„Faschismus und Neofaschismus organisieren den Terror: systematisch und rücksichtslos“ – Rede von Jochen Dürr bei einer Demonstration in Heilbronn

Bei der Demonstration „Naziterror und Rassismus bekämpfen! Verfassungsschutz auflösen“ am 2. November 2013 in Heilbronn hat Jochen Dürr aus Schwäbisch Hall gesprochen. Jochen Dürr ist Landessprecher der VVN-BdA Baden-Württemberg.

Von Jochen Dürr, Landessprecher der VVN-BdA Baden-Württemberg

Liebe Freundinnen, liebe Freunde, liebe Antifaschistinnen, liebe Antifaschisten,

für uns als älteste antifaschistische Vereinigung war es schon immer klar: Faschismus ist ein Verbrechen, dazu bedurfte es keiner Naziterrorzelle.

Leichenberge der von deutschen Faschisten zu Tode gequälten Menschen

Jeder, der das wissen will, weiß dass seit den 1920iger Jahren faschistische Bewegungen in Europa entstanden sind und zur Macht gelangten. Wer es zuvor nicht wissen wollte, erfuhr es spätestens 1945 als die von den Befreiern gemachten Bilder der Leichenberge der vom deutschen Faschismus zu Tode gequälten Menschen veröffentlicht wurden.

PolitikerInnen, Behörden und Geheimdienste geben sich ahnungslos

Man sollte also davon ausgehen, dass dies auch deutsche PolitikerInnen, Behörden und Geheimdienste wissen können. Die aber gaben und geben sich auf vielfache Weise ahnungslos:

– Beim Münchner Oktoberfestattentat, das 13 Todesopfer forderte, sollten die Täter zunächst aus dem linken politischen Umfeld sein und dann einigte man sich, wie so oft, wenn Bomben geschmissen, Wohnheime angezündet oder Menschen totgeschlagen wurden, auf einen fehlgeleiteten jugendlichen Einzeltäter.

– Solche Einzeltäter kamen zum Einsatz, als ein NPD-Jugendfunktionär vor drei Jahren in Lörrach dabei war eine Splitterbombe zu basteln – er wurde freigesprochen.

– Als ein pressebekannter Nazi in Südbaden einen Antifaschisten über den Haufen fuhr und lebensbedrohend verletzte – er wurde freigesprochen.

– Als Nazis in Schorndorf Migranten in eine Gartenhütte trieben und diese anzündeten – die Schuldigen konnten erst gar nicht überführt werden.

Dies sind nur einige Beipiele aus der jüngeren Vergangenheit.

Bei keinem der annähernd 200 Todesopfer, die faschistischer und rassistischer Terror seit 1990 in diesem Lande gefordert haben, gingen die damit befassten Behörden davon aus, was viele wissen:

– Faschismus und Neofaschismus bringen keine fehlgeleiteten Einzeltäter hervor.

– Faschismus und Neofaschismus organisieren den Terror, systematisch, geplant und rücksichtslos.

Weil Terrorismus verboten ist, sind wir auch der Meinung, dass Faschismus und Faschisten verboten sind und verboten gehören!

Beschämend schleppender Umgang mit dem Verbot der faschistischen NPD

Das fängt an bei der deutschlandweit ältesten und größten Organisation in der sich Faschisten organisieren: Der NPD. Der beschämend schleppende Umgang mit dem seit Jahren häufig lippenbekenntnishaft geforderten Verbot dieser faschistischen Partei ist beispielhaft für den Umgang mit dem Verbrechen des Faschismus in diesem Land.

Verfahren gegen die Naziverbrecher verschleppt

Es ist auch diese Systematik, in die in Stuttgart ein Staatsanwalt Häußler passt, der AntifaschistInnen jahrelang kriminalisiert hat, weil sie Buttons mit durchgestrichenen Hakenkreuze trugen und die Verfahren gegen die Naziverbrecher von St’ Anna verschleppte. Wer es ernst damit meint, dass Faschismus ein Verbrechen ist, der muss auch ernst machen mit dem NPD-Verbot.

Schluss mit den ständigen Naziaufmärschen

Faschistische Betätigung und Propaganda dürfen auch keinen legalen Raum auf Straßen und Plätzen haben. Es muss Schluss sein mit den ständigen Naziaufmärschen und ihren menschenfeindlichen Hetzparolen.

Würde des Menschen ist unantastbar

Es kann nicht sein, dass Bürgermeister und Gemeinden, diese Aufmärsche verbieten, Gerichte sie dann aber wieder zulassen. Die Würde des Menschen muss auch dort als unantastbar verteidigt werden.

Artikel 139 Grundgesetz: Faschismus ist verboten

Es muss auch Schluss damit sein, dass AntifaschistInnen im Widerstand gegen diese Aufmärsche stundenlang gekesselt werden. Artikel 139 des Grundgesetzes sagt, dass der Faschismus verboten ist und nicht die antifaschistischen Proteste. Nach dem Bekanntwerden der Mordserie der faschistischen Terrorbande erleben wir dasselbe Spiel, das sich uns seit Jahren nach jedem rechtsterroristischen Anschlag bietet:

– Wieder sollen es isolierte fehlgeleitete Einzeltäter sein, am liebsten nur jene drei, notfalls eine Handvoll mehr, wie sie im Prozess in München angeklagt sind.

Mindestens fünf V-Leute von Geheimdienst und Polizei auf Theresienwiese

Es wird immer offensichtlicher, dass es sich um ein weitverzweigtes Netz des organisierten Terrors handelt, in das weite Teile des staatlichen Sicherheitapparates verwoben sind. Das zeigt sich auch am Tatort hier in Heilbronn auf der Theresienwiese. Der hier begangene Mord weicht deutlich vom Muster der andereren rassistischen Bluttaten ab. Hier wurde eine Polizistin, deren Gruppenleiter Mitglied des Ku-Klux-Klans war, erschossen. An diesem Tag wimmelte es auf der Heilbronner Theresienwiese nur so von Geheimdienstmitarbeitern. Mindestens fünf V-Leute von Geheimdienst und Polizei gaben sich dort ein Stelldichein.

Phantombild ähnelt Neonazi Alexander Neidlein

Der baden-württembergische Verfassungsschutz wurde wenige Tage nach dem Mord von einer V-Frau auf Zusammenhänge mit der örtlichen Neonaziszene hingewiesen. Alle vier  Phantombilder, die mit Hilfe von Zeugen nach der Tat erstellt wurden, ähneln weder Böhnhardt, noch Mundlos, eines jedoch auffallend dem baden-württembergischen Neonazi, Ex-Söldner, JN-Funktionär und mutmaßlichen V-Mann Alexander Neidlein.

Als Söldner für die HOS-Miliz der kroatischen Faschisten gekämpft

Der aus Crailsheim stammende Alexander Neidlein wurde bekannt, nachdem er als 19-Jähriger 1993 einige Monate in Bosnien als Söldner für die HOS-Miliz der kroatischen Faschisten kämpfte. Hier knüpfte er Kontakte zu einer rechtsextremen Söldnertruppe. Am Flughafen von Johannesburg wurde er von einem Mitglied des Ku-Klux-Klan empfangen. Neidlein wurde in Südafrika wegen illegalen Waffenbesitzes zu drei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt und in die Bundesrepublik Deutschland abgeschoben. Hier ging er ebenfalls in Haft, da er sich seine Reise nach Südafrika durch einen Überfall finanziert hatte. Nach seinem Aufenthalt in Bosnien hatte Neidlein im Dezember 1993 ein Lübecker Postamt überfallen und 8.500 D-Mark erbeutet. Dafür wurde Neidlein Ende 1994 in Lübeck zu einer Jugendstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt. Seit Ende der 1990er Jahre machte er schnell Karriere bei der JN, der Jugendorganisation der NPD und ist zwischenzeitlich der Landesvorsitzende der NPD Baden-Württemberg. Bei einer NPD-Bustour im Bundestagswahlkampf auch hier in Heilbronn im September 2013 trat er auch als Redner auf.

Aber damit noch noch nicht genug an Auffälligkeiten:

Vor wenigen Wochen verbrannte auf dem Cannstatter Wasen ein behördenbekannter Neonazi in seinem Auto. Er war nach Stuttgart gefahren, um Aussagen zum Heilbronner Mordfall und über eine ihm bekannte weitere Neonaziterrortruppe, die „Neoschutzstaffel, NSS“ zu machen. Statt zum Termin beim Landeskriminalamt, so die schnellen Ermittlungsergebnisse, fuhr er auf den Wasen und begann angeschnallt Selbstmord, wegen angeblicher „Beziehungsprobleme“.

Bisher kein parlamentarischer Untersuchungsausschuss

Trotz vieler anderer Hinweise auf enge Zusammenhänge zwischen dem Terrornetzwerk NSU, der Neonaziszene in Baden-Württemberg und dem baden-württembergischen Landesamt für Verfassungsschutz, gibt es im Unterschied zu anderen betroffenen Bundesländern in Baden-Württemberg bisher keinen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, um das Ausmaß dieser Verflechtungen zu untersuchen.

Wir fordern, dass das anders wird:

– Im Landtag von Baden-Württemberg müssen in einem Untersuchungsausschuss die Verbrechen der NaziterroristInnen aufgearbeitet und die Verbindungen nach und in Baden-Württemberg untersucht werden.

Und noch eine Forderung ist im Lichte des neofaschistischen Terrors unausweichlich:

– Verboten und aufgelöst gehören nicht allein die NPD und alle anderen faschistischen Organisationen und Umtriebe.

– Verboten und aufgelöst, gehört auch eine Behörde, die die Demokratie nicht schützt, weil sie Verbrechen zumindest verschleiert, wenn nicht aktiv fördert, weil sie den neofaschistischen Terror finanziert und damit auch unterstützt.

– Verboten und aufgelöst gehört der Geheimdienst Verfassungsschutz und zwar sofort.

– Die seit zwei Jahren nicht mehr zu verschleiernede und beschönigende Erkenntnis, dass neun Jahre lang eine faschistische Terrorgruppe unentdeckt, unverfolgt und unbestraft morden konnte, hat bewiesen, dass Faschismus keine Meinung, sondern ein Verbrechen ist!

Dazu stehen wir heute hier in Heilbronn und am 16. November 2013 in Schwäbisch Hall auf der Straße!

Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit!

Weitere Informationen über die Demonstration am Samstag, 16. November 2013, um 11 Uhr in Schwäbisch Hall:

http://www.clubalpha60.de/events/event.php?event=2013-11-16-naziterror-und-rassismus-bekaempfen

Weitere Informationen im Internet über die VVN-BdA:

http://schwaebisch-hall.vvn-bda.de/category/artikel/

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„Lieder bellend rau in den Wind gesungen“ – Band „Ich und mein Tiger“ spielt in der 7180-Bar in Crailsheim

Eine Band aus Bremen mit dem tollen Namen „Ich und mein Tiger“ gastiert am Freitag, 15. November 2013, um 20 Uhr in der 7180-Bar in Crailsheim.

Von Harald Haas, Betreiber der 7180-Bar in Crailsheim

Trio spielt Akustik-Liedermacher-Pop

Die drei Jungs sind immer am Forschen nach Worten und sie finden diese auch. Mit ihrem deutschsprachigem Akustik-Liedermacher-Pop erschaffen sie kleine und große Klangjuwelen, die von Menschen, deren Gedanken und Gefühlen erzählen. Die Stimme ihres Sängers Sebastian Herde macht die Texte und Melodien dann zu etwas ganz Besonderem. Fast bellend rau, irgendwo zwischen Markus Wiebusch (Kettcar) und Gisbert zu Knyphausen singt er lauthals in den Wind. Von dort werden Sie hinaus getragen in die große weite Welt und segeln an diesem Abend womöglich in eure Ohren.

Die Türen der 7180-Bar öffnen um 20 Uhr.

Weitere Informationen im Internet über die Band „Ich und mein Tiger“:

http://www.ichundmeintiger.de/about/

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„Nazis zündeten Steinbacher Synagoge an“ – Gang durch Schwäbisch Hall zum Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht

Ein Gang durch Schwäbisch Hall zum Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht findet am Samstag, 9. November 2013, um 17 Uhr statt. Treffpunkt ist der jüdische Friedhof in Schwäbisch Hall-Steinbach.

Von der Stadtverwaltung Schwäbisch Hall

Offizielle Berichte: 91 Juden getötet

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden in ganz Deutschland Synagogen angezündet und jüdische Geschäfte, Wohnungen und Schulen verwüstet. Schlimmer noch, es kam zu Misshandlungen, zu etwa 30.000 Verhaftungen und zur Tötung laut offizieller Berichterstattung von 91 Juden – vor allem auch in den darauffolgenden Tagen.

Nazis hielten Feuerwehr von den Löscharbeiten ab

In Schwäbisch Hall erhielt gegen Mitternacht des 9. November 1938 Kreisleiter Otto Bosch per Fernschreiber den Befehl, in seinem Zuständigkeitsbereich Synagogen niederbrennen und jüdische Geschäfte demolieren zu lassen. In dieser Nacht wurde die Steinbacher Synagoge in Brand gesteckt. NSDAP-Mitglieder hielten die angerückte Feuerwehr von den Löscharbeiten ab. In der Innenstadt zerstörte der braune Mob die Einrichtung des Betsaals in der Oberen Herrngasse 8, verwüstete die Wohnung des im Ruhestand befindlichen Rabbiners Dr. Jakob Berlinger, verbrannte dessen etwa 3.000 Bände umfassende Bibliothek und demolierte Geschäfte. Die Marodeure drangen gewaltsam in Wohnungen jüdischer Bürgerinnen und Bürger ein, wo sie die Einrichtung beschädigten und Menschen misshandelten. Von der Innenstadt aus zogen einige nach Braunsbach, wo sie zwar die Synagoge wegen ihrer Lage im dicht bebauten Ortskern nicht anzündeten, dafür aber deren Inventar zertrümmerten.

Veranstaltungsreihe „Stolpern mit Kopf und Herz“

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Stolpern mit Kopf und Herz“ wird der schrecklichen Geschehen vor 75 Jahren in besonderer Weise gedacht. Am Samstag, den 9. November 2013, um 17 Uhr trifft man sich wie in den Jahren zuvor auf dem jüdischen Friedhof in Steinbach zu einer kurzen ökumenischen Andacht. Anschließend werden Jugendliche der weiterführenden Schulen der Schulzentren Ost und West das Programm gestalten: Die Schülerinnen und Schüler haben einen Gang zu wichtigen „Gedenkstätten der Reichspogromnacht“ vorbereitet.

Sechs Stationen jüdischen Lebens

Nach einer Einführung auf dem Friedhof begibt sich die Gruppe zur ehemaligen Steinbacher Synagoge in der Neustetter Straße. Von dort aus geht es zum Haus Waller in der Unterlimpurger Straße, wo die von Elieser Sussmann bemalte Synagogenvertäfelung eingebaut war, um vorbei am ehemaligen jüdischen Betsaal und dem Hause Berlinger (Obere Herrngasse 1) auf den Marktplatz, dem Ort der Bücherverbrennung, zu gehen. An jeder dieser sechs Stationen werden die Schülerinnen und Schüler auf ganz unterschiedliche Weise über das Geschehen an den jeweiligen Orten berichten. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind zu diesem Gang herzlich eingeladen, der etwa um 18.30 Uhr am Marktplatz endet. Männer werden gebeten, auf dem jüdischen Friedhof eine Kopfbedeckung zu tragen.

Weitere Informationen und Kontakt:

Stadtverwaltung Schwäbisch Hall , Am Markt 6, 74523 Schwäbisch Hall

Telefon: 0791/751-245
Fax: 0791/751-466
E-Mail: Robert.Gruner@schwaebischhall.de
Internet:
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„Wie komme ich an Zuschüsse für internationale Begegnungen?“ – Partnerschafts- und Förderworkshop in Schwäbisch Hall

Ein Partnerschafts- und Förderworkshop zum Thema „Zuschüsse für internationale Begegnungen“ findet am Donnerstag, 21. November, von 13.30 Uhr bis 16.30 Uhr, statt. Eine Anmeldung ist bis zum 11. November 2013 erforderlich. Das Programm und Anmeldeunterlagen können angefordert werden unter der E-Mail-Adresse: internationalepartnerschaft@web.de

Von der Stadtverwaltung Schwäbisch Hall

Förderprogramme sind oft nicht bekannt

Kommunen, Schulen und Vereine pflegen zahlreiche internationale Kontakte. Für Begegnungen und Projekte gibt es eine Vielzahl an Fördermöglichkeiten. Zum einen sind diese Förderprogramme nicht allzu sehr bekannt, zum anderen braucht es Hilfen, um sich im „Förderdschungel“ zurechtzufinden und die Anträge erfolgreich auszufüllen.

Förderworkshop des „Forum Internationale Partnerschaft“

Daher findet im Haus der Bildung in Schwäbisch Hall am Donnerstag, 21. November, von 13.30 Uhr bis 16.30 Uhr, ein Förderworkshop statt, den das Forum Internationale Partnerschaft in Zusammenarbeit mit dem Büro für Städtepartnerschaften der Stadt Schwäbisch Hall anbietet.

Bis spätestens Montag, 11. November 2013, anmelden

Eine Anmeldung bis Montag, 11. November 2013, ist erforderlich. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können bereits vorab angeben, für welche Vorhaben sie Förderungen suchen. Der Referent wird aus den über 70 Förderprogrammen die „passenden“ vorstellen und Tipps zur Antragstellung geben.

Für Kommunen, Partnerschaftsvereine, Schulen, Jugendgruppen, Vereine

Eingeladen sind Kommunen und Partnerschaftsvereine aus der Region, Schulen für ihre Schüleraustausche und Schulpartnerschaften, Jugendgruppen und Senioren sowie alle Vereine, die internationalen Austausch pflegen.

Programm und Anmeldeunterlagen anfordern

Das Programm und Anmeldeunterlagen können angefordert werden beim Forum unter der E-Mailadresse: internationalepartnerschaft@web.de

Weitere Informationen und Kontakt:

Stadtverwaltung Schwäbisch Hall, Am Markt 6, 74523 Schwäbisch Hall

Telefon: 0791/751-245

Fax: 0791/751-466

Weitere Informationen und Kontakt:

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„Geliebte Berthe: Schicksal einer Deutschen in Südfrankreich“ – Lesung mit Inge Barth-Grözinger am Sonntag in Schwäbisch Hall

Im Rahmen der baden-württembergischen Kinder- und Jugendliteraturtage in Schwäbisch Hall liest am Sonntag, 10. November 2013, um 16 Uhr die Ellwanger Autorin Inge Barth-Grözinger in der Stadtbibliothek aus ihrem Roman „Geliebte Berthe“. Darin beschreibt sie die schwierigen Umstände einer Liebe, die Grenzen überwinden muss und deren Schicksal maßgeblich geprägt ist von den damaligen politischen Entwicklungen in Europa.

Von der Stadtverwaltung Schwäbisch Hall

Mutter ist nicht bereit zu verzeihen

Als die junge Bertha Merkle im Jahr 1923 in Stuttgart in den Dienst des Professors Fabricius tritt, entdeckt sie dort ihre Liebe zu Frankreich und lernt die französische Sprache. Bei einem Fest in Straßburg trifft sie ihre große Liebe: Armand. Gerade scheint sich die Erbfeindschaft zwischen Deutschen und Franzosen dem Ende zu neigen und Platz für ihre Liebe zu sein und so heiraten sie. Doch Armands Mutter hat einen Sohn im Krieg an die Deutschen verloren und ist nicht bereit zu verzeihen.

Bewohner begegnen ihr mit Misstrauen

Auch die anderen Bewohnerinnen und Bewohner des kleinen südfranzösischen Dorfs Villeneuve, in das Bertha ihrem Armand folgt, begegnen ihr mit Misstrauen. Gerade als Berthe, wie sie nun genannt wird, die Dorfbewohnerinnen und -bewohner von sich überzeugen kann und sie und Armand eine Familie gründen, marschiert Hitler in Frankreich ein und ihr Familienglück wird auf die Probe gestellt. Schnell erobern die Deutschen Paris, doch die Franzosen leisten Widerstand gegen die verhassten Besetzer. Alte Vorurteile brechen sich Bahn. Und Berthe wird zunehmend isoliert.

Lesestoff für alle Generationen

Inge Barth-Grözinger, geboren 1950 in Bad Wildbad im Schwarzwald, unterrichtet seit vielen Jahren am Peutinger-Gymnasium in Ellwangen die Fächer Deutsch und Geschichte. Nach ihrem ersten Buch »Etwas bleibt« veröffentlichte sie die sehr erfolgreiche Schwarzwald-Familiensaga „Beerensommer“, anschließend den Roman „Alexander“ und zuletzt „Stachelbeerjahre“. Die Autorin gehört zu den herausragenden Stimmen im historischen Jugendbuch. Auch das Schicksal der Romanfigur Berthe richtet sich an junge Leserinnen und Leser ab 13 Jahren, bietet aber einen für alle Generationen geeigneten und spannenden Lesestoff.

Heißgetränke und Gebäck sind im Eintrittspreis enthalten

Veranstalter sind Gleichstellungsbeauftragte, Kulturbüro, Stadtbibliothek und VHS. Eintrittskarten sind in der Stadtbibliothek erhältlich oder können unter Telefon 0791/751-179 reserviert werden. Die Saalöffnung ist ab 15.30 Uhr, Heißgetränke und Gebäck sind im Eintrittspreis enthalten.

Weitere Informationen und Kontakt:

Stadtverwaltung Schwäbisch Hall, Am Markt 6, 74523 Schwäbisch Hall

Telefon: 0791/751-245
Fax: 0791/751-466
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„Wie ticken Jugendliche?“ – Vortrag von Peter Martin Thomas im Rahmen von „40 Jahre Heimbacher Hof“

„Wie ticken Jugendliche? Wie sehen die aktuellen Lebenswelten der 14- bis 17-Jährigen in Deutschland aus? Was denken, fühlen und lernen sie? Wie gestalten sie ihren Alltag? Wo finden sie Sinn, Chancen und Anerkennung?“ Dies sind Fragestellungen eines Fachvortrags am Dienstag, 12. November 2013, um 19.30 Uhr in Schwäbisch Hall, Haus der Bildung, Raum S.3.04 (Musiksaal). Es spricht Peter Martin Thomas. Die Veranstaltung findet im Rahmen von „40 Jahre Heimbacher Hof“ statt.

Von der Stadtverwaltung Schwäbisch Hall

Ergebnis von fast zwei Jahrzehnten sozialwissenschaftlicher Forschung

Peter Martin Thomas ist Co-Autor der „Sinus-Studie“, einem Milieu-Modell, das sieben jugendliche Lebenswelten identifiziert. Diese Milieustudie ist das Ergebnis von fast zwei Jahrzehnten sozialwissenschaftlicher Forschung. Das Zielgruppenmodell orientiert sich an der Lebensweltanalyse unserer Gesellschaft. Neu daran ist, dass die Studie Menschen zusammenfasst, die sich in Lebensauffassung und Lebensweise ähneln, das heißt, die ähnliche Wertprioritäten, soziale Lagen und Lebensstile haben. Sie rückt also den ganzen Menschen und das gesamte Bezugssystem seiner Lebenswelt ganzheitlich ins Blickfeld.

Unterschiede von Lebensstilen

Die Unterschiede von Lebensstilen sind für die Alltagswirklichkeit von Jugendlichen vielfach bedeutsamer als der Unterschied der Wohngegend, der Höhe des Taschengeldes oder der Häufigkeit der Urlaubsreisen. Und gerade hier liegt das Spannende der Studie, das Peter Martin Thomas in seinem Vortrag herausarbeiten und an vielen praktischen, lebensnahen Beispielen verdeutlichen wird.

Jugendlichen zu Hause befragt

So wurden beispielsweise alle befragten Jugendlichen zu Hause aufgesucht, die Einrichtung ihres Zimmers, ihre Musik- und Bücherauswahl dokumentiert, ihre Phantasien, Sehnsüchte und Tagträume abgefragt. Genauso wie ihre Einstellung zu Arbeit, Freizeit, Politik, Familie, ihre Vorstellung von privatem Glück.

Collagen und Texte der Jugendlichen

All das wird thematisiert, aber nicht abstrakt theoretisch, sondern in der gleichen konkreten und direkten Unmittelbarkeit, wie sich Jugendliche in ihren Kulturen selbst ausdrücken. Zu sehen sind unter anderem Collagen und Texte der Jugendlichen, wie sie wohnen, wie sie sich kleiden. Genau das richtige Thema für alle Interessierten, für alle Eltern, Pädagoginnen und Pädagogen, die sich öfters mal fragen: Wie ticken diese heutigen Jugendlichen eigentlich?

Weitere Informationen und Kontakt:

Stadtverwaltung Schwäbisch Hall, Am Markt 6, 74523 Schwäbisch Hall

Telefon: 0791/751-245

Fax: 0791/751-466

E-Mail: Robert.Gruner@schwaebischhall.de
Internet:
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„Rechte Netzwerke in der Region“ – Vortrag am Donnerstag in Schwäbisch Hall

Ein Vortrag zum Thema „Rechte Netzwerke in der Region“ findet am Donnerstag, 7. November 2013, um 20 Uhr im Club Alpha 60 in Schwäbisch Hall, Stuttgarter Straße statt.

Vom Club Alpha 60 Schwäbisch Hall

Braune Mischung

Ausgehend von den Morden und Anschlägen des so genannten „NSU“ befasst sich der Vortrag mit rechten Netzwerken, die auch in der Region Franken und Hohenlohe anzutreffen seien. Ob „blood and honour“-Aktivisten, militante NPD-Funktionäre oder Sympathisanten und Mitglieder des Ku-Klux-Klan. Sie alle haben einen gemeinsamen Bezugspunkt: Ausländerhass und ein rassistisches Weltbild.

V-Leute: Staatlich alimentierte Rechtsradikale

Insbesondere durch einen aktiven Antifaschismus, durch das Öffentlich machen von Aktionen und Aktivisten der Naziszene, entstehe in der Gesellschaft die Wahrnehmung, dass es sich bei den Nazis nicht um Einzeltäter handelt, sondern um ein gefährliches Netz von  menschenverachtenden Gruppierungen. Der Verfassungsschutz sei mit vielen seiner V-Leute, die nichts anderes wären als staatlich alimentierte Rechtsradikale, nicht in der Lage, neonazistischen Terror zu verhindern. Deshalb gehört er aufgelöst.

Demonstration am Samstag, 16. November 2013, in Schwäbisch Hall

Die Veranstalter rufen auch zur Beteiligung an der Demonstration am Samstag, 16. November 2013, um 11 Uhr in Schwäbisch Hall in der Nähe des Bonhoeffer-Platzes auf.

Bericht von der Demo am 2. November 2013 in Schwäbisch Hall:

http://www.nsu-demo.tk/

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„Müllverbrennung ist keine Lösung“ – Ein Leserbrief zu Landrat Bauers Engagement für Müllverbrennung in Griechenland

Einen Leserbrief zum Artikel im Haller Tagblatt vom 2. November 2013, Seite 22, „Sie sind doch der mit dem Müll?“ hat Wilhelm Maier aus Schwäbisch Hall geschrieben. Hohenlohe-ungefiltert veröffentlicht den Leserbrief in voller Länge.

Von Wilhelm Maier, Schwäbisch Hall

Müllvermeidung und -verwertung nur am Rande erwähnt

Tatsächlich sind die wachsenden Müllberge auf der Welt eines der sehr ernsten Probleme, die Gesundheit und Leben von Menschen und Tieren gefährden. Was kann man tun? Nur am Rande wird Müllvermeidung und -verwertung in dem Artikel erwähnt. Von Recycling ist überhaupt nicht die Rede.

Künstliche Bedürfnisse werden geschaffen

Warum werden überhaupt die vielen Plastiktüten hergestellt, warum die vielen Produkte mit kurzer Lebensdauer, die dann auf dem Müll landen usw.?  Hier stoßen wir schnell auf das kapitalistische Wirtschaftssystem. Um Anlagemöglichkeiten für die wachsenden Kapitale zu schaffen, werden künstliche Bedürfnisse geschaffen, Ramsch auf den Markt geworfen und die Lebensdauer der Produkte verkürzt.

Wertstoffe wiederverwenden

Mülldeponien und Müllverbrennung, wie sie von Landrat Bauer propagiert werden, sind meiner Meinung nach primitive und schädliche Wege, mit dem Müll umzugehen. Beim Restmüll handelt es sich samt und sonders um Wertstoffe, die möglichst zu 100 Prozent wieder getrennt und in den Stoffkreislauf zurück geführt werden müssen, damit sie wieder verwendet werden können. Schmeißt man sie auf einen Haufen, sind sie verloren.

Und die Müllverbrennung?

Sie vernichtet wertvolle Stoffe und verwandelt sie unwiederbringlich in Abgase, Gifte, Asche, Stäube und Wärme. Außer der Wärme sind alle übrigen Ausscheidungen unbrauchbar oder sogar gefährlich. Abgase heizen die Atmosphäre auf. Gifte tragen zur weiter zunehmenden Belastung der Umwelt bei: Allergien, Immunschwäche, Krankheiten, Pseudo-Krupp, Verseuchung der Nahrungsketten.

Feinstaub überwindet die Blut-Zellschranke im Gehirn

Feinstäube reichern sich überall an und werden zur ungeahnten Gefahr. Ihre besondere Tücke: sie überwinden die Blut-Zellschranke im Gehirn. Schlacke ist hochgiftiger Sondermüll und muss tief unter der Erde gelagert werden (was aber nicht immer passiert). Häufig wird sie im Straßenbau verwendet. Richtig ist, dass die Rauchgasfilter der Müllverbrennungsanlagen immer besser geworden sind, und die Werte bleiben natürlich (meist) unter den amtlichen Grenzwerten. Aber auch geringe Mengen dieser hochgiftigen Substanzen sind krebserregend und addieren sich zu der schon vorhandenen Luftverschmutzung.

Feinstaub geht durch die Filter

Je besser die Filter, desto mehr Giftstoffe verbleiben in den Filterstäuben und in der Schlacke. Diese müssen wie Atommüll entsorgt werden. Es kann aber keine Filter geben, die alles zurück halten. Insbesondere der Feinstaub geht durch die Filter durch, und diese Partikel werden tief in unsere Lunge eingeatmet. Insofern widerspreche ich Landrat Bauer, der behauptet, bei der Müllverbrennung würden keine Giftstoffe entstehen. Müllverbrennung ist nicht nur eine gigantische Verschwendung von Wertstoffen, sondern auch eine große Gefahr für unsere Gesundheit.

Die Natur kennt Kreislaufwirtschaft

Die Natur kennt keinen Müll, sondern Stoffkreisläufe. Zu einer solchen Kreislaufwirtschaft müssen wir kommen. Ein vielversprechender Weg ist schon entwickelt worden: Aus dem Restmüll werden zunächst die Schwerstoffe wie Metalle abgetrennt, danach die biologisch abbaubaren Naturstoffe. Diese können zu Biogas und Kompost weiter verarbeitet werden. Für das restliche Gemisch aus Kunststoffen, Gummi, Elektronikschrott usw. kommt das Kryo-Recycling zur Anwendung. Bei Tieftemperaturen von minus 80 bis 160 Grad werden Kunststoffe spröde, brüchig und mahlbar. Nun lassen sich die verschiedenen Bestandteile voneinander trennen. Etwa 60 bis 80 Prozent des Materials werden mit der Qualität des Primärmaterials wieder gewonnen.

Deutschland importiert Müll für Verbrennungsanlagen

Die Industrie blockiert diese Technik, denn Müllverbrennungsanlage (MVA) werfen Riesen-Gewinne ab. In Deutschland sind wir  schon so weit, dass wir Müll aus anderen Ländern für unsere vielen MVAs importieren, denn selbst haben wir nicht so viel, um die Anlagen „rentabel“ zu betreiben.

Link zum Artikel im Haller Tagblatt:

http://www.swp.de/schwaebisch_hall/lokales/schwaebisch_hall/art1188139,2283550

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„Betrug oder Manipulation?“ – Leserbrief von Wilhelm Maier zu Stuttgart 21

Einen Leserbrief zum Thema Stuttgart 21 hat Wilhelm Maier aus Schwäbisch Hall geschrieben. Dieses Schreiben schickte er auch an das Haller Tagblatt. Hohenlohe-ungefiltert veröffentlicht den Leserbrief in voller Länge.

Von Wilhelm Maier, Schwäbisch Hall

Höchst brisante Risikoliste

Nur wenige Zeilen ist es der Südwestpresse/Haller Tagblatt vom 29. Oktober 2013 wert, was aber höchst brisant ist. Eine Liste von Risiken mit entsprechenden Kosteneinschätzungen beim Bau von Stuttgart 21, die vom ehemaligen Projektleiter Azer Anfang 2011 erstellt worden war, wurde der Gruppe Ingenieure 22 erst vor kurzer Zeit zugespielt. Diese Liste ist bisher nur teilweise der Öffentlichkeit bekannt gemacht worden.

Mit weiteren Kostensteigerungen ist zu rechnen

Nach einer gründlichen Analyse kommen die Ingenieure 22 zum Schluss: „Wenn alle heute absehbaren Risiken und notwendigen Maßnahmen berücksichtigt werden, ist mit weiteren Kostensteigerungen über die inzwischen eingeräumten 2,3 Milliarden Euro zu rechnen“. Sie geht davon aus, dass der neue Tiefbahnhof 8,5 Milliarden oder gar bis zu 10 Milliarden Euro kosten werde.

Für Risiken keine Kosten eingeplant

Viele mögliche Probleme waren schon im März 2011 bekannt. Ihre Eintrittswahrscheinlichkeit wurde aber von den Betreibern des Projekts S 21 als so gering eingeschätzt, dass keine Kosten hinterlegt wurden. Etwa beim Thema Brandschutz oder Grundwassermanagement. Weiter aufgeführte Risiken sind Dolinen, Geothermie, Planungsmängel und vieles andere mehr.

Vor der Volksabstimmung wurde Festpreis versprochen

Schon acht Monate vor der Volksabstimmung hat die Bahn deshalb schon intern mit 1,2 Milliarden Mehrkosten gerechnet, vor der Volksabstimmung wurde aber immer ein Festpreis versprochen (so auch unser SPD-Landtagsabgeordneter Sakellariou bei einer öffentlichen Veranstaltung). Wären diese Mehrkosten schon vor der Volksabstimmung bekannt gewesen, wäre sie mit Sicherheit anders ausgegangen. Betrug oder Manipulation? Das möge jeder selbst beurteilen.

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