„Politik aus Leidenschaft“ – Kevin Leiser (SPD) aus Blaufelden will in den Bundestag

Der 26-jährige Kevin Leiser aus Blaufelden bewirbt sich um die SPD-Bundeskandidatur im Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe. Die beiden SPD-Kreisvorstände des Landkreises Schwäbisch Hall und des Hohenlohekreises begrüßten seine Kandidatur bei ihren jüngsten Sitzungen.

Informationen zugesandt von Kevin Leiser, Blaufelden

„Die Welt ist politisch gestaltbar“

„Ich möchte mich einbringen und mithelfen die Probleme unserer Zeit zu lösen“, so Leiser zu seiner Kandidatur. Die Welt sei politisch gestaltbar. Im Zuge der Corona- bedingten Vollbremsung könne sich die Gesellschaft wieder auf das besinnen, was wirklich zähle. Zu den zentralen Handlungsfeldern zählt Leiser den Klima- und Artenschutz, die Schaffung fairer Lebensbedingungen und -chancen, die Digitalisierung und ein Upgrade für die Demokratie. „Diese Kandidatur ist für mich eine große Herausforderung, an der ich wachsen möchte. Meine Tätigkeiten im Gemeinderat und im Kreistag haben meine Leidenschaft für Politik weiter angeheizt. Es würde mich riesig freuen, wenn ich dieser Leidenschaft hauptamtlich in meiner Heimat Hohenlohe nachgehen dürfte“, so Leiser weiter.

„Junge, engagierte Genossinnen und Genossen“

„Ich kenne Kevin seit einigen Jahren in verschiedenen Zusammenhängen. Er ist sehr organisiert und motiviert. Kevin ist trotz seiner jungen Jahre in vielen Ämtern aktiv. Außerdem ist er willens dazu zu lernen. Gerne unterstütze ich ihn bei seiner Kandidatur“, sagt Nikolaos Sakellariou, SPD-Kreisvorsitzender im Landkreis Schwäbisch Hall und Landtagskandidat für den Wahlkreis Schwäbisch Hall-Crailsheim. Auch die SPD-Kreisvorsitzende im Hohenlohekreis Caroline Vermeulen äußert sich zu Leisers Kandidatur: „Ich freue mich über das vielfältige Engagement unserer jungen Genossinnen und Genossen. Patrick Wegener und Kim-Alisa Wagner kandidieren gemeinsam im Wahlkreis Hohenlohe für den Landtag. Jetzt kommt Kevin Leiser als Bundestagskandidat dazu. Das hätte ich nicht zu träumen gewagt. Wir packen jetzt gemeinsam die weiteren Schritte an.“

Am 26. November 2020 wird nominiert

Die Nominierungsversammlung soll am Donnerstag, 26. November 2020, stattfinden. Als Gastrednerin kommt die stellvertretende SPD-Landesvorsitzende Jasmina Hostert aus Böblingen.

Zur Person:

Kevin Leiser: 26 Jahre; Gymnasiallehrer am Albert-Schweitzer-Gymnasium Crailsheim in den Fächern Mathematik, Politik und Wirtschaft; Kreisrat des Landkreises Schwäbisch Hall; Gemeinderat der Gemeinde Blaufelden; Schriftführer des Sportclub Wiesenbach e.V., Beisitzer im Kreisvorstand des SPD-Kreisverband Schwäbisch Hall, Stellvertretender Vorsitzender SPD-Ortsverein Schrozberg, Delegierter für SPD-Landesparteitage

Kandidatur-Schreiben von Kevin Leiser an seine Partei:

Bewerbung für die SPD-Bundestagskandidatur im Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe

Liebe Genossinnen und Genossen,

wir leben im Zeitalter des Menschen, dem sogenannten Anthropozän. Der Mensch ist die dominierende Spezies auf diesem Planeten geworden. Er ist dauerhaft wohnhaft auf allen Kontinenten – seit bald 20 Jahren auch auf der ISS –, global vernetzt und er gestaltet den Planeten Erde nach seinen Vorstellungen. Die Welt ist menschengemacht und damit politisch gestaltbar. Wir sind Krieg, Armut und Naturkatastrophen nicht hilflos ausgesetzt. Vielmehr können wir uns ihnen entgegenstellen bzw. ihren Ausbruch in vielen Fällen bewusst verhindern. Da die Welt von Menschen gestaltet wird, stellen sich unweigerlich die Fragen: Wie soll die Welt aussehen? Wie wollen wir leben?

Egoismus, Angst und Ungleichheiten nahmen zu

Jedoch folgte in den vergangenen Jahren, gar Jahrzehnten Krise auf Krise. Egoismus, Angst und Ungleichheiten hatten zugenommen. „Die Politik“ schien die Kontrolle zu verlieren, den Krisen nur noch hinterher zu laufen und ihre Gestaltungsmöglichkeiten sowie ihren Gestaltungswillen zu verlieren. Selbst in Demokratien hatte sich der Begriff der Alternativlosigkeit einer Maßnahme im Sprachgebrauch eingebürgert. Von den großen Fragen war keine Rede mehr. Und dann: Ein winziges Virus beschert der Menschheit eine Vollbremsung.

„Viele kleine Dinge können die Welt verändern“

Die größte akute Krise seit Ende des Zweiten Weltkrieges stellt die Menschheit, Nationen und jeden Einzelnen vor gewaltige Probleme und Herausforderungen. Aber ihr wohnt auch eine große Chance inne: Wir können uns wieder besinnen auf das, was wirklich wichtig ist. Ein afrikanisches Sprichwort lautet: „Viele kleine Leute in vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern.“ Hierbei möchte ich mich einbringen und einen bescheidenen Beitrag leisten, um mitzuhelfen, die Probleme von morgen zu lösen. Als Mathematiker gehört der Wille zur Problemlösung zu meinem Wesen. Als Politiklehrer weiß ich um die Bedeutung von Demokratie, Kontroversität und Fairness. Als Sozialdemokrat will ich mehr Gerechtigkeit. Bereits seit vielen Jahren engagiere ich mich ehrenamtlich in und außerhalb der SPD. Mit der Wahl in den Blaufelder Gemeinderat und in den Kreistag des Landkreises Schwäbisch Hall wurde meine Leidenschaft für die Politik weiter angeheizt. Nun möchte ich dieser Leidenschaft auch hauptamtlich nachgehen.

Aktuell scheinen mir die folgenden vier Themenfelder von besonderer Bedeutung zu sein:

  1. Klima- und Artenschutz: Wollen wir weiterhin die natürlichen Lebensgrundlagen zerstören und auf Kosten kommender Generationen leben?
  2. Faire Lebensbedingungen und -chancen: Wollen wir weiterhin in einer Gesellschaft leben, in der Ungleichheiten zunehmen?
  3. Digitalisierung: Wollen wir uns vor schwierigen Entscheidungen drücken oder wollen wir die Chancen der Digitalisierung für unsere Gesellschaft nutzen?
  4. Demokratie: Wollen wir zusehen wie Demokratien erodieren oder wollen wir der Demokratie ein Upgrade für das 21. Jahrhundert geben?

Der Politikbetrieb ist mühsam, voll von Hindernissen, die es zu überwinden, und voller dicker Bretter, die es zu bohren gilt. Doch er birgt auch unglaublich erfüllende Gestaltungsmöglichkeiten. Diese Kandidatur ist eine riesige Herausforderung. Doch ich möchte sie annehmen und an ihr wachsen. Dafür bitte ich um euer Vertrauen und um eure Unterstützung.

Vorwärts Genossen!

Kevin Leiser

Weitere Informationen und Kontakt:

E-Mail: ehrenamt@kevin-leiser.de

   Sende Artikel als PDF   

„Lang beschattete Täler“ – Eine Fortsetzungsgeschichte von Birgit Häbich: Der Episoden dreizehnter Teil

„Lang beschattete Täler“ – Eine Fortsetzungsgeschichte von Birgit Häbich: Der Episoden dreizehnter Teil. Die geschilderten Handlungen, Personen und Namen sind frei erfunden. Es werden keine realen Namen von Personen angegeben. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten, lebenden oder toten Personen wären rein zufällig und sind weder gewollt noch beabsichtigt.

Von Birgit Häbich

XIII Friede

… „Paul möchtest Du ein paar Tage zu mir kommen?“, fragte Carl seinen Freund fürsorglich. „So ein kleiner Tapetenwechsel würde Dir jetzt sicherlich gut tun!“ Und er ergänzte sein Angebot: „Ich muss in der kommenden Woche in den Südschwarzwald, ein Mandant hat mich gebeten, ihn zu besuchen, da kann ich Dich auf dem Weg in Hoheitshausen abladen.“ Paul verabschiedete sich mit den Worten: „Ich überlege mir das und melde mich morgen bei Dir, danke Carl.“

Eliten waren fast durchweg korrupt

Carl Eugen Friedner legte nach einem kurzen Abschiedsgruß den Hörer auf die Gabel und lehnte sich zurück. Er wusste nicht nur durch die Freundschaft zu Paul, sondern auch von Erzählungen aus seinem Mandantenkreis, dass es in Pauls alter Heimat Mali schwierig bis unmöglich war, überhaupt irgendetwas ohne Schmiergelder zu Wege zu bringen. Mehr wie die Hälfte der Bevölkerung lebte in unvorstellbarer Armut und die Eliten waren fast durchweg korrupt. Entwicklungshilfegelder versickerten nutzlos, oder wurden von vordergründig freundlich lächelnden Verwaltungsbeamten und Politikern in die eigene Tasche geschoben.

Prächtiges Haus

Paul hatte einst mit dem sehr guten Einkommen seiner verstorbenen Frau in Bamako ein prächtiges Haus für die ganze Großfamilie bauen lassen können. Es sollte später auch die Familien seiner Söhne beherbergen. Als vor acht Jahren jedoch die allseits brodelnden ethnischen Konflikte* offen ausbrachen und die Lage im ganzen Land zu eskalieren begann, waren die beiden Söhne bereits in Frankreich, und Paul sah sich mit dem Rest seiner damaligen Kleinfamilie irgendwann zur Flucht nach Deutschland gezwungen. Als Pauls Ehefrau Lisa dann ihrer Krebserkrankung erlag und terroristische Überfälle in seiner Heimat anfingen, zur Tagesordnung zu gehören, entschloss Paul sich dazu, sein berufliches Nomadenleben als Berater auf dem afrikanischen Kontinent aufzugeben.

Finanziell abgesichert

Wegen seiner außerordentlich umfangreichen Sprachkenntnisse wurde er zum sehr gern gesehenen Betreuer und Referent in sozialpädagogischen Projekten bei unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlingen im mittleren Schwarzwald. Paul meinte, durch diese berufliche Tätigkeit, finanziell abgesichert, mit Gisléne in Deutschland zu bleiben, bis diese die bevorzugte Schule in Hoheitshausen abgeschlossen haben würde.

Aufenthaltsstatus gefährdet

Wie würde Paul mit dem plötzlichen Verschwinden seiner Tochter Gisléne umgehen? Carl sah unüberwindliche Schwierigkeiten auf seinen Freund zukommen. Paul besaß nämlich, im Gegensatz zu allen seinen in Deutschland geborenen Kindern, keine deutsche Staatsangehörigkeit. Und wenn er jetzt mit dem Gesetz in Konflikt kommen würde, wäre sein scheinbar sicherer Aufenthaltsstatus gefährdet. Gisléne war, als seine minderjährige Tochter mit deutscher Staatsangehörigkeit, stets sein Unterpfand, um sich ohne großen Aufwand im Schengen-Raum* aufhalten zu können. Carl Eugen beschloss, dieses Thema für heute ad Acta zu legen – seine Gedanken drehten sich im Kreis und würden auf diese Weise sowieso zu keiner brauchbaren Lösung führen. Er wollte sich jetzt in Ruhe auf das Treffen mit seiner geliebten Paula vorbereiten.

Fabelhaftes Menü

Wohin sollten sie eigentlich gemeinsam essen gehen? Carl Eugen fiel auf Anhieb keine passende Lokalität in dieser ungastlichen >Karinakrise< ein und die Vorstellung, sich von vermummten Bedienungen in der Menüauswahl und zu einem passenden Wein beraten lassen zu müssen, bereiteten ihm augenblicklich schlechte Laune. Carl gedachte auf jeden Fall, einen schönen Abend in gemütlicher Atmosphäre mit Paula zu verbringen. Würde sie sich wohl darauf einlassen zu ihm nach Hause zu kommen? Er könnte doch einfach bei Klara Knollerie und ihrem kochkünstlerisch begabten Mann in der Rosenau ein fabelhaftes Menü zum Mitnehmen zu bestellen und es kurz vorher abholen? Ja, das war eine gute Idee! Carl verfolgte im Internet die neuen Beiträge der Biospitzenköche*. Im neuesten Beitrag hatte er gelesen, was für Kräuter Herr Knollerie verwendet, um nicht nur das Mahl geschmacklich abzurunden. Die Gänge wären dann einfach einzeln aufzuwärmen, und Paula und er könnten nach Lust und Laune in Ruhe essen und sich dabei gepflegt unterhalten.

Ungutes Gefühl

Ob es wohl so werden würde wie damals, als sie sich nach langer Zeit wiedersahen? Jetzt war es freilich etwas ganz anderes. Er hatte sein Pulver damals verschossen, so einen lukrativen Heiratsantrag und so ein vermeintliches Wiedergutmachungsangebot würde er ihr nicht noch einmal unterbreiten können. Aber was konnte er ihr darüber hinaus bieten? Carl hatte das ungute Gefühl, dass Paula ihn dieses Mal, trotz ihrer nach Außen gezeigten Herzlichkeit, keinesfalls so ungeschoren davonkommen ließ wie vor sechs Jahren.

Rechtsunsicherheit

Und es würde ihm vermutlich auch nichts nützen, mit seiner langen schweren Krankheit aufzuwarten, und wegen der nochmaligen und ziemlich aufwendigen beruflichen Neuorientierung und dem jetzt so gut gelungenen Zusammenschluss mit den jungen Kollegen in der Kreisstadt um Verständnis zu bitten. Carl wurde unruhig, wenn er daran dachte, dass Paula von ihm womöglich gerade jetzt unmissverständlich fordern würde, den geschehenen Betrug aufzudecken. Er würde sich eben hinter der aktuellen Lage verschanzen – sein Bedauern über die Unmöglichkeit, nun in der derzeitigen Situation, angemessen agieren zu können, zum Ausdruck zu bringen. Das half in ganz anderen Fällen ja auch – die allseits an die Wand gefahrene Wirtschaft, und die derzeit in ganz Deutschland herrschende Rechtsunsicherheit, waren doch hervorragende Ausreden, um Leute auf den St. Nimmerleinstag zu vertrösten. In der Art würde es vielleicht funktionieren, auch Paula in ihren Forderungen nach weiterer Aufklärung des Betrugs Einhalt zu gebieten.

Reinen Tisch machen?

Carl Eugen musste sich jedoch eingestehen, dass er mit einem derartigen Verhalten Gefahr lief, ihr Vertrauen endgültig zu verspielen. Paula Engel war eine umsichtige und tüchtige Geschäftsfrau und würde sich gerade jetzt im reifen Alter nicht mehr so leicht täuschen lassen wie früher. Zudem war schließlich sie überfallen worden, was sie schier das Leben gekostet hatte. Und was hätte er im Gegensatz zu ihr schon zu verlieren, wenn er endlich in aller Öffentlichkeit die Wahrheit sagen und reinen Tisch mit ihr machen würde? Carl Eugen Friedner sah der Möglichkeit ins Auge, entgegen aller früherer Vereinbarungen und Schwüre, sich doch noch mit den alten Verbindungen anzulegen, den Betrug anzuzeigen und gerichtlich aufarbeiten zu lassen. Auch wenn er dabei Federn lassen musste – bald würde er siebzig werden, das Ende seines Lebens rückte unaufhaltsam und deutlich näher. Carl fühlte plötzlich eine heftige Sehnsucht in sich aufsteigen, all die harten Auseinandersetzungen, die es mit Paula jemals gab, endlich friedlich beilegen zu können … Fortsetzung folgt.

Erläuterungen:

*Terrorismus in Mali: https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/maas-sicherheitsrat- minusma/2352018

https://de.wikipedia.org/wiki/Mali

https://www.spiegel.de/politik/ausland/mali-angriff-auf-dogon-dorf-offenbar-etwa- hundert-tote-a-1271701.html

https://www.spiegel.de/panorama/justiz/mali-mehr-als-130-tote-bei-ueberfall-auf- dorf-a-1259391.html

https://taz.de/Massaker-in-Mali/!5582672/

https://www.schengenvisainfo.com/de/staaten-des-schengen-raums/

https://biospitzenkoeche-blog.de/ http://www.hohenlohe-ungefiltert.de/?p=18750

Kontaktaufnahme zur Autorin ist möglich unter der E-Mail-Adresse:

b.haebich@web.de

   Sende Artikel als PDF   

„Nazis entzogen wertvolle Gegenstände“ – Rechtmäßiger Eigentümer macht eine Dauerleihgabe fürs Stadtmuseum Crailsheim

Manfred Rosenfeld, der 1930 in Crailsheim geboren wurde, übergab kürzlich zwei Möbelstücke sowie ein lateinisch-deutsches Lexikon in die ständige Obhut des Crailsheimer Stadtmuseums. Die Gegenstände waren seinem Onkel Max Rosenfeld (geboren 1908, deportiert 1941) NS-verfolgungsbedingt entzogen worden.

Von der Stadtverwaltung Crailsheim

Eigentum von Max Rosenfeld

Das Stadtmuseum Crailsheim durchforscht seine Bestände nach Gegenständen, die nach heutiger Auffassung auf inakzeptable Weise in seine Sammlung gekommen sind. Der Schwerpunkt liegt auf Objekten, die 1933 bis 1945 für das damalige Heimatmuseum erworben wurden.
Zwei solche Objekte konnten eindeutig und ein weiteres Objekt mit hoher Wahrscheinlichkeit als vormaliges Eigentum von Max Rosenfeld identifiziert werden. Daher ging das Stadtmuseum auf seinen Neffen Manfred Rosenfeld zu, um die Familie, als die wirkliche Eigentümerin der Stücke, über den Fund zu informieren. „Ich wollte eigentlich dieses Jahr wieder nach Crailsheim kommen“, schreibt Manfred Rosenfeld in seinem anrührenden Brief, in dem er auf die Rückgabe der Familienstücke verzichtet.

Stolperstein erinnert an die Familie

Manfred Rosenfeld lebt in Wales (GB). 1939 gelangte er mit einem „Kindertransport“ nach Großbritannien, was ihm das Leben rettete. Seine Mutter Sofie (geboren 1904) und sein Onkel Max Rosenfeld wurden 1941 deportiert und ermordet. Ein Stolperstein erinnert an die Familie, die im Haus Marktplatz 7 in Crailsheim wohnte.

Lateinisch-deutsches Lexikon von 1764

Anfang 1939 übernahm der „Altertums- und Heimatverein Crailsheim“ für das damalige Heimatmuseum rund 350 Objekte von jüdischen Bürgerinnen und Bürgern. Im Fall von Max Rosenfeld nennen die Vereinsakten ein bemaltes Kästchen, einen Stuhl und ein lateinisch-deutsches Lexikon von 1764. Der Zeitpunkt dieser Erwerbungen belegt, dass es sich um Zwangsverkäufe handelt.
Das Eigentum von Max Rosenfeld konnte von Museumsleiterin Friederike Lindner auf Grund der Vereinsakten und einem Altinventar ermittelt werden.
Als markantes Objekt war das lateinisch-deutsche Lexikon von 1764 am leichtesten zu identifizieren. Es ist in der Schausammlung des Stadtmuseums zum 18. Jahrhundert als Dauerleihgabe des Stadtarchivs ausgestellt, das bisher als der vermeintliche Eigentümer galt.

1939 von jüdischen Bürgern übernommen

Der erwähnte Stuhl war durch eine noch am Objekt vorhandene Altinventarnummer auffindbar. Er erhielt seinerzeit die Inventarnummer 1662. Im Inventareintrag wird Max Rosenfeld als Vorbesitzer genannt.
Das „bemalte Kästchen“ hingegen stellte das Museum vor erhebliche Probleme und erforderte detektivisches Gespür. Nur durch Rückschluss konnte ein bemalter Halbschrank aus dem 18. Jahrhundert mit größter Wahrscheinlichkeit als das bemalte Kästchen von Max Rosenfeld identifiziert werden. Die Inventarnummer lautet 1661, der Eintrag „Kästchen, bemalt“. Vorbesitzer werden nicht aufgeführt. Die Beschreibung der Malerei sowie die zitierte Inschrift belegen, dass mit dem „Kästchen“ der Halbschrank aus dem 18. Jahrhundert gemeint ist. Der Begriff „Kästchen“ war für solch ein kleines Verwahrmöbel durchaus gebräuchlich. Bestärkt wird die Annahme, dass der Halbschrank das Kästchen von Max Rosenfeld ist, durch den Umstand, dass sich die folgenden Inventareinträge ebenfalls auf Objekte beziehen, die 1939 von jüdischen Bürgern übernommen wurden.

Richtige Eigentümer finden

Für das Jahr 2021 plant das Stadtmuseum eine Ausstellung zu den NS- verfolgungsbedingt entzogenen Objekten in seiner Sammlung. Mit dem Projekt ist die Hoffnung verbunden, die eigentlichen Eigentümer der Gegenstände, nämlich Nachkommen und Erben der Verfolgten und Ermordeten, zu finden und zu kontaktieren. Die Stücke können zurückgegeben werden oder es ergibt sich, wie im Fall von Familie Rosenfeld, eine alternative Lösung.

Weitere Informationen und Kontakt:

https://www.museum-crailsheim.de/

https://www.stadtarchiv-crailsheim.de/

   Sende Artikel als PDF   

„Zahlenmanipulation aus Angst vor der Corona-Wahrheit“ – Leserbrief von Hans A. Graef aus Schwäbisch Hall

Das deutsche Gesundheitssystem hat – trotz der negativen Einsparungen und Fehlentwicklungen seit 2003 – die Corona-Epidemie lobens- und dankenswert gemeistert. Es ist Zeit für eine systemische Analyse.

Leserbrief von Hans A. Graef, Schwäbisch Hall

Fehlprognosen

Als Kritiker der wissenschaftlich einseitigen Corona-Strategie weisen viele Experten auf die Fehlprognosen des Robert-Koch-Instituts (RKI) und der politisch Verantwortlichen hin. Für immer mehr Menschen im Land wird klar, dass der lange totale Lockdown für alle Menschen und Lebensbereiche ein Fehler war, den man bereits seit Mitte April 2020 in dieser Form aufheben konnte und so die Folgeschäden hätte vermeiden können.

Viele Menschen verängstigt

Die eng vernetzte Elite um den Pharma-Lobbyisten Spahn haftet für die Folgen. Ihre propagandistische Reaktion richtet sich gegen die Aufklärung der Fakten. Sie haben in Panik die sinnvollen Maßnahmen (Hygiene, Versammlungsverbot) überzogen und mit der Panikstrategie ab März 2020 viele Menschen verängstigt. Opfer sind tausende Menschen, die keine OP bekamen, die nicht zum Arzt gingen, die depressiv oder aggressiv werden, arbeitslos.

Warnungen nicht beachtet

Warum hat man in Berlin nicht reagiert auf die RKI-Seuchenwarnung von 2012? Weshalb hat man die Erkenntnisse der Hopskins-Tagung vom 11. Oktober 2019 nicht beachtet? Warum wurde nicht das Institut der NAKO-Gesundheitsstudie über in die Entscheidungen eingebunden, spezialisiert auf Epidemien? Warum stützte man sich nicht auf einen unabhängigen Beraterkreis, anstatt auf ein einziges Institut, das 2009 falsche Prognosen stellte? Weshalb wurden die Informationen der Corona-Initiative Deutscher Mittelstand nicht beachtet, die im April 2020 den Verlauf der Epidemie und die Schäden exakt vorhergesagten? Warum wurden die Warnungen über den „Fehlalarm Lockdown“ aus dem Bundesinnenministerium vom 22. April 2020 von zehn Fachleuten ignoriert?

Gentechnisch manipulierter Impfstoff

Ich habe mehr Angst vor der Manipulation und Einseitigkeit von Presse bzw. TV und Leichtgläubigen, die sich angsterfüllt lenken lassen, nachdem erschreckende Fotos aus Norditalien gezeigt wurden. „Faktencheck“ als Propaganda!. Die arte-Doku (2009) „Die Profiteure der Angst“ zeigt, wie im Kontext der Schweinegrippe ein Impfstoffmarketing betrieben wurde und wie das RKI und Professor Drosten versagt haben. So wie mit ihren Prognosen – während die Epidemie-Vorhersagen von Professor Bhakti, Dr. Wodarg, u.v.a. auf Grund langjähriger Studien genau zutrafen? Ich habe keine Angst vor dieser Nichtmehr-Epidemie und werde mich auf keinen Fall impfen lassen, obwohl ich (71) kein Impfgegner bin, habe mich nie impfen lassen gegen Grippe und misstraue diesem ungeprüften, gentechnisch manipulierten Impfstoff.

Kitas und Schulen rasch öffnen

Professor Streek hat die zweite Infektionswelle als unwahrscheinlich bezeichnet, zuletzt hat der Statistiker Israel Ben-Israel nachgewiesen, dass die Infektionskurve (wie bei jeder Grippe) nach zehn Wochen sinkt, egal welche Maßnahmen getroffen wurden. Aktuell haben wir in Deutschland bei 83 Millionen Menschen 5400 Infizierte, die meist in Quarantäne und Kliniken liegen: Sind 0,001 Prozent eine Pandemie? Wie die Kinderärzte fordere ich als Opa von fünf Enkeln, Hygieneregeln beachten, gegebenenfalls testen, aber Kitas und Schulen rasch öffnen.

   Sende Artikel als PDF   

„Lang beschattete Täler“ – Eine Fortsetzungsgeschichte von Birgit Häbich: Der Episoden zwölfter Teil

„Lang beschattete Täler“ – Eine Fortsetzungsgeschichte von Birgit Häbich: Der Episoden zwölfter Teil. Die geschilderten Handlungen, Personen und Namen sind frei erfunden. Es werden keine realen Namen von Personen angegeben. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten, lebenden oder toten Personen wären rein zufällig und sind weder gewollt noch beabsichtigt.

Von Birgit Häbich

XII Zähler

… „Und was hat dein jüngster Sohn zum Verschwinden seiner Schwester Gisléne gemeint?“, fragte Carl nach dem ergreifenden Bericht Pauls. Paul schnaufte schwer. Carl Eugen hörte ihn sich seine Nase putzen und wartete geduldig, bis der Freund eine Antwort gab. Als weiterhin kein Ton aus dem Hörer kam, setzte er nochmals nach: „Paul, sag, was hat Yann gemeint?“ „Meine beiden jüngsten Kinder sind anscheinend jetzt auch von allen guten Geistern verlassen“, presste Paul gequält zwischen seinen Lippen hervor, „Yann hat vollstes Verständnis für seine kleine Schwester gezeigt. Er meinte, Gisléne habe ein Recht auf ein Leben nach ihrer eigenen Fasson und ohne den Zwang in der Hoheitshausener Glaubensgemeinschaft. Yann hat mir bei dieser Gelegenheit seine Vorliebe für Männer eröffnet, und dass er deswegen – genauso wie seine Schwester – die moralische Enge und Scheinheiligkeit der Glaubensgemeinschaft von Hoheitshausen vermeiden werde.

Tun was ihre Herkunft von ihnen verlangt

Carl Eugen Friedner schluckte, die familiäre Situation bei Paul schien zunehmend unübersichtlich zu werden, und er wusste schlicht nicht mehr, was er dazu noch sagen sollte. „Vielleicht solltest du einen Psychologen hinzuziehen?“, fragte Carl vorsichtig. „Ich brauche keinen Psychologen!“ erwiderte Paul Carls Vorschlag kühl und legte als Begründung nach: „Ich habe in meinem Pädagogikstudium das Fach Psychologie belegt. Die Kinder sollen das tun, was ihre Herkunft von ihnen verlangt, wozu man sie erzogen hat. Es war geplant und schon lange ausgemacht, dass alle drei in Europa studieren und, dass die Jungen, spätestens nach ihrer Promotion in Europa, zurückgehen, um in Westafrika in angemessenen, gehobenen Positionen zu arbeiten.“

Westafrika

Carl überlegte kurz und meinte dann: “Aber Paul, dein Ältester hat doch bereits in Nürnberg eine gehobene und sehr gut bezahlte Position angenommen. Wenn ich mich recht erinnere wurde er sogar von seinem ehemaligen Doktorvater extra dorthin gerufen?“, erwiderte Carl verwundert. „Sein Doktortitel würde ihm daheim wesentlich mehr Prestige einbringen“, antwortete Paul uneinsichtig und räumte mit einem ironischen Unterton ein: „Die …“ und er vollendete nach einer wirkungsvollen Pause den Satz: “… französischstämmige Freundin von Théo verträgt das feuchtwarme Klima in Westafrika nicht. Die beiden lebten ein Jahr lang in Burkina Faso. Dann haben Théo und sie sich dazu entschlossen, sich im Süden Deutschlands niederzulassen.“

Strenge Gesellschaftsordnung

„Paul, wie heißt die Freundin deines ältesten Sohnes?“, fragte Carl vorsichtig nach, wohl wissend, dass sie für Paul ein rotes Tuch war. Hielt sie doch Pauls Meinung nach den Ältesten ganz gezielt davon ab, das zu tun, was die strenge und althergebrachte Gesellschaftsordnung* seiner Herkunftsfamilie gebot. Wie vorauszusehen war, ging Paul geflissentlich über Carls Frage nach dem Namen der Freundin und Geliebten seines Ältesten hinweg und meinte lapidar: „Sie gehört nicht zur Familie!“

Afrikanische Großfamilie

„Noch nicht! Paul, was machst Du eigentlich, wenn dein Ältester und sie heiraten? Immerhin haben die beiden nun einen gemeinsamen Hausstand in Bayern gegründet?“, fragte Carl. Paul schwieg, auf diese Frage wollte er Carl keine Antwort geben. Paul Malibo hatte stets damit gerechnet, dass wenigstens seine Söhne stillschweigend den unausgesprochenen Vorgaben der afrikanischen Großfamilie folgen würden. Dass nun zwei seiner drei Kinder zu allem Überfluss auch noch mit den Traditionen der Glaubensgemeinschaft seiner verstorbenen Frau brechen und ihm damit Schande zu bereiten drohten, war ihm schier unerträglich. Er müsste nun plausible Erklärungen in der Kirchengemeinde finden, um das Fehlen von Gisléne und Yann zu kaschieren. „Wie soll ich das meiner Schwiegermutter erklären?“, fragte Paul kläglich, „Yann will nur noch herkommen, wenn er seinen Freund mitbringen darf, und auch nur dann, wenn ich ihn als seinen Geliebten anerkenne.“

Ehebett

Jetzt war es an Carl tief durchzuatmen, und mit erhobener Stimme begann er, Paul mit ein paar sehr deutlichen Fragen ins Gewissen zu reden: „Ist das alles, was dir Sorgen macht? Was deine Schwiegermutter zu einem schwulen Liebespaar sagen wird? Dein zweiter Sohn ist volljährig und kann, wie der erste, tun und lassen was er will. Aber wie alt ist deine Tochter jetzt? Sie ist doch noch minderjährig, oder? Was denkst du dir eigentlich, Paul? Gerade Du als Pädagoge, als ausgewachsener Mann und Vater dein eigenes kleines Mädchen jahrelang mit ins Ehebett zu nehmen, bis sie als fast erwachsene Frau schlussendlich davonläuft, weil ihr ja gar nichts anderes mehr übrig bleibt.

Väterlicher Stolz

Ich würde mir an deiner Stelle lieber überlegen, wie ich diesen Umstand der Polizei erklären kann. Weiß Deine Schwiegermutter eigentlich, dass Gisléne dauernd bei Dir im Ehebett schlief?“ Und setzte nach einer kurzen Pause nach: „Du hast Glück, dass wir gerade in der >Karinakrise< leben, sonst müsstest du zudem noch das Fehlen deiner Tochter in ihrer Schule irgendwie glaubhaft und nachvollziehbar erklären.“ „Mit was verdient Yann eigentlich sein Geld?“, wollte Carl Eugen Friedner dann von Paul wissen. „In so einem neumodischen technischen Unternehmen, >Kurzmeter<, oder so ähnlich, heißt es. Der Betrieb ist in Karlsruhe, dort werden so genannte intelligente Zähler* für den künftigen Strommarkt hergestellt. Yann ist wegen seines Ökonomiestudiums, seiner Sprachengewandtheit und seiner Herkunft in einer buntgemischten* Arbeitsgruppe für die globale Vermarktung zuständig“, erklärte Paul nicht ohne väterlichen Stolz in der Stimme.

Wem gehörten die Häuser?

Carl war beruhigt, dass sein Freund sich wieder gefangen hatte und behielt das Thema bei: „Bestimmt ist dieses junge Unternehmen jetzt auch existenziell von der >Karinakrise< betroffen. Man kann sich sicherlich immer noch nicht vorstellen, wie viele solche clevere und hoffnungsvolle Unternehmen bald auch wegen dem im März getroffenen politischen Entschluss, die gesamte Wirtschaft und das öffentliche Leben auf Null herunterzufahren, noch Schiffbruch erleiden werden.“ Carl machte eine Pause und erkundigte sich dann bei Paul: „Yann hat sich doch schon bereits als Student mit der Begutachtung und Prüfung europäischer und rein deutscher Entwicklungshilfegelder für regenerative Energieprojekte, in Bamako beschäftigt?“ „Ja“, bestätigte Paul und ergänzte: „Zum Beispiel da, wo man damals herausfand, dass es nicht sauber zugegangen war mit den Fördergeldern. Die gelieferten Bauteile der Anlagen zur Stromherstellung aus Sonnenenergie wurden zwar, wie vorgegeben, vor Ort zusammengebaut und auf Dächern montiert. Sie gingen ans Netz, funktionierten einwandfrei und lieferten zuverlässig die vorher angekündigte Strommenge für einen Teil der Hauptstadt – nur fragte keiner, wem die Häuser dort eigentlich gehörten und in wessen Eigentum die Anlagen durch die Installation gekommen waren, und, wer daher als Eigentümer der Anlage am Verkauf des Stromes verdiente.“ … Fortsetzung folgt.

Erläuterungen:

*Promotion: https://de.wikipedia.org/wiki/Doktor

*patriarchale, patrilokale und patrilineare Gesellschaften: z.B. der Dogon in Mali: https://de.wikipedia.org/wiki/Dogon

*Intelligenter Stromzähler: https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenter_Z%C3%A4hler

*Start-up: https://www.startupbw.de/

*Ökonomiestudium: Studium der Wirtschaftswissenschaften

*Diversität: https://de.wikipedia.org/wiki/Kulturelle_Vielfalt

Kontaktaufnahme zur Autorin ist möglich unter der E-Mail-Adresse:

b.haebich@web.de

   Sende Artikel als PDF   

„Ungarn und die EU“ – Evelyne Gebhardt diskutiert auf Facebook mit der Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments

Die Europa-Abgeordnete Evelyne Gebhardt (SPD) lädt am Donnerstag, 18. Juni 2020, um 17.30 Uhr zu „Facebook live“. Sie spricht mit Klára Dobrev, der Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments über das Thema „Ungarn und die EU“. Das Gespräch findet auf Evelyne Gebhardts Facebook-Profil statt: https://www.facebook.com/evelyne.gebhardt.eu Über den Chat können die Zuschauerinnen und Zuschauer auch Fragen an die beiden Abgeordneten stellen.

Vom Europabüro in Künzelsau der EU-Abgeordneten Evelyne Gebhardt (SPD)

Europäische Grundwerte mit Füßen getreten

„Was in Ungarn, wo einst der Eiserne Vorhang fiel, passiert, darf uns Europäer und Europäerinnen nicht kalt lassen. Seit rund einem Jahrzehnt erleben wir dort, wie die Regierung europäische Grundwerte mit Füßen tritt. Dies betrifft die Rechtsstaatlichkeit, die Meinungsfreiheit, den Umgang mit Minderheiten oder Flüchtlingen. Im Europäischen Parlament fordern wir deshalb bereits seit Jahren, ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die ungarische Regierung einzuleiten”, so Evelyne Gebhardt. Sie ist Mitglied der Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament.

Klára Dobrev ist Vizepräsidentin des EU-Parlaments

Die Wirtschaftswissenschaftlerin Klára Dobrev wurde 2019 für die Demokratikus Koalíció (DK, Demokratische Koalition) ins Europäische Parlament gewählt. Dort gehört sie der sozialdemokratischen Fraktion an. Sie ist Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments und Mitglied des Ausschusses für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten. Klára Dobrev ist 48 Jahre alt und mit dem früheren ungarischen Ministerpräsidenten Ferenc Gyurcsány verheiratet. Das Paar hat drei gemeinsame Kinder. Sie spricht fließend deutsch.

Weitere Informationen und Kontakt:

Evelyne Gebhardt, Mitglied des Europäischen Parlaments, Europabüro, Keltergasse 47, D-74653 Künzelsau

Telefon: 07940-5 91 22

Fax: 07940-59144

E-Mail: info@evelyne-gebhardt.eu

Internet: www.evelyne-gebhardt.eu

   Sende Artikel als PDF   

„Freundeskreis fordert: Freispruch für Alassa Mfouapon“ – Verhandlung im Amtsgericht Ellwangen

Alassa Mfouapon soll am Freitag, 19. Juni 2020, um 9 Uhr im Amtsgericht Ellwangen erscheinen: Angeblich habe er „Widerstand“ geleistet gegen seine Abschiebung am 20. Juni 2018.

Von Adelheid Gruber, Freundeskreis Alassa & Friends

Polizei betrat widerrechtlich das Zimmer

Dazu sagt er selbst: „Ich glaube, sie wollten mich an dem Tag wie ein Opfer aussehen lassen – ich habe mich überhaupt nicht gewehrt, sondern nur darum gebeten, meinen Anwalt zu kontaktieren. Sie haben mich mit Gewalt in ihr Auto gezwungen.“ Sein Rechtsanwalt, Roland Meister, betont, dass die Polizei damals widerrechtlich sein Zimmer betreten habe. Außerdem wird Alassa Mfouapon vorgeworfen, er sei zweimal „illegal eingereist“, um einen Asylantrag in Deutschland zu stellen. Es stellt sich die Frage, wie denn ein politisch verfolgter Mensch anders in Deutschland um Asyl nachsuchen kann, als durch illegale Einreise? Dazu Roland Meister: „Nach internationalem Völkerrecht (Genfer Konvention) und auch nach bürgerlichem Recht (ist) die Einreise zur Stellung des Asylantrages nicht rechtswidrig, sondern eine legale Einreise.“

Brutaler Polizeieinsatz

Dieser Prozess findet zwei Jahre nach der Abschiebung und nach langem Zögern am Amtsgericht Ellwangen statt – eigentlich sollte erst das Ergebnis des Verfahrens abgewartet werden, das gegen das Land Baden-Württemberg anhängig ist. Alassa Mfouapon wirft nämlich seinerseits dem Land Baden-Württemberg vor, anlässlich des brutalen Polizeieinsatzes im Mai 2018 illegal die Wohnräume der Bewohner in der Landeserstaufnahmestelle (LEA) Ellwangen betreten zu haben. Doch diese Klage wird und wird nicht verhandelt…..

Seehofer will Asylrecht weiter aushöhlen

Dieser Prozess bekommt eine besondere Brisanz durch den Umstand, dass Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) die in Kürze beginnende EU-Ratspräsidentschaft erklärtermaßen dazu nutzen will, europaweit das Asylrecht weiter auszuhöhlen: „Wir müssen da endlich Fortschritte machen“, so Seehofer gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Nach seinen Plänen soll nämlich künftig bereits an den Außengrenzen der EU geprüft werden, ob ein Asylgrund vorliegt – erst nach positivem Bescheid soll der Asylsuchende einreisen dürfen. Im Ablehnungsfall solle er sofort zurückgeschickt werden.

„Keine Massenverfahren an den Grenzen“

Doch dieses Vorhaben Seehofers stößt auf massive Kritik: „Wir lehnen Massenverfahren an den Grenzen ab“, sagt der Geschäftsführer der Menschenrechtsorganisation Pro Asyl, Günter Burkhardt. Den Asylsuchenden stünde dann kein Rechtsanwalt zur Seite, und Fehlentscheidungen könnten nicht mehr gerichtlich überprüft werden, da sie unmittelbar die Rückführung zur Folge hätten.

„Kommt zahlreich zur Gerichtsverhandlung“

Diese Klage muss restlos vom Tisch! Der Freundeskreis Alassa & Friends ruft auf: Kommt zahlreich zur Gerichtsverhandlung über die Klage gegen Alassa Mfouapon am Freitag, 19. Juni 2020, um 9 Uhr, Amtsgericht Ellwangen, Marktplatz 6, Sitzungssaal 1, I. OG. Treffpunkt um 8.30 Uhr vor dem Amtsgericht.

Weitere Informationen und Kontakt:

Freundeskreis Alassa & friends: change.org/alassa und change.org/evakuierung

https://www.change.org/p/bundesamt-f%C3%BCr-migration-und-fl%C3%BCchtlinge-ellwangen-appell-holt-alassa-mfouapon-sofort-nach-deutschland-zur%C3%BCck/u/26973069?cs_tk=ApLxsDG9yEeLAdIc6V4AAXicyyvNyQEABF8BvOj-H859c2PRvtoPVdQFP5U%3D&utm_campaign=56a33693d14549a884a927222f3e8b1a&utm_content=initial_v0_4_0&utm_medium=email&utm_source=petition_update&utm_term=cs

Spendenkonto:

„Solidarität International e.V.“, IBAN: DE86 5019 0000 6100 8005 84, Stichwort: „Alassa“ oder „Moria“

   Sende Artikel als PDF   

„Corona Virus: Locker in die neue Normalität?“ – Eine Kritik von Paul Michel aus Schwäbisch Hall

Die Rufe einer lautstarken Minderheit nach Lockerungen werden immer lauter. Zur Lockerungsdynamik gehört, dass einzelne Lockerungen nicht etwa zum Innehalten führen. Bei den von Politikern wie Christian Lindner (FDP) oder Armin Laschet (CDU) losgetretenen Diskussionen um Lockerungen fällt auf, dass der Schutz des Lebens und der Gesundheit so gut wie keine Rolle mehr spielt.

Von Paul Michel, Schwäbisch Hall

Wettbewerb um die weitestgehenden Lockerungen

In unterschiedlichen Abstufungen wird die Gefahr des Coronavirus kleingeredet. Es geht nur noch um „die Wirtschaft“. Beim Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft heißt es: „Beenden Sie die einseitige Fixierung auf eine rein virologische Sichtweise.“ Diese Sichtweise haben sich inzwischen fast alle Landesregierungen zu eigen gemacht. Der Wettbewerb um die weitestgehenden Lockerungen von Seiten der Landesregierungen folgt primär der Logik, dass die Wirtschaft wieder laufen muss. Warnungen, dass allzu freizügige Lockerungen eine zweite Welle der Pandemie auslösen könnten, spielen in der praktischen Politik kaum noch eine Rolle.

Corona ist kein Fake. Corona ist real.

Alles Gerede, dass Covid 19 nicht schlimmer ist als eine Grippe ist falsch. Sind die Bilder aus Bergamo oder Madrid schon vergessen? Sind die Berge von Leichen in New York ein schlechter Traum? Es ist inzwischen belegt, dass die Sterberaten in Frankreich, Spanien, Italien, Großbritannien weit über denen der Vorläuferjahre liegen. Selbst für die Bundesrepublik, die tatsächlich bisher glimpflicher davon gekommen ist als Italien oder USA lässt sich seit Mitte April 2020 dasselbe belegen. Das Statistische Bundesamt stellt fest, dass die Sterbefallzahlen in Deutschland seit der 13. Kalenderwoche (23. bis 29. März 2020) über dem Durchschnitt der jeweiligen Kalenderwochen der Jahre 2016 bis 2019 lagen.

Massenquartiere

Es gibt keinen Anlass, zu bezweifeln, dass es der Shutdown war, der die weitere Ausbreitung des Virus eindämmte. Die Coronaausbrüche in Flüchtlingsunterkünften und den Massenquartieren, in denen SpargelpflückerInnen und Arbeiter von Fleischfabriken zusammengepfercht sind, zeigen, wie sich der Virus verbreitet, wenn die Vorschutzmaßnahmen nicht eingehalten werden.

Ansteckungsgefahr

Immer häufiger sind Aussagen zu hören wie. „Das trifft ja nur die Alten mit Vorerkrankungen.“ Tatsächlich sterben junge gesunde Menschen deutlich seltener an den Folgen von Covid 19. Doch wer meint, unter 60 und fit zu sein, schütze einem vor einem tödlichen Verlauf der Erkrankung, irrt leider. Auch fitte 50-Jährige werden inzwischen beatmet und es gibt 40-Jährige, die an den Folgen der Covid-19-Erkrankung verstarben. Im Übrigen: Rechtfertigt das, dass die Leute, die sich für „unverwundbar“ halten, alle Vorsichts- und Rücksichtsmaßnahmen in den Wind schießen? Menschen, die nach Ansteckung selbst nur leichte Symptome zeigen, können während dieser Zeit andere Menschen anstecken. Das nicht zur Kenntnis nehmen zu wollen ist schlicht asozial.

Warum wird die Realität des Corona-Virus geleugnet?

Die AfD und die anderen Rechtsradikalen spielen ihr schmutziges Spiel, in der Hoffnung so dem drohenden Popularitätsschwund entgegenwirken zu können. Wenn jetzt ausgerechnet die AfD sich als Schutzpatron der Grundrechte in Pose wirft ist das ein schlechter Witz: Die AfD ist eine Partei, in der Grundrechte wenig gelten. Auf Versammlungen dieser Partei wird vor Begeisterung gejohlt, wenn Nazi-Verbrechen verharmlost, Juden verhöhnt, Muslime verachtet und Gemeinheiten über Flüchtlinge gesagt werden.

„Präventions-Paradox“

Besorgniserregend ist allerdings, dass die Meinungen der Corona-Leugner auch bei einem Teil der Bevölkerung verfangen, der nicht rechtsradikal ist. Offenbar gewinnt der Wunsch, es muss jetzt endlich einmal Schluss sein mit Corona immer mehr Raum. Hoffen diese Leute, dass Corona jetzt Geschichte ist, dass sich mit dem Ende des Shut-Down wieder die alte „Normalität“ einstellt? Die Tatsache, dass in der BRD die Zahl der Infizierten im Vergleich zu Spanien oder Italien relativ niedrig und die Intensivabteilungen der Krankenhäuser nicht an den Rand des Kollaps gerieten, wird jetzt nicht so wahrgenommen, dass Corona nur halb so schlimm ist, alle Warnungen völlig übertrieben waren und wir es jetzt locker angehen können. Christian Drosten bezeichnet das als „Präventions-Paradox“. Leider ist hier der Wunsch der Vater des Gedankens. Es gibt fast täglich Vorfälle, die zeigen, dass von Corona nach wie vor eine große Gefahr ausgeht. Die Masseninfektionen nach einem Gottesdienst von Baptisten in Frankfurt, die leichtsinnige Feier in einem Gasthof in Ostfriesland und die 105 Corona Infektionen nach großen privaten Feiern in Göttingen zeigen, welche Folgen ein nachlässiger Umgang mit den Vorsichtsmaßnahmen haben kann.

Das Wichtigste: Die Gesundheit

Nach wie vor muss die Gesundheit der Menschen bei der Entscheidung für Lockerungsmaßnahmen oberstes Kriterium sein. Leider wirken die meisten Landesregierungen bei ihren Lockerungsmaßnahmen wie Getriebene ihrer Wirtschaftslobbys, für die Lockerungen um jeden Preis das Gebot der Stunde sind. In vielen Betrieben werden jetzt schon die Corona-Schutzregeln schlampig umgesetzt oder ignoriert. Leider sehen auch viele Betriebsräte weg, Überwachung von staatlicher Seite gibt es nicht. Jetzt will die Landessregierung in Baden-Württemberg Ende Juni 2020 Grundschulen und Kitas wieder vollständig öffnen und zum „Normalbetrieb“ zurückkehren. Zu diesem Zweck sollen die bestehenden Abstandsregeln außer Kraft gesetzt werden. Frau Eisenmann und Herr Kretschmann setzen die Lehrerinnen und Erzieherinnen einem höheren Infektionsrisiko aus. Das ist unverantwortlich und fahrlässig. Ende Mai 2020 mussten im Landkreis Fulda drei Schulen geschlossen werden, nachdem es zu Corona-Infektionen gekommen war. In Israel wurden Ende Mai über 100 Neuinfektionen an Schulen gemeldet, so dass mehrere Schulen geschlossen wurden.

Die alltäglichen Skandale, die nur wenige interessieren

Es gibt in unsere Gesellschaft Bereiche, für die die Corona-Schutzregeln faktisch außer Kraft gesetzt sind. Es ist kein Zufall, dass gerade hier die meisten Corona Masseninfektionen auftreten: Bei Erntehelferinnen und schlechtbezahlten Arbeiterinnen in den Schlachthöfen aus Osteuropa sowie bei Flüchtlingen, die in Lagern eingesperrt sind.

Sechs Leute in einem Zimmer zusammengepfercht

In den letzten Wochen wurden 80 000 osteuropäische Menschen als Erntehelfer nach Deutschland geholt. Wiederholt berichteten ErntehelferInnen über inakzeptable Arbeitsverhältnisse, schlechte Bezahlung und eine Quarantäne, die praktisch gar keine war, weil die Arbeitgeber keine adäquaten Schutzmaßnahmen treffen wollten. Die Gewerkschaft NGG berichtet, dass oft sechs Leute in einem Zimmer zusammengepfercht sind. Obwohl diese Missstände bekannt sind, gibt es kaum Kontrollen seitens der Behörden in den Betrieben.

Mit Corona weitergearbeitet

Von der Fleischindustrie ist seit Jahren bekannt, dass gnadenlose Ausbeutung ihr Geschäftsmodell und die Arbeitsbedingungen in den Betrieben der Fleischindustrie katastrophal sind. Es ist üblich, dass Werkvertragsarbeiter in beengten Unterkünften zusammengepfercht sind. Es war kaum eine Überraschung, dass im Laufe des Mai 2020 Schlachtbetriebe sich zu Corona-Hotspots entwickelten. Müller-Fleisch in Birkenfeld bei Pforzheim: 90 Leute; Westfleisch in Coesfeld: 129 Leute; VION in Bad Bramstedt (Kreis Segeberg): 109 Beschäftigte. Viele Arbeiter berichteten, sie hätten im April 2020 auch noch gearbeitet als sie schon Corona hatten.

Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten ist fast unmöglich

Kaum ein Tag vergeht derzeit, ohne dass in einem deutschen Flüchtlingsheim eine Corona-Masseninfektion auftritt. In Ellwangen wurden 244 und damit fast die Hälfte der 567 Bewohner der Landeserstaufnahmeeinrichtung positiv auf das Coronavirus getestet. Dort herrschen beengte Verhältnisse. Mehrere Menschen müssen sich ein Zimmer teilen. Es ist so gut wie unmöglich, die coronabedingten Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten. Flüchtlingsräte kritisieren seit langem die Zustände, unter denen die Flüchtlinge leben müssen, aber die Behörden sind oft nicht willens, die unmenschlichen Verhältnisse zu verändern.

Zweierlei Maß

In Sachen Corona misst die Bundesregierung offenbar mit zweierlei Maß – je nach dem, ob die Betreffenden einen deutschen Pass besitzen oder nicht. Für die einheimische Bevölkerung gilt der Rückzug in die Privatwohnung, häufiges Händewaschen und Minimierung sozialer Kontakte. Für geflüchtete Menschen in den Sammelunterkünften und für die zumeist osteuropäischen ArbeiterInnen in der Fleischindustrie gilt hingegen: Sie müssen in engen Mehrbettzimmern bei oft ungenügenden hygienischen Verhältnissen leben. Die Behörden scheinen keine Probleme damit zu haben, diese Menschen deutlich stärker als die einheimische Bevölkerung einem potenziell tödlichen Virus auszusetzen.

Trotz alledem: Sie bleiben locker

Bedrückend ist, dass von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung dieses skandalöse Verhalten deutscher Unternehmer und deutscher Behörden offenbar nicht als anstößig empfunden wird. Bei den Corona- Leugnern, die gerne das Grundgesetz bemühen, sind diese gravierenden Menschenrechtsverletzungen kein Thema. Sie passen nicht in das Bild von der Welt, das sie sich mühsam zurechtgezimmert haben. Für die Mehrzahl der Lockerungsprediger in Politik und Wirtschaft hat Rendite einen höheren Stellenwert als menschliche Gesundheit – vor allem wenn es sich bei den Opfern um Randgruppen der Gesellschaft handelt. Flüchtlinge, NiedriglöhnerInnen aus Osteuropa sind für sie dabei wohl notwendige „Kollateralschäden“.

   Sende Artikel als PDF   

„I can’t breathe“ – Gedenken in Schwäbisch Hall an die Opfer von Rassismus

Eine Gedenkveranstaltung mit dem Titel „I can‘t breathe. Please…“ findet am Mittwoch, 10. Juni 2020, um 19 Uhr auf dem Marktplatz in Schwäbisch Hall statt. Die Veranstalter setzen sich für eine Welt ohne Rassismus ein. Sie gedenken dabei an den Mord eines Polizisten an dem schwarzen George Floy in Minneapolis (USA).

Von David Jäger, Gerabronn

Breites Bündnis in Schwäbisch Hall

Für eine Welt ohne Rassismus setzen sich ein Die LINKE Kreisverband Schwäbisch Hall-Hohenlohe, Linke Liste Schwäbisch Hall, Linksjugend [solid] Schwäbisch Hall, Die PARTEI Ortsverein Schwäbisch Hall, Bündnis 90/ Die Grünen Kreisverband Schwäbisch Hall, globalsolidarity e.V., VVN-BdA und Ohne Rechtsaußen e.V..

Veranstaltung für eine Welt ohne Rassismus:

Mittwoch, 10. Juni 2020, um 19 Uhr, Marktplatz Schwäbisch Hall

   Sende Artikel als PDF   

Olaf Scholz will „mit Wumms aus der Krise“ – Wortlaut des Konjunkturpakets der Koalitionspartner CDU/CSU/SPD

Mit einem Konjunkturpaket vom 3. Juni 2020 will der CDU-/CSU-/SPD-Koalitionsausschuss die deutsche Wirtschaft wieder in Schwung bringen. Konkret sollen folgende Ziele erreicht werden: Corona-Folgen bekämpfen, Wohlstand sichern, Zukunftsfähigkeit stärken. Die Ergebnisse haben die Koalitionspartner in einem Eckpunktepapier zusammengefasst. Dieses umfasst 57 Punkte. Hohenlohe-ungefiltert stellt unten den Link zum Bundesfinanzministerium zum ganzen Eckpunktepapier zur Verfügung.

Informationen zusammengestellt von Hohenlohe-ungefiltert – Quelle: Bundesfinanzministerium

Global vernetzte Exportnation

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) will mit Wumms aus der Krise kommen. Angesichts der Corona-Krise, die in unterschiedlicher Ausprägung alle Staaten rund um den Globus erfasst hat, ist die Wirtschaftsleistung weltweit stark zurückgegangen. Entsprechend steht Deutschland als global vernetzte Exportnation vor der Herausforderung, die direkten Folgen der Pandemie für die Wirtschaft im Inland zu bekämpfen, Lieferketten wiederherzustellen und auf die verschlechterte weltwirtschaftliche Lage zu reagieren.

Nachhaltiger Wachstumspfad

Die Bundesregierung hat in der Krise schnell Hilfsprogramme auf den Weg gebracht, um zunächst während der Phase der Beschränkungen weitgehend Arbeitsplätze zu erhalten, den Fortbestand von Unternehmen zu sichern und soziale Notlagen zu vermeiden. Nachdem es gelungen ist, die Infektionszahlen wieder auf ein niedriges Niveau zu senken und die Beschränkungen schrittweise zu lockern, ist es nun das erklärte Ziel der Koalitionspartner, Deutschland schnell wieder auf einen nachhaltigen Wachstumspfad zu führen, der Arbeitsplätze und Wohlstand sichert.

Modernisierungsschub

Dazu bedarf es nicht nur der Reaktion auf die Auswirkungen der Krise, sondern viel mehr eines aktiv gestalteten innovativen Modernisierungsschubs und der entschlossenen Beseitigung bestehender Defizite. Diese Krise wird einschneidende Veränderungen bewirken, Deutschland soll gestärkt daraus hervorgehen. Damit dies gelingt, müssen viele Aufgaben bewältigt werden. Deutschland wird kurzfristig in einem Konjunktur-und Krisenbewältigungspaket

• die Konjunktur stärken, Arbeitsplätze erhaltenund die Wirtschaftskraft Deutschlands entfesseln,

• im weiteren Verlauf auftretende wirtschaftliche und soziale Härten abfedern,

• Länder und Kommunen stärken und

• junge Menschen und Familien unterstützen.

Damit Deutschland gestärkt aus der Krise hervorgeht und langfristig erfolgreich ist, wird Deutschland in einem Zukunftspaket

• seine Rolle als weltweiter Spitzentechnologieexporteur durch insbesondere digitale Zukunftsinvestitionenund Investitionen in Klimatechnologien stärken und

• das Gesundheitswesen stärken und den Schutz vor Pandemien verbessern.

In seiner internationalen Verantwortung wird Deutschland

• Europa unterstützen und Hilfe für ärmere Länder leisten.

Deshalb haben sich die Koalitionspartner heute auf ein umfassendes Konjunktur- und Krisenbewältigungspaket sowie ein Zukunftspaket verständigt, welches aus folgenden Elementen besteht: (…)

Link zum ganzen Text des Konjunktur- und Krisenbewältigungspakets sowie des Zukunftspakets der Koalitionspartner:

https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Schlaglichter/Konjunkturpaket/2020-06-03-eckpunktepapier.pdf?__blob=publicationFile&v=8

   Sende Artikel als PDF