Geplante Übernahme des Haller Tagblatts: Betriebsratsvorsitzender Korte sieht keinen Anlass zur Beunruhigung

Der Betriebsrat des Haller Tagblatts sieht nach eigener Darstellung „keinen Anlass“ zur Beunruhigung, wenn die Südwestpresse Ulm die Lokalzeitung Haller Tagblatt übernehmen sollte. Hohenlohe-ungefiltert hat den Betriebsratsvorsitzenden des Haller Tagblatts, Jochen Korte, schriftlich befragt.

Von Ralf Garmatter, Freier Journalist, Hohenlohe-ungefiltert

Die Anwort des Betriebsratsvorsitzenden Jochen Korte:

Betriebsrat und die Geschäftsführung des Haller Tagblatt tauschen sich in regelmäßigen Abständen aus. Dabei werden alle relevanten Themen behandelt. Selbstverständlich hat der Betriebsrat dabei die Interessen der Kollegen im Blick. Der Betriebsrat sieht keinen Anlass zur Beunruhigung.

Mit freundlichen Grüßen
Zeitungsverlag Schwäbisch Hall GmbH
Jochen Korte, Betriebsratsvorsitzender

Die Fragen von Hohenlohe-ungefiltert an den Betriebsrat des Haller Tagblatts lauteten folgendermaßen:
1. Wie ist der aktuelle Informationsstand des Betriebsrats zum Thema Übernahme des Haller Tagblatts durch die Südwestpresse?
2. Wie schätzt der Betriebsrat die aktuelle Situation ein?
3. Welche Konsequenzen für die Mitarbeiter erwartet der Betriebsrat durch eine Übernahme? Wird es besser oder schlechter?
4. Wie ist der Betriebsrat in die geplante Übernahme eingebunden?
5. Was hat der Betriebsrat bisher unternommen, um von der Geschäftsleitung detailliert informiert zu werden?
6. Was hat der Betriebsrat bisher unternommen, damit die Mitarbeiter detailliert informiert werden?
7. Hat der Betriebsrat bisher schon versucht, bei der geplanten Übernahme aktiv die Interessen der Mitarbeiter zu vertreten? Wenn ja, wie sahen diese Aktivitäten aus?
8. Ist es a.) für die Mitarbeiter besser und b.) für die Leser besser, wenn das Haller Tagblatt durch einen anderen Verlag, beispielsweise die Heilbronner Stimme, übernommen würde? Oder ist die Südwestpresse der beste Partner für eine Übernahme?

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Podiumsdiskussion in Hall „Wie wenig Demokratie verträgt Europa ?“ brachte einige Überraschungen – Christian von Stetten ließ sich entschuldigen

Dieser Mann stellte sich in Hall als Stellvertretender Kandidat der Freien Wähler aus Karlsruhe dar.

Dieser Mann stellte sich in Hall als Stellvertretender Kandidat der Freien Wähler aus Karlsruhe dar.

Einige Überraschungen hat es am Freitag, 20. März 2009, bei der Podiumsdiskussion zum Thema „Wie wenig Demokratie verträgt Europa?“ im Schwäbisch Haller Neubausaal gegeben. Eingeladen hatten unter anderen das Europazentrum Baden-Württemberg, die Stadt Schwäbisch Hall und das Europabüro Wolpertshausen. Von den sechs Diskussionsteilnehmern sind alle gekommen, bis auf einen: Der Bundestagsabgeordnete Christian von Stetten (CDU) aus Künzelsau-Schloss Stetten. Erst zehn Minuten vor Beginn hatte der Organisator Peter Wunderlich (Stadt Schwäbisch Hall) von der Absage von Stettens erfahren. Nicht eingeladen war bei der Diskussion in Schwäbisch Hall ein Vertreter der Freien Wähler, die mit einer bundesweiten Liste bei der Europawahl am 7. Juni 2009 an den Start gehen. Einer ihrer stellvertretenden Kandidaten aus Karlsruhe mischte sich als Zuhörer kräftig in die Diskussion ein.

Von Ralf Garmatter, Freier Journalist aus Kirchberg/Jagst

Knapp 60 Besucher kamen in den Haller Neubausaal

Knapp 60 Besucher kamen zu der Podiumsdiskussion in den Haller Neubausaal

Hier die Einführung zur Diskussionsrunde : [audio:Einführung.mp3]

Hier der Mitschnitt der Diskussionsrunde Teil 1: [audio:Diskussionsrunde_1.mp3]

Und hier der 2. Teil: [audio:Diskussionsrunde_2.mp3]

Etwa 55 Besucher waren zu der Diskussionsveranstaltung in den Haller Neubausaal gekommen. Halls Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim hatte die Zahl mit etwa 100 deutlich zu positiv eingeschätzt. Auf dem Podium saßen Andreas Braun, Kandidat der Grünen für die Europawahl; Davor Kovacevic, FDP-Kandidat für die Europawahl; die EU-Abgeordnete Evelyn Gebhardt (SPD), Schwäbisch Halls Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim (SPD), Jochen Kubosch, Leiter des EU-Informationsbüros in München sowie Reiner Gauger, Kreisvorsitzender der Mittelstandsvereinigung der CDU und Kandidat auf der Landesliste der CDU für die Bundestagswahl. Gauger nahm als Vertreter von Christian von Stetten an der Diskussion teil. Gaugers Namensschild war vom Veranstalter handgeschrieben, von der Rückseite her schimmerte noch der Name des ursprünglich vorgesehenen Freiherr Christian von Stetten durch. Reiner Gauger aus Gaildorf kandidiert für die CDU bei der Bundestagswahl auf dem Landeslistenplatz 13. Im vergangenen Frühjahr, als Christian von Stetten als damaliger Landesvorsitzender der CDU-Mittelstandsvereinigung (MIT) wegen hoher Portoausgaben im fünfstelligen Bereich bei seinen Parteigenossen schwer in der Kritik gestanden hatte, gab Gauger gegenüber dem Autor dieses Artikel bei einem Treffen am Esszimmertisch des Autors in Kirchberg/Jagst vor, Informationen über Christian von Stetten sammeln zu wollen, um eine mögliche Ablösung Christian von Stettens als MIT-Landesvorsitzender und möglicherweise sogar als Bundestagsabgeordneter untermauern zu können. Gauger war im Frühjahr 2008 in Kirchberg in Begleitung eines weiteren hohen CDU-Funktionärs aus der Region. Wie schnell sich die Zeiten doch ändern. Jedenfalls vertrat Gauger Christian von Stetten bei der Podiumsdiskussion am vergangenen Freitag in Schwäbisch Hall. Moderiert wurde die Diskussion von Rainer Hocher, Redaktionsleiter der Lokalredaktion des Haller Tagblatts. Hocher entschuldigte Christian von Stetten offiziell mit anderweitigen Verpflichtungen in Berlin.

Wenn es bei der Diskussion in Schwäbisch Hall um die konkrete aktuelle Politik der EU-Komission und des EU-Parlaments im Detail ging, haben alle Diskutanten der einzigen aktuellen EU-Abgeordneten auf dem Podium, Evelyne Gebhardt, freiwillig das Wort überlassen – sie wurde von ihren Diskussionskollegen sogar ausdrücklich zur Antwort aufgefordert. Evelyne Gebhardt ist derzeit eine von insgesamt elf baden-württembergischen EU-Abgeordneten. Jede/r von ihnen muss rein rechnerisch fast eine Million Bürger betreuen. Das EU-Parlament in Straßburg hat derzeit 785 Politiker verschiedener Couleur.

Die wichtigsten Aussagen der Podiumsteilnehmer in Hall im Überblick:

Evelyne Gebhardt (SPD)

Evelyne Gebhardt (SPD)

Evelyne Gebhardt (SPD), wies gleich zu Beginn darauf hin, dass die deutsche Verfassungsklage sowie Polen, Tschechien und Irland, dem vorgelegten Lissabon-Vertrag noch im Wege stünden. Den Lissabon-Vertrag hält Gebhardt für einen wichtigen Meilenstein, um die EU demokratischer werden zu lassen. Durch diesen Vertrag würde auch von der Verpflichtung auf die Marktwirtschaft auf die Soziale Marktwirtschaft umgestellt.

Die EU hält Gebhardt für einen Friedensgaranten in Europa. Gebhardt bestätigte auf eine Besucherfrage von Hohenlohe-ungefiltert die starken Einflussnahmeversuche von Lobbyisten in Straßburg und Brüssel auf die Gesetzgebung. Es habe – wie in deutschen Ministerien auch – Mitarbeiter großer Konzerne gegeben, die direkt an Gesetzen mitgeschrieben hätten. Das Problem sei erkannt und größtmögliche Transparenz sei das beste Gegenmittel. Wichtig seien auch die Aktivitäten der EU gegen irreführende Werbung. Unmöglich sei es, dass durch die EU die Todesstrafe wieder eingeführt werden könnte, beantwortete Gebhardt die Frage eines jungen Zuhörers. Die Todesstrafe werde kategorisch abgelehnt.

Hintergrundinfos zum Lissabon-Vertrag sind im Internet beispielsweise zu finden auf den Seiten eur-lex.europa.eu/JOHtml.do?uri=OJ:C:2008:115:SOM:DE:HTML, außerdem im Internetlexikon Wikipedia unter de.wikipedia.org/wiki/Vertrag_von_Lissabon

Evelyne Gebhardt (SPD)

Davor Kovacevic (FDP)

Davor Kovacevic, FDP-Kandidat für die Europawahl: Er forderte auch in Deutschland Volksentscheide über wichtige Dinge wie beispielsweise den Lissabon-Vertrag, so wie es auch in einigen anderen EU-Ländern geschehe. Wenn die Menschen über wichtige Dinge selbst abstimmen könnten, gäbe es auch ein höheres Interesse bei der Bevölkerung für EU-Themen, meinte Kovacevic. Die Ratifizierung des Lissabon-Vertrags hält der FDP-Kandidat für eminent wichtig. In der Außen- und Sicherheitspolitik müsse die EU geschlossener auftreten, mahnte er an. Er forderte eine EU-weite Regelung für die Abschaltung von Kernkraftwerken. Erneuerbare Energien will Kovacevic fördern.

Andreas Braun (Grüne)

Andreas Braun (Grüne)

Andreas Braun, EU-Kandidat der Grünen: Die Gesundheitspolitik prangert Braun als pervers an. Er forderte einen Green New Deal, der die Menschenwürde, soziale Rechte und eine gute Daseinsvorsorge in den Vordergrund stellt. Als wichtige Konkurrenten Deutschlands auf dem Weltmarkt nannte er Brasilien, China und Indien. Eine zentrale Aufgabe der deutschen Wirtschaft sei es, immer umweltfreundlichere Autos zu bauen, die dann auch weltweit Abnehmer fänden und zukunftsfähig wären. Die „Subventionitis“ (starke Subventionierung vieler Bereiche) schätzt Braun in der EU als weniger gravierend ein wie in Deutschland.

Reiner Gauger (CDU)

Reiner Gauger (CDU)

Reiner Gauger, CDU-Bundestagskandidat auf der Landesliste und Kreisvorsitzender der CDU-Mittelstandsvereinigung (MIT): Christliche Werte sollen in der EU im Vordergrund stehen. Einen Beitritt der Türkei zur EU lehnt Gauger ab. Er betont, dass Deutschland zu den großen EU-Profiteuren gehöre. Pro Kopf der Bevölkerung bezahlten beispielsweise Dänemark und die Niederlande deutlich mehr in die EU-Kasse als Deutschland. Die Subsidiarität (Verantwortlichkeit der Mitgliedsländer hat Vorrang) gelte es in der EU zu beachten. Die EU dürfe nicht alle Politikfelder an sich reißen. Wirtschaft und Mensch seien kein Widerspruch, betonte er. Noch weit weg sei man von einer gemeinsamen EU-Verteidigungspolitik. Kleiner lokaler Exkurs von Gauger: Das Schenkenseebad in Schwäbisch Hall zählt er nicht zur Daseinsvorsorge, er wolle es aber auch nicht wegdiskutieren.

Hermann-Josef Pelgrim (SPD), links; Jochen Kubosch (rechts)

Hermann-Josef Pelgrim (SPD), links; Jochen Kubosch (rechts)

Schwäbisch Halls Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim (SPD) legt großen Wert auf die kommunale Selbstverwaltung und das Subsidiaritätsprinzip. Er wünscht sich für die Europawahl am 7. Juni 2009 eine höhere Wahlbeteiligung als vor fünf Jahren. Damals gingen in Schwäbisch Hall nur 46,5 Prozent der Wahlberechtigten zur Wahl. Die Parlamentarier bräuchten Rückenstärkung für ihre Arbeit durch eine hohe Wahlbeteiligung. Die Stadt Schwäbisch Hall wolle jeden EU-Bürger, der in der Stadt wohnt rechtzeitig vor der Wahl anschreiben, damit sich jeder in das Wahlregister eintragen lassen könne. Anders als bei Bundestags- und Landtagswahlen geschehe dies nicht automatisch, sagte Pelgrim.

Jochen Kubosch, Leiter des Informationsbüros des Europäischen Parlaments in München: „Evelyne Gebhardt ist eine meiner 785 Chefs im EU-Parlament.“ In Deutschland gibt es nur zwei Informationsbüros des EU-Parlaments. Pro Jahr besuchten über 250.000 Menschen das EU-Parlament in Straßburg. Zirka 60 Prozent der deutschen Gesetze sollen laut Kubosch von Straßburg oder Brüssel angestoßen worden sein, zirka 80 Prozent der deutschen Gesetze seien von der EU beeinflusst. Trotzdem gebe es in der Bevölkerung ein großes Informationsdefizit bei europäischen Themen. Derzeit bestimme das EU-Parlament bei rund zwei Dritteln der EU-Gesetze mit; wenn der Lissabon-Vertrag umgesetzt würde, stiege dieser Anteil auf 95 Prozent. Das würde, so Kubosch, zu einem Demokratisierungsschub in der EU führen. Das EU-Parlament bekomme auch mehr Mitspracherecht  bei der Ernennung der EU-Kommissare. Die Kommissare würden dadurch kontrollierbarer. Deutschland, als einwohnerstärkstes Land der EU würde durch den Lissabon-Vertrag gestärkt werden. Der Einfluss der Mitgliedsländer hänge dann stärker von der Einwohnerzahl ab. Wenn der Lissabon-Vertrag kommt, könnte es zukünftig aber auch zeitweise so sein, dass einige Länder für eine Legislaturperiode keinen eigenen Vertreter in der EU-Kommission habe, erklärte Kubosch.

Veranstalter der Podiumsdiskussion zum Thema EU in Schwäbisch Hall waren:

Europa Zentrum Baden-Württemberg e.V.
Institut und Akademie für Europafragen

Nadlerstraße 4
70173 Stuttgart
Telefon: 0711 2362375
Fax: 0711 2349368
info@europa-zentrum.de / Internet: www.europa-zentrum.de/

Stadt Schwäbisch Hall, dort insbesondere Büro des Bürgerbeauftragten
Gymnasiumstraße 2
74523 Schwäbisch Hall
Tel.: 0791-751-204, 751-206
Fax:  0791-751-447
E-Mail: peter.wunderlich@schwaebischhall.de / Internet: www.schwaebischhall.de/

Europabüro Wolpertshausen www.europabuero.info/index.php

In Kooperation mit der Volkshochschule Schwäbisch Hall www.vhs-sha.de/; der Europa-Union Deutschland, Landesverband Baden-Württemberg (www.eubw.eu/) und der Organisation Europäische Bewegung Deutschland Landeskomitee Baden-Württemberg (www.europaeische-bewegung.de/index.php?id=4307).

Die Veranstaltung wurde unterstützt durch das Europäische Parlament www.europarl.de/export/index.html

Hintergrundinfos zum Lissabon-Vertrag sind im Internet beispielsweise zu finden auf den Seiten eur-lex.europa.eu/JOHtml.do?uri=OJ:C:2008:115:SOM:DE:HTML, außerdem im Internetlexikon Wikipedia unter de.wikipedia.org/wiki/Vertrag_von_Lissabon

Rainer Hocher, Redaktionsleiter des Haller Tagblatts (links, mit Headset), moderierte die Podiumsdiskussion

Rainer Hocher (links), Redaktionsleiter des Haller Tagblatts, moderierte die Diskussion (Alle Fotos: Ralf Garmatter)

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Solidaritätsaufruf zur Unterstützung des zu einer hohen Geldstrafe verurteilten Friedensaktivisten Tobias Pflüger

Von Jochen Dürr, Friedensaktivist, Betriebsrat, verdi-Mitglied und Mitglied der Partei Die Linke aus Schwäbisch Hall – weitergeleiteter Solidaritätsaufruf

Liebe Freundinnen und Freunde,
das kürzlich ergangene Urteil gegen Tobias Pflüger, Vorstandsmitglied unseres Bündnispartners, der Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V., steht in einer Reihe mit zahlreichen Verfahren gegen fortschrittliche politische Aktivisten, aktuell gerade in Zusammenhang mit dem NATO Gipfel, wie auch in der Vergangenheit mit den G8 Protesten in Heiligendamm, den geplanten Angriffen auf das Versammlungsrecht und vielem mehr. Mit diesen Repressionen wird offenkundig beabsichtigt, den angesichts der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung unweigerlich zunehmenden Protest breiter Bevölkerungsschichten zu behindern. Damit dürfen wir uns nicht abfinden. Ich bitte Euch daher um Verbreitung des Aufrufs entsprechend Eurer Möglichkeiten und natürlich um dessen Unterzeichnung.

Die Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V. informiert über das Urteil:

Repression gegen Antikriegsaktivisten – Hammer-Urteil gegen IMI-Vorstand Tobias Pflüger
Am Montag, 2. März 2009 fand vor dem Amtsgericht München/Strafgericht ein Prozess gegen den Europaparlamentarier und Vorstand der Informationsstelle Militarisierung Tobias Pflüger statt. Dabei wurde er für eine angebliche Beleidigung während der Proteste gegen die Münchner Sicherheitskonferenz 2005 zur Zahlung von 60 Tagessätzen a 200 Euro – also 12.000 Euro! — verurteilt. Wir kritisieren dieses Urteil scharf, das zudem auch im Kontext einer langen Reihe sich immer weiter verschärfender Repressionsmaßnahmen nicht nur gegen Tobias Pflüger selbst, sondern gegen die gesamte antimilitaristische Bewegung zu sehen ist. Zum Hintergrund: Drei Polizisten werfen Tobias Pflüger Beleidigung vor. Sie hatten den Europaabgeordneten bei der Münchner Sicherheitskonferenz 2005 daran gehindert, Zugang zu einem brutal Festgenommenen zu bekommen. Auch gaben sie keine Informationen über den Festnahmevorgang heraus. Anscheinend weil Tobias Pflüger ankündigte, sie wegen Rechtsbeugung anzuzeigen, initiierten die Polizisten eine Anzeige gegen ihn.

Pflüger hat offensichtlich keine Polizisten beleidigt

Eine Beleidigung ist von Seiten von Tobias Pflüger allerdings nicht gefallen. Die angeblich gefallenen Worte „Arschloch“, „Arschkopf“ sind frei erfunden. Tobias Pflüger kannte den Begriff „Arschkopf“ bis dahin im Übrigen nicht. Die Anfangs erhobenen abwegigen Vorwürfe der Körperverletzung und der verweigerten Ausweisung als Europaparlamentarier werden nicht mehr verfolgt. Das sollte bereits ausreichen, um die Seriosität der Aussagen der Polizisten in Frage zu stellen. Doch darüber hinaus dienten diese Vorwürfe wohl lediglich dazu, in einem fragwürdigen Verfahren mit einer breiten Koalition von Grünen bis Rechtsextremen eine Aufhebung der Immunität durch das Europäische Parlament zu erreichen. Durch den Ablauf der Geschehnisse lässt sich genau nachweisen, dass der Vorwurf der Körperverletzung von der Staatsanwaltschaft erneut überprüft wurde, allerdings die Entscheidung, ihn de facto fallen zu lassen, erst mitgeteilt wurde, nachdem die Immunität aufgehoben war. Nach Befragung durch Tobias Pflügers Anwältin Angelika Lex waren die Widersprüche und Absprachen der Polizisten offensichtlich, doch die Richterin fand trotzdem alles glaubwürdig.

Bezirksregierung Düsseldorf hat Polizist vermutlich beim Abfassen der Anzeige geholfen

Aus den Aussagen der Polizisten ergab sich weiterhin, dass die übergeordneten Behörden (genannt wurde die Bezirksregierung Düsseldorf) bei der Erstellung der Anzeige des Polizisten Michaelis behilflich waren. Dies gibt dem Verfahren eine weitere politische Dimension. Die Polizisten schrieben ihre Texte voneinander ab. Dies war bereits das vierte Ermittlungsverfahren (1999, 2003, 2004, 2005) der Staatsanwaltschaft München I gegen Tobias Pflüger anlässlich der Beteiligung an Protesten gegen die Münchener Sicherheitskonferenz. Ein Gericht in Tübingen sprach den Friedensaktivisten wegen des Aufrufs zur Desertion 1999 frei. Das Verfahren 2003 wurde eingestellt, und für die brutale Festnahme im Jahr 2004 hat sich die Polizei später sogar entschuldigt. Weder die Staatsanwaltschaft (Frau Lux) noch die Richterin (Frau Birkhofer-Hoffmann) waren bereit, den politischen Kontext des Verfahrens ernsthaft zu würdigen und etwa die Möglichkeit unlauterer Gründe der Polizisten zu bedenken, sondern sie schenkten den Polizisten uneingeschränktes Vertrauen. In Ihren Augen liegt es bei Tobias Pflüger, den Vorwurf der Beleidigung zu entkräften. Diese Umkehr der Beweislast kann unmöglich beibehalten werden.

„Meinungs- und Versammlungsfreiheit wird immer weiter ausgehöhlt“

Leider ist dieser Fall nur einer unter vielen, die zeigen, wie die Meinungs- und Versammlungsfreiheit in Deutschland wie auch in der EU immer weiter ausgehöhlt wird. Die Versuche, das bayrische und baden-württembergische Versammlungsgesetz zu verschärfen sind weitere Beispiele. Auch die mit Einschränkungen und Stigmatisierung durch staatliche Behörden konfrontierten Proteste gegen den NATO-Gipfel zum 60.Jahrestag in Strassburg, Kehl und Baden-Baden im April sind in diesem Zusammenhang zu sehen.

Aufruf zum Unterschreiben einer Solidaritätserklärung für Tobias Pflüger

Wir, die Unterzeichner, erklären uns deshalb hiermit solidarisch mit Tobias Pflüger und unterstützen ihn in seinem Vorhaben, gegen dieses Urteil in Berufung zu gehen. Wir rufen alle FriedensfreundInnen und AntimilitaristInnen auf, sich nicht durch solche Verfahren einschüchtern zu lassen. Proteste gegen NATO und Bundeswehr sind nicht nur legitim, sondern auch notwendig! Solidaritätserklärungen bitte an: Solidaritaetmittobias@web.de

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Deutscher Fußballbund bietet im Internet kostenlose Infos für Jugendtrainer

Wie trainiere ich eine F-Jugendmannschaft? Was bedeutet Integration im Fußballverein? Wie unterrichte ich Fußball in der Schule? Was muss ich bei der Organisation eines Turniers beachten…? Fragen über Fragen, die sich viele fußballinteressierte Menschen in Deutschland stellen.

Pressemitteilung des Deutschen Fußballbunds (DFB)

Mit dem neuen Internetportal „Training & Wissen online“ möchte der Deutsche Fußball-Bund konkrete Antworten auf zahlreiche Fragen rund um den Fußball geben. Seit dem 16. Februar ist die Rubrik „Training und Wissen“ unter www.dfb.de zu finden. Praktische Tipps, anschauliche Grafiken, Downloads, Videos und der DFB-Integrationscheck bieten ein breites Service-Angebot. Mit wenigen Mausklicks finden Trainer, Lehrer, Vereinsmitarbeiter und Fußballinteressierte ein umfangreiches Angebot, welches kontinuierlich ausgebaut wird.

Wichtige Inhaltsbausteine im Überblick:
Training online – neues Design, bewährte Qualität
Training online kommt an! Die Trainingseinheiten zum Anschauen und Herunterladen sorgen bereits seit 2001 auf www.dfb.de für außergewöhnliche Klickzahlen und machen es zu einer der bestbesuchten Seiten auf www.dfb.de. Mit dem neuen Design will der DFB den Kinder- und Jugendtrainern einen noch besseren Service bieten: Moderne Reiterstrukturen und übersichtliche Grafiken laden zum Durchklicken ein.

“Formel Eins” in der Grundschule

Mit Spielformen wie „Formel Eins“, „Schützenkönig“ oder „Champions League“ macht Fußball in der Grundschule Spaß. Vielseitiges Bewegen und Spielen mit und ohne Ball fördern dabei die Entwicklung der Kinder. Damit den Lehrerinnen und Lehrern die Organisation leichter fällt, enthält die Rubrik „Fußball in der Schule“ allgemeine Leitlinien und konkrete Stundenbeispiele als PDF-Download und Videoclip.

Fußball – mehr als ein 1:0
Das Ehrenamt trägt die Vereinsarbeit. Um die vielen tausend Mitarbeiter zu unterstützen, bietet die Rubrik „Vereinsmanagement“ einfache Organisations- und Verwaltungshilfen. Von Vorstandsaufgaben über Trainingslager bis zu Ferienfreizeiten bietet der DFB ein umfangreiches Angebot.

Integration im Fußballverein
Nirgendwo funktioniert Integration so gut wie im Fußballverein, so der DFB. Wenn Sieg und Niederlage zusammen erlebt werden, fragt keiner nach Hautfarbe und Religion. Ziel ist, durch gegenseitigen Respekt und Identifikation ein positives Mannschafts- und Vereinsklima zu schaffen. Auf „Training & Wissen online “ finden die Nutzer hierzu einfache Tipps.

An der Basis für die Basis
In der Rubrik „Qualifizierungsoffensive“ werden die praxisnahen Aus-, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten des DFB und seiner Landesverbände vorgestellt. Neben Ansprechpartnern gibt es die Möglichkeit, sich direkt online für Lehrgänge anzumelden.

Service & Aktionen
Gewinnspiele, FAQ und Best-Practice-Beispiele: In diesem Bereich erwartet die Nutzer jede Menge Abwechslung. „Hier sind wir auch auf die „Mitarbeit“ der Besucher angewiesen“, so der Anbieter. „Machen Sie mit, geben Sie Tipps und klicken Sie rein…“

Wissensecke – für alle, die mehr wissen wollen
Hier finden Jugendtrainer und andere Übungsleiter aktuelle Erkenntnisse aus der Sportwissenschaft, die auch für den Amateur- und Breitenfußball interessant sind – einfach und praxisnah aufbereitet

Info zur Nutzung: Entweder über die Homepage www.dfb.de den Bereich „Training und Wissen“ anwählen oder direkt über die URL www.training-wissen.dfb.de

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Vortrag in Schwäbisch Hall: „Regiogeld – Modelle für kooperatives Wirtschaften – Zukunft in unserer Region gestalten mit dem Hohenloher Franken“

Ein Vortrag von Dr. Johannes Engels mit dem Titel „Regiogeld – Modelle für kooperatives Wirtschaften / Zukunft in unserer Region gestalten mit Hohenloher Franken“ findet am Freitag, 27. März 2009, um 20 Uhr im Theatersaal des Alten Schlachthauses in Schwäbisch Hall statt. Der Eintritt ist frei. Organisiert hat den Vortrag der Verein Hohenloher Franken e.V.

Von den Veranstaltern

Seit dem 2. Januar 2009 ist die neue Regionalwährung „Hohenloher Franken“ in der regionalen Umlaufbahn und bei über 60 Unternehmen kann inzwischen damit bezahlt werden.
Um umfassend zu informieren und diese Initiative als Teil einer gesellschaftlichen Aufbruchbewegung darzustellen, hat der Verein Hohenloher Franken e.V. einen Vortrag mit dem Bankenexperten Dr. Johannes Engels organisiert. Im Anschluss stellt der Verein erneut das Konzept des Hohenloher Frankens vor. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, an dieser Veranstaltung teilzunehmen.

Johannes Engels gilt als Experte für Regiogelder
Dr. Engels schloss sein Promotionsstudium der Volkswirtschcaftslehre (VWL ) Mitte der 1980er Jahre ab. Er ist seither im bankwirtschaftlichen Bereich tätig und Bildungsbeauftragter der katholischen Kirche im Bistum Mainz. Er ist ein ausgezeichneter Kenner sowohl der historischen wie auch der gegenwärtigen Regiogelder. Er unterstützt durch seine Vortragstätigkeit die vielen inzwischen in Deutschland existierenden Regiogeld-Initiativen.

Weitere Infos: www.hohenloher-franken.de/

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Offener Brief an den Landtagsabgeordneten Nik Sakellariou (SPD) wegen der Bausparkasse Schwäbisch Hall und dessen Antwort darauf

Offener Brief von Hohenlohe-ungefiltert an den SPD-Landtagsabgeordneten Nik Sakellariou aus Schwäbisch Hall:
Die Stadt Schwäbisch Hall „verdankt“ ihre Gewerbesteuerarmut bekanntlich der unerträglichen Steuerpolitik des SPD-Finanzministers Hans Eichel während der letzten rot-grünen Regierungsperiode. Diese „Unternehmenssteuerreform“ bescherte Banken mit beherrschbaren Anteilen an Bausparkassen die Möglichkeit zu Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer sparenden Organschaftskonstruktionen.
Immerhin war die bayerische Staatsregierung  – schon aus Eigeninteresse – clever genug, während des Gesetzgebungsverfahrens dafür zu sorgen, dass dies für die Versicherungswirtschaft nicht möglich sein soll… Die Verluste aus zahllosen fragwürdigen Beteiligungs- und Kreditengagements und abenteuerlichen Spekulationsgeschäften der DZ-Bank werden bereits seit Jahren durch die Gewinne der hochprofitablen Bausparkassentochter Schwäbisch Hall finanziert, die sich bei ihren stets rekordträchtigen Geschäften absatzpolitisch ohne die geringsten Skrupel von zahlreichen staatlichen Förderinstrumenten unterstützen lässt: Wohnungsbauprämie, Arbeitnehmersparzulage, „Wohn-Riester“…

Seit dem Herbst letzten Jahres klagt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in mehreren Musterprozessen gegen marktführende Bausparkassen wegen der ihrer Meinung nach unzulässigen Erhebung von Abschluss- und Darlehensgebühren.
Sie beruft sich dabei auf Ausführungen des Vorsitzenden des XI. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs, der im Sinne vorausgegangener letztinstanzlicher Gerichtsentscheidungen der Auffassung ist, dass separate Entgelte von Geldinstituten nur für Leistungen erhoben werden dürfen, wenn es sich um Dienstleistungen im Interesse der betroffenen Kunden handelt. Davon kann aber zum Beispiel bei den verlangten Abschlussgebühren der Bausparkassen keine Rede sein, da damit nur die Vertriebskosten hereingeholt werden sollen.
Der erste zu verhandelnde Musterprozess richtete sich gegen die Bausparkasse Schwäbisch Hall AG und fand vor dem Landgericht Heilbronn am 19. Februar 2009 statt.
Doch bereits eine Woche vor dem anberaumten Verhandlungstermin preschten auf Grund einer vom SPD-Landtagsfraktionsvorsitzenden Claus Schmiedel angestoßenen Initiative die Fraktionen von CDU, FDP und SPD mit einem von der baden-württembergischen Landesregierung im Bundesrat einzubringenden Gesetzentwurf zur Änderung des Bausparkassengesetzes vor.
Damit soll erreicht werden, dass die Erhebung von Abschlussgebühren nunmehr gesetzlich verankert und damit endgültig abgesichert wird. Dies ist offensichtlich auf die bekanntlich sehr rührige politische Lobbyarbeit des Bausparkassen-Marktführers Schwäbisch Hall zurückzuführen. Man hätte jedoch mindestens erwarten dürfen, dass sich die politisch verantwortlichen Adressaten, zu denen vor allen Dingen auch Sie als Abgeordneter dieses Wahlkreises und Bürger  und Mitglied des Schwäbisch Haller Gemeinderats dieser immer mehr notleidenden Stadt Schwäbisch Hall als erstes darauf besonnen hätten, dass es zunächst darum gehen muss, vor allen Dingen „alte Rechnungen zu begleichen“, indem durch eine entsprechende Steuergesetzänderung dem steuersparenden Verschieben von Gewinnen durch organschaftliche Gewinnabführungsverträge jetzt ein Ende gemacht wird. Es ist ebenso unverantwortlich wie unverzeihlich, dass auch Sie mit der zusammen mit den Regierungsfraktionen beschlossenen Gesetzesinitiative die lobbygesteuerten Interessen vermögender Wirtschaftsunternehmen vor die berechtigten Bedürfnisse der Bürger Ihres Wahlkreises und Wohnortes stellen, die offensichtlich keine Lobby mehr haben.

Antwort von Nikolaos „Nik“ Sakellariou auf den offenen Brief von Hohenlohe-ungefiltert:

Zunächst bedanke ich mich für die Gelegenheit, zum Thema „Abschlussgebühren“ Stellung nehmen zu können.
Uneingeschränkt richtig ist die Kritik, dass Verluste aus Spekulationsgeschäften der DZ-Bank in Frankfurt nunmehr mit den staatlich geförderten Angeboten der Bausparkasse Schwäbisch Hall kompensiert werden – indem die in Schwäbisch Hall abzuführende Gewerbesteuer mit diesen Verlusten verrechnet werden kann. Im Übrigen allerdings bedauere ich die Wortwahl des offenen Briefes, der sich unsachlicher Wortwahl bedient („unerträglich“, „unverzeihlich“, „unverantwortlich“) – als ob nur eine Position richtig sein kann und alle anderen Positionen somit falsch sind. Außerdem wird von mir in dem offenen Brief tatsächlich erwartet, dass es zunächst darum gehen müsse „vor allen Dingen alte Rechnungen (mit der Bausparkasse?) zu begleichen“.  Das hat nun mit meinem Verständnis von meinen Aufgaben als Abgeordneter gar nichts zu tun.

Im Einzelnen:
1. Auch wenn es in dem Brief schon wieder stand. Es ist und bleibt falsch: Die Möglichkeit, die Gewerbesteuer nunmehr in Frankfurt zu verrechnen, hat nichts mit einer rot-grünen Steuerpolitik zu tun, sondern mit einer Veränderung der Eigentumsanteile der DZ-Bank. Das war schon vorher möglich. Und weiter: Eine Lösung in der Frage der gewerbesteuerlichen Organschaft ist nicht an parteipolitischen Fragen gescheitert, sondern an Landesinteressen. Jede Organschaft hat Verlierer (wie die Stadt Schwäbisch Hall)  und Gewinner (Frankfurt) – die Entscheidung im Bundesrat ist von den Gewinnern getroffen worden. Das konnte die bayerische Landesregierung auch nicht verhindern. Ärgerlich ist, dass dem Verfasser des offenen Briefes dies alles bestens bekannt ist – er es aber trotzdem anders verbreitet.
2. Die Initiative meines Fraktionsvorsitzenden im Landtag, Claus Schmiedel MdL, die Abschlussgebühren nunmehr gesetzlich abzusichern, unterstütze ich vollständig! Auch als Mitglied des Verwaltungsrates der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg empfinde ich die Abschlussgebühren für erheblich transparenter als die von der Verbraucherzentrale NRW geforderte Einbeziehung dieser Kosten des Vertrages in die Kreditzinsen. Das wäre das Gegenteil von Transparenz. Davon bin ich auch als Kunde und Verbraucher überzeugt.
3. Die Auswirkungen eines anderslautenden Urteils für die Beschäftigten der Bausparkassen wären verheerend. Nachdem sich die meisten Bausparkassen in Deutschland in Baden-Württemberg befinden – und somit auch die Beschäftigten und deren Familien – ist es mir nicht egal, was auf diese Menschen zukommt. Insofern begrüße ich das Urteil des LG Heilbronn wegen seiner positiven Auswirkungen auf die Beschäftigten aller Bausparkassen in Baden-Württemberg. Das ist der Verbraucherzentrale in Nordrhein-Westfalen zwar egal, aber mir als Abgeordneten aus Schwäbisch Hall im Landtag von Baden-Württemberg eben nicht.
4. Ich unterstütze die Initiative der SPD im Landtag aber auch deswegen, weil ich die Philosophie des Bausparens für zukunftsweisend halte und deswegen ihren Erhalt als bedeutendem Wirtschaftszweig wünsche. Das Bausparen ist das „Finanzprodukt“, das als einziges den Ansparer nicht übervorteilt, sondern zur nachhaltigen Bildung von Eigenkapital (und Sparverhaltens) führt. Auch die Philosophie, die dahinter steht, nämlich erst nach der Bildung von Eigenkapital das Risiko einer Bauinvestition zu übernehmen, schützt dieses System vor Zusammenbrüchen wie in Amerika. Finanzprodukt ist eben nicht gleich Finanzprodukt.
5. Die Rechtswidrigkeit der Abschlussgebühr hätte für die Bausparkassen den Ruin bedeutet, ohne dass dafür den Verbrauchern ein dieses rechtfertigender Vorteil gegenüber gestanden hätte. Es hätte zudem eine Vielzahl von Arbeitsplätzen in Baden-Württemberg und Schwäbisch Hall selbst bedroht. Das Gegenteil zu erreichen ist aber mein Amtsverständnis.

Nikolaos „Nik“ Sakellariou MdL

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Initiative für Erneuerbare Energien fordert vom Regionalverband Planungsänderung zur Fotovoltaik

Stellungnahme der Energie-Initiative Kirchberg zur öffentlichen Anhörung des Regionalverband-Planentwurfes zur Fotovoltaik. Die öffentliche Anhörung endete laut Gerhard Kreutz, Vorsitzender der Energie-Initiative Kirchberg am 16. März 2009. Nach seiner Ansicht geht es jetzt in die heiße Phase: „Wird der Plan Wirklichkeit, könnte dies das weitgehende Aus für solche Kraftwerke im Landkreis bedeuten. Es wäre nach der Windkraft die zweite Technologie, die vom Land Baden- Württemberg ausgebremst würde. Bezeichnenderweise fand der Vorgang unter weitgehendem Ausschluss der Öffentlichkeit statt“, schreibt Kreutz in seinem Brief an den Regionalverband. Es geht dabei konkret um die Teilfortschreibung Fotovoltaik des Regionalplans Heilbronn-Franken 2020 – hier: Anhörung gemäß § 12 Abs. 2 Landesplanungsgesetz (LplG). Weitere Infos zum Planverfahren: www.regionalverband-heilbronn-franken.de/aktuelles/aktuelles_projekte.htm

Der Brief der Energieinitiative Kirchberg an den Regionalverband Heilbronn-Franken vom 14. März 2009 im Wortlaut:

Sehr geehrte Damen und Herren,
die Energie- Initiative Kirchberg e. V. ist seit 15 Jahren im Bereich umweltfreundliche Energieversorgung tätig und hat u. a. den Beschluss des Landkreises Schwäbisch Hall von 2006, die Energieversorgung  im Kreis Hall langfristig auf Erneuerbare Energien umzustellen, hauptverantwortlich auf den Weg gebracht. Aus energiewirtschaftlicher, klima- und arbeitsmarktpolitischer Sicht stellt die o.a. Teilfortschreibung des Regionalverbandes eine ganz erhebliche Einschränkung der Entwicklung von Freiflächen-Fotovoltaikanlagen dar.

Vorausgeschickt wird, dass die Installation von Fotovoltaikanlagen im Außenbereich maßvoll und in Übereinstimmung mit den zu berücksichtigenden sonstigen Belangen stehen soll.
Ergänzend dazu muss festgestellt werden, dass viele, vor allem gewerblich genutzte Dachflächen für Fotovoltaikanlagen nicht zur Verfügung stehen – aufgrund baulicher Gegeben- heiten oder weil die Nutzung anderweitig festgeschrieben ist.

Die Energie-Initiative Kirchberg e. V. nimmt in konkreter Weise Stellung zum Planentwurf:

1. Das beschleunigte Tempo der Klimaerwärmung erfordert die beschleunigte Umstellung des fossilen Energiesystems auf Erneuerbare Energien.
2. Die Kostensteigerung der fossilen und atomaren Energieträger aufgrund der zunehmenden Verknappung belastet die Verbraucher in zunehmendem Maß.
3. Die Ausbauziele der baden-württembergischen Landesregierung werden durch restriktive Maßnahmen wie die des Regionalverbandes nicht zu erreichen sein.
4. Der Planungsentwurf berücksichtigt das gewaltige Potenzial der Freiflächen- Fotovoltaik in keiner Weise: Bei einer angenommenen Leistung von 50 Megawatt pro Quadratkilometer ergibt sich eine mögliche installierte Leistung von rund 1200 Megawatt, wenn nur 0,5 % der Fläche der Region bebaut würde.
Bei Kosten von rund 3500 € pro kW Leistung entspricht dies einer Investition von knapp 4 Milliarden Euro! Keine andere Wirtschaftssparte kann auch nur annähernde Investitionsperspektiven aufweisen! Eine installierte Leistung von 1200 MW bedeutet eine Stromproduktion von rund 1,2 Milliarden kWh, was dem durchschnittlichen jährlichen Strombedarf von 1,2 Millionen Privatpersonen entspricht – 25% mehr als Einwohner in der Region.
5. In Zusammenhang mit der vorangegangenen Darlegung ergibt sich ein erhebliches Potenzial an Arbeitsplätzen, die dadurch geschaffen und danach gesichert wären.
6. Der Planentwurf nimmt den Kommunen die Möglichkeit, vor Ort planvoll und in Übereinstimmung mit der Bevölkerung zu agieren. Gleichzeitig wird die verfasssungsrechtlich verankerte Daseinsvorsorge der Kommunen in  unzulässiger Weise beschnitten.
Die dargelegten Argumente verdeutlichen, dass der Planentwurf des Regionalverbandes einer Verhinderungsplanung gleichzustellen und deshalb entschieden abzulehnen ist. Aus den genannten Gründen ersuchen wir den Regionalverband um Überarbeitung des Planentwurfes im Hinblick auf eine zukunftsfähige Energieversorgung in der Region.

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Kreutz
1. Vorsitzender

Info: kraftwerke_der_region

Bekanntmachung des Regionalverbands Heilbronn-Franken vom 12. Januar 2009:

Öffentliche Bekanntmachung über die Öffentlichkeitsbeteiligung im Rahmen der Teilfortschreibung Fotovoltaik des Regionalplans Heilbronn-Franken 2020 – gemäß § 12 Abs. 3 Landesplanungsgesetz Baden-Württemberg (LplG) in der Fassung vom 10. Juli 2003 (GBl. S. 385), zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 14. Oktober 2008 (GBl. S. 338). Die Verbandsversammlung des Regionalverbands Heilbronn-Franken hat am 13. Juli 2007 die Aufstellung der Teilfortschreibung Fotovoltaik des Regionalplans Heilbronn-Fran-
ken 2020 beschlossen. Am 8. Dezember 2008 hat die Verbandsversammlung beschlossen, dazu das Beteiligungsverfahren nach § 12 Abs. 3 LplG durchzuführen. Gegenstand der Teil-
fortschreibung zur räumlichen Steuerung regionalbedeutsamer Fotovoltaikanlagen in der Region Heilbronn-Franken sind Leitlinien zur Fotovoltaiknutzung, Festlegungen zu Standorten und zu freizuhaltenden Bereichen sowie Grundsätze zur räumlichen Steuerung der Fotovoltaik durch Gemeinden. Der Planentwurf, seine Begründung und der Umweltbericht liegen vom 26. Januar 2009 bis einschließlich 27. Februar 2009 zur kostenlosen Einsicht für jedermann bei folgenden Stellen während der Sprechzeiten aus:
Regionalverband Heilbronn-Franken, Frankfurter Str. 8, 74072 Heilbronn, Sprechzeiten: Montag bis Freitag 8.30 bis 12.00 Uhr und von Montag bis Donnerstag 14.00 bis 16.00 Uhr, sowie nach Terminvereinbarung.
Stadt Heilbronn, Planungs- und Baurechtsamt, Cäcilienstr. 45, 74072 Heilbronn Sprechzeiten: Montag bis Mittwoch 8.30 bis 16.00 Uhr, Donnerstag 8.30 bis 18.00 Uhr, Freitag 8.30 bis 12.30 Uhr.
Landratsamt Heilbronn, Bauen, Umwelt und Planung, Allee 6, Zimmer 403, 74072 Heilbronn, Sprechzeiten: Montag bis Freitag 8.00 bis 12.00 Uhr, Mittwoch 13.30 bis 18.00 Uhr.
Landratsamt Hohenlohekreis, Allee 17, Umwelt- und Baurechtsamt, Gebäude A, Zimmer 229, 74653 Künzelsau, Sprechzeiten: Montag bis Freitag 8.30 bis 12.00 Uhr, Donnerstag 8.30 bis 12.00 Uhr und 14.00 bis 17.30 Uhr.
Landratsamt Schwäbisch Hall, Münzstr. 1, Bau- und Umweltamt, Zimmer 322, 74523 Schwäbisch Hall, Sprechzeiten: Montag bis Freitag 8.00 bis 12.00 Uhr, Montag bis Mittwoch 13.00 bis 15.30 Uhr, Donnerstag 13.00 bis 17.00 Uhr.

Landratsamt Main-Tauber-Kreis, Gartenstr. 1, Bauamt, 2. OG, 97941 Tauberbischofsheim, Sprechzeiten: Montag bis Freitag 8.00 bis 12.30 Uhr, Donnerstag 8.00 bis 18.00 Uhr. Die zur Einsichtnahme ausgelegten Unterlagen sind gleichzeitig auf der Homepage des Regionalverbands Heilbronn-Franken (www.regionalverband-heilbronn-franken.de) eingestellt.
Zu dem Planentwurf, seiner Begründung und dem Umweltbericht kann sich jedermann gegenüber dem Regionalverband Heilbronn-Franken während der Auslegungsfrist schrift-
lich, zur Niederschrift oder elektronisch äußern.
Der Regionalverband Heilbronn-Franken prüft die vorgebrachten Anregungen und Bedenken und teilt das Ergebnis der Prüfung der jeweiligen Person mit. Sind Anregungen und Be-
denken mit im Wesentlichen gleichem Inhalt von mehr als 50 Personen zu prüfen, kann die Mitteilung des Prüfungsergebnisses in der Weise erfolgen, dass Einsicht in das Ergebnis
beim Regionalverband, einem Stadt kreis oder einem Landkreis der Region während der Sprechzeiten ermöglicht wird. Darauf wird gegebenenfalls durch öffentliche Bekanntmachung
hingewiesen.
Heilbronn, den 12.01.2009
gez.:
Helmut Himmelsbach
Verbandsvorsitzender

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Nur zwei Hohenloher Verlage präsentierten sich auf der Leipziger Buchmesse – Der älteste deutsche Hörbuchverlag war dabei

Peter Bosnic (rechts) von "Steinbach sprechende Bücher" am Leipziger Messestand. FOTOS: GARMATTER

Peter Bosnic (rechts) am Stand von "Steinbach sprechende Bücher". Foto: Garmatter

Nur zwei Verlage aus Hohenlohe waren vom 12. bis 15. März 2009 mit ihren Produkten auf der Leipziger Buchmesse vertreten. Eine Stellwand mit rund zwei Metern Breite hatte der Hörbuchverlag „Steinbach sprechende Bücher“ aus Schwäbisch Hall in Halle 3 des neuen Leipziger Messezentrums belegt. Vom Verlag Alexander Krebs aus Krautheim/Jagst war unter Naturwissenschaften bei den Kleinverlagen in Halle 4 nur ein Buch ausgestellt. Einen Verlagsmitarbeiter suchte man vergebens.

Von Ralf Garmatter, Freier Journalist, von der Buchmesse 2009 in Leipzig

Der Veranstalter der Leipziger Buchmesse, die Leipziger Messe GmbH, verkündete am Sonntagabend (15. März 2009) ein „hervorragendes Ergebnis“ der viertägigen Veranstaltung (12. bis 15. März 2009). 147000 Besucher (2008: 129000) seien während der vier Messetage auf das Messegelände gekommen. Das entspreche einem Plus gegenüber dem Vorjahr von 14 Prozent. Auf 65000 Quadratmeter konnten sich die Besucher einen Überblick zu den Neuerscheinungen von 2135 Ausstellern aus 38 Ländern verschaffen. Rund 2900 Journalisten aus 23 Ländern (2008: 2700 aus 21 Ländern) berichteten über den internationalen Branchentreff von Autoren, Verlagen, Fachbesuchern und dem lesefreudigen Publikum im Leipziger Frühjahr. „Die Leipziger Buchmesse 2009 hat ihre zwei wichtigsten Aufgaben erfüllt: Sie hat der Buchbranche Impulse gegeben, und sie hat gezeigt, dass die Gesellschaft das Buch braucht – zur Zeit mehr denn je“, sagte Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Leipziger Messe GmbH nach dem letzten Messetag.

Hörbücher über Lebensfragen und bewegende Geschichten

Peter Bosnic, kaufmännerischer Leiter des Verlags Steinbach sprechende Bücher hatte bis zum späten Samstagnachmittag (14. März 2009), nach fast drei Messetagen, allerdings den perönlichen Eindruck, dass bei den Hörbüchern ein geringerer Andrang herrschte als im Vorjahr. Nach Angaben des Schwäbisch Haller Unternehmens bietet der Verlag aktuell über 350 Titel an. „Die Schwerpunkte des Programms liegen dabei auf zeitgenössischer und klassischer Belletristik; inhaltlich stehen Lebensfragen und Geschichten im Mittelpunkt, die Menschen auch langfristig bewegen.“ Zu den Stammautoren zählen beispielsweise Rafik Schami, François Lelord, Arne Dahl, Paulo Coelho, Sergio Bambaren, Anselm Grün, Khaled Hosseini und andere mehr.

Erich Schumm aus Murrhardt erfand Esbit und bahnte den Weg für Hörbücher

Laut Peter Bosnic ist Steinbach sprechende Bücher der älteste Hörbuchverlag Deutschlands. Vor 31 Jahren ist er als Schumms sprechende Bücher von dem Tüftler und Unternehmer Erich Schumm aus Murrhardt gegründet worden, der auch das Esbit erfunden hat. Die Idee für „vorgelesene Bücher“ hat Schumm aus den USA mitgebracht, wo Hörbücher damals schon einen gewissen Stellenwert auf dem Medienmarkt hatten. „Unterm Birnbaum“ von Theodor Fontane sei das erste Hörbuch im Verlag Schumm gewesen – damals noch auf Cassette, , erzählt Bosnic am Buchmessestand. In Deutschland habe es jedoch ziemlich lange gedauert, bis Hörbücher einen größeren Käuferkreis gefunden hätten. „Der Boom hat vor etwa zehn bis zwölf Jahren angefangen“, so  Bosnic weiter. Pro Jahr gebe es derzeit in Deutschland rund 2000 neue Hörbücher zu kaufen. Mit einem Jahresumsatz von 180 Millionen Euro mache das Hörbuchsegment trotzdem nur rund fünf Prozent des gesamten Buchhandelsvolumens aus.

Ältester Hörbuchverlag Deutschlands residiert heute in Schwäbisch Hall

Zurück zur Firmengeschichte: 1995 kaufte Johanna Steinbach-Grobst den Verlag und gab ihm seinen heutigen Namen. Sie hatte bereits beim Vorgängerverlag „Schumms sprechende Bücher gearbeitet. Der Verlagssitz wurde nach Schwäbisch Hall verlegt. Nach Angaben des kaufmännischen Leiters Bosnic liegt Steinbach sprechende Bücher (acht Mitarbeiter) mit drei Millionen Euro Jahresumsatz beim Ranking von rund 600 Verlagen derzeit auf Platz zwölf in Deutschland. 14 Neuerscheinungen hat der Verlag in Leipzig vorgestellt. Eine davon ist die CD mit Stücken von und über Kurt Tucholsky mit dem Titel „Panter, Tiger & Co.: Die Satire darf alles!“ Dabei handelt es sich um eine ungekürzte Lesung von 66 Minuten Länge mit Jürgen von der Lippe als Sprecher.

Peter Bosnic absolvierte in Leipzig 31 Gesprächstermine

Besonders erfolgreich sind derzeit die preiswerten „Taschenhörbücher“ des Verlags mit etwas reduzierter Aufmachung. Während der vier Leipziger Messetage waren Bosnic und seine beiden Kollegen voll eingespannt. Alleine der kaufmännische Leiter hatte 31 Gesprächstermine zu absolvieren. „Ich habe hier viele Lizenzgespräche geführt“, berichtet er. „Das ist eine richtige Arbeitsmesse. Ich habe den Trubel aber ganz gerne“, meint er.

Starker Preiskampf auf dem Hörbuchmarkt

Auf dem Hörbuchmarkt herrsche derzeit ein starker Konkurrenz- und Preiskampf, erklärt Bosnic: „Der Markt konsolidiert sich.“ Viele Verlage hätten schon aufgehört, die übrig gebliebenen verkleinerten ihre Programme. In seiner Firma habe es nach Jahren mit prozentual zweistelligem Wachstum im Jahr 2008 ein Umsatzminus von zehn Prozent gegeben.

Endkundeninteresse ist größer als in Frankfurt

Die Leipziger Buchmesse schätzt Bosnic als eine tolle Veranstaltung, bei der es weniger hektisch zugehe als auf der stärker international ausgerichteten Frankfurter Buchmesse im Herbst. „Das Endkundeninteresse hier in Leipzig ist viel größer als in Frankfurt“, sagt Bosnic. „Die Leute wissen hier oft sehr gut über Literatur bescheid. Ich glaube das hängt auch etwas mit der hohen Lesekultur in der ehemaligen DDR zusammen.“

Verlag Alexander Krebs aus Krautheim war nur mit einem Buch vertreten

Trotz intensiver Suche konnte der Krautheimer Verlagschef Dr. Dr. rer. nat.

Das in Leipzig ausgestellte Buch des Krautheimer Verlags Alexander Krebs.

Das in Leipzig ausgestellte Buch des Krautheimer Verlags Alexander Krebs.

Alexander Krebs – zumindest an den ersten drei Messetagen – nicht persönlich am Stand in Halle 4 bei den Kleinverlagen angetroffen werden. Dort stand allerdings das von ihm und Christoph Krebs herausgegebene Buch „Der Photonenspin – eine Naturkonstante? – Messung des Photonenspins an energiearmen Photonen von Radiowellen“ (ISBN-Nummer: 978-3-00-026287-6). Gedruckt wurde das 62 Seiten starke Buch von der WfB (Werkstätte für Behinderte) in Krautheim. In dem physikalischen Fachbuch sind auch Darstellungen von Versuchsmessungen, Formeln und Berechnungen enthalten. Untersucht wurde unter anderem „die Strahlung von Satellitenantennen und ihr Einfluss auf die Lagedynamik von Satelliten“. Kein Buch also für die breite Masse, sondern für einen kleinen Kreis von Physikexperten.

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Die Rente muss zum Leben reichen – DGB-Bus fährt zur landesweiten Kundgebung nach Mannheim (Samstag, 28. März 2009)

„Die Rente muss zum Leben reichen“ lautet das Motto einer landesweiten Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) in Mannheim. Diese findet am Samstag, 28. März 2009, in der Mannheimer Maimarkthalle statt. Veranstalter der DGB-Rentenkampagne ist der  DGB-Landesbezirk. Aus der Region Hohenlohe gibt es Buszusteigemöglichkeiten in Crailsheim, Westernach und Heilbronn.

Von Bernhard Löffler, DGB-Regionsvorsitzender Heilbronn-Franken

Hauptredner ist der Kundgebung zur Rentenpolitik ist DGB-Vorsitzender Michael Sommer. In einer Talkrunde kommen auch Annelie Buntenbach (DGB-Bundesvorstand) und Franz-Josef Möllenberg (NGG-Vorsitzender), neben betroffenen Kollegen und Kolleginnen zu Wort.
Die DGB-Region Heilbronn-Franken lässt einen Bus nach Mannheim fahren. Abfahrtszeiten und -Orte sind: Crailsheim, Volksfestplatz 8:00 UhrSchwäbisch Hall, P+R Westernach 8:35 UhrHeilbronn, Gewerkschaftshaus 9:15 Uhr.
Anmeldung für den Bus ist dringend beim DGB erforderlich unter Tel 07131-88880-10 oder per Mail unter heilbronn@dgb.de

Programm am 28. März 2009 in Mannheim:
10.00 Uhr Saalöffnung (Maimarktclub)
10.30 Uhr Musikgruppe „Zula Zula“
11.00 Uhr Begrüßung durch Rainer Bliesener, DGB-Bezirksvorsitzender Baden-Württemberg
11.15 Uhr Rede von Michael Sommer, DGB-Vorsitzender
11.45 Uhr Talkrunde mit Annelie Buntenbach, stellv. DGB-Vorsitzende, Frank-Josef Möllenberg, NGG-Vorsitzender, sowie betroffenen Kolleginnen und Kollegen
12.45 Uhr Schlusswort durch Dietmar Muscheid, DGB-Bezirksvorsitzender West
13.00 Uhr Vorstellung der Radgruppe & Startschuss
bis 14 Uhr Imbiss & Gespräche

Ausblick: „Arbeit für Alle bei fairem Lohn“ heißt es bei den Kundgebungen am 1. Mai 2009 in Heilbronn, Schwäbisch Hall und Bad Mergentheim. Dabei wird auch das 60-jährige Bestehen des DGB gefeiert.

Hintergrund-Info des DGB zur Rentenkundgebung in Mannheim aus dem Einladungstext: Zum Abschluss der DGB-Aktionswochen zur Alterssicherung wollen die DGB-Bezirke Baden-Württemberg und West ein Signal für eine bessere Rentenpolitik setzen. Wir laden dich zu unserer Kundgebung am 28. März 2009 in der Maimarkthalle in Mannheim
herzlich ein. Hauptredner wird der DGB-Vorsitzende Michael Sommer sein. Die Finanzkrise macht klar: Die gesetzliche Rente ist sicherer als jede kapitalgestützte private Alterssicherung. Doch die Fundamente haben durch eine falsche Rentenpolitik Risse bekommen: Die Beschäftigten sollen mehr privat vorsorgen. Viele wissen nicht wovon. Mini-Jobs und Niedriglöhne tun ein Übriges. Millionen Menschen droht in Zukunft Altersarmut.
Die Rente mit 67 ist ein Irrweg. Eine zunehmende Anzahl von Neurentnern/innen geht heute schon mit Abschlägen in Altersrente; im Jahr 2005 betraf dies schon 42 Prozent aller Zugänge in Altersrente. Die Heraufsetzung des Rentenalters um 2 Jahre ist Rentenklau und wird die Altersarmut verstärken. Wir fordern, dass die für 2010 vorgesehene Überprüfung genutzt wird, um die Rente mit 67 ein für allemal zurückzunehmen. Sie ist ungerecht, unnütz und nicht zu rechtfertigen. Die DGB-Gewerkschaften setzen sich für eine Erwerbstätigenversicherung ein, in die alle einzahlen. Wir setzen uns ein für eine starke, solidarische, gesetzliche Rentenversicherung. Wir setzen uns ein für sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse und Mindestlöhne nicht unter 7,50 Euro. Arbeit darf nicht arm machen. Wer sein Leben lang gearbeitet hat, muss sich auf eine gute Rente verlassen können, die zum Leben reicht. Dafür kämpfen wir.
Vor der Bundestagswahl wollen wir den Druck auf die Politik verstärken. Deshalb sammeln wir im Februar und März in den DGB-Regionen in Baden-Württemberg und auch im Bundesgebiet Botschaften und Forderungen aus der Bevölkerung auf Transparenten. Diese Transparente sollen zu einem einzelnen, eindrucksvollen Transparent zusammengefügt werden. Dieses
Wird dann unsere Fahrradstafette von der Konferenz in Mannheim aus nach Berlin bringen. Den Startschuss für diese Fahrradstafette wird Michael Sommer geben. Am 4. April 2009 wollen wir dieses riesige Transparent dann in der Hauptstadt entrollen.

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