„Das ist keine Krise, sondern eine Katastrophe“ – Ein Krankenhausmitarbeiter zu Problemen im spanischen Gesundheitswesen

In Spanien spitzt sich die Lage immer mehr zu. Das Land ist dabei, In Europa Italien in Sachen Cora Ansteckungen und Todesfällen zu überholen. Während in Italien die Zahl der Neuansteckungen zumindest momentan nicht weiter steigt, kann in Spanien keine Rede davon sein.

Informationen zugesendet von Paul Michel, Schwäbisch Hall

Haarsträubende Arbeitsbedingungen

Der Artikel von Ralf Streck vermittelt einen hautnahen Eindruck von den aktuellen Problemen im spanischen Gesundheitswesen, den haarsträubenden Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern und einer sehr widersprüchlichen Politik. Er ist am 31. März 2020 auf der Webseite „Telepolis“ erschienen (siehe Link unten).

Interview mit Eduardo Fernández Ulloa

Es handelt sich um ein Interview mit Eduardo Fernández Ulloa. Er ist einer von 12.000 Beschäftigten im spanischen Gesundheitswesen, die sich inzwischen mit dem Virus infiziert haben. Eduardo Fernández Ulloa arbeitete bis zu seiner Infektion auf der Intensivstation im Krankenhaus „Infanta Sofía“ in San Sebastián de los Reyes, nahe der Hauptstadt Madrid, in der schwer getroffenen Region Madrid. (…)

Der ganze Text steht auf folgender Internetseite:

https://www.heise.de/tp/features/Das-ist-keine-Krise-sondern-eine-Katastrophe-4694104.html

Wir bedanken uns bei „Telepolis“ für die Erlaubnis zur Veröffentlichung auf der Internetseite „Hohenlohe Ungefiltert“.

Telepolis ist ein Online-Angebot folgender Firma mit Sitz in Deutschland:

Heise Medien GmbH & Co. KG
Karl-Wiechert-Allee 10
30625 Hannover
Postfach 61 04 07
30604 Hannover

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„Sie bleiben daheim, wir liefern“ – Stadtbücherei Crailsheim bietet kostenlosen Medienlieferservice für Leseratten

Einen Medienlieferservice für Leseratten in Zeiten des Coronavirus gibt es von der Stadtbücherei Crailsheim. Gemeinsam mit den Horaffen-Helferlein bietet die Stadtbücherei an, ausleihbare Medien direkt vor die Haustür zu liefern. Wer den Service nutzen möchte, muss in Crailsheim wohnen und einen gültigen Büchereiausweis besitzen.

Von der Stadtverwaltung Crailsheim

Unterhaltung, Inspiration und Wissen bis vor die Haustür

Unter dem Motto „Sie bleiben daheim und wir liefern Ihnen Unterhaltung, Inspiration und Wissen bis vor die Haustür“ startet die Stadtbücherei Crailsheim zusammen mit den Horaffen-Helferlein ein besonderes Projekt: Ein Lieferdienst für Leseratten. Ziel ist es, die Menschen, die derzeit zu Hause sind, mit Nachschub an Büchern, Spielen und anderen Medien zu versorgen.

Kontaktdaten der Stadtbücherei Crailsheim

Welche Medien gerade verfügbar sind, kann wie bisher auf der Website der Stadtbücherei unter www.buecherei-crailsheim.de überprüft werden. Die Bestellung erfolgt bevorzugt per E-Mail buecherei@crailsheim.de. Zudem ist die Stadtbücherei zu den üblichen Öffnungszeiten auch per Telefon 07951/ 403-3500 erreichbar.

Kostenlose Dienstleistung der Stadt Crailsheim

Das Team der Stadtbücherei stellt die Medienpakete zusammen, die Lieferung bis vor die Haustür übernehmen die Horaffen-Helferlein. Die Medien können nach der Schließzeit der Stadtbücherei vor Ort zurückgegeben werden. Auch der Rückgabekasten wird täglich geleert. Nutzen können den Lieferdienst alle Crailsheimerinnen und Crailsheimer, die einen gültigen Büchereiausweis besitzen. Der Medienlieferservice ist eine kostenlose Dienstleistung und soll helfen, die Zeit, bis Schulen, Kitas und auch die Stadtbücherei wieder öffnen, etwas bunter und fröhlicher zu gestalten.

Weitere Informationen und Kontakt:

Internetseite der Stadtbücherei Crailsheim: www.buecherei-crailsheim.de

Medien-Bestellung erfolgt bevorzugt per E-Mail: buecherei@crailsheim.de

Telefon: 07951/ 403-3500 erreichbar zu den üblichen Öffnungszeiten.

Öffnungszeiten:

Montag und Donnerstag: 12 Uhr bis 18 Uhr

Dienstag und Freitag: 9 Uhr bis 18 Uhr

Mittwoch geschlossen

Samstag: 10 Uhr bis 13 Uhr

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„E-Learnig-Kurse und Corona-Informationen“ – Angebote der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg

Die Corona-Epidemie ist eine sehr harte Bewährungsprobe für unsere Demokratie, unsere Gemeinschaft sowie für jeden einzelnen von uns. Wir sollen zwischenmenschliche Kontakte reduzieren, um Infektionsketten zu unterbrechen. Zugleich geht es in diesen Zeiten aber auch darum, das Umfeld im Blick zu haben und sich um Menschen zu kümmern, die Unterstützung benötigen. Für diesen Balanceakt wünschen wir Ihnen viel Kraft und auch die notwendige Zuversicht.

Von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg

LpB-Shops und Dienststellen vorübergehend geschlossen.

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen bezüglich des Coronavirus hat die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB) beschlossen, den Empfehlungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und des Robert-Koch-Instituts zu folgen, und die Unterbrechung der Infektionsketten aktiv zu unterstützen. Die LpB-Shops in Stuttgart, Heidelberg, Freiburg und Bad Urach bleiben bis auf Weiteres geschlossen. Die Dienststellen der LpB in Stuttgart, Heidelberg, Freiburg und Bad Urach sind vorerst bis zum 19. April 2020 geschlossen. Alle unsere Publikationen, Spiele usw. finden Sie rund um die Uhr auch online in unserem Web-Shop auf der Internetseite www.lpb-bw.de/shop
Die Bände der Landeskundlichen Reihe finden Sie als kostenlose E-Books unter: www.lpb-bw.de/e-books

Sie erreichen die LpB per E-Mail: lpb@lpb-bw.de

Über die Telefon-Zentrale: 0711 164099-0
(Montag bis Freitag, 9 Uhr bis 12 Uhr und 13 Uhr bis 15 Uhr)

Alle LpB-Veranstaltungen werden abgesagt

Mit dieser Entscheidung folgt die Landeszentrale den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts, Verbreitungswege soweit wie möglich zu minimieren. Angesichts der Entwicklung der Corona-Problematik möchten wir als Gastgeber für Gäste aus dem ganzen Land keine Risiken eingehen. Aus diesem Grund werden alle Veranstaltungen der Landeszentrale – vorläufig bis 14. Juni 2020 – abgesagt. Dies gilt auch für den kompletten Tagungs- und Übernachtungsbetrieb im Tagungszentrum Haus auf der Alb.
Sie können sich weiterhin zu Veranstaltungen der Landeszentrale nach dem 14. Juni 2020 anmelden.
Weiterhin können Sie an unseren E-Learning-Kursen teilnehmen.

Hier finden Sie noch eine Reihe von nützlichen Tipps und Links:

Für Baden-Württemberg: https://sozialministerium.baden-wuerttemberg.de/de/gesundheit-pflege/gesundheitsschutz/infektionsschutz-hygiene/informationen-zu-coronavirus/

Zur Situation allgemein:

Wissenschaftliche Informationen und Fakten beim Robert-Koch-Institut:

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Corona virus/nCoV.html.

Täglich neue, sehr differenzierte Informationen zur Entwicklung in der Forschung, neue Erkenntnisse, Faktencheck etc.:

NDR-Podcast: Informationen zu Corona als Podcast mit Christian Drosten:

https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4684.html

Für Kinder und junge Jugendliche gibt es adäquat aufbereitete Informationen über Corona bei den Kindernachrichten Logo!:

https://www.zdf.de/kinder/logo/wichtige-infos-zum-coronavirus-100.html

Erklärvideo für Kinder zum Coronavirus der Stadt Wien:

https://www.youtube.com/watch?v=_kU4oCmRFTw oder auf der Diskussionsplattform der BAG OKJE https://www.offene-jugendarbeit.net/index.php/okja-in-corona-zeiten/okja-in-coronazeiten

Ganz witziger Clip zum Händewaschen für Kinder:

Händewaschen zum dritten: Hammer-Ohrwurm vom @roteskreuz_at.Wir wissen, wie's geht: Wenn immer möglich zuhause bleiben, Abstand halten und:#händewaschen!• • • • • •#Repost: Kann ein Ohrwurm Leben retten? Die Antwort lautet in diesem Fall: JA! Unbedingt reinhören, der Ohrwurmfaktor ist riesig. #teamgesundheit #roteskreuz #redcross #corona #covid19 #okaj #okajzuerich #okajzürich

Gepostet von okaj zürich am Montag, 23. März 2020

Eine ganz anschauliche Doku bietet das Y-Kollektiv:

Fachdiskurs:

Einen sehr spannenden Beitrag zum Fachdiskurs in diesen unruhigen Zeiten bietet der Stadtjugendausschuss Karlsruhe mit eine Podcast unter dem Titel „pädagogisches Dreiecksgespräch: https://dreiecksgespraech.podigee.io

Faktencheck:

Die JounalistInnen-Gruppe „Correctiv.org“ hat einen Faktencheck zum Coronavirus, in dem Behauptungen und Gerüchte zur aktuellen Situation geprüft werden, ziemlich klar, ohne Scheuklappen und mit der nötigen Distanz:

Kurz und knackig informiert das Bundesministeriums für Bildung und Forschung dazu, auch dort ein Faktencheck:

https://www.bmbf.de/de/faktencheck-zum-coronavirus-11162.html

Weitere Informationen und Kontakt zur Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg:

Die LpB im Internet: www.lpb-bw.de

Publikationen bestellen: www.lpb-bw.de/publikationen.html

Online-Newsletter „einblick“ bestellen: www.lpb-bw.de/newsletter.html

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„Lang beschattete Täler“ – Eine Fortsetzungsgeschichte von Birgit Häbich – Der Episoden zweiter Teil

„Lang beschattete Täler“ – Eine Fortsetzungsgeschichte von Birgit Häbich. Der Episoden zweiter Teil. Die geschilderten Handlungen, Personen und Namen sind frei erfunden. Es werden keine realen Namen von Personen angegeben. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten, lebenden oder toten Personen wären rein zufällig, und sind weder gewollt noch beabsichtigt.

Von Birgit Häbich

II Scham

… Carl Eugen blickte sich in Pauls Wohnzimmer um. Über dem Kästchen, auf dem das Telefon stand, hing eine Fotografie der Familie seines Freundes. Kein erfreuliches Bild aus guten Tagen – nein, es war eines, auf dem die gestorbene Ehefrau und Mutter der drei gemeinsamen Kinder von ihrer Krankheit deutlich gezeichnet war. Théo, der erstgeborene Sohn von Paul, saß rechts neben der Mutter. Gisléne, tief ins Sofa nach hinten eingesunken zwischen ihren Eltern – Yann, der zweitgeborene Sohn saß links außen neben Paul.

Erste Liebe

Das Foto sprach Bände über den Zwang unter dem sein Freund zu leiden hatte. Dem Arrangement nach zu urteilen, hatte die betagte Oma der Kinder dieses unglückliche Foto geschossen. Die beiden Elternteile hielten sich krampfhaft an einer Bibel fest. Diese Geste wirkte wie ein falscher Schwur, der Ausdruck von Pauls Augen ließ eher an einen Offenbarungseid, als an familiäres Glück denken. Paul hatte ihm auch von seiner erstgeborenen vorehelichen Tochter Sabine erzählt. Sie war das Zeugnis der ersten Liebe aus seiner Tübinger Studienzeit. Damals ließ Paul die schwangere Margret jedoch zugunsten von Lisa, der Mutter seiner drei nachgeborenen Kinder, sitzen. Carl fragte sich stirnrunzelnd, wie der Freund sich wohl damals aus dieser komplizierten Angelegenheit herausgewunden hatte. Und wie die Mutter seiner erstgeborenen Tochter mit dieser demütigenden Zurückweisung zurechtkam. Damals, in den Achtzigern, war es zwar keine Schande mehr, allein erziehende Mutter zu sein, aber hart wird es vermutlich trotzdem gewesen sein. Nachher würde er Paul danach fragen.

Tiefes Schamgefühl

Carl Eugen Friedner ließ seine Gedanken schweifen und blickte auf sein eigenes eheloses Leben zurück. Er hatte keine Kinder gezeugt, auch keine außerehelichen. Die weiblichen Wesen, die ihn längerfristig zu umgarnen versuchten, ließ er abblitzen und bis auf wenige nette folgenlose Amouren konnte er sich zu keiner tieferen Bindung an eine Frau durchringen. Die einzige Frau, die er je ganz für sich begehrte, war seine geliebte Paula. Dabei fiel ihm zum ersten Mal auf, dass die Namen seiner Geliebten und der des guten Freundes nahezu dieselben waren. Er musste lächeln, empfand er doch den charakterlichen Unterschied zwischen Paul und Paula als eine wohltuende Abwechslung. Carl Eugen Friedner freute sich über die Männer und Frauen mit denen er sich mittlerweile angefreundet hatte. Die alten Verbindungen waren verblasst – übrig geblieben war ein tiefes Schamgefühl darüber, sich so lange mit solchen gleichförmig üblen Charakteren umgeben zu haben.

Alleinherrscherin

Paul fing an hinter seinen Händen deutlich und tief zu atmen und streckte seinen Rücken wieder kräftig durch – er hatte sich nun leidlich gefangen und schien bereit zu sein, mit dem Freund zu sprechen. Carl schenkte sich erneut ein und wartete geduldig ab, ob der Freund bald etwas sagen würde. Paul nahm die Hände vom Gesicht und dann begann er leise zu erzählen. Davon, wie ihn seine Tochter nun schon jahrelang piesackte, ihn täglich bis aufs Blut reizte und etwa seit einem Jahr gar keine Grenze mehr akzeptierte, sich aufführte, als wäre sie die Alleinherrscherin über einen Hofstaat, in dem der Vater zum geringsten Vasall degradiert war. Er erzählte von ihren Forderungen nach geldwerten Zuwendungen und teuren Vergnügungen. Und davon, was sie veranstaltete, wenn Paul versuchte, ihr ein deutliches „Nein“ entgegenzusetzen, oder er gar anfing, vernünftig zu argumentieren. Das Mädchen machte ihm dann das Leben erst recht zur Hölle und schreckte mittlerweile auch nicht mehr davor zurück, ihn gezielt vor ihren Brüdern zu demütigen. Seine Söhne würden immer seltener zu Besuch kommen, seit Gisléne ihre üblen Spielchen auf diese unerträgliche Art und Weise ausweitete.

Schlechter Charakterzug

Es brach aus Paul hervor, dass seine letzte Freundin und Geliebte, Agnes, die er schmerzlich vermisste, genau diesen schlechten Charakterzug von Gisléne erkannte und seine mangelnde Grenzziehung dem Mädchen gegenüber deutlich beim Namen genannt hatte. Aber damals wollte er nichts davon wissen, Paul wollte seine Erziehung nicht kritisieren lassen und schon gleich gar nicht seine scheinbare Macht und seinen väterlichen Einfluss über seine heranwachsende Tochter in Frage stellen lassen. Die Beziehung zur geliebten Frau, die er ein Jahr nach dem Tod der Mutter seiner drei Kinder kennenlernte, sei mit daran gescheitert, dass er uneinsichtig darauf bestanden habe, seine Tochter auch weiterhin nachts mit zu sich ins Ehebett zu nehmen.

Sexuelles Selbstbestimmungsrecht

Agnes, die ihn damals sehr liebte, hatte lange Geduld mit ihm, konnte zeitweise sogar ein gutes Vertrauensverhältnis zu Gisléne herstellen, hoffte auf eine Änderung dieser absurden Familienverhältnisse. Als Paul nichts änderte und nur auf seinen hartherzigen unabänderlichen Vorstellungen beharrte, wandte Agnes sich irgendwann ab.
Er war ja auch nicht der einzige, der seine geschlechtsreife Tochter mit zu sich ins Bett nahm – viele der Eltern von Gislénes Klassenkameradinnen taten das auch. Diese Merkwürdigkeiten wurden weder in den finanziell privilegierten Elternkreisen, noch von der örtlichen christlichen Privatschule in Frage gestellt, sondern mit Nächstenliebe und Fürsorge bemäntelt. Und so fühlte Paul sich als Mann und Vater vollkommen im Recht und in der Pflicht, auch nachts über seine Tochter zu wachen. Obwohl er hier in Baden-Württemberg studiert hatte und Jahre später in Berlin seinen Doktortitel erworben hatte, fiel es ihm dabei gar nicht auf, dass er damit nicht nur gegen die lang erkämpfte Wertvorstellung des sexuellen Selbstbestimmungsrechts handelte, sondern er unter Umständen auch direkt auf einen Straftatbestand zusteuerte.
Nicht auszudenken, was wäre, wenn es aufgrund eines kleinen Funkens im nächtlichen gemeinsamen Lager zu einem Feuer zwischen Vater und Tochter kommen sollte … Fortsetzung folgt.

Kontaktaufnahme zur Autorin ist möglich unter der E-Mailadresse:

b.haebich@web.de

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„Corona-Krise: Keine Einschränkungen journalistischer Recherche“ – Informationen des Deutschen Presserats

Der Deutsche Presserat und seine Trägerorganisationen – der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV), die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di, der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) und der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) – weisen darauf hin, dass journalistische Recherchen gerade in der Corona-Krise dringend erforderlich sind und nicht behindert werden dürfen.

Informationen des Deutschen Presserats

Presseausweis ist gültiges Dokument

Der Presserat empfiehlt Journalistinnen und Journalisten, sich bei Recherchen vor Ort stets eindeutig als Berufsangehörige zu identifizieren. Der bundeseinheitliche Presseausweis gilt dafür auf jeden Fall als hinreichendes Dokument.

Keine generelle Ausgangssperre

Anlass sind Anfragen von Reporterinnen und Reportern seit der Verschärfung der Ausgangsbeschränkungen durch die Bundesregierung am vergangenen Wochenende. „Wir haben in Deutschland zwar keine generelle Ausgangssperre“, erklärt der designierte Sprecher des Presserats, Johannes Endres. „Aber in einigen Bundesländern kann es notwendig werden, dass Journalistinnen und Journalisten sich ausweisen“.

Sicherheitskräfte müssen journalistische Arbeit unterstützen

„Der bundeseinheitliche Presseausweis ist ein offizieller Nachweis journalistischer Tätigkeit, der von den Innenministern der Länder unterstützt wird“, betont Endres. „Wir erwarten von den Sicherheits- und Einsatzkräften, dass sie die Kolleginnen und Kollegen, die vor Ort recherchieren, unterstützen.“ Der bundeseinheitliche Presseausweis wird nur an hauptberuflich tätige Journalistinnen und Journalisten ausgestellt.

Bedürfnis nach verlässlichen Informationen

„Die enorm gestiegenen Zugriffe auf Nachrichtenportale von Zeitungen und Zeitschriften und die höheren Einschaltquoten des Rundfunks zeigen das große Bedürfnis der Menschen nach verlässlichen Informationen“, so Endres. „Diese Nachfrage müssen Journalistinnen und Journalisten ohne Einschränkungen befriedigen können.“

Informationen zum bundeseinheitlichen Presseausweis:

https://presseausweis.org/

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„Big Pharma versagt in der Krise“ – Bayer und Co. unter gesellschaftliche Kontrolle stellen

Pandemien passen nicht ins Profitmodell. Konzerne vernachlässigen die Forschung und Entwicklung in diesem Bereich.

Von Jan Pehrke, Mitglied des Vorstands der Coordination gegen Bayer-Gefahren e. V.

Investitionen gescheut

Wenn Konzerne sich selber loben, ist Vorsicht geboten: »Noch nie haben Pharmaunternehmen und Forschungseinrichtungen so schnell auf einen neuen Erreger reagiert wie auf das neue Coronavirus SARS-CoV-2, das die Krankheit Covid-19 hervorruft«, lobt sich jüngst der von der Bayer AG gegründete Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA). »Reagiert« – das trifft es. Proaktive Unternehmungen stehen nämlich nicht zu Buche. Dabei sah das nach dem Auftreten des ersten SARS-CoV-Erregers im Jahr 2002 noch anders aus. Damals brach in Labors ähnlich wie jetzt eine hektische Betriebsamkeit aus. 14 Firmen forschten an Gegenmitteln, wie die Fachzeitschrift Pharmaceutical & Diagnostic Innovation 2003 berichtete. Nur hielten sie nicht lange durch. Nachdem sich die erste Aufregung gelegt hatte, stellten die meisten Produzenten ihre Bemühungen wieder ein. Spätestens als es galt, mit einem Wirkstoffkandidaten in die klinischen Prüfungen zu gehen, scheuten sie die fälligen Investitionen.

Aussicht auf Rendite

Mittel gegen Epidemien zu entwickeln, die vielleicht alle zehn, 15 Jahre einmal ausbrechen, vielleicht aber auch nicht, bieten Bayer und Co. kaum Aussicht auf verlässliche Renditen. Vasant Narasimhan, Chef des Schweizer Pharmariesen Novartis, räumte die Schwierigkeiten der Branche mit solchen Phänomenen wie »Corona« dann auch freimütig ein. »Epidemiologische Kontrolle« wäre das Gebot der Stunde, auf einen Impfstoff gelte es noch mindestens ein Jahr zu warten, sagte er in einem Interview mit CNBC am 29. Januar. Auf die Frage der Journalistin Julianna Tatelbaum, ob die Industrie angesichts der Seuchen der letzten Zeit wie SARS-CoV-1, der »Vogelgrippe« oder der »Schweinepest« nicht einmal etwas anderes tun sollte, als nur zu reagieren, nämlich zu versuchen, dem Virus zuvorzukommen, gab er eine klare Antwort. »Wenn diese Epidemien auftreten, gibt es sehr viel Interesse (…), aber danach verliert sich das Interesse wieder, und die Investoren ziehen sich zurück«, erklärte Narasimhan die Untätigkeit von Big Pharma auf diesem Sektor.

Medikamente müssen Rendite bringen

Über die Jahre haben sich immer mehr Firmen aus dem Geschäftsfeld »Infektionskrankheiten« zurückgezogen. Bayer hat das Forschungsgebiet bereits 2004 aufgegeben. Den Bereich »Atemwegserkrankungen« schlug der Leverkusener Multi noch früher los, und auch die Suche nach neuen Antibiotika beendete er. Der Konzern vollzog zu dieser Zeit einen Strategiewechsel. Er wollte sich fortan auf viel Gewinn versprechende »High priority«-Projekte wie etwa Krebstherapeutika konzentrieren und nicht länger ein umfassendes Arzneiangebot bereitstellen. »Wir müssen Geld verdienen mit unseren Produkten. Das führt dazu, dass nicht alle Medikamente entwickelt werden, die wir brauchen«, mit diesen Worten umriss der ehemalige Vorstandsvorsitzende (2010 bis 2016) Marijn Dekkers einmal die politische Ökonomie des Medikamentengeschäfts.

Eher skeptisch

Die Tropenmedizin hatte der Konzern schon lange vorher ad acta gelegt. Im Moment jedoch holt den Leverkusener Multi seine Vergangenheit wieder ein: Das Malariapräparat Resochin mit dem 1937 zum Patent angemeldeten Wirkstoff Chloroquin gehört nämlich zu den rund 80 derzeit getesteten Therapieansätzen gegen SARS-CoV-2. Auch wenn sich die Weltgesundheitsorganisation WHO und der Charité-Chefvirologe Christian Drosten angesichts der bisher vorliegenden Testergebnisse eher skeptisch zeigen, demonstriert die späte Karriere des Mittels doch, wie wichtig es gewesen wäre, die Abteilung nicht zu schließen.

»Das nächste Viagra«

Aber der Global Player betrieb Tropenmedizin nur noch, wenn er auf öffentliche Unterstützung bauen konnte. So forschte er mit Geldern der Bill & Melinda Gates Foundation (BMGF) an einem neuen Malariamedikament. Und Novartis-CEO Narasimhan weiß auf die Frage: »Wie sorgen Sie für ein ausreichendes Investment, wenn das Interesse an Pandemien (…) nachlässt?«, auch nur die eine Antwort: William Gates, Microsoft-Gründer und Multimilliardär mit seiner Stiftung und der von ihm mitgegründeten »Coalition for Epidemic Preparedness Innovations«(CEPI). Die BMGF versteht sich dabei gewiss nicht uneigennützig als »Brückenbauer« zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor, welche die Multis (oft jene, von denen sie selbst Aktienpakete im Depot hat; jW) mit Millionenzuschüssen dazu verleiten will, nicht nur »in das nächste Viagra« zu investieren. Sie übernimmt auf diese Weise faktisch die Funktion eines Ausputzers, der dafür sorgt, dass alles so bleiben kann, wie es ist.

Pharmaindustrie verstaatlichen?

Das kann es aber nicht. Sogar die Frankfurter Allgemeine Zeitung warf Anfang März 2020 (online aktualisiert am 12.3.) bereits jene Grundsatzfrage auf, die zuvor schon vom British Medical Journal gestellt worden war: »Ist es an der Zeit, die Pharmaindustrie zu verstaatlichen?« Die Autoren Jürgen Kaube und Joachim Müller-Jung beantworten sie angesichts des offensichtlichen Marktversagens zumindest teilweise positiv. »Wenn das, was sich als entscheidend erweist, um die Freiheit des öffentlichen und privaten Lebens zu schützen, von Firmen allein nicht bereitgestellt wird, sind – mit einem freundlichen Ausdruck – ›Public Private Partnerships‹ ohne Alternative«, schreiben sie. Unfreundlichere Ausdrücke verwenden und von »Verstaatlichung« sprechen, wollen die beiden nicht. Das Bündnis »Coordination gegen Bayer-Gefahren« muss diese Vorsicht nicht walten lassen: Die Coronaviruskrise habe einmal mehr demonstriert, dass Bayer und Co. unter gesellschaftliche Kontrolle gestellt werden müssen.

Link zum Originalartikel in der Tageszeitung „junge welt“:

https://www.jungewelt.de/artikel/375195.rechnet-sich-nicht-big-pharma-versagt-in-krise.html?sstr=bbig%7Cpharma
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„Kostenlose Beratung“ – Stadt Crailsheim kooperiert bei Covid-19-Finanzsprechstunde für Unternehmen

In Kooperation mit der WFG Schwäbisch Hall, der Wirtschaftsförderung der Stadt Schwäbisch Hall sowie dem Digital Hub hat die Stadtverwaltung Crailsheim eine kostenfreie Finanzsprechstunde für Unternehmen aus der Region eingerichtet. Der Service ist auch per Videokonferenz oder Telefon möglich.

Von der Stadtverwaltung Crailsheim

Beratung von Christopher Käser-Ströbel

Die aktuelle Situation rund um das Coronavirus birgt für viele Unternehmen große Unsicherheiten. Aufgrund der hohen Nachfrage hat die Stadtverwaltung Crailsheim zusammen mit der WFG Schwäbisch Hall (Landkreis) und der Wirtschaftsförderung der Stadt Schwäbisch Hall eine kostenlose Finanzsprechstunde für Unternehmen der Region aufgebaut. Zur Organisation und Koordination haben sich die beteiligten Wirtschaftsförderer der Kommunen und des Landkreises Unterstützung beim Digital Hub Heilbronn-Franken hinzugeholt. Die Beratung macht Christopher Käser-Ströbel von der Firma KÄSER-STRÖBEL Consulting.

Fragen zu Finanzierungs- und Liquiditätsthemen

Ziel ist es, die individuellen Fragen zu Finanzierungs- und Liquiditätsthemen schnell und unbürokratisch zu beantworten, sodass finanzielle Probleme entschärft oder im Optimalfall vorgebeugt werden. Damit wird Unternehmen und Betrieben erstmalig in der Region eine konkrete Beratung mit einem direkten Ansprechpartner zum Thema Covid- 19 zur Verfügung gestellt.

Pro Firma eine Stunde Zeit

Die Beratung ist kostenfrei, dauert je Unternehmen eine Stunde und kann per Videokonferenz, per Telefon oder auch in den Firmenräumen des Digital Hubs in Künzelsau erfolgen. Termine sind ganztägig bereits ab dem 26. März 2020 und dann jeweils dienstags und donnerstags bis zum 30. April 2020 verfügbar.

Terminvereinbarung erforderlich

Eine Terminvereinbarung ist vorher zwingend entweder per Telefon 07940/98 98 212, per E-Mail hanselmann@hfcon.de oder auf dem Onlineportal: https://www.terminland.de/finanzsprechstunde/ erforderlich.

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„Geht‘s noch?“ – Bundesregierung verweigert Annahme von Atemschutzmasken

Deutschland lehnt als bislang einziges Land Europas chinesische Hilfsangebote im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie ab.

Kommentar von Paul Michel, Schwäbisch Hall

China zur Hilfe bereit

Nach einem Bericht der Webseite „German Foreign Policy“ vom 23. März 2020 nimmt die Bundesrepublik Deutschland als bislang einziges Land Europas ein chinesisches Hilfsangebot im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie nicht an. Wie Chinas Präsident Xi Jinping sagt, habe er Bundeskanzlerin Angela Merkel mitgeteilt, die Volksrepublik sei bereit, „im Rahmen unserer Fähigkeiten Hilfe zu leisten“, sollte es „Bedarf“ geben. Peking hat in den vergangenen Tagen mehreren Staaten Europas, darunter Italien, Spanien und Frankreich, Hilfslieferungen zukommen lassen und teilweise auch Ärzteteams zu praktischer Unterstützung vor Ort entsandt.

Hilfslieferungen auch an Spanien, Frankreich und Griechenland

Nach einem ersten Transport von 31 Tonnen Hilfsgütern – darunter Atemschutzmasken und andere medizinische Schutzausrüstung – der am 12. März 2020 auf dem Flughafen Rom-Fiumicino eintraf, sind in den vergangenen Tagen weitere Lieferungen in Spanien, in Frankreich und in Griechenland angekommen. Auch Serbien, das von einem EU-Exportverbot betroffen ist, genießt Unterstützung aus der Volksrepublik. Der serbische Präsident Aleksandar Vučić hat Peking außerdem um die Entsendung eines Teams von Medizinern gebeten, die mit den chinesischen Erfahrungen aus dem Kampf gegen die Pandemie vertraut sind; solche Teams sind inzwischen etwa in Italien eingetroffen, zuletzt in der besonders hart von Covid-19 betroffenen Lombardei. Laut Berichten sind weitere EU-Mitgliedstaaten an chinesischer Unterstützung interessiert, darunter Bulgarien, Slowenien und Litauen. Zusätzlich zu praktischer Unterstützung vor Ort tauschen sich Experten aus China mit europäischen Kollegen über ihre Erfahrungen aus. Teilweise wird die chinesische Unterstützung von Nicht-Regierungsorganisationen wie der Alibaba Foundation sowie der Jack Ma Foundation organisiert. Mit Blick auf die zunehmende Dichte der Aktivitäten ist inzwischen von einer „Seidenstraße der Gesundheit“ die Rede.

Kein Mangel an Schutzkleidung?

Nun, „Bedarf“ gibt es in der BRD zur Genüge. In der Bundesrepublik herrscht ein eklatanter Mangel an wichtigen Materialien und an Schutzausrüstung. Berlin ignoriert das Hilfsangebot, obgleich in der Bundesrepublik ein eklatanter Mangel etwa an Atemschutzmasken herrscht; so beklagen mehr als 80 Prozent aller niedergelassenen Ärzte, nicht genügend Schutzkleidung beschaffen zu können. Da der Weltmarkt wie leergefegt sei, habe seine Organisation sich schon vor Wochen mit der Bitte um Unterstützung an die Bundesregierung gewandt, berichtete kürzlich der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg, Walter Plassmann: „Da ist nichts gekommen. Nicht eine einzige Maske haben wir gekriegt.“ Ähnlich verhält es sich in Krankenhäusern, wo ebenfalls Atemschutzmasken und Schutzanzüge fehlen. Zwar habe der Gesundheitsminister Nordrhein-Westfalens, Karl-Josef Laumann, vor kurzem eine Million Atemschutzmasken bestellt; davon seien allerdings erst 20.000 eingetroffen, hieß es Ende vergangener Woche. Nordrhein-Westfalen ist das von der Pandemie am härtesten getroffene Bundesland; allein in Heinsberg, dem Epizentrum der dortigen Covid-19-Erkrankungen, werden laut Berichten täglich 7.500 Mund-Nasen-Schutzmasken sowie 2.200 FFP2-Masken benötigt. Mangel herrscht zudem an spezieller Ausrüstung wie etwa Beatmungsgeräten, darüber hinaus aber auch an einfachen Materialien wie Desinfektionsmitteln. Für diese gehen inzwischen den Herstellern die Grundstoffe aus.

„Wir haben gemahnt, und keiner hat uns gehört“

Achim Theiler, Geschäftsführer des Buchloer Unternehmens Franz Mensch, das Hygienebekleidung, Mundschutz und Atemschutzmasken für Krankenhäuser und Ärzte herstellt und vertreibt, erhebt ebenfalls Vorwürfe gegen die Bundesregierung. Bereits am 5. Februar 2020 hatte sich Theiler per E-Mail an den Bundesgesundheitsminister gewandt und darauf hingewiesen, dass es in Kürze zu bedenklichen Engpässen bei der Versorgung mit Schutzmasken für Krankenhäuser kommen werde und dazu aufgerufen, die Versorgung der Kliniken voranzutreiben. „Wir haben gemahnt, und keiner hat uns gehört“, sagt Theiler. Dennoch seien die Behörden seit Wochen untätig geblieben.

Ein unkonventioneller Landrat

Angesichts der Untätigkeit der Bundesregierung hat sich der Landrat des Kreises Heinsberg, CDU Mitglied, zu einer ungewöhnlichen Initiative entschlossen. Heinsberg ist jener Fleck im äußersten Westen von NRW, den die Corona-Epidemie besonders hart getroffen hat. Inzwischen sind über 800 Menschen infiziert, einige auch schon an Covid-19 gestorben. Pusch bekommt Lob von allen Seiten für sein Krisenmanagement. Sein größtes Problem, sagt er, sei der Mangel an Atemschutzmasken und Schutzanzügen in den Kliniken. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) meldete, hat der Landrat von Heinsberg, Stephan Pusch (CDU), in seiner Verzweiflung mittlerweile einen offenen Brief an den Präsidenten der Volksrepublik China, Xi Jinping, verfasst. In seinem Brief, den er an die Botschaft der Volksrepublik in Berlin adressierte, appelliert der konservative Kommunalpolitiker an den ostasiatischen Staat, Heinsberg mit dringend benötigten medizinischen Gütern zu beliefern. Der Bestand an Masken und Schutzkitteln im Kreis drohe innerhalb weniger Tage aufgebraucht zu sein, so Pusch. Diese ungewöhnliche Maßnahme eines konservativen Landrats ist eine schallende Ohrfeige für die Bundesregierung,

Quellen:

Annahme verweigert, German Foreign Policy, https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8224/

Cornelia Stolze, „Wir haben gemahnt, und keiner hat uns gehört“, SPIEGEL Online 19.03.2020 https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/corona-krise-hersteller-von-schutzkleidung-greift-jens-spahn-an-a-dba397bb-d86b-4779-af8c-1912aebce7ac

Lukas Eberle und Hubert Gude, „Liefert irgendwas!“, SPIEGEL Online 20.03.2020 https://www.spiegel.de/gesundheit/corona-krise-in-deutschland-mangel-an-masken-und-kitteln-liefert-irgendwas-a-ff2ded09-b53f-43e3-8f58-09624113b448

Russia Today (RT) Deutsch, Blamage für Bundesregierung: Heinsberger CDU-Landrat bittet verzweifelt China um Hilfe gegen Corona

https://deutsch.rt.com/inland/99749-berlin-blamiert-heinsberger-landrat-appelliert/
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„Lang beschattete Täler“ – Eine Fortsetzungsgeschichte von Birgit Häbich: Der Episoden erster Teil

„Lang beschattete Täler“ – Eine Fortsetzungsgeschichte zu „Irgendwo in Hohenlohe“ von Birgit Häbich: Der Episoden erster Teil. Die geschilderten Handlungen, Personen und Namen sind frei erfunden. Es werden keine realen Namen von Personen angegeben. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten, lebenden oder toten Personen wären rein zufällig, und sind weder gewollt noch beabsichtigt.

Von Birgit Häbich

I Voodo

… Carl Eugen Friedner sah aus den Augenwinkeln, wie sein Freund zu einer Salzsäule erstarrte und erbleichte. Was war so schrecklich anzusehen, dass es Paul derart aus der Fassung brachte? Carl hatte gerade die Schuhe ausgezogen, versuchte sein blaues Mäntelchen irgendwo an dem völlig überfüllten Kleiderhaken aufzuhängen und war auf dem Weg aus der kleinen Diele ins Wohnzimmer. Da stand sein Freund und schaute mit geweiteten Augen in die Küche. Pauls zweiter Sohn Yann saß am Esstisch und richtete seinen Blick ebenfalls gebannt in dieselbe Richtung. Die Ähnlichkeit zwischen Vater und Sohn war im Profil unverkennbar. Gern hätte er diese, schon länger geplante, Männerrunde jetzt genossen, aber irgendetwas schien da vor sich zu gehen, etwas, das die gute Stimmung und das abendliche Vorhaben einer gemütlichen Zusammenkunft in Nullkommanichts zunichte zu machen drohte. Yann schien konzentriert interessiert; fast schon belustigt zogen sich seine Mundwinkel leicht nach oben, während er, wie sein Vater, die Augen keine Sekunde von dem Schauspiel abwendete, das da in der Küche stattfand.

Imaginärer Rhythmus

Als Carl näher trat und dabei besorgt den verzerrten Gesichtsausdruck seines Freundes Paul studierte, hörte er ihre Stimme. Sie sang und wiegte ihre schmalen Hüften zu einem imaginären Rhythmus. Ihre kleinen Brüste zeichneten sich unter dem engen und ziemlich knapp sitzenden Oberteil ab. Die Brustwarzen traten deutlich groß und erregt hervor. Ihr Bauch war frei, die ebenfalls engen, modernen schwarzen Hosen betonten ihre wohlgeformten langen schlanken Beine. Pauls Tochter Gisléne nahm nichts und niemanden wahr außer sich selbst. Sie tanzte ihrem Bruder, wie in Trance, zur Untermalung ihrer Worte vor: „Vodoo, hörst du, Yann! Ich kann Vodoo! Ich, ich habe ihn angeschaut, tief in die Augen habe ich ihm geschaut, so von unten herauf, Vodoo.“, wobei sie den Kopf, der auf der linken Schulter lag, leicht nach rechts oben schraubte und dabei ihre Brüste ausdrücklich nach vorne und ihren kleinen Hintern zurück schob. „Vodoo, das mag der Papa, hat die Oma gesagt, tanzend, mit den Augen soll ich es machen.“
„Und die Arme soll ich dabei hilflos hängen lassen, Vodoo.“ Das hochaufgeschossene Mädchen war kein Kind mehr – deutlich zeigte sie die betörende Weiblichkeit einer heranwachsenden Frau und setzte nochmals nach: „Vodoo! Ich kann Vodoo! Ich habe sie vertrieben, tief in die Augen habe ich ihm geschaut, damit er sie vergisst.“ Und setzte abfällig ein „Pah!“ und den aus tiefster Seele kommenden zufriedenen Schluss „Die ist weg!“ hinzu. Gisléne drehte sich nochmals wirbelnd im Kreis, wobei ihre langen, krausen, roten Haare wogten, hob ihre Arme und ließ die Hände fließend in einer eleganten Drehung nachfolgen, um dann, mit wiegenden Hüften und einem sich monoton wiederholenden „Vodoo, Vodoo“ ins Bad zu verschwinden.

Scham

Paul war fahl im Gesicht, er schien plötzlich um Jahre gealtert. Er wollte sich an einer Stuhllehne festhalten und griff ins Leere. Carl packte geistesgegenwärtig den Arm des Freundes und verhinderte, dass er stürzte. Paul ließ sich die Hilfe gefallen, sah aber schweigend mit gesenktem Kopf zu Boden. Er konnte vor Scham nicht aufblicken, nahm am Tisch Platz und verbarg das Gesicht in beiden Händen. Carl setzte sich neben Paul und bemerkte, dass Yann nun unruhig auf seinem Stuhl herumrutschte und ihm ebenfalls nicht in die Augen schauen konnte. Der zweitgeborene Sohn hatte vor lauter Faszination über das Schauspiel, welches seine kleine Schwester aufgeführt hatte, das Kommen seines Vaters nicht bemerkt und war jetzt nicht minder peinlich berührt. Abrupt stand er auf und stürmte aus dem Zimmer, kurz hörte man ein Geraschel aus der Diele, dann das laute Krachen der Wohnungstüre und Yanns leiser werdende Schritte, mit denen er hastig die Treppen hinunter stürzte.

Zurechtgemacht

Dann verließ Gisléne das Badezimmer und kam in aller Ruhe durch die Küche ins Wohnzimmer. Sie hatte sich zurechtgemacht, die Lippen dezent geschminkt und ihre roten krauseligen Haare unter einem hohen Turban aus buntem Tuch verschwinden lassen, sie trug nun einen langen, dunkelgrünen, gestrickten Rollkragenpullover zu ihren Leggins, der ihren milchkaffeebraunen Teint auf angenehme Art betonte. Hocherhobenen Hauptes und mit ausdruckslosem Gesicht stolzierte sie rasch und grußlos an ihrem Vater und an dem Gast vorbei und verschwand ebenfalls durch die kleine Diele in ihr Zimmer.

Männerrunde

Carl überlegte kurz, wie er dem Freund nun am besten aus der unmöglichen Lage helfen könnte. Er ging in die Küche und schaute sich um, fand das Gesuchte bald. Es war alles für die geplante Männerrunde vorbereitet. Auf dem Boden stand ein Kasten mit Tannenzäpfle* und ein paar Tüten salziges Gebäck lagen auf dem Fenstersims parat. Er holte einen Öffner aus der Schublade unter dem Ablauf der Spüle und setzte sich mit zwei Flaschen Bier gegenüber von Paul an den Esstisch. Dann drehte er sich um, holte aus der Anrichte zwei Gläser und stellte sie vorsichtig auf den Tisch. Paul nahm die Hände immer noch nicht von seinem Gesicht. Carl Eugen beobachtete ihn besorgt und öffnete nebenbei die erste Flasche Bier.

„Karinakrise“

Der arme Mann, dachte Carl und war in dem Moment unsagbar froh darüber, keine Kinder in diese Welt gesetzt zu haben. Reicht es nicht aus, jetzt ganz besondere Sorgen wegen der neu aufgezogenen „Karinakrise“ zu haben? Nein – diese kindischen Heranwachsenden malträtierten* ihre Eltern mit den neu zu entdeckenden sexuellen Reizen – egal was sich da draußen in der Welt sonst noch abspielte. Er schenkte ein, prostete dem Freund danach still zu und trank das Glas in einem Zug leer.
Ah, das tat gut. Carl Eugen Friedner spürte die feinherbe Flüssigkeit durch seine Gurgel den Hals hinunter in seinen Magen rinnen und freute sich auf die Wirkung des erfrischenden Gerstensaftes. Seit er vor sieben Jahren begonnen hatte sein Leben nochmals gründlich zu ändern, waren die Magenschmerzen verschwunden und er konnte sich wieder sorglos das eine oder andere Flaschenbier oder auch zwei kleine Gläser Wein gönnen… Fortsetzung folgt.

Erläuterungen:

*Tannenzäpfle: Eine Sorte Flaschenbier der Brauerei Rothaus, Internet: www.rothaus.de

*malträtieren: Jemandem böse mitspielen bzw. das Leben schwer, bzw. zur Hölle machen

Kontaktaufnahme zur Autorin ist möglich unter folgender E-Mail-Adresse:

b.haebich@web.de

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„Was hat die aktuelle Coronavirus-Pandemie mit der Finanzierung deutscher Krankenhäuser über Fallpauschalen zu tun?“ – Kommentar von Bündnis Krankenhaus statt Fabrik

Die Aussage von Minister Spahn, unser Gesundheitssystem sei auf die neuen Herausforderungen gut vorbereitet, ist eine krasse Fehldiagnose. Auch wenn Panikmache vollkommen unangebracht ist, hält diese uneingeschränkte Einschätzung einem Faktencheck nicht stand.

Von Dr. Nadja Rakowitz, Pressesprecherin von Bündnis Krankenhaus statt Fabrik

Für Katastrophenfall nicht gerüstet

• Unsere Krankenhäuser sind auf ökonomische Effizienz getrimmt. Und da das Finanzierungssystem über Fallpauschalen nur erbrachte Leistungen bezahlt, für das Vorhalten von Betten und Therapiekapazitäten für den Not- oder Katastrophenfall aber keine Mittel bereitstellt, werden solche Situationen in der Planung der Klinikab- läufe auch nicht ausreichend berücksichtigt.

Nicht genügend Pflegekräfte

• Landauf landab werden in zunehmenden Ausmaß in vielen Krankenhäusern Betten – auch auf Intensivstationen – gesperrt, weil – schon ohne den Andrang von zusätzlichen Covid-19-Erkrankten – nicht genügend Pflegekräfte zur Verfügung stehen, um die Patienten bei den vorhandenen Bettenkapazitäten angemessen zu ver-sorgen. Für die Versorgung schwer kranker Covid-19-PatientInnen stehen also in Wirklichkeit weniger Betten zur Verfügung als dies aus den Krankenhausstatistiken herauszulesen ist.

Unterversorgung vor allem in ländlichen Gebieten

• Im Zeitalter der DRG-Finanzierung ersetzt zunehmend die betriebswirtschaftliche Bilanz der Krankenhäuser die eigentlich auf Landesebene erforderliche Planung der Krankenhausstruktur nach Versorgungsgesichtspunkten. Daher werden Krankenhäuser ganz willkürlich geschlossen, wenn sie über mehrere Jahre ein Defizit erwirtschaftet haben. So ist schon heute die Versorgung der ländlichen Bevölkerung mit Kinderkliniken und Geburtshilfeabteilungen nicht mehr ausreichend gewährleistet. Zusätzliche Anforderungen durch die Corona-Pandemie werden diese Unterversorgung in ländlichen Regionen dramatisch verschärfen.

Mangel an Fachpersonal: Bettenkapazitäten werden gesperrt

Die aktuelle Entscheidung des Gesundheitsministers, die gerade erst eingeführten und eigentlich viel zu niedrigen Pflegepersonaluntergrenzen anlässlich der Zusatzbelastung unseres Gesundheitssystems durch die Corona-Pandemie vorübergehend außer Kraft zu setzen, demonstriert diesen Widerspruch: Da wir in den Krankenhäusern zu wenig Fachpersonal haben, müssen Bettenkapazitäten gesperrt werden. Wenn die Patientenzahlen aber in einer Notsituation zusätzlich steigen, werden diese Missstände nicht nur wieder geduldet, sondern weiter verschärft, um noch mehr PatientInnen als bisher durch die Klinikbetten zu schleusen.

Krankenhäuser wieder funktionsfähig machen

Die Aussage von Minister Spahn, unser Gesundheitssystem sei auf die neuen Herausforderungen gut vorbereitet, ist also eine krasse Fehldiagnose. Wir vom Bündnis Krankenhaus statt Fabrik fordern daher, endlich unsere Krankenhäuser wieder funktionsfähig zu machen für eine Daseinsvorsorge ohne jede Einschränkung:

Die Ausrichtung der stationären Versorgung auf betriebswirtschaftlichen Gewinn muss beendet werden. Krankenhäuser dürfen keine Gewinne machen, Verluste sind auszugleichen, wenn die Klinik für die Versorgung einer Region benötigt wird.

• Die Finanzierung darf nicht nur die medizinischen Leistungen im Normalbetrieb berücksichtigen, sondern muss auch alle Vorhaltekosten für außergewöhnliche Notfallsituationen sicherstellen.

• Die medizinische Behandlung im Krankenhaus ist Daseinsvorsorge. Daher müssen Krankenhäuser da demokratisch geplant und betrieben werden, wo sie für die qualitativ gleichwertige Versorgung gebraucht werden, nicht da wo der Träger mit ihnen Gewinne erwirtschaften kann.

Die angemessene Personalausstattung im Krankenhaus ist eine elementare Voraussetzung für gute Behandlung der PatientInnen und keine Schönwettermaßnahme, die bei jedem drohenden Sturm wieder kassiert werden kann.

Weitere Informationen und Kontakt:

Bündnis Krankenhaus statt Fabrik, Dr. Nadja Rakowitz

Mobil: 0172 – 185 8023

E-Mail: info@krankenhaus-statt-fabrik.de

Internet: www.krankenhaus-statt-fabrik.de

https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/der-kern-der-deutschen-krankenhausmisere

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