Schweinegrippe – eine Farce. Ein Nachtrag

Bei der Entscheidung über die Vergabe von Impfstoffen gegen die Schweinegrippe hat die Pharmaindustrie zu viel Macht gehabt, findet Michael Kochen. Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin fordert deshalb den Aufbau einer staatlichen Impfstoffindustrie auf europäischer Ebene.

Gefunden von Axel Wiczorke, Hohenlohe-ungefiltert

Berater mit Interessenskonflikten

„Sie brauchen nur zurückzugehen zum Beschluss der Weltgesundheitsorganisation im Juni dieses Jahres. Da saßen alle relevanten Impfstoffhersteller mit am Entscheidungstisch, als die Pandemie ausgerufen worden ist. Auch die Beratergremien nicht nur in der Bundesrepublik Deutschland, auch an anderer Stelle sind durchsetzt mit Leuten, die mit den Impfstoffherstellern durchaus monetäre Verträge haben, und diese Interessenskonflikte – das kann man zum Beispiel an der ständigen Impfkommission absehen: Da sind 16 Mitglieder – nur vier haben keine solchen Interessenskonflikte. Wenn man all diese Beratergremien durchgeht, dann sieht man, dass das eine erhebliche Rolle gespielt haben muss.“

Auch die Pharmalobby im Allgemeinen wird in diesem lesenswerten Interview thematisiert.

Text:
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1092255/

Audio-Podcast:
http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/12/22/drk_20091222_0749_8f47508c.mp3

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5 Gedanken zu „Schweinegrippe – eine Farce. Ein Nachtrag

  1. 350 000 000.-€ für die Impfdosen, na das füllt doch wenigstens den Geldbeutel der Pharma-Bosse und dem Bundesverschuldungsbeschleunigungsgesetz unserer neuen bienemajafarbenen Regierung in Berlin wird damit noch das Sahnehäubchen aufgesetzt. Sieg für die Pharma-Lobby in Zusammenarbeit mit den „Experten“ aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik auf der ganzen Linie. Wir, die Steuerzahler bzw. Krankenversicherten sind dankbar und lassen uns gerne die paar Kröten aus der Hosentasche ziehen für soviel Für- und Vorsorge – werkli woahr!

  2. Dümmer als wir, waren anscheinend nur unsere Nachbarn: Frankreich sitzt auf geschätzten 70 Millionen überzähligen Dosen seines Schweingegrippe-Impfstoffs – und sucht händeringend nach Abnehmern. Wegen des massenhaften Einkaufs von Impfstoff gegen die Schweinegrippe sieht sich die französische Regierung nun Kritik von allen Seiten ausgesetzt. Die konservative Regierung habe rund eine Milliarde Euro für mehr als 90 Millionen Impfdosen ausgegeben, von denen 70 Millionen übrigbleiben würden, sagte der Sprecher der oppositionellen Sozialisten, Benoît Hamon, am Montag im Sender Canal+.

    http://www.sueddeutsche.de/,ra16m1/wissen/867/499148/text/

    Siehe hierzu auch den Beitrag Deutschland am Gängelband der Pharmaindustrie – WHO der Korruption verdächtigt ( http://www.presseanzeiger.de/meldungen/politik/314555.php )
    Plötzlich ist die Schweinegrippe, die monatelang die Schlagzeilen beherrschte, von der medialen Bildfläche verschwunden. Wie die Vogelgrippe vor kurzem in China ist die in einem mexikanischen Dorf aus der Taufe gehobene Volkskrankheit und zum Schreckgespenst erklärte weltumspannende Seuche in der Bedeutungslosigkeit versunken. Leicht erklärlich, so teilt Peter Frühwald, einer der drei Bundesvorsitzenden der Allianz für Bürgerrechte (Allianzpartei), am Mittwoch in Berlin mit. Die Pharmaindustrie habe nämlich inzwischen die raffiniert über die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die in den jeweiligen Staaten global eingefädelten und mit großen Medienkampagnen begleiteten Verträge über Impfstoffe längst abgeschlossen und die Profite inzwischen zum größten Teil eingefahren. Die Restgewinne werden bis 2012 garantiert, zumindest in Deutschland.
    Wie die polnische Zeitung und Internet-Agentur „Polskaweb News“ bereits vor einiger Zeit mitteilte und gestern erneut bekräftigte, erhärtet sich der Verdacht der Korruption bei der WHO. Als Schlüsselfigur gelte Prof. Albert Osterhaus. Der auch „Mr. Flu“ genannte Niederländer sei „Erfinder“ der Vogel- und der Schweinegrippe, habe diese der WHO als globale pandemische Gefahren untergejubelt und damit den Pharmariesen gigantische Profite zu Lasten der Steuerzahler zugeschanzt. Kein Wunder, denn die WHO beziehe für den Eigenbetrieb wesentlich mehr Finanzmittel aus privaten Arzneimittel-Konzernen als von den Regierungen der Welt.

  3. Prof. Albert Osterhaus forscht und lehrt an der Amsterdamer Erasmus-Universität und berät die Weltgesundheitsorganisation WHO. Der einflussreiche Virologe, der mittlerweile auch unter dem Spitznamen „Dr. Flu“ (Dr. Grippe) bekannt ist, lieferte die wissenschaftliche Grundlage für die Bewertung der sogenannten „Schweinegrippe“ (H1N1) und darauf aufbauende Pandemie-Ängste.
    Die Tageszeitung Junge Welt berichtete am 5. Januar 2010: „Mit zunehmender Kritik an Dr. Flu sind auch dessen finanzielle Verflechtungen mit den großen Konzernen und seine offensichtlichen Interessenkonflikte als Berater der WHO und der holländischen Regierung ins Visier gekommen. Seit Anfang Oktober geht ein Untersuchungsausschuss in der Zweiten Kammer des holländischen Parlaments der Frage nach, ob Osterhaus seine Position ausgenutzt hat, um sich persönlich zu bereichern. Insgesamt geht es um Milliarden Euro Steuergelder, die die H1N1-Pandemiehysterie in die Kassen der Pharmakonzerne gespült hat.“

    http://www.lobbycontrol.de/blog/index.php/2010/01/schweinegrippe-„dr-flu“-beschaftigt-niederlandischen-untersuchungsausschuss/

  4. Mit dem möglichen Druck der Pharmaindustrie auf Regierungen zum Einkauf großer Mengen Schweinegrippe-Impfstoffe will sich der Europarat in Straßburg beschäftigen. Die parlamentarische Versammlung werde auf Initiative des deutschen Sozialdemokraten und Arztes Wolfgang Wodarg am 26. Januar eine Anhörung mit Vertretern der Pharmaindustrie und der Weltgesundheitsorganisation WHO veranstalten, sagte eine Sprecherin der Staatenorganisation am Montag in Straßburg.
    Die Pharmaindustrie habe die Gefahr der Schweinegrippe hochgespielt und die Regierungen unter Druck gesetzt, sagte Wodarg am Montag der Deutschen Presse Agentur dpa. «Es ist mir unverständlich, wieso die nationalen Forschungsinstitute da mitgemacht haben.» Bereits im Dezember hatte Wodarg eine Petition gegen den «falschen Alarm» lanciert, der «Millionen gesunde Menschen der überflüssigen Gefahr von Nebenwirkungen nicht ausreichend getesteter Impfstoffe aussetzt».

    http://www.krankenkassen.de/dpa/165018.html

    Der Spiegelfechter hat den Original-Vertrag der Pharmaindustrie mit den Bundesländern öffentlich gemacht:

    http://www.spiegelfechter.com/wordpress/1529/was-macht-eigentlich-die-schweinegrippe

    http://www.arznei-telegramm.de/Vertrag01-GSK-Bund-Laender.pdf

  5. Die Führungsebenen der gesetzlichen Krankenversicherungen, incl. der AOK, waren nach meinem Kenntnisstand über die Gefahren des Impfstoffes sowie über die staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen die Impfstoffhersteller gewarnt. Trotzdem haben sie sich entschieden, Hunderte von Millionen an die Pharmakonzerne zu überweisen.

    „Die Parlamentarische Versammlung des Europarates, eines Gremiums, das gewählte Parlamentarier aus 47 Staaten umfasst, hat die Anhörung angefangen, um zu prüfen, ob die H1N1 Schweine-Grippe-Pandemie bei einem Versuch, vom Impfstoff-Verkauf zu profitieren, übertrieben oder gefälscht wurde.“
    http://euro-med.dk/?p=13368

    „Für den in Deutschland überzähligen Schweinegrippe-Impfstoff Pandemrix haben sich im Ausland bislang noch keine Käufer gefunden. Wegen der geringen Impfquote in den Bundesländern werden schätzungsweise 28 Millionen Impfdosen nicht gebraucht, sagte ein Sprecher des niedersächsischen Gesundheitsministeriums. Die Verhandlungen mit anderen Staaten über den Verkauf der Dosen hätten noch zu keinem Ergebnis geführt. Er bestätigte damit einen Bericht des „Westfalen-Blatts“. Die Wahrscheinlichkeit, etwas von dem Impfstoff zu verkaufen, werde von Tag zu Tag geringer, betonte der Sprecher. Der Impfstoff ist demnach bis November 2011 haltbar…”
    http://www.stern.de/gesundheit/schweinegrippe-impfstoff-deutschland-bleibt-auf-pandemrix-sitzen-1560719.html

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