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„Vorbildlicher Einsatz für die Erinnerungskultur“ – Rahel Straus-Preis für Eva Maria Kraiss (Schwäbisch Hall) und Wolfgang Proske (Gerstetten)

Der 2019 erstmals vergebene Rahel-Straus-Preis geht an Eva Maria Kraiss (Schwäbisch Hall), Wolfgang Proske (Gerstetten), Harald Stingele (Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber e.V.) und die AG Gedenktag ZfP Südwürttemberg. Die öffentliche Preisverleihung findet am Samstag, 19. Oktober 2019, um 16 Uhr im Hotel Silber, Foyer Dorotheenstraße 10, 70173 Stuttgart, statt.

Von der Landesarbeitsgemeinschaft Baden-Württemberg des Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie“

Vorbildliche Projekte werden geehrt

Mit dem Rahel-Straus-Preis würdigt der Landesarbeitsgemeinschaft Baden-Württemberg des Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ vorbildliche Projekte in der Erinnerungskultur. Er wird von der Berthold-Leibinger-Stiftung gefördert. „Der Verein Gegen Vergessen – Für Demokratie freut sich, in Rahel Straus eine mutige, fortschrittliche und gesellschaftlich engagierte Namensgeberin für ihren Preis gefunden zu haben. Der Rahel- Straus-Preis wird in Zukunft jährlich vergeben. Der Verein zitiert Ex-Bundespräsident Joachim Gauck: „Demokratie ist nicht einfach da – und vor allem, sie bleibt nicht von allein.“

Anmeldung zur Preisverleihung:

Um Antwort wird gebeten bis zum 5. Oktober 2019 an „Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.“, zu Händen Birgit Kipfer.

E-Mail: kipfer.rohrau@online.de

Telefon: 07034 – 6573774

Adresse: Krebsbachstraße 34, 71116 Gärtringen

Der Verein „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ schreibt über die vier Preisträgerinnen und Preisträger 2019: 

AG Gedenktag ZfP Südwürttemberg
in Würdigung der über 20-jährigen Arbeit mit Jugendlichen zum Gedenken an die Verbrechen des Nationalsozialismus und deren Opfer

Eva Maria Kraiss, Schwäbisch Hall
in Würdigung ihres unermüdlichen Engagements für eine vielseitige, regional verankerte und qualitativ hochwertige Erinnerungskultur

Dr. Wolfgang Proske, Gerstetten
in Würdigung seines großartigen Einsatzes für die Herausgabe der Publikationsreihe „Täter, Helfer, Trittbrettfahrer“ über NS-Belastete in den Regionen Baden-Württembergs

Harald Stingele Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber e.V.
in Würdigung der über Jahre währenden Bemühungen zur Erhaltung des ehemaligen Hauptquartiers der Gestapo in Stuttgart „Hotel Silber“ und dessen Entwicklung zu einem Lern- und Gedenkort

Programm der Preisverleihung des Rahel-Straus-Preises 2019: 

Begrüßung: Birgit Kipfer, Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft Baden-Württemberg Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.

Grußwort: Petra Olschowski Staatssekretärin Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Verleihung der Preise

Gespräch mit den Preisträgerinnen und Preisträgern: Sibylle Thelen, Leiterin der Abteilung Gedenkstätten Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg

Anschließend: Empfang

Informationen über Rahel Straus: 

Erste Medizinstudentin der Uni Heidelberg

Rahel Straus, geb. Goitein, wurde 1880 in Karlsruhe als Kind eines orthodoxen Rabbiners und seiner Frau Ida geboren. Sie besuchte das erste deutsche Gymnasium für Mädchen in Karlsruhe, wo sie 1899 Abitur machte und die erste Abiturrede einer jungen Frau in Deutschland hielt, in der sie unter anderem die Bildungschancen für Frauen thematisierte. Sie schrieb sich als erste Medizinstudentin an der Universität Heidelberg ein und bestand 1905 das Staatsexamen. 1907 folgte die Promotion zum Dr. med.

Berufstätig mit fünf Kindern

Im selben Jahr heiratete sie den Karlsruher Juristen Dr. Elias Straus. 1908 eröffnete sie in München eine gynäkologische Praxis. Damit war
sie die erste niedergelassene Ärztin, die an einer deutschen Universität ausgebildet worden war. In München kamen ihre fünf Kinder zur Welt. Sehr ungewöhnlich für diese Zeit schaffte sie es, Familien- und zugleich Berufsarbeit zu bewältigen.

Kampf für die Abschaffung des Paragraphen 218

Als Ärztin kämpfte Rahel Straus für die Abschaffung des §218 und engagierte sich in sozialen, pädagogischen und politischen Fragen. 1918 beteiligte sie sich in einigen Gremien der Münchener Räterepublik. Nach dem Tod ihres Ehemannes 1933 emigrierte Rahel Straus mit ihren Kindern nach Palästina. Dort arbeitete sie weiter als Ärztin und Sozialarbeiterin und gründete 1952 die israelische Gruppe der Women‘s International League for Peace and Freedom, deren Ehrenpräsidentin sie bis zu ihrem Tod 1963 in Jerusalem blieb.

Mutige, fortschrittliche und gesellschaftlich engagierte Namensgeberin

Die Landesarbeitsgemeinschaft Baden-Württemberg des Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.“ freut sich, in Rahel Straus eine mutige, fortschrittliche und gesellschaftlich engagierte Namensgeberin für ihren Preis zur Würdigung vorbildlicher Projekte in der Erinnerungskultur gefunden zu haben. Der Rahel- Straus-Preis wird in Zukunft jährlich vergeben.

Weitere Informationen im Internet:

https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Proske

https://kugelbergverlag.de/

https://www.lokalmatador.de/fileadmin/user_upload/Lokalmatador/ePaper/Download/michelbach_2019_22-156710915350f2b.pdf

http://www.schwaebischhall.de/fileadmin/user_upload/Bilder/Kulturstadt/Reichspogromnacht_80_Jahre__1_.pdf

https://www.amazon.de/Schw%C3%A4bisch-Hall-Eva-Maria-Kraiss/dp/393435064X

https://www.geschichtsort-hotel-silber.de/

http://hotel-silber.de/

https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.erinnerungsstaette-in-stuttgart-hotel-silber-der-spaete-sieg-der-buerger.573ff83a-6796-43ef-8663-9005fad1bdb6.html

https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.hotel-silber-in-stuttgart-erinnerungsort-fuer-die-buerokratie-des-terrors.943d5e03-2dba-4f88-acc1-bced4938e771.html

https://www.zfp-web.de/unternehmen/erinnern-und-gedenken/

https://m.kspbadsaulgau.de/schularten/schuelerinnen-gestalten-gedenkfeier-zfp-suedwuerttemberg,10-13-1-10056.html

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