in Heidelberg durch den damaligen Bundespr\u00e4sidenten Roman Herzog im Jahre 1997 erkl\u00e4rte auch er, dass der Genozid an den Sinti und Roma aus denselben rassischen Motiven heraus begangen wurde wie der Genozid an den Juden. Mit ungef\u00e4hr 12 Millionen Menschen sind Sinti und Roma die wahrscheinlich gr\u00f6\u00dfte Minderheit in Europa. Unsere Wurzeln liegen weit zur\u00fcck im alten Indien. Insbesondere Linguisten haben diesen Zusammenhang hergestellt. Unsere Sprache, das Romanes, ist mit dem alten Sanskrit verwandt. Bereits zu Beginn des 15. Jahrhunderts wurde von Sinti und Roma in gro\u00dfen Teilen Europas berichtet. Entgegen vieler Klischeevorstellungen waren unsere Menschen Bestandteil der Gesellschaft ihres Landes, in dem sie lebten und arbeiteten. Sie leisteten auf positive Weise einen Beitrag zur Kultur ihrer Heimat. Sie waren Arbeiter, Handwerker oder Angestellte, Kaufleute oder K\u00fcnstler.<\/p>\n<p>Ich bin gebeten worden, Ihnen meine pers\u00f6nliche Geschichte und damit auch die Geschichte aller anderen vom Nazi-Regime verfolgten und ermordeten Sinti und Roma zu erz\u00e4hlen. Sie werden verstehen, dass es f\u00fcr mich nicht einfach ist, weil es mich in die traumatischste Phase meines Lebens zur\u00fcckf\u00fchrt. Meine Damen und Herren, wir waren eine gl\u00fcckliche, angesehene und respektierte Familie. Mein Vater war Musiker und Instrumentenbauer und verkaufte Musikinstrumente. Dar\u00fcber hinaus spielte er in unserem Familienorchester und hatte in verschiedenen St\u00e4dten in Holland Engagements. Im Jahr 1943 begannen die Nazis bereits im gro\u00dfen Ma\u00dfstab von den Niederlanden aus Juden nach Auschwitz und in andere Lager zu deportieren. Zu dieser Zeit hatten wir in Zutphen ein Gesch\u00e4ftshaus gemietet, in dem mein Vater Musikinstrumente reparierte und verkaufte.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Besatzung der Niederlande f\u00fchrten die Nazis allerlei Ma\u00dfnahmen ein, mit denen sie die Berufsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Sinti und Roma einschr\u00e4nken wollten. Diese einschr\u00e4nkenden Ma\u00dfnahmen kennzeichneten den Beginn der Verfolgung und Deportation der Sinti und Roma in den Niederlanden. In Deutschland und den anderen von den Nazis besetzten Gebieten waren die Deportationen von Sinti und Roma seinerzeit bereits in vollem Gange.<\/p>\n<p>Der 16. Mai 1944, meine Damen und Herren, ist der schlimmste Tag in der Geschichte der niederl\u00e4ndischen Sinti und Roma. Die Nazis hatten angeordnet, dass in einer Gro\u00dfrazzia in den gesamten Niederlanden s\u00e4mtliche \u201eZigeuner\u201c inhaftiert und in das Durchgangslager Westerbork \u00fcberstellt werden sollten \u2013 dies in Erwartung ihrer Deportation nach Auschwitz. Dabei wurden sie von der niederl\u00e4ndischen Polizei unterst\u00fctzt. Nach der Ankunft in Westerbork wurden die Sinti und Roma unverz\u00fcglich in der Strafbaracke interniert und kahlgeschoren.<\/p>\n<p>Am Morgen dieser Razzia war ich nicht zu Hause. Ich hatte bei meiner Tante \u00fcbernachtet, die sich mit ihrer Familie in einem kleinen Dorf versteckt hatte. Das Gef\u00fchl, das einen durchf\u00e4hrt, wenn man erf\u00e4hrt, dass der eigene Vater, die eigene Mutter, die Schwestern und der Bruder von den Nazis aufgegriffen worden sind, ist nicht zu beschreiben. Man wird von Angst, Verzweiflung und Panik ergriffen. Wir mussten so schnell wie m\u00f6glich untertauchen. Wir trugen ein wenig Kleidung zusammen, nahmen das Essen, das wir noch hatten, und tauchten in den W\u00e4ldern unter und versteckten uns bei Bauern. Eine kleine Gruppe von neun Menschen. Unsere Angst und Ungewissheit waren unbeschreiblich.<\/p>\n<p>Nach drei bangen Tagen und N\u00e4chten wurden auch wir festgenommen und zum Abtransport ins Durchgangslager Westerbork verbracht, wo wir mit unserer Familie zusammengef\u00fchrt werden sollten. Der 19. Mai war der Tag, an dem der sogenannte \u201eZigeunertransport\u201c von Westerbork abging. Meine Damen und Herren, der Zufall wollte es, dass dies der einzige Transport aus Westerbork war, von dem Filmaufnahmen angefertigt wurden. Vermutlich kennen Sie das Bild des zwischen den Waggont\u00fcren stehenden M\u00e4dchens. Das M\u00e4dchen trug eine Kopfbedeckung, vermutlich weil es sich f\u00fcr seinen kahlgeschorenen Kopf sch\u00e4mte.<\/p>\n<p>Dieses Bild war f\u00fcr viele Jahre das Bild der Judenverfolgung, bis ein niederl\u00e4ndischer Journalist, Ad Wagenaar, entdeckte, dass es sich bei dem M\u00e4dchen nicht um eine J\u00fcdin, sondern eine Sintezza, ein Sinti-M\u00e4dchen mit Namen Settela Steinbach handelte. Dieser \u201eZigeunertransport\u201c hatte Westerbork bereits verlassen. Es war nicht m\u00f6glich, uns noch rechtzeitig auf diesen Transport zu bekommen. Man brachte uns also zu einem drei\u00dfig Kilometer entfernt gelegenen Bahnhof, um uns dort auf den Transport zu setzen und uns so gemeinsam mit den anderen Sinti, Roma und Juden nach Auschwitz zu deportieren.<\/p>\n<p>Ich erinnere mich an jedes kleinste Detail dieses Bahnhofs. Wir warteten auf dem Bahnsteig, als der Zug einlief. Soldaten und Polizei liefen umher, stampften mit den F\u00fc\u00dfen auf und br\u00fcllten: \u201eSchnell, schnell, einsteigen!\u201c Ich sah sofort, wo unsere Familie war. Mein Vater hatte den blauen Mantel meiner Schwester vor die Gitterst\u00e4be des Viehwaggons geh\u00e4ngt, ich erkannte ihn sofort. Es war ein Mantel aus einem weichen blauen Stoff. Wenn ich die Augen schlie\u00dfe, sp\u00fcre ich heute noch, wie herrlich weich sich der Mantel meiner Schwester anf\u00fchlte. Auch wir sollten mit auf diesen Transport nach Auschwitz gehen.<\/p>\n<p>Meine Damen und Herren, in manchen F\u00e4llen \u00fcbertrifft die Realit\u00e4t die Vorstellungskraft. Mit Hilfe eines \u201eguten\u201c Polizeibeamten, wahrscheinlich ein Mitglied der Widerstandsbewegung, ist es uns gelungen, der Deportation zu entgehen \u2013 wie in Gottes Namen war dies m\u00f6glich? Der Polizist hatte uns vorher eingesch\u00e4rft: \u201eIch gebe euch ein Zeichen, dann lauft um euer Leben.\u201c Hier stand der Zug nach Auschwitz: die Viehwaggons und darin meine ganze Familie. Auf der anderen Seite vom Bahnsteig stand ein normaler Personenzug. Als der Polizist seinen Hut abnahm, sind wir losgerannt und konnten in all dem Durcheinander auf den losfahrenden Personenzug aufspringen und so entkommen.<\/p>\n<p>Das letzte Bild, das ich vor mir sehe, ist der Zug nach Auschwitz auf dem anderen Bahngleis. In diesem Augenblick sah ich, wie der Zug nach Auschwitz abfuhr. Mein Vater schrie voller Verzweiflung aus dem Viehwaggon meiner Tante zu: \u201eMoezla, pass gut auf meinen Jungen auf\u201c. Das war das Letzte, was ich von meinen Lieben sah. Dieses Bild hat sich f\u00fcr immer in meine Netzhaut eingebrannt.<\/p>\n<p>Ich war allein. Als Kind von sieben Jahren hatte ich alles verloren und fiel in ein unermesslich tiefes Loch. Leider geschieht dies jetzt, heute, in gro\u00dfen Teilen der Welt immer noch, und Kinder werden Opfer von Gewalt.<\/p>\n<p>Nach dieser wundersamen Flucht folgte eine Zeit der Entbehrungen und der Angst im Versteck. Tag f\u00fcr Tag die Angst, aufgegriffen zu werden. Versteckt in W\u00e4ldern, bei Bauern, in alten Fabriken und schlie\u00dflich bei meinen Gro\u00dfeltern \u2013 bis zum Augenblick der Befreiung durch die Alliierten im Fr\u00fchjahr 1945.<\/p>\n<p>Nach der Befreiung kam die Unsicherheit. Vielleicht war sie noch schlimmer als die Angst w\u00e4hrend des Krieges. Lebte meine Familie noch, w\u00fcrde sie zur\u00fcckkehren? Das Durchforsten der endlos langen Listen des Roten Kreuzes mit den Namen der ermordeten Menschen. Sie alle waren in Nazi-Konzentrationslagern ermordet worden. Mein Vater, meine Mutter, meine Schwestern, mein kleiner Bruder und 21 Familienangeh\u00f6rige.<\/p>\n<p>Nach der Befreiung gab es keine Stellen, die sich mit dem Schicksal der Sinti und Roma befassten oder Hilfe boten. Die Juden hatten mit der Betreuung der eigenen Leute alle H\u00e4nde voll zu tun und konnten uns keine Hilfe bieten. Die Beh\u00f6rden taten nichts. Sp\u00e4ter beschrieb die niederl\u00e4ndische Regierung dies wie folgt, ich zitiere: \u201eDie Betreuung, wenn es sie denn gab, war frostig und distanziert\u201c.<\/p>\n<p>Die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs sind innerhalb unserer Gemeinschaft heute noch ganz klar zu sp\u00fcren. Unsere zweite und sogar noch die dritte Generation sp\u00fcrt die Last dieser Vergangenheit. Wir wurden unserem Schicksal \u00fcberlassen. Die jahrhundertelange Geschichte von Stigmatisierung, Ablehnung und Ausgrenzung wiederholte sich. Nach dem Krieg mussten Sinti und Roma versuchen, ihr Leben wieder aufzubauen. Vielen hatte man ihren gesamten Besitz genommen. Hilfe gab es nur sporadisch. Diejenigen, die die Nazi-Lager \u00fcberlebt hatten, wurden innerhalb der eigenen Gemeinschaft aufgefangen. Langsam kam das Leben wieder in Gang, konnten Musikinstrumente gekauft und konnte Handel getrieben werden.<\/p>\n<p>Meine Damen und Herren, schon in recht jungen Jahren habe ich begriffen, dass nur Bildung und Entwicklung der Weg in eine bessere Zukunft ist. Nach der Grundschule studierte ich Gartenbau, Floristik, Garten- und Landschaftsarchitektur sowie Kunstgeschichte. Alles \u00fcber Abendschulen und spezielle Kursangebote.<\/p>\n<p>1962 er\u00f6ffnete ich mein eigenes Blumengesch\u00e4ft in Amsterdam und gr\u00fcndete kurz danach eine Ausstellungs- und Veranstaltungsfirma. Alles mit gro\u00dfer Unterst\u00fctzung meiner Frau, die mir auch noch zwei wunderbare Kinder schenkte. F\u00fcr vier Generationen unseres K\u00f6nigshauses durfte ich arbeiten. Unter anderem habe ich bei der Kr\u00f6nungsfeier von K\u00f6nigin Beatrix und der Hochzeit unseres Kronprinzen Willem Alexander den Blumenschmuck entworfen.<\/p>\n<p>Im Laufe der Jahre habe ich zahlreiche gro\u00dfe Ausstellungen geplant und durchgef\u00fchrt und in den USA, Kanada und den meisten europ\u00e4ischen L\u00e4ndern niederl\u00e4ndische Blumen und Pflanzen vermarktet. In Anerkennung und Wertsch\u00e4tzung meiner T\u00e4tigkeit f\u00fcr die niederl\u00e4ndische Blumenindustrie sowie meines Einsatzes f\u00fcr die Sinti und Roma in den Niederlanden und auch dar\u00fcber hinaus wurde mir im Jahre 2002 aus den H\u00e4nden von K\u00f6nigin Beatrix eine hohe k\u00f6nigliche Auszeichnung zuteil: Ich wurde Offizier des Ordens von Oranje-Nassau.<\/p>\n<p>Heute erinnern wir an die Schrecknisse der Nazi-\u00c4ra, doch erlauben Sie mir, etwas zur Stellung von Sinti und Roma, meinem Volk, im heutigen Europa zu sagen. In zahlreichen L\u00e4ndern sind wir die \u00e4lteste Minderheitengruppe. Es ist menschenunw\u00fcrdig, wie Sinti und Roma, insbesondere in vielen ost- und s\u00fcdosteurop\u00e4ischen L\u00e4ndern wie zum Beispiel Rum\u00e4nien und Bulgarien, behandelt werden. Der weitaus gr\u00f6\u00dfte Teil ist chancenlos, hat keine Arbeit, keine Ausbildung und steht ohne ordentliche medizinische Versorgung da. Die Lebenserwartung dieser Menschen ist wesentlich geringer als die der dort lebenden \u201enormalen\u201c B\u00fcrger. Diskriminierung, Stigmatisierung und Ausgrenzung sind an der Tagesordnung.<\/p>\n<p>In Ungarn ziehen Rechtsextremisten wieder in schwarzer Kluft umher und schikanieren und \u00fcberfallen Juden, Sinti und Roma. Neonazis haben Roma ermordet, darunter einen f\u00fcnfj\u00e4hrigen Jungen. Es gibt in Gastst\u00e4tten und Restaurants wieder Schilder mit der Aufschrift \u201eF\u00fcr Zigeuner verboten\u201c. Die Geschichte wiederholt sich. Diese L\u00e4nder sind vor Kurzem erst der Europ\u00e4ischen Gemeinschaft beigetreten, bezeichnen sich selbst als kultiviert. Schon im Oktober 2000 hat G\u00fcnther Grass in seiner vor dem Europarat gehaltenen Rede vor dem aufkommenden Rechtsradikalismus gewarnt \u2013 Gruppierungen, die vor Gewalt gegen\u00fcber Minderheiten nicht zur\u00fcckschrecken. Er sprach auch \u00fcber die Vorurteile, \u00fcber die Diskriminierung und die Benachteiligung von Sinti und Roma. Vorurteile, die seit dem Beitritt der neuen EU-Staaten in der Summe nur zugenommen haben.<\/p>\n<p>Es ist kein Wunder, dass seit einigen Jahren insbesondere Roma auf der Suche nach einem besseren Leben und nach Zukunft f\u00fcr ihre Kinder nach Westeuropa kommen. In manchen L\u00e4ndern Westeuropas wie Italien und Frankreich wird man dann wieder diskriminiert, ausgegrenzt und lebt unter menschenunw\u00fcrdigen Umst\u00e4nden in Ghettos.<\/p>\n<p>Man wird wieder des Landes verwiesen und in das Herkunftsland abgeschoben. Diese Menschen sind jedoch Einwohner von L\u00e4ndern, die der Europ\u00e4ischen Gemeinschaft angeh\u00f6ren. Die Europ\u00e4ische Kommission hat in Person ihrer Vizepr\u00e4sidentin Viviane Reding mit deutlichen Worten gegen diesen nicht hinnehmbaren Zustand Stellung bezogen. Ich hoffe, dass man die betreffenden Regierungen darauf auch weiterhin ansprechen wird. Wir sind doch Europ\u00e4er und m\u00fcssen dieselben Rechte wie jeder andere Einwohner haben, mit gleichen Chancen, wie sie f\u00fcr jeden Europ\u00e4er gelten.<\/p>\n<p>Es kann und darf nicht sein, dass ein Volk, das durch die Jahrhunderte hindurch diskriminiert und verfolgt worden ist, heute, im einundzwanzigsten Jahrhundert, immer noch ausgeschlossen und jeder ehrlichen Chance auf eine bessere Zukunft beraubt wird.<\/p>\n<p>Meine Damen und Herren, ich m\u00f6chte enden, indem ich die Hoffnung ausspreche, dass unsere Lieben nicht umsonst gestorben sind. Wir m\u00fcssen ihrer auch k\u00fcnftig gedenken, wir m\u00fcssen auch weiterhin die Botschaft des friedlichen Miteinanders verk\u00fcnden und an einer besseren Welt bauen \u2013 damit unsere Kinder in Frieden und Sicherheit leben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich danke Ihnen.<\/p>\n<p><strong>Zur ausf\u00fchrlichen Biografie von Zoni Weisz als PDF-Datei zum Herunterladen: <a href=\"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/zoni_weisz.pdf\">Zoni_Weisz<\/a><\/strong><\/p>\n<p><strong>Kurzinfo zu Zoni Weisz:\u00a0\u201eWir\u00a0haben\u00a0das\u00a0Leben wieder\u00a0in\u00a0die\u00a0Hand\u00a0genommen.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Zoni (Johan) Weisz wurde am 4. M\u00e4rz 1937 in Den Haag geboren. Er war das \u00e4lteste Kind von Jacoba und Johannes Weisz und hatte zwei Schwestern \u2013 Augusta und Johanna \u2013 sowie einen kleinen Bruder mit Namen Emil. Sein Vater arbeitete als angesehener Musiker und Instrumentenbauer. Ende der 1930er Jahre zog die Familie nach Zutphen, einer<br \/>\nKleinstadt in der Mitte des Landes, wo der Vater ein Musikgesch\u00e4ft er\u00f6ffnete.<\/p>\n<div class=\"pdf24Plugin-cp\"> \t<form name=\"pdf24Form0\" method=\"post\" action=\"https:\/\/doc2pdf.pdf24.org\/wordpress.php\" target=\"pdf24PopWin\" onsubmit=\"var pdf24Win = window.open('about:blank', 'pdf24PopWin', 'resizable=yes,scrollbars=yes,width=600,height=250,left='+(screen.width\/2-300)+',top='+(screen.height\/3-125)+''); pdf24Win.focus(); if(typeof pdf24OnCreatePDF === 'function'){void(pdf24OnCreatePDF(this,pdf24Win));}\"> \t\t<input type=\"hidden\" name=\"blogCharset\" value=\"Cw1x07UAAA==\" \/><input type=\"hidden\" name=\"blogPosts\" value=\"MwQA\" \/><input type=\"hidden\" name=\"blogUrl\" value=\"yygpKSi20tcvLy\/Xy8jPSM3LARK6pXnpqWmZOSWpRSV6KakA\" \/><input type=\"hidden\" name=\"blogName\" value=\"88jPSM3LARK6pXnpqWmZOSWpRSUA\" \/><input type=\"hidden\" name=\"blogValueEncoding\" value=\"gzdeflate base64\" 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M\u00e4rz 2011 der 68 deportierten Sinti-und Roma aus Hohenlohe. Symbolisch wurde ein Stra\u00dfenschild f\u00fcr das ermordete M\u00e4dchen Klara Winter aus Schwabbach neben dem Gleis 1 angebracht. Genau um 10 Uhr am 23. 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