„Diskriminierende Strukturen aufdecken und verändern“ – In Schwäbisch Hall: LINKE lädt zu Veranstaltung über Frauenstreik ein

Drei Wochen vor dem internationalen Frauentag lädt der Kreisverband der Linken in Schwäbisch Hall und Hohenlohe zu einer Veranstaltung über die Frauenstreiks in der Schweiz ein. Die Schweizer Feministin und Aktivistin der Basler Regionalpartei BastA, Franziska Stier, ist am Sonntag, 16. Februar 2020, um 18 Uhr im Büro der Linken, Lange Straße 36, 74523 Schwäbisch Hall zu Gast.

Von Cedric Schiele, Kreisverband der Linken Schwäbisch Hall und Hohenlohe

Frauen und queeren Menschen zuhören

Franziska Stier hatte es in Basel geschafft tausende Frauen auf die Straße zu bringen. Das Ziel solcher Streiks müsse es sein, dass die Gesellschaft Frauen aber auch queeren Menschen endlich mal zuhört. Noch immer gebe es eine Einkommenslücke zwischen den Geschlechtern. „Frauen spüren einen gesellschaftlichen Druck, egal, ob sie auf die Kinder schauen oder im Job tätig sind.“ Was noch dazu kommt: „Sie müssen sich oft entscheiden,“ wird Stier in einer Pressemitteilung der Linken zitiert. Frauen seien bei dieser Entscheidung stärker betroffen als Männer, weil ihnen die Gesellschaft den Rücken nicht freihalte. Daher kommt es auf einen solidarischen Zusammenhalt an. Es geht darum, diskriminierende Strukturen aufzudecken, zu benennen und zu verändern.

Weitere Informationen und Kontakt:

https://die-linke-sha.de/

https://basta-bs.ch/ueber-uns/personen/koordination/

https://basta-bs.ch/news-blogs

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„Wirtschaftseliten haben eine nachhaltige Verantwortung“ – Bericht über die Jahrestagung der „Akademie der Weltmarktverlierer“ in Schwäbisch Hall

Über die Schattenseiten der kapitalistischen Globalisierung wollten die Veranstalter der Akademie der Weltmarktverlierer in Schwäbisch Hall aufklären. Nach ihrer eigenen Ansicht sind sie mit diesem Vorhaben „in der Mitte der Gesellschaft angekommen und es wird 2021 fortgesetzt“.

Von Hans A. Graef, Schwäbisch Hall

360 Teilnehmer

Bei der Versammlung von ATTAC Schwäbisch Hall am 6.2. im Haller Umweltzentrum wurden die Ergebnisse unserer Akademie der Weltmarktverlierer 2020 zusammengefasst und diskutiert: Initiator und Organisator dieser Aufklärungs-Akademie war zum vierten Mal die ATTAC-Kreisgruppe Schwäbisch Hall. Trotz des krankheitsbedingten Ausfalls von Dr. Gerhard Schick (Finanzwende) am 28. Januar 2020. wurde unsere Jahrestagung, von 360 Teilnehmern besucht. Das bedeutet, dass unser Thema, unser Anliegen, über die Schattenseiten der kapitalistischen Globalisierung aufzuklären, in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist und 2021 fortgesetzt wird. Diese Akademie ist unabhängig und kritsch wissenschaftlich orientiert, im Gegensatz zur Weltmarktführer-Akademie, die für ATTAC eine Lobby-GmbH darstellt.

Finanzielle Unterstützer

Diese breite Unterstützung aus der Zivilgesellschaft ist an der breiten Vielfalt gesellschaftlicher Organisationen erkennbar: Weltladen Schwäbisch Hall, Brot für die Welt, Evangelisches Kreisbildungswerk, Volkshochschule Schwäbisch Hall, Club Alpha 60, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Kreisverband, Industriegewerkschaft Metall Schwäbisch Hall, Ver.di Ortsverein Schwäbisch Hall, Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Umweltzentrum Kreis Schwäbisch Hall, Initiative Umfairteilen Schwäbisch Hall. Ein besonderer Dank geht an die finanziellen Unterstützer Brot für die Welt, ATTAC und den Leserkreis von Publik-Forum.

Missachtung von Menschenrechten

Der Vortrag von Simone Knapp von der Kirchlichen Arbeitsstelle Südliches Afrika in Heidelberg fand am 27. Januar 2020 in Kooperation mit dem Evangelischen Kreisbildungswerk im Brenzhaus Schwäbisch Hall statt. Die Referentin zeigte die Missachtung elementarer Menschen- und Arbeitsrechte durch den Platinkonzern Lonmin und den Chemieriesen BASF. Die Aktivitäten der KASA Heidelberg haben dazu geführt, dass die Opfergruppe aus Marikana jährlich bei den Aktionärsversammlungen präsent ist und die Fragen nach der Verantwortung des Vorstands stellt. Dabei geht es um Anerkennung und Wiedergutmachung, um den Einsatz für bessere Lebensbedingungen durch bessere Löhne und eine zugesagte Verbesserung der Wohnungssituation.

Hoffen auf ein Lieferkettengesetz

Detailliert legte sie die Entwicklung der letzten Jahre dar, denn die Herausforderungen transnationaler Solidarität mit dem Ziel, für Menschenrechte gegen die rein profitorientierte Konzernmacht einzutreten. Dazu könnte in besonderer Weise das Lieferkettengesetz beitragen, das die Verantwortung der Produzenten, Verbraucher und Politik verbessern soll. Diese Initiative wird von einem breiten gesellschaftlichen Prozess und den sozialen Bewegungen unterstützt. Die 65 Teilnehmer diskutierten intensiv diesen Vorschlag.

„Die Finanzwirtschaft an die Kette legen“

Der Vortrag von Dr. Schick musste kurzfristig krankheitsbedingt ausfallen, obwohl dieses Thema „Die Finanzwirtschaft an die Kette legen“ breites Interesse fand. Für 35 Gäste, denen die Absage entgangen war, zeigten wir in der Volkshochschule den Panorama-Dokumentarfilm über Cum-Ex-Geschäfte, einer der größten Steuerbetrugsaffären, in dem Dr. Schick auftritt. Ausführlich diskutierten wir die Frage, wie es sein kann, dass Staat und Gesellschaft so einen EU-weiten Vorgang hinnehmen, der den Ländern einen Schaden von 55 Milliarden Euro verursachte. Thesen aus dem Buch „Warum schweigen die Lämmer?“ von Dr. Rainer Mausfeld. wurden debattiert.

„Die Kunst den Kapitalismus zu verändern“

Ein Höhepunkt war der Vortrag des ehemaligen Publik-Chefredakteurs und Ökonomen Dr. Wolfgang Kessler am 29. Januar 2020 vor 110 interessierten ZuhörerInnen im Haller Theatersaal auf der Basis seiner Streitschrift „Die Kunst den Kapitalismus zu verändern“. In 60 Minuten erläuterte er seine pragmatischen Thesen, angesichts „des rasenden Kapitalismus, der Mensch, Demokratie, Natur und Klima bedroht. Wirtschaft und Konsum müssen grundlegend anders werden. Er signierte sein Buch; auch dieser Vortrag wird in der Sendung „Akademie der Weltmarktverlierer“ im Freien Haller Radio „sthoerfunk.de“ zu hören sein (immer freitags um 16 Uhr). Es erschien eine positiver Bericht im Haller Tagblatt.

„Der marktgerechte Mensch“

Abschließend wurde am 31. Januar 2020 vor 130 Besuchern im kommunalen „Kino im Schafstall“ der vor kurzem neu erschienene „Film von unten: Der marktgerechte Mensch“ gezeigt, moderiert von Ver.di Schwäbisch Hall. Die Welt ist im Umbruch. Seit dem neuen Jahrtausend und zuletzt nach der Finanzkrise wurden neue Weichen gestellt. Die soziale Marktwirtschaft, gesellschaftliche Solidarsysteme, über Jahrzehnte erstritten, werden abgebaut Vor 20 Jahren waren in Deutschland knapp zwei Drittel der Beschäftigten in einem Vollzeitjob mit Sozialversicherungspflicht. 38 Prozent sind es nur noch heute. Aktuell arbeitet bereits knapp die Hälfte der Beschäftigten in Unsicherheit. Der Film zeigt biografische Beispiele und Arbeitssituationen von prekär Beschäftigten und aus dem Niedriglohnbereich.

Für eine klimafreundliche Globalisierung

P.S. Am 30. Januar 2020 beteiligten wir uns an einer Demonstration der Fridays-for-Future-Bewegung vor dem Tagungsgebäude des Weltmarktführertreffens, der Bausparkasse Schwäbisch Hall, wo ab 10.30 Uhr Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sprach, danach Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU). Diese Regierungsmitglieder wurden wie die Kongressteilnehmer daran erinnert, dass viel zu wenig getan wird für eine klimafreundliche Globalisierung. Im Redebeitrag von Hans Graef wurde die nachhaltige Verantwortung der Wirtschaftseliten angemahnt, denn an die Stelle des alten (fossilen) Wirtschaftswachstums muss eine neue Ökonomie treten, aber ohne Greenwashing und mit einer neuen nachhaltigen Wirtschaftszivilisation.

Weitere Informationen und Kontakt:

http://www.weltmarktverlierer-akademie.de/

www.attac.de

www.oxfam.de

www.umfairteilen.de

www.reichtum-umverteilen.de

www.brot-fuer-die-welt.de

www.gfbv.de

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„Künstliche Intelligenz und Verbraucherschutz“ – Kommentar der Europa-Abgeordneten Evelyne Gebhardt (SPD)

Die Abstimmung der Parlamentsresolution über die Folgen von Algorithmen und automatisierter Entscheidungsfindung auf den Verbraucherschutz am Mittwoch, 13. Februar 2020, kommentiert Evelyne Gebhardt, Sprecherin der Europa-SPD im EU-Ausschuss für Verbraucherschutz.

Kommentar der Europa-Abgeordneten Evelyne Gebhardt (SPD) 

Mangel an der Software?

„Künstliche Intelligenz bietet enorme Chancen für die Gesellschaft, den Binnenmarkt und die wissensbasierte Wirtschaft, die Europa nutzen muss. Dabei muss die EU die Herausforderungen für das Wohlergehen von Verbraucherinnen und Verbrauchern angehen. Wenn beispielsweise eine Kaffeemaschine defekt ist, merkt man das sofort. Bei einem intelligenten Kühlschrank ist das schon anders: Wie soll der Verbraucher oder die Verbraucherin prüfen, ob der Mangel an der Software liegt?“

„Recht auf eine Entschädigung“

„Die EU-Kommission muss untersuchen, wie europäisches Recht in Sachen Verbraucherschutz, Produktsicherheit und Marktüberwachung überarbeitet werden muss. Etwa sind geltende Haftungsregelungen nicht an automatisierte Entscheidungsprozesse angepasst. Die herkömmliche Definition von Produkten missachtet Entwicklungen um das Internet der Dinge und muss überarbeitet werden. Verbraucherinnen müssen das Recht haben, dass verständliche und tendenzfreie Algorithmen genutzt werden. Bei Fehlern sollten Verbraucher ein Recht auf eine Entschädigung haben.“

Ethische Fragen

„Dienstleistungen können zukünftig schneller und genauer erbracht werden. Dies wirft jedoch ethische Fragen auf; besonders bei Diensten von allgemeinem Interesse, etwa in der Medizin oder bei freien Berufen. Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten verlangen, dass Menschen die Verantwortung für Entscheidungen übernehmen und, falls möglich, fehlerhafte Entscheidungen wiederrufen können. Eine unabhängige Stelle, ein ‚TÜV‘ für Künstliche Intelligenz, muss künftig garantieren, dass automatisierte Entscheidungsprozesse im Einklang mit Qualität- und Leistungsstandards sowie dem Verbraucherschutz stehen.“

Weitere Informationen und Kontakt:

Hannah Cornelsen, Referentin für Presse– und Öffentlichkeitsarbeit der SPD-Abgeordneten im Europäischen Parlament Evelyne Gebhardt

S&D-Fraktion
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60, Rue Wiertz
B-1047 Brüssel

Telefon Brüssel: +32 228 43255

Mobil: +32 473 556378

E-Mail: hannah.cornelsen@europarl.europa.eu

Internet:

www.spd-europa.de

www.twitter.com/SPDEuropa

www.facebook.com/SPDfuerEuropa

Fabian Rothfuss, Leiter Europabüro Künzelsau, Assistent von Evelyne Gebhardt MdEP, Keltergasse 47, 74653 Künzelsau

Telefon: 0 79 40-5 91 22

Fax: 0 79 40-5 91 44

E-Mail: info@evelyne-gebhardt.eu

Internet:

www.evelyne-gebhardt.eu

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„Linke nominieren LandtagskandidatInnen“ – Kreisverband Schwäbisch Hall-Hohenlohe trifft sich in Kupferzell-Eschental

Der Kreisverband Schwäbisch Hall und Hohenlohe der Partei „Die Linke“ trifft sich am Dienstag, 10. März 2020, um 19 Uhr im Landhotel Günzburg in Kupferzell-Eschental. Bei dieser Veranstaltung werden die KandidatInnen der Linken für die Landtagswahl 2021 nominiert.

Die Linke, Kreisverband Schwäbisch Hall und Hohenlohe

Kostenlose Bildung von der Kita bis zum Hochschulabschluss

Die baden-württembergischen Landtagswahlen finden im März 2021 statt. Die Linke will erstmals in den Stuttgarter Landtag einziehen. Nur eine Linke, die auch im ländlichen Raum stark ist, kann die Fünf-Prozen-Hürde überspringen. Die Linke Baden-Württemberg hat in den Jahren seit der letzten Landtagswahl wichtige Weichen gestellt und Themen des ländlichen Raums angepackt. Wichtig ist hierbei, die Forderung nach kostenloser Bildung von der Kita bis zum Hochschulabschluss, eine Landwirtschaftspolitik, die das Klima und die Artenvielfalt nicht gegen kleine und mittelständische Bauern ausspielt und das Thema der Infrastruktur. Bei letzterem muss  man sowohl die Erhaltung von Kreiskrankenhäusern, den Wiederaufbau von Bahnstrecken und den Ausbau des gesamten ÖPNV, verbunden mit einer Gebührenfreiheit, als auch den Ausbau von Erneuerbaren Energien und der digitalen Infrastruktur in den Blick nehmen.

Volksantrag zum Mietendeckel

Auch für einen Mietendeckel, der am vergangenen Wochenende vom Landesparteitag gefordert wurde, will man sich einsetzen. Gemeinsam mit dem gesamten Landesverband sammeln die Haller und Hohenloher Linken in den nächsten Monaten Unterschriften für einen Volksantrag zu diesem Thema. In Verbindung mit diesen Themen fühlt sich der Kreisverband gut gerüstet für die Wahlen. Er hat in den vergangen Jahren einen Erneuerungsprozess vollzogen und verzeichnet zahlreiche Neueintritte, vor allem von jungen Menschen. Außerdem sei man durch die Kommunalwahlen im Mai 2019 gestärkt worden. Die Linke hatte es geschafft, das Mandat im Hohenloher Kreistag zu verteidigen und zog erstmals sowohl im Haller Gemeinderat, als auch in den Haller Kreistag ein. Deshalb erhoffen sich die Verantwortlichen der Partei, eine deutliche Verbesserung der Wahlergebnisse von 2016 zu erreichen.

Folgende Kandidaturen sind dem Kreisverband für die Nominierungsveranstaltung bisher bekannt:

Wahlkreis Hohenlohe Erstkandidat: Simon Brecht, 21 Jahre alt, Landesgeschäftsführer der Linksjugend solid Baden Württemberg sowie Kassierer des Linken-Kreisverbands.

Ersatzkandidatin: Heidi Scharf, 66 Jahre alt, Mitglied des Landesvorstands der Linken Baden Württemberg sowie Kreissprecherin des Kreisverbands.

Wahlkreis Schwäbisch Hall Erstkandidatin: Ellena Schumacher Koelsch, 33 Jahre alt, Stadt-und Kreisrätin Schwäbisch Hall, Mitglied des Kreisvorstands Die Linke

Ersatzkandidat: Cedric Schiele, 22 Jahre alt, Kreissprecher Die Linke Schwäbisch und Hohenlohe

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„Eine zweite Chance für die Liebe“ – Birgit Häbich erzählt in „Irgendwo in Hohenlohe“ von einer Beziehung, bei der Geschäftliches und Emotionales komplex verwoben sind

„Irgendwo in Hohenlohe“ ist eine untypische Liebesgeschichte und ein Heimatroman zugleich. Birgit Häbich, die in Murrhardt aufgewachsen ist, hat sie als Episodenerzählung in 54 kurzen Kapiteln mit eigenen Illustrationen gestaltet. Die Autorin entfaltet auf rund 220 Seiten die Geschichte von Carl Eugen Friedner und Paula Engel, die sich wirklich zugetan sind.

Buchbesprechung der Murrhardter Zeitung

Schlechtes Gewissen

Dass die Haller Handwerksmeisterin und Künstlerin Carls Dienste als Steuerberater und Rechtsanwalt in Anspruch nimmt, intensiviert die Beziehung und lässt sie gleichsam fast zerbrechen. Birgit Häbich hält in dem als Fortsetzungsgeschichte entstandenen Roman, der im Tübinger Kairos-Verlag erschienen ist, geschickt die Spannung bis zum Schluss. Sie erzählt vor allem aus der Perspektive von Carl Eugen Friedner, wechselt später aber phasenweise auch zu Paula Engel. Zu Beginn ist das Kind – oder man könnte auch sagen das Vermögen der Künstlerin – schon in den Brunnen gefallen, woran der Steuerberater und Rechtsanwalt einen nicht unerheblichen Anteil trägt. Dass Carl nach einigen Jahren des Schweigens doch wieder auf Paula zugehen will, hat vor allem emotionale Gründe. Zum einen schlagen sich sein schlechtes Gewissen und die ungeklärte Situation mittlerweile in gesundheitlichen Problemen nieder, zum anderen plagt ihn die Sehnsucht nach der Frau, mit der er sich trotz alledem und immer noch eine Beziehung wünscht. (…)

Gleichzeitig bieten die kurzen Kapitel ein schnelles (Wieder-)Einsteigen und lockeres Lesen. Hinzu kommen für Leser aus der Region verschiedene Wiedererkennungseffekte – ob in Schwäbisch Hall oder Hohenlohe.

Birgit Häbich: Irgendwo in Hohenlohe, Kairos-Verlag, Tübingen, 2018, 20 Euro ISBN 978-3-920523-21-7

Link zur vollständigen Buchbesprechung in der Murrhardter Zeitung:

https://www.murrhardter-zeitung.de/nachrichten/eine-zweite-chance-fuer-die-liebe-37742.html

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„Risiken und Nebenwirkungen der Digitalisierung“ – Vortrag von Manfred Spitzer in Künzelsau über Bildung, Gehirnforschung und Digitalisierung

Professor Dr. Dr. Manfred Spitzer spricht über die Themen „Bildung, Gehirnforschung und Digitalisierung“ am Dienstag, 11. Februar 2020, um 19.30 Uhr in der Stadthalle Künzelsau. Der Eintritt ist frei. Einlass in die Stadthalle ab 18.30 Uhr; Einlass in den Großen Saal ab 19 Uhr. 

Von der Volkshochschule Künzelsau und der Buchhandlung Lindenmaier und Harsch

Mögliche Handlungsoptionen

Die Gehirnforschung der vergangenen Jahrzehnte hat unser Verständnis von Lernprozessen deutlich bereichert. Anhand dieser Erkenntnisse kann man auch Risiken und Nebenwirkungen der Digitalisierung von Schulen in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Gesellschaft feststellen. Dies wird an Beispielen dargestellt und mögliche Handlungsoptionen werden diskutiert.

Ärztlicher Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik in Ulm

Professor Dr. Dr. Manfred Spitzer studierte in Freiburg Medizin, Psychologie und Philosophie. Nach seiner Habilitation für das Fach Psychiatrie waren Forschungsaufenthalte in den USA prägend. Seit 1997 ist er Ärztlicher Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik in Ulm. 2004 gründete er das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL).

Gespräch und Austausch beim Stehempfang

Die Veranstaltung ist die Auftaktveranstaltung zum 70-Jahr-Jubiläum der Volkshochschule. Sie wird offiziell durch Grußworte eröffnet. Nach Vortragsende sind die Besucherinnen und Besucher zum Gespräch und Austausch beim Stehempfang eingeladen.

Kosten: 

Gebührenfrei. Spende erbeten, Einlass in die Stadthalle Künzelsau ab 18.30 Uhr; Einlass in den Großen Saal ab 19 Uhr

Termin:

Dienstag, 11. Februar 2020, von 19.30 bis 21.30 Uhr

Weitere Informationen im Internet und Kontakt zu Manfred Spitzer:

https://www.uniklinik-ulm.de/psychiatrie-und-psychotherapie-iii/team/prof-dr-med-dr-phil-manfred-spitzer.html

Hirnforscher und Bestsellerautor „Risiken und Nebenwirkungen der Smartphone-Epidemie und ihre Auswirkungen auf uns Menschen“

http://wko.tv/play.aspx?c=10271

https://www.youtube.com/watch?v=utnzI7Y_qD0

https://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_Spitzer

Über einen, der aus Ängsten Geld macht

https://www.sueddeutsche.de/leben/buchautor-manfred-spitzer-ueber-einen-der-aus-aengsten-geld-macht-1.3965193

Digitales Klassenzimmer – Psychiater: Wenn Kinder nur wischen, haben sie einen Nachteil* / Manfred Spitzer im Gespräch mit Tobias Armbrüster

https://www.deutschlandfunk.de/digitales-klassenzimmer-psychiater-wenn-kinder-nur-wischen.694.de.html?dram:article_id=412480

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„Vie­le Pro­ble­me und Män­gel bei der Aus­bil­dungs­qua­li­tät“ – Ausbildungsreport 2019 der DGB-Ju­gend Baden-Württemberg

Vie­le Pro­ble­me und Män­gel bei der beruflichen Aus­bil­dungs­qua­li­tät in Baden-Württemberg. Über­stun­den, aus­bil­dungs­frem­de Tä­tig­kei­ten und feh­len­de Be­treuung durch Aus­bil­derIn­nen be­stim­men den All­tag vie­ler Azu­bis. Nicht we­nig Be­trie­be schei­nen ih­re Aus­zu­bil­den­den als bil­li­ge Ar­beits­kräf­te zu ste­hen, statt ih­rem Aus­bil­dungs­auf­trag ge­recht zu wer­den.

Von der DGB-Jugend Baden-Württemberg

Über 2000 Aus­zu­bil­den­de befragt

Zum drit­ten Mal be­reits konn­ten wir einen ei­ge­nen Aus­bil­dungs­re­port für Ba­den-Würt­tem­berg er­stel­len. 2.201 Aus­zu­bil­den­de aus den 25 häu­figs­ten dua­len Aus­bil­dungs­be­ru­fe ga­ben Aus­kunft über die Qua­li­tät ih­rer Aus­bil­dung.

Zen­tra­le Er­geb­nis­se:

Das Gu­te zu Be­ginn: Rund sie­ben von zehn Aus­bil­den­den in Ba­den-Würt­tem­berg sind mit ih­rer Aus­bil­dung zu­frie­den oder sehr zu­frie­den. Den­noch gibt es wei­ter­hin – und oh­ne er­kenn­ba­re Ver­bes­se­rung zu den Vor­jah­ren – vie­le Pro­ble­me und Män­gel bei der Aus­bil­dungs­qua­li­tät. Über­stun­den, aus­bil­dungs­frem­de Tä­tig­kei­ten und feh­len­de Be­treuung durch Aus­bil­derIn­nen be­stim­men den All­tag vie­ler Azu­bis. Nicht we­nig Be­trie­be schei­nen ih­re Aus­zu­bil­den­den als bil­li­ge Ar­beits­kräf­te zu ste­hen, statt ih­rem Aus­bil­dungs­auf­trag ge­recht zu wer­den.

Betriebe müssen für Verbesserungen sorgen

Wenn die Qua­li­tät der dua­len Be­rufs­aus­bil­dung ge­stei­gert wer­den soll, sind vor al­lem die Be­trie­be in der Pflicht, für Ver­bes­se­run­gen zu sor­gen. Im Sin­ne ei­ner Si­che­rung von qua­li­fi­zier­ten Fach­kräf­ten wä­re dies auch in ih­rem ur­ei­ge­nen In­ter­es­se. Dar­über hi­n­aus ist aber auch die Po­li­tik ge­fragt, für gu­te Rah­men­be­din­gun­gen zu sor­gen. Be­hör­den und Kam­mern müs­sen zu­dem ih­rem Kon­troll- und Schutz­auf­trag im Sin­ne der Azu­bis nach­kom­men (…)

Zum ganzen Artikel auf der Internetseite des DGB-Baden-Württemberg:

https://bw-jugend.dgb.de/ausbildung/ausbildungsreport/++co++783cdfe2-021d-11ea-bd15-525400d8729f

Weitere Informationen und Kontakt:

Andre Fricke, Bezirksjugendsekretär, DGB-Jugend Baden-Württemberg, Willi-Bleicher-Straße 20, 70174 Stuttgart

Telefon: 0711-2028-248

Mobil: 0175-2924275

Fax: 0711-2028-250

Internet:

http://bw-jugend.dgb.de/

www.facebook.com/dgb.jugend.bw

Den voll­stän­di­gen Aus­bil­dungs­re­port Ba­den-Würt­tem­berg 2019 gibt es zum Herunterladen ebenfalls auf folgender Internetseite:

https://bw-jugend.dgb.de/ausbildung/ausbildungsreport/++co++783cdfe2-021d-11ea-bd15-525400d8729f

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„Verkehrswende Schwäbisch Hall, Klimapolitik, Fridays-Bewegung und Jahresprogramm“ – Themen beim offenen Treffen der ATTAC-Gruppe Schwäbisch Hall

Ein erster Rückblick auf die „erfolgreiche Jahrestagung der Akademie der Weltmarktverlierer“ steht im Mittelpunkt des Treffens der ATTAC-Kreisgruppe Schwäbisch Hall am Donnerstag, 6. Februar 2020, um 20 Uhr im Umweltzentrum Schwäbisch Hall, Gelbinger Gasse 85.

Von der ATTAC-Kreisgruppe Schwäbisch Hall

Lieferkettengesetz erster Aktions-Schwerpunkt

Weiter geht bei dem Treffen um die Verkehrswende Schwäbisch Hall, die Klimapolitik, die Fridays-Bewegung und das Jahresprogramm regional und überregional, wobei das Lieferkettengesetz einen ersten Aktions-Schwerpunkt darstellt. Neue Interessierte sind herzlich willkommen.

Weitere Informationen und Kontakt:

Telefon: 0175-4167190

Internet:

https://www.attac-netzwerk.de/schwaebisch-hall/startseite/

http://www.weltmarktverlierer-akademie.de/

„Verkehrswende weg vom Auto hin zu Bus, Schiene, Fahrrad und Füßen“ – In Schwäbisch Hall trifft sich das „Klimabündnis Verkehrswende“

http://www.hohenlohe-ungefiltert.de/?p=25526

http://bw.rosalux.de/veranstaltung/es_detail/5T3MZ/brandschutz-bei-stuttgart-21—katastrophe-mit-ansage/

https://www.bei-abriss-aufstand.de/tag/montagsdemo/

http://www.kopfbahnhof-21.de/

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„Kein Raum für historischen Vortrag über das Fürstenhaus Hohenlohe-Langenburg in der NS-Zeit“ – Kritik an der Blockadehaltung in Langenburg

In der Stadt Langenburg ist es nicht möglich, einen Vortrag über das Fürstenhaus Hohenlohe-Langenburg in der NS-Zeit zu halten. Seit fast zwei Jahren sind der Sozialwissenschaftler Dr. Wolfgang Proske und der Journalist Ralf Garmatter auf der Suche nach einem Raum in Langenburg, um dort einen Vortrag zu diesem Thema halten zu können.

Von Ralf Garmatter, Hohenlohe-ungefiltert

Warum wird Vortrag in Langenburg blockiert?

Was bewegt beispielsweise die Stadt Langenburg, die Evangelische Kirchengemeinde Langenburg und das Fürstenhaus Hohenlohe-Langenburg dazu, einen solchen Vortrag zu blockieren? Ein schon geplanter Vortrag im November 2019 in Gerabronn wurde von der Evangelischen Kirchengemeinde Gerabronn und der Katholischen Kirchengemeinde Gerabronn fünf Tage vor der Veranstaltung abgesagt – ohne vorher mit den beiden Referenten gesprochen zu haben.

Wer blockiert in Langenburg?

In Lauenburg blockieren die Stadtverwaltung Langenburg, die Volkshochschule, das Stadtarchiv, die Evangelische Kirchengemeinde Langenburg, der Geschichtsverein, die Organisatoren des Philosophenkellers und das Fürstenhaus Hohenlohe-Langenburg selbst. Auch den amtierenden Fürst Philipp hatte der Autor dieses Artikels wegen eines Raums für einen Vortrag mit Diskussion angefragt. Das Fürstenhaus hat schriftlich abgelehnt.

Hohenlohe-Zentralarchiv: Nutzungssperre für Akten, die jünger als 100 Jahre sind

Das Gesamt-Fürstenhaus Hohenlohe und das Fürstenhaus Hohenlohe-Langenburg gewährten bisher keinen Einblick in die einschlägigen Akten und Dokumente des staatlichen Hohenlohe-Zentralarchivs. Zuständig ist das Land Baden-Württemberg, das sich auf eine Nutzungsvereinbarung mit dem Haus Hohenlohe eingelassen hat. Diese Vereinbarung beinhaltet, dass bei allen Archivalien, die jünger als 100 Jahre sind, die Nutzung durch das Gesamtfürstenhaus Hohenlohe verweigert werden kann. Das bedeutet im konkreten Fall: Dokumente über das Fürstenhaus Hohenlohe-Langenburg während der NS-Zeit blieben – trotz zahlreicher Nutzungsanfragen durch den Autor in den vergangenen Jahren – unter Verschluss. Bleibt zu hoffen, dass sich das für die historische Forschung bald ändert.

Kirchenarchiv Langenburg: Nutzung durch den Autor nicht genehmigt

Die Evangelische Kirchengemeinde Langenburg hat trotz zahlreicher Anfragen über mehrere Jahre hinweg die Nutzung des Kirchenarchivs Langenburg durch den Autor verweigert. So bleiben viele Dokumente über die Anfänge der NS-Zeit in Langenburg und die Arbeit des antisemitischen Stadtpfarrers und Langenburger Dekans Albert Borst ungenutzt.

Fürst Ernst II. und seine Tochter Prinzessin Alexandra

Zwei Artikel in dem Buch „Täter Helfer Trittbrettfahrer – NS-Belastete aus dem Norden des heutigen Baden-Württemberg“ aus dem Jahr 2018 beschäftigen sich mit Fürst Ernst II. zu Hohenlohe-Langenburg (1863-1950) und seine Tochter Prinzessin Alexandra zu Hohenlohe-Langenburg (1901-1963). Herausgeber der bisher zehnbändigen Buchreihe „Täter Helfer Trittbrettfahrer“ ist Dr. Wolfgang Proske. Die Artikel stützen sich ausschließlich auf schriftliche Dokumente. Die Artikel über Fürst Ernst II. und seine Tochter Prinzessin Alexandra bilden die Grundlage für den geplanten Vortrag in Langenburg.

Oberamt Gerabronn hatte die meisten NSDAP-Wähler in Württemberg

Das Oberamt Gerabronn (zu dem auch Langenburg gehörte) hatte etwa zwischen 1932 und 1934 bei Wahlen den höchsten Anteil an NSDAP-Stimmen in ganz Württemberg. Aktive Förderer der frühen Jahre in der Region waren neben anderen auch das Fürstenhaus Hohenlohe-Langenburg sowie der Langenburger Dekan und Stadtpfarrer Albert Borst. Borst sagte 1933, dass es für ihn als Kirchenmann eine Freude sei, mit dem Langenburger NSDAP-Ortsgruppenleiter zusammenzuarbeiten. Endlich sei der demokratische Geist aus dem Kirchengemeinderat verschwunden. Albert Borst war Ende der 1920er und Anfang der 1930er Jahre „Stahlhelm-Pfarrer“ und in diesem Amt für den ganzen Bereich Württemberg zuständig. Der Stahlhelm war eine große antisemitische und militaristische Vereinigung während der Weimarer Republik. Dem Stahlhelm gehörten auch viele ehemalige Soldaten des Ersten Weltkriegs an.

Langenburger Fürstenhaus an der Spitze eines Kolonialvereins

Fürst Ernst II. war in der Kaiserzeit um die Jahrhunderwende und danach an vorderster Stelle eines deutschen Kolonialvereins. Ernsts Vater war in den 1880er Jahren Gründungsvorsitzender dieses reichsweit agierenden Kolonialvereins gewesen. Fürst Ernst II. hat das Ende des Kaiserreichs 1918 nicht verwunden. Er schloss sich früh republikfeindlichen Grundbesitzervereinen und Adligenvereinen an.

Kontakte zu hohen Nazikreisen

Fürst Ernst II. war antisemitisch eingestellt und hatte insbesondere durch seinen Neffen aus Coburg und durch seine nahe Verwandtschaft zum deutschen Ex-Kaiser schon in den 1920er Jahren Zugang zu höchsten NSDAP-Kreisen. Prinz August Wilhelm (Auwi), der Kaisersohn, der sich am stärksten an die Nazis rangeschmissen hat, ist auf Initiative von Ernst II. Ende der 1940er Jahre auf dem Friedhof in Langenburg beerdigt worden. Sein Grab existiert noch heute.

Fürst Ernst II.: Hitler ist ein „Geschenk Gottes für das deutsche Volk“

Fürst Ernst II. hat bei einem evangelischen Bezirkskirchentag Mitte der 1930er Jahre in Weikersheim Adolf Hitler öffentlich als „ein Geschenk Gottes für das deutsche Volk“ bezeichnet. Mit der Antisemitin Cosima Wagner aus Bayreuth pflegte Fürst Ernst II. einen langjährigen Briefverkehr. Einen Teil dieser Briefe veröffentlichte Fürst Ernst II. im Jahr 1936 in einem Buch, das noch antiquarisch erhältlich ist.

Prinzessin Alexandra, NS-Kreisfrauenschaftsführerin

Seine Tochter, Prinzessin Alexandra, war von 1933 an NS-Kreisfrauenschaftsführerin im gesamten Oberamt Gerabronn und gleichzeitig Ortsfrauenschaftsführerin in Langenburg. Durch ihre Initiative sind viele Frauen der Region in die NS-Frauenschaft eingetreten. Bei den NS-Werbeveranstaltungen im gesamten Oberamt Gerabronn hat Prinzessin Alexandra oft selbst gesprochen.

Prinzessin Irma, BdM-Führerin

Ihre jüngere Schwester Prinzessin Irma zu Hohenlohe-Langenburg stand von Beginn der NS-Zeit an der Spitze des Bunds Deutscher Mädel (BdM) in Langenburg. Die NS-Mädchen- und NS-Frauenarbeit war fest in der Hand des Fürstenhauses Hohenlohe-Langenburg.

Erbprinz Gottfried wurde als Landrat abgesetzt

Erbprinz Gottfried zu Hohenlohe-Langenburg wurde von den Amerikanern nach deren Einmarsch im Altkreis Crailsheim zum ersten Landrat nach dem Zweiten Weltkrieg ernannt. Nach wenigen Wochen wurde er wieder abberufen als der Militärregierung in Crailsheim seine Aktivitäten während der NS-Zeit näher bekannt wurden.

Merkwürdige Rolle des Hohenloher Tagblatts

Die Lokalzeitung Hohenloher Tagblatt in Crailsheim spielt beim Themenkomplex „Fürstenhaus Hohenlohe-Langenburg in der Zeit des Nationalsozialismus“ eine merkwürdige Rolle. Obwohl der Lokalredaktion alle Informationen vorgelegt wurden, wurde über den abgesagten Vortrag in Gerabronn (dieser war am 26. November 2019 geplant gewesen) bis zum heutigen Tag nicht berichtet. Der Leserbrief unten (am 1. Januar 2020 an die Lokalredaktion Crailsheim des Hohenloher Tagblatts geschickt und dort auch nachweislich angekommen) wurde bis heute (2. Februar 2020) im Hohenloher Tagblatt (dem Monopolblatt im Altkreis Crailsheim) nicht veröffentlicht. Auf Nachfrage des Autors wurden von der Redaktionsleitung dafür keine Gründe genannt.

Jahrelange Blockadehaltung – Thema wird totgeschwiegen

Im Artikel des Hohenloher Tagblatts vom 1. Februar 2020 über den Vortrag von Rainer Höß in Langenburg wird mit keinem Wort erwähnt, dass während des Vortrags eine lebhafte Diskussion begonnen hatte, die aber vom Moderator mit großem Einsatz abgewürgt worden war. Es sollte offensichtlich nicht besprochen werden, welche Rolle das Fürstenhaus Hohenlohe-Langenburg im lokalen und regionalen Geschehen während der NS-Zeit gespielt hat. Auch sollte in der Diskussion und Fragerunde nicht auf die Anmerkungen des Fragestellers aus Ilshofen eingegangen werden, warum der geplante Vortrag in Gerabronn über das Thema Fürstenhaus Hohenlohe-Langenburg in der NS-Zeit kurzfristig abgesagt worden war.

Auf Spekulationen angewiesen

Was gibt es zu verbergen, dass die Diskussion über dieses lokalgeschichtliche Thema so vehement unterbunden wird? Alle Interessierten sind bei der Beantwortung dieser Frage auf Spekulationen angewiesen. Als Lokaljournalist habe ich für solch eine jahrelange Blockadehaltung kein Verständnis.

Bisher nicht veröffentlichter Leserbrief von Ralf Garmatter (am 1. Januar 2020 an das Hohenloher Tagblatt geschickt):

„Vortrag über Nazis wurde leider kurzfristig abgesagt“

Leserbrief von Ralf Garmatter zum HT-Artikel „Vortrag über die Nazi-Zeit – Autoren befassen sich in Gerabronn mit Tätern“ vom 21. November 2019

Leider hat der im HT angekündigte Vortrag über NS-Belastete aus Langenburg und Crailsheim am 26. November 2019 im evangelischen Gemeindehaus Gerabronn nicht stattgefunden. Fünf Tage vor der Veranstaltung sagten Pfarrer Axel Seidel (Projektleiter der OffenBar Gerabronn), Pfarrer Simon Englert (Evangelische Gesamtkirchengemeinde Gerabronn) und der Gemeindereferent Nils Neudenberger von der katholischen Kirchengemeinde Gerabronn die Veranstaltung ab. Nicht an der Absage beteiligt war der Co-Veranstalter, der Verein „Ohne Rechtsaußen“.
Mit den Referenten, dem Sozialwissenschaftler Dr. Wolfgang Proske aus Gerstetten bei Heidenheim und mir, dem Kirchberger Journalisten Ralf Garmatter, hatte zuvor leider keiner der Kirchenvertreter gesprochen. Als Grund für die Absage nannten die beiden evangelischen Pfarrer und der katholische Gemeindereferent, dass „In den Vorgesprächen zu der gemeinsamen Veranstaltung und auf dem Weg zur Erstellung des Plakates mehrfach von den Verantwortlichen der evangelischen und katholischen Kirchen und der OffenBar klargestellt und dann vereinbart worden sei: Es dürfen in keiner schriftlichen/öffentlichen Werbung für die Veranstaltung die vollen Namen von mutmaßlichen „Tätern“ genannt werden.“
Wie bereits gesagt: Vor der Absage hat keiner der Kirchenvertreter jemals mit den Autoren gesprochen, geschweige denn derartige Vorgaben gemacht. Deshalb konnten wir Autoren von einer solchen Vereinbarung auch nichts wissen. Und: Warum soll in einer Pressemitteilung zu der Veranstaltung nicht geschrieben werden, dass es bei dem Vortrag um Fürst Ernst II. und seine Tochter Alexandra zu Hohenlohe-Langenburg sowie den späteren Crailsheimer Landrat Werner Ansel geht? Was gibt es da 74 Jahre nach dem Ende der NS-Diktatur zu verheimlichen? Alle drei Personen sind schon vor vielen Jahren gestorben. Und ihre Biographien sind in dem 2018 erschienenen Buch „Täter, Helfer, Trittbrettfahrer – NS-Belastete aus dem Norden des heutigen Baden-Württemberg“ nachzulesen.
Wegen der überraschenden Absage in Gerabronn sind wir, die Autoren Ralf Garmatter und Dr. Wolfgang Proske, wieder auf der Suche nach einem Raum in Langenburg, wo wir den Vortrag über das Thema „Das Fürstenhaus Hohenlohe-Langenburg in der NS-Zeit“ halten können. Trotz zahlreicher Anfragen bei in Frage kommenden Veranstaltern in Langenburg war es uns in den vergangenen eineinhalb Jahren nicht möglich, in dem Fürstenstädtchen Langenburg einen Raum für den Vortrag zu finden. Wir würden uns freuen, wenn sich das bald änderte.

Ein Artikel in Hohenlohe-ungefiltert vom 27. März 2019:

http://www.hohenlohe-ungefiltert.de/?p=24845

„Die Nazis geadelt“ – NS-Belastete aus dem Langenburger Fürstenhaus

Groß war vor Kurzem das Interesse an dem Vortrag „NS-Belastete aus dem Langenburger Fürstenhaus“. Über 80 Besucher kamen in das Forum in den Arkaden des Crailsheimer Rathauses.

Pressemitteilung des Referenten

„Täter, Helfer, Trittbrettfahrer…“

Der Journalist Ralf Garmatter berichtete über Fürst Ernst II. (1863-1950) und dessen Tochter Prinzessin Alexandra zu Hohenlohe-Langenburg (1901-1963). Grundlage des Vortrags waren zwei Artikel in dem 2018 erschienenen Buch „Täter, Helfer, Trittbrettfahrer – NS-Belastete aus dem Norden des heutigen Baden-Württemberg“ (THT, Band 8). Veranstalter des Abends waren das Stadtarchiv Crailsheim und der Crailsheimer Historische Verein.

Keinen Raum in Langenburg

In ihren einführenden Reden berichteten Crailsheims Stadtarchivar Folker Förtsch und Wolfgang Proske, Herausgeber der THT-Buchreihe, von den Schwierigkeiten bei der Archivrecherche und beim Finden eines Veranstaltungsraums in Langenburg. Ralf Garmatter wurde konkreter: „In Langenburg, Gerabronn und beim Hohenlohe-Zentralarchiv in Neuenstein ist es trotz zahlreicher Versuche während der vergangenen Monate nicht gelungen, einen Raum für diesen Vortrag anzumieten.“ Gerne würde der Journalist seinen Vortrag in Langenburg halten.

Fürstenhaus Hohenlohe erschwerte Archivrecherche

Auch die Recherchen zu den zwei Biographien haben sich viel schwieriger gestaltet als zuvor gedacht. „Beim Hohenlohe-Zentralarchiv in Neuenstein durfte ich nur Akten einsehen, die älter als 100 Jahre waren“, erklärte Garmatter. Jüngere Akten blieben unter Verschluss, weil das Fürstenhaus Hohenlohe sein Veto eingelegt hatte. Das Findbuch – die Inhaltsangabe des Archivbestands – habe er einsehen dürfen, berichtet der Journalist. Dort fanden sich einige interessante Hinweise und Kontakte von Fürst Ernst II. und seiner Tochter Alexandra. Die Dokumente selbst blieben aber unter Verschluss. „Bei meinen Recherchen war ich vor allem auf Unterlagen aus anderen Archiven, Zeitungsartikel und auf einschlägige Literatur über das Fürstenhaus Hohenlohe-Langenburg angewiesen.“

Fürst Ernst II.: „Hitler ist ein Geschenk Gottes für das deutsche Volk“

Fürst Ernst II. war von 1913 bis zu seinem Tod 1950 Standesherr des Hauses Hohenlohe-Langenburg. Dazu gehörte auch die Position als Kirchenpatron der evangelischen Kirchengemeinde Langenburg. Zu Beginn seiner Regentschaft in Langenburg war Ernst 50 Jahre alt. „Völkisches und antidemokratisches Denken herrschte schon früh am Fürstenhof Hohenlohe-Langenburg“, berichtete der Referent. Fürst Ernst II. (1863-1950) war ein großer Anhänger Hindenburgs. In Adolf Hitler sah er ein „Geschenk Gottes“ für das deutsche Volk.

Prinzessinnen an der Spitze der NS-Frauenbewegung

Ernsts Tochter Alexandra (1901-1963) engagierte sich von der Fürstenfamilie am stärksten in den NS-Organisationen. Sie war Führerin der NS-Frauenschaft im Oberamt Gerabronn und Leiterin der NS-Frauenschaft in Langenburg. Alexandras jüngere Schwester Irma (1902-1986) stand in Langenburg an der Spitze des „Bund deutscher Mädel“ (BdM). Somit waren alle NS-Frauen- und Mädchenorganisationen fest in der Hand von Mitgliedern des Fürstenhauses.

Amerikaner setzten Erbprinz Gottfried als Landrat ab

Kronprinz Gottfried (1897-1960) haben die Amerikaner im Mai 1945 kurzzeitig als Landrat des Kreises Crailsheim eingesetzt. Schon nach wenigen Wochen setzten sie ihn aber ab, „vermutlich als seine politische Vorgeschichte stärker in den Blickpunkt rückte“, heißt es im Findbuch des Hohenlohe-Zentralarchivs Neuenstein. Mitglieder der NSDAP waren alle vier genannten Personen der Fürstenfamilie. Auch Fürstin Alexandra (1878-1942) war ab 1937 Mitglied der Nazi-Partei. Sie starb bereits 1942.

Dekan Borst – „Nationalsozialist und Leiter eines Kirchenbezirks“

Langenburgs evangelischer Dekan Albert Borst (1892-1941) nannte es in seinem Pfarrbericht von 1933 „bemerkenswert, dass das Fürstenhaus bei den Frauen- und Mädchenorganisationen die Führerinnen stellt, nicht ohne vor Übernahme des Amtes und nun in der Führung engste Fühlung mit mir zu haben“. Sich selbst bezeichnete Borst als „Nationalsozialist und Leiter eines Kirchenbezirks“. Borst lobte die gute Zusammenarbeit der örtlichen Kirchengemeinde mit dem NS-Ortsgruppenleiter in Langenburg.

„Für Rassepolitik, aber gegen Judenvernichtung“

Prinzessin Alexandra befürwortete nach eigenem Bekunden die Rassepolitik der Nazis, sprach sich nach eigenen Worten aber gegen die Judenvernichtung aus. Diese Aussage machte sie in ihrem Entnazifizierungsverfahren 1947. Dort gab sie an, von KZs in der Region und von der Verfolgung und Inhaftierung politisch Andersdenkender erstmals am Tag der Spruchkammerverhandlung gehört zu haben. Dabei hatte sie über Jahre hinweg persönlichen Kontakt zu Erich Gunzenhauser aus Atzenrod. Erich Gunzenhauser war Pächter des Gutshofs in Atzenrod, der dem Fürstenhaus Hohenlohe-Langenburg gehörte. Der Landwirt saß 1938 fünf Tage lang in Gestapo-Haft in Ellwangen, weil er bei der Volksabstimmung 1938 gegen Hitler gestimmt hatte.

Fürst Ernst II. erhielt „Weihnachtsamnestie“

Wegen ihres Engagements für die Nazis im Oberamt Gerabronn wurde Prinzessin Alexandra von der Militärregierung 27 Monate lang im Interniertenlager Ludwigsburg inhaftiert. Am 10. Dezember 1947 wurde sie aus der Haft entlassen. Formell wurde Alexandra zuerst als „Minderbelastete“ (Stufe 3 von 5) eingestuft, in einer Berufungsverhandlung als „Belastete“ (Stufe 2), später wurde sie einer Mitläuferin (Stufe 4) gleichgestellt. Allerdings blieben 20 Prozent ihres Vermögens eingezogen. Ihr Vater Fürst Ernst II. fiel wegen seines Alters und seines schlechten Gesundheitszustands unter die Weihnachtsamnestie und blieb straffrei. Beide starben in Langenburg und wurden auf dem dortigen Friedhof der Fürstenfamilie beerdigt. Ihre Gräber bestehen noch heute.

Buchempfehlung:

Weitere Informationen über das Buch „Täter, Helfer, Trittbrettfahrer – NS-Belastete aus dem Norden des heutigen Baden-Württemberg“ gibt es auf folgender Internetseite:

http://www.ns-belastete.de/band_8.html

Das Buch kann unter folgender ISBN-Nummer im Buchhandel bestellt werden:

„Täter, Helfer, Trittbrettfahrer – NS-Belastete aus dem Norden des heutigen Baden-Württemberg“, herausgegeben von Wolfgang Proske, Kugelbergverlag Gerstetten, 441 Seiten, Preis 19,99 Euro, ISBN 978-3945893098

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